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Desinfektions- und Konservierungsmittel Ouaternäre, einenhöheren aliphatischen
Kohlenwasserstoffrest enthaltende Ammoniumverbindungen sind durch ihre bakteriziden
Eigenschaften bekannt, im besonderen auch solche, die sich von aromatischen Aminen
ableiten und in denen der höhere aliphatische Kohlenwasserstoffrest entweder an
das quaternäre Stickstoffatom oder über die Sulfongruppe oder, Carbonylgruppe an
den aromatischen Kern gebunden ist. Auch quaternäre Basen, die im Kern eine Alkoxygruppe
enthalten, deren quaternäre Gruppe aber nicht unmittelbar am Kern sitzt, sind als
Antiseptika bekanntgeworden.
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Es wurde nun gefunden, daß quaternäre aromatische Stickstoffverbindungen,
die mindestens einen über Sauerstoff am Ring gebundenen aliphatischen Rest mit mindestens
6 Kohlenstoffatomen und mindestens eine gegebenenfalls substituierte unmittelbar
am Ring gebundene Ammoniumgruppe tragen, wertvolle Desinfektions- und Konservierungsmittel
sind. Diese Verbindungen lassen sich nach an sich üblichen Arbeitsweisen, vorzugsweise
durch Einwirken von Alkyl- oder Aralkylhalogeniden oder -schwefelsäureestern auf
aromatische Verbindungen, die mindestens einen über Sauerstoff am Ring gebundenen
aliphatischen Rest mit mindestens 6 Kohlenstoffatomen und mindestens eine, gegebenenfalls
substituierte, unmittelbar am Ring gebundene Aminogruppe besitzen, herstellen. In
Abänderung dieses Verfahrens kann mari auch in, der Weise zu diesen Verbindungen
gelangen, daß man in die freie Hydroxylgruppe solcher aromatischen Verbindungen,
die mindestens eine am Ring gebundene quaternäre Ammoniumgruppe enthalten, einen
aliphatischen Rest mit mindestens 6 Kohlenstoffatomen einführt.
Man
kann auch in Verbindungen, die neben mindestens einer freien Hydroxylgruppe mindestens
eine ringgebundene, gegebenenfalls substituierte Aminogruppe, enthalten, mittels
einer einen reaktionsfähigen Substituenten tragenden aliphatischen Vierbindung mit
mindestens 6 Kohlenstoffatomen gleichzeitig die Hydroxylgruppe veräthern und die
quaternäre Aminoniumgruppe erzeugen.
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Als Allsvl_reste mit mindestens 6 Kohlenstoffatoinen kommen die üblichen
Reste, wie z. B. der Hexyl-, Heptyl-, Octyl-, Isooktyl-, Dodecyl-, Myristyl- und
Cetylrest in Frage. Die Reste können auch durch Heteroatoine, wie z. B. Sauerstoff,
Schwefel oder Stickstoff, unterbrochen sein. An Stelle der einheitlichen Verbindungen
mit einem bestimmten höheren aliphatischen Rest kann man auch Gemische anwenden,
wie sie bei der Herstellung der quaternären Verbindungen, ausgehend von den aus
natürlichen Ölen und Fetten erhältlichen Gemischen höherer aliphatischer Verbindungen,
anfallen. Solche Gemische bestehen vorzugsweise aus Verbindungen mit einer Kohlenstoffzahl
von 8 bis i8 Kohlenstoff atomen.
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Die quaternäre Ammoniu.mgruppe kann durch die verschiedenartigsten
einwertigen Reste, wie z. B. gesättigte und ungesättigte Alkylreste, substituierte
Alkylreste, Aralkylreste, halogenierte Aralkylreste, substituiert sein. Das Anion
am quaternären Stickstoffatom kann durch die verschiedenen Reste organischer oder
anorganischer Säuren dargestellt -"-"erden, wie z. B. die Reste der Halogenwasserstoffsäuren
und Alkylätherschwefelsäuren, Alkyl- und Arylsulfonsäuren.
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Die Ammoniumverbindungen der gekennzeichneten Art sind farblose, in
der Regel auch gut kristallisierbare und geschmacklose Verbindungen, die sich in
Wasser sehr leicht lösen und Lösungen ergeben, die schäumende und netzende Eigenschaften
aufweisen. Sie sind z. B. geeignet zur Desinfektion von Gebrauchsgegenständen, wie
Eß-, Trink- und Vorratsgefäßen und ärztlichen Instrumenten, Verbandstoffen sowie
auch von Wäsche, ferner als Zusatz zu Mundwässern, Zahnpasten und zur Händedesinfektion.
Auch für die Grobdesinfektion von Fußböden und Wänden sind die Verbindungen brauchbar.
Besonders sei darauf hingewiesen, daß man mit Hilfe solcher Verbindungen auch z.
B. Obst, Gemüse, Futtermittel usw. konservieren kann.
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Die nach der Erfindung zu verwendenden Verbindungen zeigen gleich
gute Desinfektionswirkung wie die quaternären Basen, die im Kern eine Alkoxygruppe
enthalten, deren quaternäre Gruppe aber nicht unmittelbar am Kern sitzt. Das Verfahren
zur Herstellung letzterer Verbindungen, bei dein tnan in der I'rasis Diallz_vlaminoäthvlchloride
mit Allccxvphenaten umsetzt und dann quaternär macht, ist verhältnismäßig umständlich,
w.ihrend man zur Herstellung der neuen Verbindungen von den technisch gut zugänglichen
All;o-,ysubstituierten aromatischen Aminen iiusgehen kann. Den quaternären aromatischen
Basen ohne Alkoxygruppe mit einem höheren aliphatischen Rest am Stickstoffatom gegenüber
zeigen die neuen Desinfektionsmittel eine erheblich bessere keimtötende lung. Beispiele
Zu Desinfektionszwecken kann man eine wäßrige Lösung folgender Verbindungen verwenden
i. Trimethyl - o - dodecyloxyphenylammoniummethosulfat.
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Abtötungswerte: Coli 1 : 5 000 -1 : 25 000, Mittel 1 : 1.1000, Staphylococcen
i : 2 50o - i : io ooo, Mittel 1 : 6 25o. Herstellung: 6- o-Dimethylaminophenoldodecyläther
werden mit 2,6 g frisch destilliertem Dimethylsulfat und etwa q. ccm Benzol im Ölbad
unter Rückfluß auf i20° erhitzt. Nach il/, bis 2 Stunden wird im Vakuum eingedampft,
wobei 7 g eines braunen Syrups zurückbleiben. Man löst diesen in etwa 2o ccm Methanol,
schüttelt mit etwas Bariumcarbonat durch, filtriert und versetzt in der Siedehitze
mit etwas Tierkohle. Das Filtrat wird verdampft und der Rückstand in heißem Essigester,
etwa 2o ccm, aufgenommen, aus dem sich beim Erkalten das Methosulfat in schönen
sternförmig angeordneten Nädelchen abscheidet.
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Eigenschaften: Die Substanz ist sehr leicht löslich in Wasser, gut
löslich in Methanol, Alkohol und Äther. Sie ist geschmack- und geruchlos.
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2. Methyl-p-dodecyloxyphenylammoniummethosulfat.
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Abtötungswerte: Coli 1 :1000-1 : 5000, Mittel 1 :3200, Staphylococcen
1 :2500-i : 10000, Mittel 1 :7000. Herstellung: 15,7 g p-Aminophenoldodecvlätherclilorh3,drat
werden mit :2n-Natronlauge übergossen und das Atnin in Äther aufgenommen. Nach dem
Trocknen und V erdampfen wird der kristallisierte Rückstand
mit
2o g Dimethylsulfat im Ölbad 2 Stunden auf i2o° erhitzt. Anschließend wird im Vakuum
von überschüssigem Dimethylsulfat befreit, in etwa ioo cem Methanol gelöst, mit
Bariumcarbonat entsäuert, mit Tierkohle geklärt und zur Trockne gebracht. Es werden
1.2,4 g quartäres Salz erhalten, das nach dem Umkristallisieren aus wenig Essigester
farblose, Kristalle vom Schmelzpunkt 118 bis i2o° darstellt.
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Eigenschaften: Die Substanz ist leicht löslich in Wasser und gut löslich
in Methanol und Äthanol. Sie ist äeschmack- und geruchlos.
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3. Trimethyl - m - :dodecyloxyphenylammoniummethosulfat.
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Abtötungswerte: DieWirksamkeitder Substanz gegen Colibakterien und
Staphylococcen liegt zwischen den für die Substanzen nach Beispiel i und 2 angegebenen
Werten.
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Herstellung: I o, 2 g m-Dimethylaminophenoldodecyläther
werden mit 5 ccm Benzol übergossen und mit 4,5 g Dimethylsulfat i bis 2 Stunden
im Ölbad auf i2o° erhitzt. Nach der üblichen Reinigung erhält man 11,9 g quartäres
Salz, das aus Essigester in -sternförmig angeordneten farblosen Nädelchen kristallisiert.
Schmelzpunkt 82 bis 83°.
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Eigenschaften: Die Substanz ist leicht löslich in Wasser und gut löslich
in Methanol und Äthanol. Sie ist geschmack- .und geruchlos.