DE73069C - Taschen-Mehrlader mit einem aus zwei geradlinig gegen einander verschiebbaren Theilen bestehenden, das Schlofs bethätigenden Handgriff - Google Patents
Taschen-Mehrlader mit einem aus zwei geradlinig gegen einander verschiebbaren Theilen bestehenden, das Schlofs bethätigenden HandgriffInfo
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- F41A9/38—Loading arrangements, i.e. for bringing the ammunition into the firing position
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Taschen - Mehrlader ist eine
Schnellfeuerwaffe von einfacher und dauerhafter Bauart und handlicher Wirkungsweise. Das
Zerlegen und Zusammensetzen derselben erfordert keinerlei Werkzeug; die einzelnen
Stücke lassen sich mit gröfster Leichtigkeit wegnehmen.
Die Fig. 1 bis 11 der beiliegenden Zeichnung
zeigen alle Bestandtheile des vollständig zerlegten Mehrladers.
Die Fig. 12 bis 17 zeigen den Mechanismus
des Mehrladers in seinen verschiedenen Arbeitsstellungen — bereit zum Abfeuern — in
der Ruhe ■— beim Zerlegen etc.; sie zeigen auch die äufsere Form der Waffe und deren
Wirkungsweise.
In allen diesen Figuren sind die gleichen Theile mit denselben Buchstaben bezeichnet.
Der Taschen-Mehrlader hat als Gestell oder Hauptstück eine Art Gehäuse A, Fig. 1, 12
und 13, welches seitlich mit einem Deckel D geschlossen ist, und einen fest eingeschraubten
Lauf B, einen Raum α für das bewegliche Verschlufsstück C, einen Raum b für den Abziehmechanismus
und einen Raum c für die Patronen enthält.
Die Räume b und c sind durch eine Wand d
getrennt, die mit zwei Stiften t und t1 versehen
ist, welche den zum beständigen Zurückhalten des beweglichen Verschlufsstückes dienenden
Federn R und R\ Fig. 16, als Stützen
dienen.
Die rückwärtige Wand des Gehäuses hat Ausnehmungen für den Durchgang des beweglichen
VerschlufsstUckes und seiner Führungen. Die obere Wand des Gehäuses besitzt eine Oeffnung O für die Einbringung und das
Auswerfen der Patronen; diese Oeffnung wird durch einen verschiebbaren Deckel o, Fig. 10
und 16, geschlossen, welcher zu diesem Zweck mit einem Knopf o1 versehen ist, der gleichzeitig
als Visir dient.
Aufserdem sind noch andere Kerben, Einschnitte, Nuthen etc. in dem Gehäuse vorgesehen,
welche für die Wirkung, Zusammensetzung und den Verschlufs dienen, wie später noch näher aus einander gesetzt wird.
Auf dem Boden des Gehäuses befindet sich ein Daumen e, welcher drei Einkerbungen besitzt,
in deren eine das Ende einer Feder r eingreift, die dazu dient, den besagten Daumen
in einer der drei Stellungen festzuhalten, in welche man denselben mittelst eines an der
Aufsenseite des Gehäuses befindlichen kleinen Schlüssels ρ bringen kann.
Der Daumen e und der Schlüssel ρ sind auf derselben, den Boden des Gehäuses durchdringenden
Achse montirt.
Das bewegliche Verschlufsstück C, Fig. 3, besteht aus einem prismatischen Block, welcher
am Vordertheil mit zwei als Patronenzieher dienenden Klauen C1C2 versehen ist. Dieses
Verschlufsstück ist entsprechend ausgehöhlt, um den Schlagbolzen (Fig. 4 und 16) aufzunehmen,
welcher beständig durch die Feder ρ nach vorn gedrückt wird.
Der untere Theil des Blockes C hat einen Längsschlitz cs, in welchem der Absatz p1 des
Schlagbolzens gleitet; die Ränder dieses Schlitzes haben einen Einschnitt c4 und eine
schiefe Ebene c5, deren Zweck später näher beschrieben wird.
An den Seiten des Blockes C befinden sich Vertiefungen c6 für die Aufnahme eines aus
zwei Blattfedern el und e2, Fig. 5, 15 und 16,
bestehenden Auswerfers, welche beide Federn auf einem gemeinschaftlichen, in dem Ausschnitte
e7 des oberen Theiles des Blockes C drehbaren Querstück ea befestigt sind (Fig. 3
und 16). Das Verschlufsstück C hat eine Hülse C1, in welcher die Feder R, Fig. 16,
untergebracht ist; es ist auf ein Querstück T, Fig. 2 und 16, aufgeschraubt, welches als bewegliche
Lagerplatte dient und das unten mit einer zweiten Hülse C2 für die Aufnahme der
Feder R1 versehen ist. Die Hülsen C1 und C2
sind mit kleinen Vorsprüngen a1 und λ2 versehen,
welche sich an den rückwärtigen Theil des Verschlufsgehäuses anlegen und die Rückwärtsbewegung
des Verschlufsstückes C begrenzen. Auf dem mit dem Schlüssel ρ verbundenen
Daumen oder Excenter e ist ein Ring f angebracht (Fig. 6), der oben und
unten in dem Verschlufsgehäuse geführt wird (Fig. 16) und den eine Feder r1 beständig
nach oben drückt. Der obere Theil f1 dieses Ringes dient als Abzug und wirkt auf den
Absatz p1 des Schlagbolzens, während der um
ein Geringes höhere Theil f1 sich entweder
gegenüber dem Ausschnitte c4, Fig. 3 und 14, befindet, oder durch die schiefe Ebene c5
herabgedrückt wird (Fig. 3 und 17).
Der Patronenauswerfer (Fig. 5) besitzt aufser den beiden Blattfedern e1 und e2 noch einen
kleinen Arm e4, der mit einem in die Nuth g
des Verschlufsgehäuses eindringenden Zapfen versehen ist (Fig. 1).
In dem Magazin c des Verschlufsgehäuses befindet sich eine Rinne f, Fig. 7 und 16, auf
welche eine auf den Magazinboden sich stützende Spiralfeder i?2, Fig. 8 und 16, wirkt. Die Bewegungsweite
dieser Rinne nach oben ist durch den Anschlag k, Fig. 1, begrenzt und der Austritt
der Rinne ist durch den seitlichen Vorsprung k1 unmöglich gemacht.
Ein Schlitz I dieses Magazins gestattet, von aufsen die Stellung der Rinne i und dadurch
die Anzahl der im Magazin enthaltenen Patronen zu ersehen. Das Verschlufsgehäuse ist durch
den Deckel D, Fig. 9 und 12, geschlossen, der mittelst seiner schwalbenschwanzförmigen Ränder
oben und unten in das Gehäuse sich einschiebt; dieser Deckel besitzt einen Riegel v,
der um v1 drehbar ist und sich entweder bei m oder η einhakt (Fig. 1 und 15), je nachdem
der Deckel theilweise (Fig. 14) oder ganz (Fig. 12) geschlossen ist. Das Ende dieses
Hakenriegels bewirkt mit dem Einschnitte m das Einfallen des Riegels in die Verschlufsstellung.
Ein Einschnitt t in dem Querstück T, Fig. 2, dient zur Aufnahme des vorspringenden
Theiles des Riegels ν während des Schiefsens und sichert den Verschlufs des Deckels D.
Die Handhabung und Wirkungsweise des Taschen - Mehrladers ist folgende: Es wurde
früher erwähnt, dafs die Sperre oder der Schlüssel ρ drei verschiedene Stellungen einnehmen
könne, nämlich:
ι. jene der Entladung und Zerlegung,
2. die sogenannte Sicherheitsstellung und
3. die Feuerstellung, welche sämmtlich auf
der linken Seite des Verschlufsgehäuses (Fig. 1 3) angegeben sind.
In der Entlade- und Zerlegungsstellung (Fig. 14) ist der Excenterring/ ganz herabgedrückt,
so dafs der Theil f1 der Abzugsstange sich aufserhalb des Wirkungskreises des Schlagbolzens
P befindet, der dann nicht mehr gespannt, d. h. rückwärts festgehalten werden
kann. In dieser Stellung kann die Waffe ohne Schwierigkeit und Gefahr entladen und zerlegt
werden.
Für das Entladen genügt es, die Waffe in der vollen Hand haltend, mit dem Ballen auf
die bewegliche Lagerplatte T zu drücken, dann letztere sich selbst zu überlassen, worauf diese
durch die Wirkung der Federn R R1 zurückgeschoben
wird. Bei der Vorwärtsbewegung kann das Verschlufsstück die zwischen den vorderen Griffen c1 c2 desselben befindliche
Patrone in den Lauf einschieben und der Patronenauswerfer seine beiden Aeste e1 e'2 an
den unteren Theil des Patronenwulstes anlegen, wie aus Fig. 17 ersichtlich.
Das Spiel des Patronenauswerfers ist durch seinen Arm e4 bestimmt, der an das vordere
Ende der Nuth g des Verschlufsgehäuses anstöfst. Während der Rückwärtsbewegung wird
die Patrone durch die Ansätze oder Griffe c1 c'2
mitgenommen und der Auswerfer entfernt sie durch die Oeffnung O, sobald sein Arm e4 an
das hintere Ende der Nuth g anstöfst und ihn emporhebt.
Um die Waffe zu zerlegen, genügt es, auf den kleinen Riegel ν zu drücken und den
Deckel D zurückzuziehen, welcher dann die in Fig. 14 angegebene Stellung einnimmt;
ein neuer Druck auf den Haken ν hebt ihn aus dem Einschnitt und gestattet, den Deckel
ganz zurückzuziehen; sobald dies geschehen, hat man nur das bewegliche Verschlufsstück
und das Querstück T durch leichtes Zurseiteziehen zu entfernen, das Verschlufsstück durch
Abschrauben vom Querstück T zu trennen, worauf der Schlagbolzen P von selbst herausfällt;
in gleicherweise läfst sich der Patronenauswerfer, der Ring f, die Rinne i und die
Feder R2 wegnehmen, so dafs, wie ersichtlich,
zur Zerlegung der Waffe keinerlei Werkzeug nothwendig ist.
In der Feuerstellung, nimmt der Excenterring f eine Mittellage ein (Fig. 16) derart, dafs
der Theil f1 der Abzugstange sich im Eingriff
mit dem Ansätze p2 des Schlagbolzens befindet; letzterer wird dadurch während der Vorwärtsbewegung
des Verschlufsstückes (durch einen Druck auf das Querstück T) zurückgehalten,
d. h. gespannt.
Während dieser Bewegung wird eine Patrone in den Lauf eingeführt, und sobald das Gehäuse
A ganz geschlossen ist, begegnet der Theil f'2 der Abzugstange der schiefen Ebene c5
des Verschlufsstückes (Fig. 17), wodurch derselbe herabgedrückt und der Schlagbolzen P
freigegeben wird, der' dann heftig auf die Patrone schlägt und sie abschiefst.
Das Ausziehen und Auswerfen der Patronenhülse geschieht, wie dies früher beim Entladen
der Waffe beschrieben wurde. Die ausgeworfene Hülse wird sofort durch eine frische
Patrone ersetzt, die aus dem Magazin c unter der Wirkung der Feder i?2 emporsteigt.
In der sogenannten Sicherheitsstellung nimmt der Ring f die höchste Stellung (Fig. 15) ein,
so dafs sein Theil f2 in den Einschnitt c4 des
Verschlufsstückes C eintritt und letzeres vollständig unbeweglich macht; auch das Querstück
T kann nun in keiner Weise bewegt werden.
Das Laden der Waffe ist höchst einfach. Sobald das Deckblech 0 geöffnet ist, werden
die Patronen durch die Oeffhung O in das Magazin eingebracht; hierbei senkt sich die
Rinne e nach und nach tiefer und drückt die Feder R2 zusammen; die zweite eingebrachte
Patrone wird von den Federästen des Auswerfers, welche die höchste Stellung einnehmen,
festgehalten. Sobald man die Waffe nicht mehr gebraucht, ist es selbstverständlich, dafs
das Deckblech ο zurückgezogen wird, um die Oeffnung O zu bedecken und das Eindringen
von Staub, Schmutz etc. in die Waffe zu verhindern. Zu diesem Zwecke wird auch die
Einkerbung c4 derart angebracht, dafs das Verschlufsstück dicht geschlossen wird und kein
freier Raum zwischen dem Querstück T und dem Verschlufsgehäuse während des Transportes
verbleibt.
Claims (3)
1. Taschen-Mehrlader, dessen Handgriff aus
zwei geradlinig gegen einander verschiebbaren Theilen (A-TJ derartig zusammengesetzt
ist, dafs der eine (A) zur Aufnahme des Laufes, des Magazins und des Schlosses
dient, während der andere (T) mit dem Verschlufsstück (C) starr verbunden ist.
2. Eine Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten
Taschen-Mehrladers, bei welcher das Spannen und Auslösen des Schlosses dadurch erfolgt, dafs bei der Vorbewegung
des Verschlufsstückes ein federnder Abzugstollen (f2) den Schlagbolzen (PJ an dessen
Warze (p2) zunächst festhält, um ihn nach hergestelltem Verschlufs freizugeben, sobald
eine schiefe Fläche (c5) am Verschlufsstück den Stollen (f") nach unten drückt.
3. Eine Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten
Taschen-Mehrladers, bei welcher der Abzugstollen (f2) in eine solche Stellung
gebracht werden kann, dafs er in einen Ausschnitt (e^) des Verschlufsstückes
eintritt und letzteres in geöffneter Stellung feststellt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE73069C true DE73069C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT73069D Active DE73069C (de) | Taschen-Mehrlader mit einem aus zwei geradlinig gegen einander verschiebbaren Theilen bestehenden, das Schlofs bethätigenden Handgriff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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-
0
- DE DENDAT73069D patent/DE73069C/de active Active
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