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Stellhebel für elektrische Weichen- und Signalantriebe In elektrischen
Stellwerksanlagen wird zur Umstellung der Weichen- und Signalantriebe meistens rzo
Volt Gleichstrom und zur überwachung der Antriebe 3o Volt Gleichstrom verwendet.
Die Stellhebel sind daher reit einem Springschalter ausgerüstet, durch dessen Kontakte
beim Umlegen des Weichenhebels der Überwachungsstrom abgeschaltet und der Stellstrom
eingeschaltet wird. Nach dem vollständigen Umlaufen des Antriebs wird der Springschalter
ausgelöst, so daß er unter der Einwirkung einer beim Umlegen des Hebels gespannten
Feder in die Grundstellung zurückspringt. Hierbei wird dann der Stellstrom ab- und
der Überwachungsstrom angeschaltet. Bei den Schaltungen für elektrische Weichen-und
Signalantriebe ist es für die Sicherheit der Schaltung erforderlich, daß der Überwachungsmagnet
nur dann erregt wird, wenn die Hebelstellungaund die Antriebslage vollständig übereinstimmen.
Es muß also überprüft werden, daß der Überwachungsmagnet beim jedesmaligen Umlegen
des Hebels abfällt und erst dann wieder erregt wird und die Ordnungsstellung zeigt,
wenn der Antrieb der Hebelbewegung vollständig gefolgt ist und seine Endlage erreicht
hat. Dies wird z. B. durch die sogenannte Ankersperre erzwungen. Die Ankersperre
ist eine Einrichtung, die das vollständige Umlegen des Weichenhebels nur dann gestattet,
wenn vorher
der Überwachungsmagnet abgefallen ist. Die Auslösung
des beim Unilegen des Hebels umgesteuerten Springschalters erfolgte bisher durch
den Ankeranzug des Weichenüberwachtingsmagneten, d. 1i. der Weichenüberwachungsmagnet
erhielt nach dem vollständigen Umlaufen des Antriebs zunächst eine Spannung von
1-2o Volt und löste durch Anziehen seines Ankers den Springschalter aus. Erst dann
wurde der Stehstrom abgeschaltet und der Überwachungsstrom angeschaltet. Der Überwachungsmagnet
wurde also beim jedesmaligen Umstellen des Antriebs zunächst mit 12o Volt erregt.
Löste dann der Springschalter nicht aus, z. B. infolge einer mechanischen Hemmung,
so wurde der Überwachungsstrom nicht angeschaltet, so daß der Überwachungsmagnet
dauernd an 120 Volt angeschlossen blieb. Diese Unregelmäßigkeit macht sich nicht
bemerkbar, weil der überwachungsmagneterregtund dieÜberwachungskontakte geschlossen
waren. Da jedoch die Spule des übenvacllungsmagneten nicht für den dauernden Anschluß
an 1-2o Volt Gleichstrom bemessen war, so verbrannte sie nach kurzer Zeit. Daher
wurde später für die Auslösung des Springschalters ein besonderer Auslösemagnet
vorgesehen, wodurch der Überwachungsmagnet überhaupt nicht mehr mit der Stellstromspannung
in Verbindung kam. Dieser Vorteil wurde jedoch durch den zusätzlichen Aufwand eines
besonderen Auslösemagneten erkauft. Es ist ohne «-eitergis verständlich, daß bei
größeren Stellwerksanlagen z. B. mit aoo und mehr Weichen die Unterbringung dieser
Auslösemagneten große Schwierigkeiten bereitet.
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Die Erfindung zeigt einen Stellhebel für elekfrische Weichen- und
Signalantriebe mit Überwachungsmagnet, Ankersperre und Springschalter, jedoch ohne
besonderen Auslösemagneten, bei dem die Anordnung so getroffen ist, daß die Auslösung
des Springschalters unmittelbar durch den Überwachungsmagneten geschieht und bei
dem die Überwachungskontakte erst dann geschlossen werden, wenn der Springschalter
in die Grundstellung zurückgekehrt ist. Hierdurch wird erreicht, daß ein etwaiges
Hängenbleiben des Springschalters nach Anziehen des Überwachungsmagneten sich sofort
dadurch bemerkbar macht, daß die Überwachungskontakte nicht geschlossen werden.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Abbildung an einem Beispiel erläutert.
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Der mit i bezeichnete Überwachungsmagnet steuert über seinen um den
Punkt 3 drehbaren Ankerhebel 2 den Kontaktsteg i i mit den Kontakten 6. ; und '8.
Der Kontaktsteg i i ist mit dein Ankerhebel 2 durch die Feder 1 2 verbunden. Der
um den Punkt io drehbare Sperrhebel 9 wird durch die Verbindungsstange 5. die im
Punkt .I mit dem Ankerliebel 2 verbunden ist, gesteuert. Der um die Achse 1; schwingende
Springschalter 13 wird durch die Feder v; in der gezeichneten Lage testgehalten.
Die Kontakte 1d und 15 «-erden durch den Springschalter 13 betätigt. In der gezeichneten
Stellung. d.h. also in der Grundstellung. ist der Kontakt 1.I geschlossen. d. h.
der Überwachungsstrom ist angeschaltet. Wird der Weichenhebel umgelegt, so wird
gleichzeitig in berannter Weise der Springschalter 13 in Pfeilrichtung be«-egt.
Der Hell kann jedoch nur so weit bewegt werden, bis die Kante c des Springschalters
13 gegen den Kontaktsteg i i stößt. Das vollständige Umlegen des Weichenhebels ist
also so lange verhindert, wie der Anker des Überwachungstnagneten i angezogen ist.
Im ersten Teil der Hebelbewegung, d. h. also, bevor die Kante c des Springschalters
13 an den Kontaktsteg i i stößt, wurde der Springschalterkontakt 14 geöffnet und
damit der Überwachungsstromkreis unterbrochen. Der Überwachungsmagnet i wird stromlos,
so daß dessen Anker 2 abfällt. Dadurch bewegt sich auch der Kontaktsteg i i nach
unten, so daß nun der Weichenhebel vollständig umgelegt werden kann. Hierbei tritt
die Kante a des Springschalters 13 über den Kontaktsteg i i, so daß die Aufwärtsbewegung
des Steges und damit das Wiederschliez3en der Überwachungskontakte 6. ; und S verhindert
ist. Durch das Abfallen des Ankers a des Überwachungsmagneten wurde auch die Verbindungsstange
5 nach oben bewegt, so daß die Sperrklinke 9 nach dem vollständigen Umlegen des
Weichenhebels hinter die Sperrnase b des Springschalters 13 tritt. Damit ist der
Springschalter zunächst mechanisch festgehalten. Durch die Drehung des Springschalters
um die Achse 1; wurde der Kontakt 15 geschlossen und damit der Stellstrom eingeschaltet.
Nach dem vollständigen Umlaufen des Antriebs erhält der Weichenüberwachungsmagnet
in bekannter Weise Strom aus der 1zo-Volt-Stellstrombatterie. Durch das Anziehen
des Ankers 2 wird die Verbindungsstange 5 wieder nach unten bewegt und der um den
Punkt io drehbare Sperrhebel 9 in die Grundstellung zurückgebracht. Dadurch wird
der Springschalter 13 frei, so daß er unter der Einwirkung der Feder 16 in die gezeichnete
Stellung zurückspringt. Hierbei wird der Kontakt 15 unterbrochen und der Kontakt
14. geschlossen, d. h. also der Stehstrom wird ab= und der Überwachungsstrom angeschaltet.
Sobald der Springschalter seine Grundstellung erreicht hat, kann auch der Kontaktsteg
i i, der vorher durch die Kante a festgehalten wurde, unter Einwirkung der Feder
1-, die
beim Anziehen des Ankers z des überwachungsmagneten i gespannt
wurde, wieder hochspringen. Dadurch werden die überwachungskontakte 6, 7 und 8 geschlossen,
so daß die Ordnungsstellung erreicht ist. Wird der Springschalter nach dem. Anziehen
des Ankers des Überwachungsmagneten i infolge einer mechanischen Hemmung nicht in
die Grundstellung zurückgezogen, so bleibt die Kante a des Springschalters
13 über dem Kontaktsteg i i sitzen und verhindert damit das Hochspringen
des Kontaktsteges und das Schließen der Überwachungskontakte 6, 7 und B. Die Störung
macht sich also. sofort bemerkbar.