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Achsenzähleinrichtung zur Feststellung besetzter oder freier in beiden
Richtungen - befahrener Gleisabschnitte von Eisenbahnanlagen Die Erfirndung ;bezieht
sich auf eine Achsen-oder Radzähleinrichtung zur Feststellung besetzter oder freier
in beiden- Richtungen befahrener Gleisabschnitte von Eisenbahnanlagen. Hierbei ruft
das Befahren von Schienenkontakten für das Ein- oder Auszählen an beiden Enden des
Gleisabschnittes die Betätigung einer Speichereinrichtung .hervor, um .den Zugang
oder Abgang zweier Achsen aus dem betreffenden Gleisabschnitt aufzuzeichnen, während
das gleichzeitige Befahren der Schienenkontakte für das Einzählen an dem einen Ende
und Auszählen an dem anderen Ende keinerlei wirksame Betätigung der Speichereinrichtung
zur Folge hat.
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Bei den bekannten Anordnungen .dieser Art hat das Ein- und Auszählen
an beiden Enden des Streckenabschnittes die Erregung entsprechender Motoren zur
Folge, durch die die Schaltmittel gemäß der Anzahl der im Schienenabschnitt eingefahrenen
oder aus diesem ausgefahrenen Räder angetrieben werden. Die durch Motoren angetriebenen
Vorrichtungen haben den Nachteil, däß sie nur in geringem Maße hohen Beanspruchungen
Stand halten .können. Um ein weit zuverlässigeres und sicheres, für lange Zeit von
jeder Überwachung freies Arbeiten, wie es insbesondere unter den bei Eisenbahnsignalanlagen
vorliegenden strengeren Bedingungen unerläßlich ist, für solche Einrichtungen zu
ermöglichen, schlägt die Erfindung einen anderen Weg ein und erreicht dies dadurch,
daß zwei mechanische Drehschrittschaltvorrichtungen, die je :durch elektromagnetisch
,betätigte hin und her gehende
Winkelhebelanker entsprechend dem
Zugang oder Abgang von Achsen an einem Ende des Schienenabschnittes gesteuert werden,
angeordnet sind und daB, die Speichereinrichtung durch die Drehschrittschaltvorrichtungen
in Drehung versetzt wird, um das Besetzt- oder Kichtbesetztsein des Gleisabschnittes
in jedem Zeitpunkt aufzuzeichnen, wobei die Speichereinrichtung durch die Drehschrittschaltvorrichtungen
für in den Gleisabschnitt einfahrende Achsen in der einen Richtung und für aus dem
Gleisabschnitt ausfahrende Achsen in der anderen Richtung fortgeschaltet wird.
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Die Erfindung soll an Hand mehrerer Ausführungsbeispiele und an Hand
der zugehörigen Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen Fig. i und 2 einen
Differentialgetriebezähler, Fig. 3 und ;I schematisch verschiedene Formen von Steigradzählern,
Fig. 5, 6 und 7 schematisch verschiedene Ausführungsformen von durch Winkelhebel
betätigten Zählern, Fig. 8 eine Seitenansicht des vollständigen Zählwerkes, das
nach den Grundsätzen der in Fig. 7 gezeigten Art arbeitet, Fig. 9 die Vorderansicht
des in Fig. 8 veranschaulichten Zählwerkes, Fig. Io -eine Draufsicht auf dieses
Zählwerk, Fig. i i eine Teilansicht im Schnitt von diesem Zählwerk längs der Linie
A-A, Fig. 8, und Fig. 12 die Stromkreise für das in den Fig. 8 .bis i i gezeigte
Zählwerk.
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Das in den Fig. i und 2 dargestellte Zählwerk soll in Verbindung mit
zwei Richtungsschienenkontakten und -zwei Sätzen von Richtungsanzeigerelais arbeiten.
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Eine Welle A-A wird stetig von einem außerhalb stehenden Motor in
Richtung des Pfeiles angetrieben. Ein Kegelräd B ist mit dem Rahmen fest verbunden.
Ein Planetenwagen C trägt eine Anzahl von Trieben D, die mit dem Kegelrad B und
mit einem Doppelkegelrad E, das sich in beiden Richtungen frei auf der Achse bewegen
kann, in Eingriff stehen. Zwischen dem Wagen C und der Welle A-A ist eine Reibungskupplung
vorgesehen. Der Umfang des Wagens C trägt Einkerbungen für eine Hemmung P, die in
Fig. 2 gezeigt ist und die normalerweise den Wagen C gegen Drehung sichert und die
Kupplung gleiten läßt. Die Planetenwagen F, H und i sind C ähnlich. Jeder wind von
der eigenen Hemmung und der eigenen Kupplung gesteuert. Die Doppelkegelräder G und
I sind ähnlich E. Ein einzelnes Kegelrad K -steht mit den Triebrädern von A in Eingriff
und trägt die letzte Kontaktvorrichtung, die ihrerseits zur Anzeige, .daß sich der
Zähler in der Ruhestellung befindet, benutzt wird. Die zu den Wagen C und F gehörenden
Hemmungen werden durch Magnete betätigt, die die Einzählungs- und Auszählungsstromstöße
des Schienenkontaktes an dem einen Ende des Streckenabschnittes aufnehmen. In ähnlicher
Weise werden die Wagen H und J durch die Einzählungs- und Auszählungsstromstöße
des Schienenkontaktes am anderen Ende des Streckenabschnittes zur Wirkung gebracht.
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Aus Zweckmäßigkeitsgründen wird in der folgenden Beschreibung die
Drehurig in derselben Richtung wie die Achse AA als rin Uhrzeigersinn bezeichnet.
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Es sei zunächst die Wirkung eines Einzählungsstromstoßes von dem ersten
Schienenkontakt betrachtet. Der Magnet 0 wird erregt, .der Wagen C kann sich einen
halben Schritt im Uhrzeigersinne drehen. Danach wird Q stromlos, und C vollführt
seinen Schritt. Da das Kegelrad B feststeht, ist das Doppelkegelrad E gezwungen,
sich im Uhrzeigersinne zu bewegen, und da der Wagen 1# ebenso festliegt, werden
sich die mit diesem verbundenen Triebräder zurückwälzen und das Doppelkegelrad G
einen Schritt im Gegenuhrzeigersinn antreiben. In ähnlich,-r Weise wird sich I im
Uhrzeigersinn und K im Gegenuhrzeigersinn bewegen. Die Bewegung von K im Gegenuhrzeigersinn
kennzeichnet die Einzählung, und der Winkel, um den es sich bewegt hat, gibt die
Zahl der eingezählten Achsen an.
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Der Auszählungsstromstoß von dem ersten Schienenkontakt bewirkt, daß
der Wagen F einen Schritt im Uhrzeigersinn fortbewegt wird. Das Doppelkegelrad G
bewegt sich im Uhrzeigersinn, I im Gegenuhrzeigersinn und K wieder im Uhrzeigersinn,
wobei auf diese Weise die dem Kegelrad K mitgeteilte Bewegung im Gegenuhrzeigersinn
durch den Einzählungsstromstoß wieder aufgehoben wird.
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In ähnlicher Weise ist zu erkennen, daß ein Einzählungsstromstoß von
dein zweiten Schienenkontakt die Wagen H und I im Uhrzeigersinne und
das Kegelrad K im Gegenührzeigersinne antreibt, während ein Auszählungsstromstoß
von diesem Schienenkontakt den Wagen J und das Kegelrad K im Uhrzeigersinne bewegt.
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ES ist offenbar, daß nach einer Anzahl von Einzählungsbewegungen das
Kegelrad K in seine Ruhelage zurückkehren wird, wenn es dieselbe Anzahl von Auszählungsstromstößen
aufnimmt, unabhängig davon, in welcher Reihenfolge diese Impulse oder wieviele Impulse
zu gleicher Zeit ankommen. Diese Ruhelage kann dazu verwendet werden, um
einen
Stromkreis zur Anzeigung des Freiseins des Streckenabschnittes zu schließen.
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Die in Fig.3 gezeigte Vorrichtung kann von einem Richtungsschienenkontakt
gesteuert werden, ohne irgendein Richtungsanzeigerelais.
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Für an jedem Ende .des .Streckenabschnittes angeordnete Zweirichtungsschienenkontakte
müßten zwei Vorrichtungen, eine je Schienenkontakt, vorgesehen werden und zusammenarbeiten,
sowohl untereinander als auch mit der Signalsteuervorrichtung mit Hilfe eines Differentialgetriebes.
Die Aufgabe des in Fig.3 gezeigten Geräteteiles ist es, bei jedem Einzählungsstromstoß
ein - Rad im Uhrzeigersinne und bei jedem Auszählungsstromstoß im Gegenuhrzeigersinne
in Drehung zu versetzen.
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Die Magneten X, Y werden von den Kontakten der Relais TRA und
TRB betätigt, die durch, die Richtungsschienenkontakte gesteuert werden, so daß
die volle Durchfahrt eines in den Streckenabschnitt einfahrenden Rades durch drei
aufeinanderfolgende Schaltzustände gekennzeichnet ist, nämlich die Erregung des
Magneten TRA allein, von TRA und TRB zusammen und von TRB allein.
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Auf der Achse A ist ein Steigrad N angebracht und so eingerichtet,
daß es sich im Uhrzeigersinn drehen kann. Es arbeitet mit der Sperrklinke P zusammen,
die an dem Winkelhebel CL, angebracht ist. Ein im Gegenuhrzeigersinn wirksames Steigrad
M arbeitet mit dem Sperrhaken 0, der auf dem Winkelhebel CL,, angebracht ist, zusammen.
Mit einem federnden Anschlag 0 steht ein Sternrad L in Verbindung.
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Es sei die Wirkung eines Einzählungsstromstoßes betrachtet. Das Schienenkontaktrelais
TRA steuert den Magneten X, der den Sperrhaken P fortschaltet. Dieser Sperrhaken
kommt nicht sofort mit seinem Steigrad in Eingriff, und für den Fall, daß das einfahrende
Rad wieder umkehrt, ohne den Schienenkontakt weiter betätigt zu haben, kehrt der
Sperrhaken P wieder -in seine Ruhelage zurück, ohne sein Steigrad N fortgeschaltet
zu haben. Erst die folgende Betätigung des Schienenkontaktrelais TRB steuert den
Magneten Z über den Kontakt x, und bringt so den Sperrhaken P mit seinem Steigrad
N in Eingriff. Die folgende Abschaltung von TRA läßt den Sperrhaken P unter dem
Zug einer Feder in seine Ruhelage zurückkehren, wobei .das Steigrad N einen Schritt
im Uhrzeigersinne angetrieben wird. Der Magnet Z bleibt über die Kontakte TRB und
x1. erregt, bis der Sperrhaken seinen Weg fast beendet hat.
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Die Betätigung des Kontaktes x2 verhindert die Erregung des Magneten
Y über. den gleichbezeichneten Kontakt des Relais TRB, bis TRA und der Magnet X
nach Vollendung eines Einzählungsschrittes stromlos sind. Sodann wird der Magnet
Y, da das Relais TRB noch immer erregt ist, den Sperrhaken 0 vorbewegen, womit eine
Umkehr des Rades vorbereitet wird,, bevor es schließlich den Schienenkontakt verläßt.
Bewegt sich das Rad vorwärts: von dem Schienenkontakt weg, so wird der Magnet Y
stromlos, und der Sperrhaken O kehrt in seine Ruhelage zurück ohne Fortschaltung
des Steigrades M. Bewegt sich andererseits das Rad rückwärts über den Schienenkontakt,
wobei .das Relais TRA wieder betätigt wird, dann wird der Magnet W über y, erregt,
der Sperrhaken 0 mit dem Auszählungssteigrad M in Eingriff gebracht und so der schon
aufgezeichnete Einzählungsschritt wieder aufgehoben, wenn der Magnet Y stromlos
wird.
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Der Anschlag 0 dient nur dazu, um das Rad während der Stromstoßpause
festzulegen. Im Falle einer abgehenden Bewegung werden das Relais TRB, -der Magnet
Y und der Sperrhaken 0 betätigt, und erst nach Beendigung der Bewegung wird sich
das Steigrad 111 einen Schritt im Gegenuhrzeigersinn weiterbewegen.
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Die in Fig. 4. gezeigte Wirkungsweise entspricht .der in Fig. 3 gezeigten
mit dem Unterschied, daß die Magnetenpaare X, Z und Y, W durch einzelne Magnete
X und Y ersetzt sind, von denen jeder zwei unabhängig voneinander drehbar gelagerte
Anker R, R, an die die Sperrhaken 0 und P befestigt sind, und zwei Anker S, S1 betätigt,
die die Sperrstücke Ui, U bewegen.
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Eine Einzählungsbe-,vegung hat die Nacheinandererregung der Magnete
X und Y zur Folge. Der Magnet X zieht seine Anker R, und S, an, bewegt
dabei den Sperrhaken P fort und führt das Sperrstück U zwischen ein festes Gleitstück
T und einen Vorsprung V am Sperrhaken 0 ein. Bei der folgenden Erregung des
Magneten Y wird der Anker ,S angezogen. Das Sperrstück Ui wird hierbei gegen die
äußere Oberfläche des Vorsprunges V, gedrückt und bringt so den Sperrhaken .P mit
seinem Steigrad N in Eingriff. Der Anker R kann nicht vom Magneten Y angezogen werden
und ist nicht in der Lage, den Sperrhaken 0 fortzubewegen, wegen des zwischen Z'
und T befindlichen Sperrstückes U.
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Die folgende Abschaltung des Magneten X läßt den Sperrhaken P unter
dem Zuge einer Feder zurückkehren, während er noch .durch die andauernde Erregung
des Magneten Y mit seinem Steigrad in Eingriff steht. Dadurch dreht sich :das Steigrad
N um einen Schritt im Uhrzeigersinne weiter. Durch den
Abfall des
Ankers S1 geht das Sperrstück U zwischen T und l' durch den Zug einer Feder
heraus, so daß der Magnet Y (noch immer erregt) jetzt seinen Anker .R anziehen und
den Sperrhaken O fortbewegen kann. Bewegt sich das Rad weiter über den Schienenkontakt
hinweg, so wird schließlich der Magnet Y stromlos, und der Sperrhaken-0 kehrt in
seine Ruhelage zurück ohne Fortschaltung seines Steigrades.
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Kehrt andererseits das Rad seine Bewegungsrichtung um und verläßt
rückwärts den Schienenkontakt, dann wird der Magnet wieder erregt, der Anker S,
und das Sperrstück U bringen den Sperrhalten O mit Hilfe des Vorsprunges L' in Eingriff
mit seinem Steigrad M, und die folgende Abschaltung von Y bewirkt, daß das Steigrad
M einen Schritt im Gegenuhrzeigersinn ausführt, wobei die vorher aufgezeichnete
Einzählungsbewegung wieder rückgängig gemacht wird.
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In Fig. 5 ist eine schematische Darstellung einer gekröpften Achse
mit vier unter einem rechten Winkel gegeneinanderstehenden Krümmungen gezeigt. Drei
von diesen stehen unter der Wirkung der Magnete TA, TAB
und TB, die
vierte unter der Wirkung einer Feder SP. Die Magnete TA, TB werden erregt, während
das Rad auf einem der Elemente eines Richtungsschienenkontaktes steht, der Magnet
TAB wird erregt, während beide Elemente des Schienenkontaktes niedergedrückt
sind.
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Bei Fahrt eines Rades über den Schienenkontakt wird zuerst der Magnet
TA erregt und über die Kurbel CR1 die gekröpfte Welle um 9o° im Uhrzeigersinne
gedreht. Darauf dreht der Magnet TAB die Welle um nochmals 9o° über die Kurbel
CR2 und schließlich der Magnet TB die Welle über,die Kurbel CR3 um weitere
9o°. Danach werden alle drei Magnete stromlos, und die Feder SP vollführt die Umdrehung
der gekröpften Welle im Uhrzeigersinne.
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Es ist zu erkennen, daß eine Auszählungsbewegung über einen Schienenkontakt
der Reihe nach die Magnete TB, TAB und T<4 zur Wirkung :bringt, wobei
die gekröpfte Welle eine Umdrehung im Gegenuhrzeigersinn ausführt. Bewegt sich ein
Rad über einen Schienenkontakt und kehrt dann wieder über den Schienenkontakt zurück,
so geht eine teilweise Umdrehung in der einen Richtung in Verbindung mit einer entsprechenden
L mkehrbewegung zu dem Zeitpunkt, in dem das Rad den Schienenkontakt verließ, vonstatten.
Jedes über den Schienenkontakt in den Streckenabschnitt eintretende Rad ruft eine
vollständige Umdrehung im Uhrzeigersinne hervor, und jedes den Streckenabschnitt
verlassende Rad hat eine Gegenuhrzeigersinnbewegung zur Folge. Die Umdrehungen der
gekröpften Welle werden aufgezeichnet, beispielsweise mit Hilfe eines Schneckentriebes,
eine andere gekröpfte- Welle wird hierbei dein Schienenkontakt am anderen Ende des
Streckenabschnittes zugeordnet. Die durch die gekröpften Wellen angetriebenen Schnekkenräder
werden mittels eines Differentialgetriebes miteinander in Eingriff gebracht, wobei
das Kronrad des Differentials immer eine bestimmte Lage im Raum behält, wenn die
Gesamtzahl der Einzählungs- und Auszählungsumdrehungenbeider gekröpften Wellen gleich
ist. Die durch dieses Kronrad betätigten Kontakte werden dazu benutzt, um den Streckenfreigabestromkreis
zu schließen.
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Die Fig.6 zeigt eine andere Anordnung, die nach genau demselben Grundsatz
wie die eben beschriebene gekröpfte Welle arbeitet.
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Anstelle der vier Wellenkröpfungen, von denen jede gemäß Fig. 5 nach
unten bewegt wird, sind nur noch zwei Kröpfungen vorgesehen, die hierbei in Form
von Scheiben BS1 und BS2 ausgebildet sind, die ihrerseits auf die Enden einer geraden
Achse aufgesetzt sind. Die Lager der Achse liegen zwischen diesen Scheiben,- und
die Achse trägt das erforderliche Schneckenrad, so daß die Gesamtzahl der Umdrehungen
der Welle, wie oben beschrieben, aufgezeichnet werden kann.
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Jede Scheibe ist mit einem Winkelstift CP1 bzw. CP2 ausgerüstet, die
um 9o° gegeneinander versetzt sind. Bei der Erregung des Magneten TA wird
der Schwinganker AR, nach links gezogen und dabei die Welle um go° im Uhrzegersinn
gedreht. Danach wird ,der Magnet TAB erregt, zieht seinen Anker
AR= nach links, und die Welle wird, da der Winkelstift CP. schon in seinem
unteren Totpunkt anbelangt ist, um weitere go° im Uhrzeigersinn gedreht. Darauf
wird der Magnet TB erregt, legt seinen Anker AR, nach rechts und, da der
Winkelstift CPl in seinem oberen Totpunkt steht, wird hiermit die Welle zum drittenmal
um go° weiterbewegt.
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Nach Abschaltung aller Magnete wird der Anker AR. durch die Feder
SP nach rechts umgelegt, und da der Winkelstift CP, schon in seinem oberen Totpunkt
angekommen ist. vollführt diese Bewegung die begonnene Umdrehung im Uhrzeigersinn.
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Eine der eben beschriebenen ähnliche Einrichtung benutzt eine Welle.
mit drei Kröpfungen, .die um i2o° gegeneinander versetzt sind, wie aus der Fig.
7 hervorgeht.
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In diesem Falle ist der Magnet TAB in Fortfall gekommen, so
daß während der Zeit, in der ein Rad beide Elemente des Schienenkontaktes überdeckt,
keine wirkliche Bewegung der gekröpften Welle erforderlich: ist.
Der
Magnet TB wirkt auf den Anker AR2 ein. Die Winkelstifte CP1, CP2 sind hierbei um
I2o° gegeneinander versetzt, und die Rückstellfeder SP wirkt .derart auf einen oder
beide dieser Winkelstifte ein, daß sie den Winkelstift in seine Ruhelage zurückzuziehen
trachtet. Die Erregung des Magneten TA treibt nun den Winkelstift CP1 um I2o° im
Uhrzeigersinne an, der Magnet TB dreht ihn um weitere I2o°, und die Rückstellfeder
SP bewegt ihn um die letzten I2o°, und die Umdrehung ist vollständig.
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Der Rahmen 58 in den Fig. 8 .bis i i trägt zwei parallele Wellen 14,
von denen jede zwischen ihren Lagern eine Schnecke i9 trägt. Jede Welle 14 weist
an beiden Enden außen -die Scheiben 15 auf, deren Winkelstifte 16 mit den geschlitzten
Enden Io der Winkelarme 9 in Eingriff stehen, die ihrerseits an einer Feder 49 befestigt
sind. Diese Federn sind verstellbar mit dein Rahmen verbunden. Die Winkelstifte
16 sind auf der. Welle um 12o° gegeneinander versetzt.
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Ein Winkelstift 16 jeder Welle, die abgestimmten Winkelstifte sind
hierbei an entgegengesetzten Enden der Welle 14 angeordnet, ist mit einer Feder
8 verbunden, deren eines Ende an einem auf den Winkelstift i6 aufgesetzten Glied
38 angebracht ist, während das andere Ende mit dein freien Ende einer flachen Feder
17 verbunden ist. Die Feder 17 weist Aussparungen auf; von denen eine mit einem
stiftförmigen Zapfen 37 auf einer Stütze 4? des Rahmens und eine andere mit einem
Stift auf dem Ende einer einstellbaren Halteschraube 22 in Eingriff stellt, die
in der Stütze 41 im Rahmen gelagert ist. DieseFederform setzt .die erforderliche
Federspannung herab.
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Jeder Winkelarm -trägt ein Kontaktstück 46, das von einer verstellbaren
Schraube 47 gehalten wird. Das Kontaktstück betätigt einen im Rahmen befestigten
Kontaktfeder-Satz. Jeder Winkelarm; bildet den Anker eines auf dem Rahmen befestigten
Elektromagneten i i. Die mit den Winkelarmen 9 der gleichen Welle 14 zusammenarbeitenden
Magnete sprechen jeweils auf die Kontaktschließungen an -den entgegengesetzten Enden
eines Richtungsschienenkontaktes an.
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Zur Verhinderung von Schwingungen der Welle 14 bei schneller Drehung
ist die flache Feder 40 (Fig. i i) nahe ihren Enden geschlitzt zum Zwecke des Ineingriffkommens
mit den Einstellstiften 37 auf .den Stützen 39, und sie hat Öffnungen an j edem
Ende zum Zwecke des Ineingriffkommens mit den Einstellstiften 22 der in .den Stützen
36 gelagerten Stellschrauben. Die flache Feder 4o geht unter den Wellen 14 hinweg
.und steht durch Reibung mit ihnen in Verbindung. Die Schnecken i9 der Welle 14
kämmen mit den Schneckenrädern, die einen Teil des Differentialgetriebes 18 darstellen,
dessen Kronrad bei, jeder Umdrehung jeder gekröpften Welle 1/5o des Umfanges weitergedreht
wird. Das Kronrad 53 hat 8o Zähne und treibt ein kleineres Triebrad 35 an, .das
22 Zähne hat. Infolge des Zahnverhältnisses der Räder 53 und 35 kommen ,die Räder
nur nach II Umdrehungen des Kronrades oder nach 550 Umdrehungen jeder gekröpften
Welle einmal in dieselbe Stellung zueinander. Die Vorrichtung kann aus .diesem Grunde
bis zu 55o Achsen zählen.
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Ein lose sitzender Stift 33 ist verschiebbar in einer Öffnung im Kronrad
53 nahe dessen Umfang angebracht und wird normalerweise durch eine Nickelsilberblattfeder
52, die an dem Kronrad angenietet ist, gehalten. In einer Stellung .des Kronrades
53 steht dieser Stift direkt einem Stift 26 eines Kontaktredersatzes 55 gegenüber.
Der Kontaktfedersatz 55 ist mit aufgesetztem Deckel dargestellt, da die Einzelheiten
des Federsatzes unwesentlich sind. Dias Triebrad 35 trägt einen Schaltarm 34, dessen
abgeschrägtes Ende mit dem Stift 33 in dem Kronrad Kontakt macht, wenn Stift und
Arm in der Verbindungslinie der Mittelpunkte beider Triebräder 53 und 35 stehen.
Sind die beiden Räder in dieser Stellung, so drückt der Arm 34 den Stift 33 nieder
und betätigt den Kontaktfedersatz 55.
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In der Fig. i2 sind zwei Richtungsschienenkontakte ET und
LT dargestellt. Jeder enthält zwei Sätze von Kontakten 1, 2, die von drehbar
gelagerten Armen und die durch über die Schienenkontakte fahrende Räder gesteuert
werden. Die Schienenkontakte ET
und LT sind an entgegengesetzten Enden
eines Streckenabschnittes derart angeordnet, daß ein in den Streckenabschnitt einfahrendes
Rad an jedem Ende den Arm i vor dem Arm 2 niederdrückt: Gewöhnlich werden die Relais
TRA bis TRD über vier Sätze von Kontakten der Schienenkontakte erregt und halten
die Betätigungsstromkreise der 4 Magnete RATA bis RMD offen.
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Die Magnete RMA und RMB sind die zwei Magnete i i der Fig. 8 bis io,
die d ie Winkelarme einer Welle 14 steuern, während die Magnete RCl1T und RMD die
Magnete i i sind, die die Winkelarme der anderen Welle 14 steuern. Ein Relais GRB
wird über die Arbeitskontakte tral bis trdl erregt. Die Kontakte NC sind
die Kontakte des Kontaktsatzes 55 in F.ig. io und sind in geöffneter Stellung gezeigt,
d. 1i. in der Stellung, in der sie sich befinden, wenn der Streckenabschnitt uribesetzt
ist und der Arm 34 (Fig. io) den Stift 33 niederdrückt. Hierbei ist nicht nur.
Relais
GR erregt, sondern auch das Relais GRA über gras, grb3 und das Relais LR über die
Kontakte NC, grb2, gra2, gr3, Für das Streckenanzeigegerät T,, das jede beliebige
Form haben kann, wird damit ein Stromkreis geschlossen über Batterie B, Arbeitskontakt
lr1, Ruhekontakt gr2, Arbeitskontakt grb1, Arbeitskontakt gra1 und den Ruhekontakt
des Schalters RK.
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Wenn ein Rad den Arm i des Schienenkontaktes niederdrückt, wird durch
das Relais TRA oder TRC das Freigaberelais GRB abgeschaltet, das seinerseits die
Relais GRA und LR abschaltet. Vorausgesetzt, daß TRA stromlos ist, wird der Magnet
R CIA erregt und zieht seinen Winkelarmanker an, wobei die entsprechende gekröpfte
Welle 14 in Fig. 9 um 1200 gedreht wird. Sind .die Schienenkontakte geöffnet, so
ist das entsprechende Relais stromlos und der Magnet RMB erregt. Das Wiederschließen
des Kontaktes i des Schienenkontaktes setzt das Relais TR A wieder unter Strom,
das seinen Magneten RMA abschaltet. Die Erregung des Magneten RMB durch die Abschaltung
des Relais TRB dreht die gekröpfte Welle um weitere 12o°. Wenn Kontakt 2 wieder
schließt, wird das Relais TRB wieder erregt, der Magnet RMB wird stromlos, und die
Feder vollführt die angefangene Umdrehung der gekröpften Welle.
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Durch die Umschaltung des Kontaktes NC
infolge der Bewegung
.der Triebräder 53, 35 nach der Betätigung durch einen Schienenkontakt wird ein
Stromkreis für das Relais GR geschlossen. Die Erregung des Relais GRA ist abhängig
von der Betätigung des Kontaktes gr1. Ist deshalb der Anzeigestromkreis einmal geöffnet,
so kann er nicht wieder geschlossen werden, solange das Zählwerk nicht in seiner
Ruhelage steht und alle Schienenkontaktrelais erregt sind. Wenn, nachdem sich das
Zählwerk aus seiner Ruhelage herausbewegt hat, es wieder in seine Ruhestellung zurückkehrt,
wird das Relais GR stromlos, aber Relais GRA bleibt erregt über seine Arbeitskontakte
gras und grb3. Die Abschaltung .des Relais GR durch den Kontakt NC schließt den
Ruhekontakt g r, so daß das Relais LR wieder erregt wird und der Streckenanzeigestromkreis
wieder geschlossen wird.
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Sollte das Zählwerk nach der Durchfahrt eines Zuges nicht in seine
Ruhestellung zurückkehren, so kann der Wärter, nachdem er sich davon überzeugt hat,
daß der Zug den Streckenabschnitt völlig verlassen hat, das Zählwerk wieder in seine
Ruhestellung durch Drücken des Schalters RK zurückstellen. Der Kontakt RK, öffnet
den Stromkreis des Streckenanzeigegerätes T, und schließt einen Parallelstromkreis
für eine Lampe LP, die indessen noch nicht aufleuchtet. Der Kontakt
RK> schließt einen Kreis von dem Ruhekontakt 1r2 über den Ruhekontakt hrb2
zur Erregung des Relais HRA. Die Kontakte hra3 und Tara, schließen Stromkreise für
das Relais HRB und den Magneten RMC. Der Kontakt lieb, schließt einen Stromkreis
für den Magneten RMD. Sodann werden die Relais HRA und HRB erregt und lassen in
rascher Folge die Stromstoßabgabemagnete RMC und RMD der Reihe nach stromlos werden,
so daß diese Magnete ihre gekröpfte Welle in der Einzählungsrichtung fortschalten,
bis die Ruhestellung für das Zählwerk erreicht ist, wenn Relais LR erregt wird und
den Erregerkreis bei Ir, öffnet. Die Lampe LP leuchtet jetzt auf und zeigt an, daß
das Zählwerk in der Ruhelage ist. Auf .die Freigabe des Schalters RK hin wird das
Streckenanzeigegerät T1 den unbesetzten Zustand des Streckenabschnittes zur Anzeige
bringen.
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An Stelle .der zwei Sätze von Schrittschaltwerken .der in den Fig.
3 bis 7 dargestellten, durch Differentialgetriebe miteinander verbundenen Art können
sie voneinander abhängige Kontaktvorrichtungen tragen, die derart angeordnet sind,
daß sie nur dann Kontakt geben, wenn beide Schrittschaltwerke in einer vorbestimmten
Stellung zueinander stehen. Die Kontaktvorichtungen stören hierbei .die gleichzeitigen
Bewegungen der Schrittschaltwerke in den gleichen oder entgegengesetzten Richtungen
nicht.