DE765126C - Verfahren zur Herstellung hochmolekularer Fettsaeuren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung hochmolekularer FettsaeurenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 2. MÄRZ 1953
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 O GRUPPE
R107859 IVd 112 ο
sind als Erfinder genannt worden
Ruhrchemie A. G., Oberhausen (Rheinl.)
(Ges. v. 15. 7. 51) Patenterteilung bekanntgemacht am 13. November 1952
Die Herstellung von Fettsäuren aus festen
Paraffingemischen beliebiger Herkunft erfolgt im allgemeinen durch Oxydation mit Hilfe
sauerstoffhaltiger oder sauerstoff abgebender Gase unter Zusatz von Katalysatoren, Bei
derartigen Oxydationen wird das Molekül jedoch sehr stark aufgespalten. So1 erhält man
beispielsweise aus einem Paraffingemisch, dessen Kohlenwasserstoffe eine mittlere MoI-zahl
von C21 aufweisen, Fettsäuren, deren mittlere Molzahl bei C14 liegt. Durch Abtrennung
des Unverseifbaren kann, man hierbei nach jeder Oxydation zu voll ausoxydierten Produkten gelangen, die an jedem Molekül
eine Carboxylgruppe besitzen.
Es. wurde bereits vorgeschlagen, die Oxydation von festen Paraffinen mit Hilfe von
Bichromaten in schwefelsaurer Lösung vorzunehmen. Hierbei tritt jedoch keine vollständige
Oxydation ein, so daß eine mehr- ao
malige, ζ. Β. viermalige Wiederholung der Behandlung nötig ist. Dadurch liegt der Verbrauch
an Oxydationsmitteln ziemlich hoch. Die erhaltenen Fettsäuren haben aber den besonderen
Vorteil, daß sie nur eine geringe C-Zahl-Verringerunggegenüber dem ursprünglich
angewendeten Paraffin erfahren. Darüber hinaus ist es von wesentlicher Bedeutung, daß
als Oxydationsprodukte fast reine Fettsäuren ίο anfallen, die keinerlei unerwünschte Nebenprodukte,
wie z. B. Oxysäuren, Alkohole, Dicarbonsäuren usw., enthalten.
Es wurde nun gefunden, daß man die Vorteile der mit Bichromatschwefelsäure als Oxydationsmittel
gewinnbaren Fettsäuren, nämlich ihre Reinheit und die Freiheit von unerwünschten
Nebenprodukten, mit vollständiger Oxydation vereinen kann, wenn man zur Oxydation die Paraffine nicht unmittelbar
verwendet, sondern sie durch Chlorierung und thermische Chlorwasserstoffabspaltung vorher
weitgehend in ungesättigte Kohlenwasserstoffe (Olefine) umwandelt. Dabei wird erfindungsgemäß
so viel Chlor eingeleitet, bis die Chloraufnahme sich auf 0,6 bis 0,7 Mol
Chlor je Mol Paraffin beläuft. Die dabei nach der thermischen Entchlorung erhaltenen
Kohlenwasserstoffe enthalten so viel Olefine, daß sie besonders vorteilhaft mit einer Auflösung
von Alkalibichromat in konzentrierter Schwefelsäure bei Temperaturen, die oberhalb
des Schmelzpunktes dieser Kohlenwasserstoffe liegen, oxydiert werden können. Zweckmäßig
finden oberhalb von ioo° liegende Temperatüren
Anwendung. Einerseits ist es bekannt, daß man Paraffinkohlenwasserstoffe durch
Chloranlagerung und -abspaltung dehydrieren kann, andererseits hat man auch bereits olefinische
Kohlenwasserstoffgemische oxydiert. Die erfindungsgemäß abgestimmte Chlorvorbehandlung
des Paraffins,, die bei der nachfolgenden Oxydation mit schwefelsauren
Alkalibichromatlösungen zu überraschenden Ergebnissen führt, war daraus jedoch nicht
zu entnehmen. Es ist zwar bekannt, auf anderem Wege erzeugte Olefine zu oxydieren.
Mit Chromsäuremischungen liefern diese jedoch vorwiegend Alkohole und Aldehyde, wobei nur geringe Fettsäuremengen entstehen.
Derartige Verfahrensvorschläge ließen nicht erkennen, daß man bei derBichromatschwefelsäureoxydation
bei vorheriger Chlorierung und Entchlorung zu von Nebenprodukten freien Fettsäuren gelangen kann, die gegenüber
den Ausgangsparaffinen nur eine geringe Veränderung ihres C-Atom-Aufbaus erfahren
haben.
Das Verfahren ist sowohl für fossile als
auch für synthetische Paraffine geeignet. Besonders wertvolle Oxydationsprodukte sind
auf diese Weise aus den Hartparaffinen der Kohlenoxydhydrierung zu erhalten. Sie sind
in ganz überraschenderweise den Oxydationsprodukten von Montanwachs weitgehend
ähnlich und eignen sich besonders gut zur Herstellung von Lederpflegemitteln.
An Hand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele möge das neue Verfahren zur Oxydation
von hochschmelzenden Kohlenwasserstoffgemischen genauer erläutert \verden.
Ausführungsbeispiel 1
Man erhitzte 200 g unraffiniertes Hartparaffin der Kohlenoxydhydrierung, das einen
Schmelzpunkt von etwa 95° besaß (durchschnittliches
Molgewicht = 630) auf 1500 und leitete danach unter lebhaftem Rühren so
lange gasförmiges Chlor ein, bis eine Gewichtszunahme von 16 g erreicht war. Das
hierbei erhaltene Chlorierungsprodukt wurde sodann längere Zeit auf 300 bis 3100 erwärmt,
bis keine gasförmige Salzsäure mehr entwich. Hierbei entstand ein chlorfreies Kohlenwasserstoffgemisch
von fast rein olefinischen! Charakter, das eine Jodzahl von 48 aufwies.
Dieses chlorfreie Kohlenwasserstoffgemisch wurde auf iio° erhitzt und unter fortgesetztem
Rühren mit einer Lösung von 250 g Natriumbichromat in 2500 g 400/oiger
! Schwefelsäure versetzt. Nach etwa 7stimdiger j Reaktionsdauer war der gesamte aus Natrium-}
bichromat durch Reduktion zu dreiwertigem ; Chrom frei werdende Sauerstoff zur Oxydation
verbraucht. Die erschöpfte. Chromsäure und Natriumsulfat enthaltende Oxydationslösung
wurde abgetrennt und die kohlenwasserstoffhaltige Masse unter gleichen Bedingungen
nochmals mit Natriumbichromat behandelt. Nach Beendigung der zweiten Oxydation, Abtrennung der Oxydationslösung
und Reinigung ergab sich ein Produkt, das eine Neutralzahl von 94,6 und eine Verseifungszahl
von 100 aufwies. Die Jodzahl wurde zu 2.3 festgestellt, so daß fast ausschließlich
gesättigte Fettsäuren entstanden waren.
Man erhielt neben wasserlöslichen und gasförmigen Oxydationsprodukten, die verlorengingen,
ein fettsäurehaltiges Reaktionsprodukt von insgesamt 175 g Gewicht. Das eingesetzte
Hartparaffin ergab mithin eine Auslaute von 871Vo.
Ausführungsbeispiel 2
Man erhitzte 200 g Tafelparaffin, dessen Schmelzpunkt bei 520 lag (durchschnittliches
Molgewicht = 408) auf 140 bis 1500 und
leitete in die geschmolzene Masse unter Rühren Chlorgas ein. Nach einer Chloraufnahme
von 20 g Cl wurde das Produkt mehrere Stunden lang auf 3000 erhitzt. Hierbei
entwichen Salzsäuredämpfe. Nach dem
Aufhören der Salzsäureabspaltung ergab sich ein chlorfreies, olefinisches Kohlenwasserstoffgemisch,
dessen. Jodzahl 51 betrug.
Das entchlorte Reaktionsprodükt wurde auf iio° erhitzt und mit einer Lösung von
250 g Natriumbichromat in 2200 g 40%iger Schwefelsäure vermischt. Nach etwa 9 Stunden
war der gesamte verfügbare Sauerstoff unter Reduktion zu dreiwertigem Chrom verbraucht.
Die erschöpfte, Chromsäure und Natriumsulfat enthaltende Oxydationslösung wurde von der Reaktionsmasse abgetrennt
und. darauf die oxydative Behandlung unter gleichen Reaktionsbedingungen wiederholt.
Nach Abtrennung der verbrauchten Lösung und Reinigung des Oxydationsprodukts ergab
sich eine fettsäurehaltige Masse mit einer Neutralzahl von 91,6 und einer Verseifungszahl
von 95. Die Jodzahl wurde zu 3,6 bestimmt, soi daß ungesättigte Fettsäuren nicht
in wesentlicher Menge entstanden waren.
Die Gesamtausbeute an fettsäurehaltigem Paraffin belief sich auf 166 g, was einer
83%igen Ausbeute des eingesetzten Tafelparaffins entsprach. Der Rest war in wasserlösliche
und gasförmige Oxydationsprodukte übergeführt worden.
An Stelle von Natriumbichromat können zur Oxydation auch Kaliumbichromat oder
Ammoniumchromat verwendet werden.
Ausführungsbeispiel 3
Man erhitzte1200 g unraffiniertes Hartparaffin
der katalytischen Kohlenoxydhydrierung, das einen Schmelzpunkt von 95° besaß und
dessen Kohlenwasserstoffe ein durchschnittliches Malgewicht von ungefähr 630 aufwiesen,
auf 1500 und leitete danach unter lebhaftem Rühren so lange gasförmiges Chlor
ein, bis eine Gewichtszunahme von 16 g erreicht
war. Das entstandene Chloderungsprodukt wurde dann mehrere Stunden auf
300 bis 3 io° erhitzt, bis keine gasförmige Salzsäure: mehr entwich. Das entstandene
chlorfreie Kohlenwasserstoffgemisch mit einer Jodzahl von 48 hat praktisch rein olefinischen
Charakter.
Dieses chlorfreie Kohlenwasserstoffgemisch wurde auf iio° erhitzt und unter fortgesetztem
Rühren mit einer Lösung von g Natriumbichromat in 5000 g 4O%iger Schwefelsäure versetzt. Nach einer Reaktioosdauer
von etwa 5 Stunden war der gesamte aus Natriumbichromat frei werdende Sauerstoff
zur Oxydation, des Olenngemisches verbraucht.
Nach Beendigung der Oxydation wurde die Oxydätionslösung abgetrennt und
das entstandene Fettsäuregemisch, mit Wasser gewaschen·. Das erhaltene Produkt wies eine
Neutralisationszahl von 92 und eine Verseifungszahl von 97 auf. Die Jodzahl wurde
zu 3,5 festgestellt. An fettsäurehaltiger Paraffinmasse wurden 178 g erhalten, was einer
Ausbeute von 89% entspricht.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung1 hochmolekularer Fettsäuren durch Oxydation von Paraffinkohlenwasserstoffen, insbesondere von solchen, die auf dem Wege der katalytischen Kohlenoxydhydrierung gewonnen wurden und mehr als< 16 Kohlenstoffatome im Molekül enthalten, unter voirheriger Chlorierung und anschließender thermischer Entchlorung, dadurch gekennzeichnet, daß die zu oxydierenden Paraffine so lange oberhalb ihres Schmelzpunktes mit gasförmigem Chlor behandfeit werden, bis sie annähernd 0,6 bis 0,7 Mol Chlor je Mol Paraffin aufgenommen haben, worauf man die durch anschließende thermische Entchlorung erhaltenen un- ■ gesättigten Kohlenwasserstoffe bei oberhalb ihres Schmelzpunktes, zweckmäßig bei oberhalb ioo°, liegenden Temperaturen mit einer Auflösung von Alkalibichromat in Schwefelsäure oxydiert.Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:Deutsche Patentschriften Nr. 346 697, 566449, 537 434;USA.-Patentschriften Nr. 2 065 323, 2094593, ι 110 925.© 5739 2.53
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER107859D DE765126C (de) | 1940-06-30 | 1940-06-30 | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer Fettsaeuren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER107859D DE765126C (de) | 1940-06-30 | 1940-06-30 | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer Fettsaeuren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE765126C true DE765126C (de) | 1953-03-02 |
Family
ID=7421541
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER107859D Expired DE765126C (de) | 1940-06-30 | 1940-06-30 | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer Fettsaeuren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE765126C (de) |
Citations (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE346697C (de) * | ||||
| US1110925A (en) * | 1912-06-07 | 1914-09-15 | Charles J Greenstreet | Process of manufacturing olefins and their oxidation products. |
| DE537434C (de) * | 1929-03-21 | 1931-11-03 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Verfahren zur Oxydation von Kohlenwasserstoffen |
| DE566449C (de) * | 1929-10-18 | 1932-12-16 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Verfahren zur Oxydation von fluessigen Kohlenwasserstoffen |
| US2065323A (en) * | 1933-06-15 | 1936-12-22 | Sharples Solvents Corp | Method of producing unsaturated hydrocarbons |
| US2094593A (en) * | 1937-10-05 | Method of making high viscosity |
-
1940
- 1940-06-30 DE DER107859D patent/DE765126C/de not_active Expired
Patent Citations (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE346697C (de) * | ||||
| US2094593A (en) * | 1937-10-05 | Method of making high viscosity | ||
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