DE73687C - Verfahren zur Darstellung von carboxylirten Indigofarbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von carboxylirten Indigofarbstoffen

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DE73687C
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Germany
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carboxylated
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indigo
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BASF SE
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Badische Anilin and Sodafabrik AG
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B7/00Indigoid dyes
    • C09B7/02Bis-indole indigos

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  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Wie in der Patentschrift Nr. 56273 gezeigt worden ist, ist die von der Anthranilsäure sich ableitende Phenylglycin-o-carbonsäure befähigt, unter der Einwirkung schmelzenden Alkalis in eine Verbindung überzugehen, die bei der Oxydation Indigo liefert.
Es hat sich nun gezeigt, dafs dieses Verfahren auch auf die von der Anthranilsäure bezw. Phenylglycin-o-carbonsäure durch einen Mehrgehalt von Carboxyl sich ableitende 1-2-3-Amidophtalsäure bezw. die daraus mittelst Monochloressigsäure entstehende Phenylglycino-dicarbonsäure angewendet werden kann und dabei zu einem Indigofarbstoff führt, welcher ein Carboxylderivat des Indigos ist und durch Sulfonirung in Wasser lösliche Sulfosäuren liefert, welche Wolle mit aufserordentlich grünstichigen Nuancen von Blau ausfärben.
I. Darstellung der Phenylglycin-o-
dicarbonsäure.
Die Bildung dieser Säure erfolgt nach der Gleichung:
^ 3I(COOH)2 + ClCH2 CO OH r [NHCH2 C O OH
°Λ H
Zu ihrer Darstellung löst man z. B. 1 2,5 Theile des Natronsalzes der 1 · 2· 3-Amidophtalsäure (vergl. Beilstein, 2. Aufl., Bd. II., S. 1 165) in 20 Theilen Wasser unter Zusatz von 5,85 Theilen calcinirter Soda, versetzt mit 12 Theilen Monochloressigsäure und dampft die Mischung auf dem Wasserbade zur Trockne ein. Man erhält so einen gelbbraunen, schliefslich erstarrenden Syrup des Natriumsalzes, welches wie auch die freie Säure hygroskopisch und demgemäfs in Wasser sehr leicht löslich ist. Die essigsaure Lösung färbt Wolle gelb an.
II. Darstellung des carboxylirten Indigo. Man trägt beispielsweise 1 Theil des nach I. erhaltenen Natriumsalzes der Phenylglycin-odicarbonsäure möglichst rasch in 4 Theile geschmolzenen, entwässerten Aetzkalis ein, welches bei einer Temperatur von 250 bis 2600 gehalten wird. Sobald sich die Masse braun gefärbt hat und eine Zunahme dieser Färbung nicht mehr wahrzunehmen ist, wird der Procefs unterbrochen, die Schmelze ausgegossen und nach dem Erkalten in 60 Theilen kalten Wassers gelöst. Die sich alsbald grün färbende Lösung scheidet beim Ansäuern nach einiger Zeit die Leukoverbindung des carboxylirten Indigo in rothbraunen Flocken aus; zweckmäfsig führt man indefs alsbald in den Farbstoff über, indem man mit verdünnter Salzsäure bis zur stark saueren Reaction versetzt und dann noch so viel Eisenchloridlösung zugiebt, bis in einer fütrirten Probe bei weiterem Zusatz dieses Oxydationsmittels kein blauer Niederschlag mehr entsteht. Der Farbstoff scheidet sich hierbei in blauen Flocken ab.
Statt Eisenchlorid kann in vorstehendem Beispiel auch ein anderes Oxydationsmittel, insbesondere Bichromat zur Verwendung gelangen.
Man kann zur Darstellung des Farbstoffes auch in/der Art verfahren, dafs man in die erhaltene alkalische Lösung Luft einleitet und, sobald keine Zunahme der Färbung mehr bemerkbar ist, die entstehende blaugrüne Lösung ansäuert.
Durch Umlösen mit verdünntem Ammoniak Und Ausfällen mit Mineralsäure läfst sich der Farbstoff reinigen.
Der dargestellte Farbstoff kann zum Färben zweckmäfsig in Küpenform verwendet werden, indem man z. B. etwas Zinkstaub zum neutralen Färbebad hinzufügt. Man erhält so auf Wolle grünblaue Töne von viel grünerer Nuance als wie mit Indigo selbst, die indefs ohne besondere Bedeutung sind.
Mit der von Löw (Ber. XVIII, S. 947) beschriebenen Indigodicarbonsäure zeigt die Verbindung grofse Aehnlichkeit, ist aber ihrer Entstehung nach mit jener nicht identisch und löst sich in concentrirter Schwefelsäure mit dunkelgrüner (die Verbindung Low's mit blauer) Farbe auf.
III. Sulfonirung des carboxylirten
Indigofarbstoffs.
Die Sulfonirung des carboxylirten Indigofarbstoffs erfolgt leicht, z. B. mit der zehnfachen Menge Schwefelsäure von 12 pCt. Anhydridgehalt. Der Farbstoff löst sich mit grüner Farbe unter merklicher Wärmeentwickelung auf, wobei die Temperatur 65 ° zweckmäfsig nicht übersteigen soll. Zur Vollendung der Sulfonirung hält man die Temperatur nach beendigtem Eintragen auf 65° C. noch etwa 5 Stunden bezw. so lange, bis eine Probe in heifsem Wasser völlig löslich geworden ist. Das Reactionsproduct giefst man dann in die zehnfache Gewichtsmenge Wasser, wodurch sich der gröfste Theil der Sulfosäure ausscheidet. Zur vollständigen Abscheidung salzt man aus und fütrirt nach dem Erkalten. Die auf dem Filter zurückbleibende Sulfosäure wird durch Umlösen mit Natriumacetat und Ausfällen mit Mineralsäure gereinigt. In Natriumacetat löst sich die Verbindung mit schön blauer Farbe; auf Säurezusatz schlägt dieselbe in blaugrün um und es scheiden sich dann blaue Flocken ab.
Das so erhaltene Product ist dem Indigocarmin sehr ähnlich, löst sich aber in Wasser mit wesentlich grünerer Farbe. Es färbt ungeheizte Wolle direct, jedoch in viel grüneren Tönen wie Indigocarmin. Bei Anwendung von Schwefelsäure mit höherem Anhydridgehalt lassen sich leichter lösliche Sulfosäuren erhalten, die auf Wolle in noch grünerer Nuance färben.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung eines carboxylirten Indigofarbstoffs, darin bestehend, dafs in dem Verfahren des Patentes Nr. 56273 die dort verwendete Anthranilsäure bezw. Phenylglycin-ο-carbonsäure hier durch 1· 2· 3 -Amidophtalsäure bezw. die daraus mittelst Monochloressigsäure entstehende Phenylglycin-ο-dicarbonsäure ersetzt wird.
2. Verfahren zur Darstellung einer Sulfosäure des nach dem durch Anspruch 1. geschützten Verfahren erhältlichen Farbstoffs, darin bestehend, dafs man letzteren mit rauchender Schwefelsäure erwärmt, bis das Product in heifsem Wasser löslich geworden ist.
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