DE76578C - Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff

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DE76578C
DE76578C DENDAT76578D DE76578DA DE76578C DE 76578 C DE76578 C DE 76578C DE NDAT76578 D DENDAT76578 D DE NDAT76578D DE 76578D A DE76578D A DE 76578DA DE 76578 C DE76578 C DE 76578C
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Germany
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DENDAT76578D
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Dr. C. KELLNER in Wien IX., Wasagasse29
Publication of DE76578C publication Critical patent/DE76578C/de
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C3/00Pulping cellulose-containing materials
    • D21C3/22Other features of pulping processes

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  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierfabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. November 1893 ab.
Bisher werden die für die Gewinnung von Zellstoff verwendeten Pflanzentheile zum Zweck ihrer Aufschliefsung und der Zersetzung ihrer inkrustirenden Substanzen bekanntlich mit Flüssigkeiten geeigneter Art behandelt.
Dies hat den Nachtheil, dafs eine sehr grofse Menge der flüssigen Chemikalien, sowie die Anwendung derselben unter Druck oder Temperaturerhöhung, und zwar zu dem Zweck, um die Flüssigkeit in die Poren der Pflanzentheile zu treiben, nothwendig ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, durch welches die -Zellstoffgewinnung mit einem viel geringeren Aufwand an Chemikalien und ohne Anwendung von Druck oder höherer Temperatur (ausgenommen in einzelnen Fällen bei besonders dichter Structur der Pflanzentheile) erreicht werden kann, so dafs eine wesentliche Ersparnifs und überdies ein besseres, weil weniger geschwächtes Endproduct erzielt wird.
Dieses Verfahren kennzeichnet sich dadurch, dafs die Chemikalien, welche zersetzend auf die inkrustirenden Stoffe der Pflanzentheile einzuwirken haben, in gas- oder dampfförmigem Zustande mit den Pflanzentheilen in Berührung gebracht werden.
Hierzu eignen sich alle jene Stoffe, welche auf die inkrustirende Substanz eine hydrolytische oder oxydirende Wirkung ausüben, so namentlich Stickstoffoxyd, salpetrige Säure, Untersalpetersäure, Chlorwasserstoff, chlorige Säure.
Bei Ausführung des Verfahrens werden die mehr oder weniger trockenen, erforderlichenfalls vorher gedämpften Pflanzentheile in Gefäfsen, welche gegen die Einwirkung der genannten Gase oder Dämpfe widerstandsfähig gemacht sind, der Einwirkung dieser Stoffe ausgesetzt.
Hierauf werden die derart behandelten Pflanzentheile je nach ihrer Art und Beschaffenheit mit kaltem oder heifsem Wasser behandelt oder gedämpft, oder aber einer mechanischen Bearbeitung (auf Kollergängen u. dergl.) unterzogen, worauf sie mit alkalischen Lösungen behandelt werden, um die durch die vorher genannten Gase oder Dämpfe zersetzten inkrustirenden Substanzen in den Alkalien zu lösen und mit denselben auszufällen.
Die so behandelten Pflanzentheile werden dann auf Maschinen, wie sie in der Papier-. Industrie allgemein bekannt sind, einer heftigen Bewegung ausgesetzt, um die durch das Verfahren gesonderten Zellen aus ihrer parallelen Lage zu bringen, worauf der erzeugte Zellstoff gewaschen und im Bedarfsfalle gebleicht wird.
Besonders vortheilhaft ist es, die mit dem gas- oder dampfförmigen Oxydationsmittel behandelten Pflanzentheile nach dem Auslaugen mit Wasser der Einwirkung mit Ammoniak-. dämpfen auszusetzen, weil das Ammoniak durch Wärme leicht in reinem Zustande wiedergewonnen werden kann.
Bei manchen Holzarten müssen zur Lösung der zersetzten inkrustirenden Substanz kohlensaures Natron oder Aetznatron angewendet werden, in solchen Fällen wird die alkalische Lösung den Pflanzentheilen vortheilhaft bei gleichzeitiger Bearbeitung der letzteren in einem Kollergang oder Stampfwerk zugesetzt, weil die Wirkung des letzteren die Anwendung
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einer-nur· geringenf Menge der alkalischen Lösung erfordert und diese letztere schnell in den Pflanzentheilen vertheilt wird.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Ein Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff, dadurch gekennzeichnet, dafs die Pflanzentheile der Einwirkung oxydirender Gase oder Dämpfe, wie Stickstoffoxyd, salpetrige Säure, Untersalpetersäure,, chlorige Säure, ausgesetzt und sodann mit Alkalien oder gasförmigem Ammoniak behandelt werden. Bei dem unter i. genannten Verfahren das Einbringen der alkalischen Lösung in die mit dem gas- oder dampfförmigen Oxydationsmittel behandelten Pflanzentheile' unter einem Kollergang oder Stampfwerk zum Zweck rascher und, gleichmäfsiger Vertheilung der Lösung.
DENDAT76578D Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff Expired - Lifetime DE76578C (de)

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DE (1) DE76578C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747166C (de) * 1940-12-06 1944-09-13 Franz Hermann Rauch Verfahren zur Herstellung eines Duengemittels aus Kartoffelkraut u. dgl.
US4398937A (en) * 1981-10-06 1983-08-16 The University Of Southern Mississippi Selective algaecides for control of cyanochloronta

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747166C (de) * 1940-12-06 1944-09-13 Franz Hermann Rauch Verfahren zur Herstellung eines Duengemittels aus Kartoffelkraut u. dgl.
US4398937A (en) * 1981-10-06 1983-08-16 The University Of Southern Mississippi Selective algaecides for control of cyanochloronta

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