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Technisches Gebiet:
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Die
Erfindung betrifft das Gebiet der Kontrazeption (Empfängnisverhütung) beim
Mann wie auch die Behandlung von gutartiger Prostatavergrößerung und
anderen Leiden bzw. Zuständen,
die durch Androgen- oder Hormontherapie behandelt werden können, und
Verfahren und Vorrichtungen, die diese betreffen.
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Zugrundeliegender Stand
der Technik:
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Kontrazeption
ist unter allen Umständen
ein schwieriges Thema. Sie ist mit kulturellen und sozialen Stigmata,
religiösen
Implikationen und ganz gewiss signifikanten Gesundheitsbedenken
belastet. Diese Situation wird nur verschlimmert, wenn das Thema
sich auf die Kontrazeption beim Mann richtet.
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Trotz
der Verfügbarkeit
von geeigneten Kontrazeptionsvorrichtungen hat die Gesellschaft
historisch die Frauen als verantwortlich für Entscheidungen in Zusammenhang
mit Kontrazeption und deren Folgen angesehen. Obwohl Gesundheitsbedenken
bezüglich
sexuell übertragener
Krankheiten die Männer
bewusster hinsichtlich der Notwendigkeit, sichere und verantwortungsbewusste
Sexualgewohnheiten zu entwickeln, gemacht haben, tragen die Frauen
nach wie vor oftmals die Hauptlast der Wahl der Kontrazeption.
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Es
gibt viele plausible Erklärungen
für dieses
soziale Phänomen.
Eine Erklärung
resultiert aus den unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten, die Frauen und
Männern,
die vermeiden wollen, Eltern zu werden, zur Verfügung stehen. Frauen haben verschiedene
Wahlmöglichkeiten
ausgehend von temporären
mechanischen Vorrichtungen, wie Schwämmen und Diaphragmen, bis zu
temporären
chemischen Vorkehrungen, wie Spermiziden. Frauen stehen auch permanentere
Optionen, wie beispielsweise physikalische Vorrichtungen, wie IUPs
und Zervixkappen, wie auch permanentere chemische Behandlungen,
wie Antibabypillen und subkutane Implantate, zur Verfügung. Männer verfügten jedoch
bis heute nur über
ein hauptsächliches
und bequemes Kontrazeptionsmittel, nämlich Kondome. Eine Kondomverwendung
wird von vielen Männern
jedoch aufgrund der verringerten sexuellen Empfindlichkeit, der
Unterbrechung der sexuellen Spon tanität und der signifikanten Möglichkeit
einer Schwangerschaft, welche durch Zerreißen oder fehlerhafte Verwendung
verursacht wird, nicht favorisiert. Kondome können auch unbequem und unangenehm
sein genau zu dem Zeitpunkt, wenn Bequemlichkeit und Annehmlichkeit/Wohlgefühl an erster
Stelle stehen.
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Wenn
bequemere Methoden der Geburtenregelung den Männern zur Verfügung stünden, insbesondere über lange
Zeit hinweg wirkende Methoden, die keinerlei vorbereitende Aktivität unmittelbar
vor einem Geschlechtsakt erfordern, könnten solche Methoden die Wahrscheinlichkeit,
dass Männer
mehr Verantwortung für
die Kontrazeption übernehmen
würden,
signifikant erhöhen.
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Eines
der beliebteren Konzepte in Zusammenhang mit der Kontrazeption ist
das subkutane Implantat. Im Rahmen dieser Kontrazeptionsstrategie
wird eine implantierbare Vorrichtung unmittelbar unter der Haut platziert,
aus welcher kontrazeptiv wirkende Chemikalien in den Körper diffundieren
können.
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Für die subkutane
Abgabe von Arzneimitteln allgemein ist eine unübersehbare Anzahl von Vorrichtungen
vorgeschlagen worden. Viele dieser Vorrichtungen können für die subkutane
Abgabe von Kontrazeptiva verwendet werden. Tatsächlich sind verschiedene Vorrichtungen
für subkutane,
kontrazeptiv wirkende Systeme für
Frauen vorgeschlagen und verwendet worden, einschließlich der
NORPLANT®-
und NORPLANT II®-Systeme, über die
viel veröffentlicht
worden ist, die ein Silicon-Elastomer, wie beispielsweise SILASTIC®, ein
Siloxan enthaltendes Material, das von Dow Corning erhältlich ist,
für das
Implantat verwenden. Siehe U.S.-Patente
Nr. 4,957,119 und 5,088,505 wie auch Haukkamaa, Laurikka-Routti,
Heikinheimo, Moo-Young, "Contraception
With Subdermal Implants Releasing The Progestin ST-1435: A Dose-Finding
Study", CONTRACEPTION, "1992", 45, 1, S. 49–55; Odlind,
Lithell, Kurenmaki, Lahteenmaki, Toivonen, Luukkainen, Johansson, "ST-1435: Development
of an Implant", "1984"; Seiten 441–449, Coutinho,
Silva, Carreira, Sivin, "Long-Term
Contraception With A Single Implant Of The Progestin ST-1435*", Fertility and Sterility", "1981", 36, 6, Seiten 737–740; Lahteenmaki,
Weiner, Lahteen maki, Johansson, Luukainen, "Pituitary And Ovarian Function During
Contraception With One Subcutaneous Implant Releasing A Progestin,
ST-1435", CONTRACEPTION, "1982", 25, 3, S. 299–306; Robertson,
Diaz, Alvarez-Sanchez, Holma, Mishell, Countinho, Brache, Croxatto,
Faundes, Lacarra, Pavez, Roy, de Silva, Sivin, Stern, "The International
Committee for Contraception Research (ICCR) of the Population Council", CONTRACEPTION, "1985", 31, 4, Seiten 351–359; Diaz,
Pavez, Moo-Young, Bardin, Croxatto, "Clinical Trial With 3-Keto-Desogestrel
Subdermal Implants",
CONTRACEPTION, "1991", 44, 4, Seiten 393–408; Laurikka-Routti,
Haukkamaa, "A Contraceptive
Subdermal Implant Releasing The Progestin ST-1435: Ovarian Function,
Bleeding Patterns, And Side Effects", Fertility and Sterility, "1992", 58, 6, S. 1142–1147.
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Ein
anderes Beispiel für
die Verwendung von Implantaten für
eine Verabreichung von Arzneimitteln vom Hormon-Typ wird in US-A-4
451 253 offenbart. Gemäß dieser
Offenbarung kann bzw. können
ein oder mehrere subkutane Pellets für die Verabreichung von LHRH
und Östrogen-Progesteron
im Rahmen einer kontrazeptiven Behandlung für Frauen verwendet werden.
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Es
hat auch Vorschläge
für die
Konstruktion von subkutanen implantierbaren Kontrazeptiva für Männer gegeben.
Siehe Sundaram et al., "7
Alpha-Methyl-Nortestosterone(MENT). The Optimal Androgen For Male Contraception", Annals of Medicine,
(1993), 25, 199–205.
Jedoch sind, wie genau diese Vorschläge zeigen, die Herausforderungen,
die einer männlichen
Langzeit-Kontrazeption gegenüberstehen,
signifikant. Wie jene Veröffentlichung
warnt, kann man nicht einfach Verbindungen verabreichen, die die
Gonadotropin-Sekretion und die Spermaproduktion blockieren, da solche
Verbindungen im allgemeinen auch die Testosteronproduktion verringern
werden. Dementsprechend müssen
Androgene einen essentiellen Teil einer jeglichen kontrazeptiven
Gesamtstrategie bilden. Üblicherweise
wird eine Androgen-Supplementierung oder -Ergänzung durch die Anwendung einer
Testosteron-Verabreichung erzielt. Jedoch erfordert dies im allgemeinen
häufige
und hohe Dosen, die kostspielig und unbequem sind. Es könnten auch
Testosteronkonzentrations-Peaks resultieren, die eine Spermato genese
stimulieren könnten.
Siehe Annals of Medicine 25: 199–205, 1993.
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Sundaram
et al. untersuchten die Möglichkeit,
7α-Methyl-l9-nortestosteron (MENT)
und dessen Acetat-Derivat (MENT Ac) anstelle von Testosteron in
einem implantierbaren kontrazeptiven System abzugeben. Wie die Ergebnisse
jener Studie zeigten, kann MENT einen wirksamen Teil eines implantierbaren
Zwei-Komponenten-Systems
für die
Kontrazeption beim Mann bilden, wobei die andere Komponente ein
Implantat ist, das LHRH oder dessen Analoga freisetzen wird. Jedoch
ist das in der Veröffentlichung
von Sundaram et al. eingesetzte System eindeutig unpraktisch für eine Langzeitverwendung
beim Menschen. Beispielsweise wurden Experimente konzipiert, wo
ein LHRH-Agonist über
eine subkutan implantierte osmotische Pumpe abgegeben wurde. Die
Pumpe musste in monatlichen Zeitabständen ersetzt werden. Dies wäre für eine humane Kontrazeption
beim Mann unpraktisch. Darüber
hinaus konnten Silicon-Elastomer-Implantate, die bei kontrazeptiven
Implantaten für
Frauen, z.B. dem NORPLANT®-System, üblicherweise
verwendet werden, für
die Langzeit-Abgabe von MENT Ac nicht verwendet werden, da die Freisetzungsrate
des Steroids viel zu schnell war.
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Wenn
ein Implantat konzipiert werden könnte, welches eine konsistente
Langzeitabgabe von Androgen ermöglicht,
und wenn jenes Implantat mit einem geeigneten System für die Abgabe
von LHRH, dessen Analoga oder funktional verwandten Verbindungen
kombiniert werden könnte,
könnte
das resultierende System hochgradig erfolgreich sein, wenn nicht
sogar die Methode der Wahl unter Männern, die Entscheidungen hinsichtlich
Kontrazeption treffen. Solche Vorrichtungen könnten auch Indikationen für die Behandlung
von Hypogonadismus, Prostatavergrößerung und Muskelschwund haben.
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Gemäß der Erfindung
wird ein duales Implantatsystem bereitgestellt, welches nützlich ist,
um eine Langzeitkontrazeption beim Mann zu ermöglichen, wie auch bei der Behandlung
von anderen medizinischen Zuständen
bzw. Leiden nützlich
ist. Das System kann beispielsweise auch verwendet werden, um BPH
zu behandeln. Gemäß der Erfindung
wird ein implantierbares System zur Verfügung gestellt, welches ein
erstes Implantat, welches für
eine subkutane oder lokale Verabreichung eines Androgens bestimmt
ist, umfasst. In dem ersten Implantat wird ein Androgen in einer
Menge bereitgestellt, welche ausreichend ist, um die erforderliche tägliche Dosis
einer pharmazeutisch wirksamen Menge des Androgens über einen
Zeitraum von wenigstens sieben Tagen bereitzustellen, angeordnet
in einem Kern, welcher aus einem ersten Ethylen-Vinylacetat-Copolymer gebildet wird.
Der Kern wird von einer Membran bedeckt. Die Membran wird aus einem
zweiten Ethylen-Vinylacetat-Copolymer
gebildet. Ein zweites Implantat, welches für eine subkutane oder lokale
Verabreichung einer sterilisierenden Substanz bestimmt ist, wird
ebenfalls bereitgestellt. Das zweite Implantat enthält eine
sterilisierende Substanz in einer Menge, welche ausreichend ist,
um die erforderliche tägliche
Dosis einer pharmazeutisch wirksamen Menge der sterilisierenden
Substanz bereitzustellen. Das erste Implantat und das zweite Implantat
haben eine komplementäre
Größe und Gestalt
und sind so gestaltet, dass jedes eine pharmazeutisch komplementäre Menge
des Androgens bzw. der sterilisierenden Substanz freisetzt, so dass
eine Behandlung für
einen Patienten, welcher einer solchen bedarf, bereitgestellt wird.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
gemäß der Erfindung
ist das zweite verwendete Implantat eine biologisch verträgliche,
nicht biologisch abbaubare, in Wasser quellfähige, in Wasser unlösliche, hydrophile
Kartusche aus einem Copolymer AB mit ungefähr 25 bis ungefähr 70 Gew.-%
2-Hydroxyethylmethacrylat (Monomer A)-Einheiten und ungefähr 75 bis
ungefähr
30 Gew.-% Monomer B-Einheiten, und welches einen vorher festgelegten
Wert des Gleichgewichtswassergehalts (EWC) im Bereich von ungefähr 25 bis
ungefähr
75 Gew.-% aufweist. Es wird gleichfalls ein Abdichtungselement zum
Verschließen
eines offenen Endes der Kartusche, umfassend einen Pfropfen aus
biologisch verträglichem,
nicht biologisch abbaubarem, in Wasser quellfähigem, in Wasser unlöslichem,
hydrophilem Polymer mit einem EWC-Wert größer als jener der Kartusche,
bereitgestellt. Die sterilisierende Substanz befindet sich in einem
innerhalb der Kartusche angeordneten Reservoir.
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Die
Erfindung wird in Anspruch 1 beansprucht. Weitere Aspekte der Erfindung
werden in den Ansprüchen
2–20 beansprucht.
Gemäß der Erfindung
wird auch ein Kit bereitgestellt, der wenigstens ein erstes und wenigstens
ein zweite Implantat enthält,
welche speziell so gestaltet sind, dass sie in Verbindung mit einander verwendet
und subkutan in einen Patienten implantiert werden sollen.
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Kurze Beschreibung der
Figuren:
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1 ist
eine Querschnittsansicht des ersten Implantats der Erfindung.
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2 ist
ein Graph, welcher die in vitro-Freisetzungsrate von MENT Ac aus
50% MENT Ac-Silicon-Elastomer-Stäben,
welche mit Silicon-Elastomer-Schläuchen bedeckt sind, zeigt.
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3 ist
ein Graph, welcher das in vitro-Freisetzungsprofil von MENT UND
MENT Ac aus EVA-Implantaten zeigt.
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4 ist
eine Querschnittsansicht des zweiten Implantats der Erfindung.
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5 ist
ein Graph, welcher das in vitro-Freisetzungsprofil von MENT Ac aus
gemäß der Erfindung hergestellten
Implantaten über
180 Tage zeigt.
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6 ist
ein Graph, welcher Serumspiegel von MENT Ac (gemessen als MENT)
und von Testosteron ("T") zeigt.
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7 veranschaulicht
die in vivo-Freisetzungsrate von MENT Ac (gemessen als MENT) (Mikrogramm/Tag) über die
gezeigten Tagesbereiche, basierend auf der metabolischen Clearance-Rate
und den Serumspiegeln des Steroids.
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Beste Weise zum Ausführen der
Erfindung:
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Gestalter
von kontrazeptiven Implantaten für
Frauen verfügen über ein
beträchtliches
Ausmaß an
Flexibilität,
da die meisten kontrazeptiv wirkenden Mittel für Frauen erfolgreich durch
eine große
Vielzahl von Abgabevorrichtungen verabreicht werden können. Aus
jenem Grund antizipierten die Erfinder das gleiche Ausmaß von Gestaltungsflexibilität bei der
Herstellung von kontrazeptiven Implantaten für Männer. Jedoch stellten die Erfinder
unerwartet und überraschenderweise
fest, dass dies nicht der Fall war. Tatsächlich erwiesen sich subkutane
Implantate für
die Kontrazeption beim Mann als relativ unvorhersagbar. Wie in Sundaram
et al., "7 Alpha-Methyl-Nortestosterone(MENT):
The Optimal Androgen For Male Contraception", Annals of Medicine, (1993), 25, 199–205, die
bereits früher
diskutiert wurde, erläutert
wird, mussten traditionelle Silicon-Elastomer-Implantate, die bei
kontrazeptiven Systemen für
Frauen, wie NORPLANT®, verwendet werden, während Tests
jedoch bei der Verabreichung von MENT Ac in Zeitabständen von
drei Wochen aufgrund eines schnellen Androgenverlusts ersetzt werden.
Wie durch 2 zutreffend demonstriert wird,
sind Silicon-Elastomer-Abgabevehikel, die bei kontrazeptiv wirkenden
Implantaten für
Frauen vorherrschen, unwirksam und unpraktisch für die Androgen-Abgabe aufgrund
der schnellen Rate der Androgen-Freisetzung. Um die Sachlage weiter
zu verkomplizieren, haben die Erfinder auch Implantate aus Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren
unter Verwendung von MENT, wie hier beschrieben, hergestellt und,
obwohl diese Implantate funktionierten, war die Freisetzung des
Androgens beträchtlich
langsamer als bei der gleichen Vorrichtung bei Verwendung von Androgen
in dessen acylierter Form. Wie in 3 gezeigt,
wurde, wenn MENT und MENT Ac beide in identischen EVA-Implantaten
formuliert wurden, MENT mit einer Rate von weniger als 20 μg/Implantat/Tag
freigesetzt, während MENT
Ac mit einer Rate, die um wenigstens ungefähr 300 μg höher war, freigesetzt wurde.
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Es
wurde nachfolgend festgestellt, dass eine bestimmte Kombination
von Ethylen-Vinylacetat ("EVA")-Copolymer-Formulierungen
für die
Konstruktion von Implantat-Abgabevorrichtungen für Androgen vorteilhaft war,
während
andere Kombinationen dies nicht waren. Darüber hinaus wurde festgestellt,
dass eine bestimmte Kombination von MENT Ac und bestimmten EVA-Copolymer-Abgabevehikeln
eine besonders wirksame, über
lange Zeit erfolgende Freisetzung von Androgen ermöglichen
konnte, so dass diese als Teil einer Kontrazeptionsstrategie für den Mann
und/oder bei der Behandlung von bestimmten anderen medizinischen Zuständen oder
Leiden eingesetzt werden könnte.
Am meisten bevorzugt könnten
die Androgen freisetzenden Implantate der Erfindung so gestaltet
werden, dass die Androgen-Abgabe mit der Abgabe von anderen Mitteln koordiniert
wird, so dass ein wirksames implantierbares Langzeit-Kontrazeptionssystem
für den
Mann bereitgestellt wird.
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Der
Ausdruck "Androgen", wie er gemäß der Erfindung
verwendet wird, umfasst männliche
Geschlechtshormone. Die androgenen Hormone sind Steroide, die im
Körper
durch die Testes und die Nebennierenrinde produziert oder im Labor
synthetisiert werden. Diese umfassen Testosteron und dessen Ester,
wie das Buciclat, Cypionat, Propionat, Phenylpropionat, Cyclopentylpropionat,
Isocarporat, Enanthat und Decanoat. Synthetische Androgene, wie
MENT und dessen Ester, wie MENT Ac, werden von dem Ausdruck ebenfalls umfasst.
Das erste Implantat kann auch verwendet werden, um funktional verwandte
Verbindungen, wie Anabolika, abzugeben. Diese Mittel entfalten im
allgemeinen starke anabole Wirkkraft und relativ schwächere androgene
Aktivität.
Diese Verbindungen umfassen Methandriol, Oxymetholon, Methandienon,
Oxymesteron, Nondrolonphenylpropionat und Norethandrolon. Die Ester
von allen der obigen Verbindungen sind bevorzugt.
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Das
erste, Androgen freisetzende Implantat der Erfindung umfasst ein
Kernmaterial aus EVA-Copolymer mit einem solchen Molekulargewicht,
dass der Schmelzindex höher
als 10 Gramm/10 Minuten ist, und einen Vinylacetat-Gehalt von 20
Gew.-% oder mehr. Dieses Kernmaterial funktioniert als Matrix oder
Reservoir für
Androgen. Die Membran, die eine Schichtdicke von 50–250 μm aufweist
und den Kern umschließt,
besteht ebenfalls aus einem EVA-Copolymer.
Jedoch hat dieses zweite EVA-Copolymer ein solches Molekulargewicht, dass
der Schmelzindex geringer als 10 Gramm/10 Minuten ist, und einen
Vinylacetat-Gehalt von weniger als 20 Gew.-%. Das resultierende
Implantat ist vorzugsweise zylindrisch mit einem maximalen äußeren Durchmesser
von ungefähr
3,0 mm und einer maximalen Länge,
die ungefähr
5,0 cm beträgt.
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Das
Kernmaterial kann mit bis zu ungefähr 75 Gew.-% des Androgens
beladen werden, ohne dass die Nützlichkeit
des aus dem ers ten EVA-Copolymer hergestellten EVA-Kernmaterials
ernsthaft beeinträchtigt wird.
Ein Beladungsausmaß zwischen
ungefähr
50 und 65 Gew.-% ist bevorzugt.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das Kernmaterial oder erste EVA-Copolymer, das
im Rahmen der Erfindung verwendet wird, ein EVA-Copolymer mit einem
Schmelzindex über
10 Gramm/10 min und vorzugsweise zwischen 25 und 30 Gramm/10 min.
Der Vinylacetat-Gehalt ist höher
als 20 Gew.-% und liegt am meisten bevorzugt zwischen 25 Gew.-%
und 40 Gew.-%.
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Sehr
geeignete EVA-Polymere, die als Kernmaterial verwendet werden können, sind
beispielsweise Evatane® mit den Bezeichnungen
28–150,
28–399
und 28–400,
das von ICI geliefert wird, und 28.420, 28.25 und 33.25, die von
Atochem geliefert werden, und Elvax® mit
den Bezeichnungen 310, 250, 230, 220 und 210, das von DuPont de
Nemours geliefert wird. Es könnte
auch beispielsweise Polyethylen-co-vinylacetat, 25 Gew.-% Vinylacetat,
welches von Aldrich Chemical Co. Inc. geliefert wird, verwendet
werden.
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Das
Membranpolymer ist ebenfalls aus einem EVA-Polymer hergestellt.
Jedoch weist dieses zweite EVA-Copolymer ein höheres Molekulargewicht als
das erste EVA-Copolymer des Kerns auf. Der Schmelzindex dieses Membranmaterials
beträgt
weniger als 10 g/10 min und vorzugsweise weniger oder gleich 8 g/10
min. Mehr bevorzugt liegt der Schmelzindex unter ungefähr 5 9/10
min und beträgt
am meisten bevorzugt ungefähr 4
g/10 min. Der Vinylacetat-Gehalt
ist geringer als 20 Gew.-%. Das zweite EVA-Copolymer könnte beispielsweise
eine Zusammensetzung mit ungefähr
9–12%
VA-Polymer-Gehalt haben.
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Geeignete
EVA-Polymere, die als Membran verwendet werden können, sind beispielsweise Evatane® mit
den Bezeichnungen 501/502 (Schmelzindex 2, Vinylacetat-Gehalt 7,55%),
554/555 (4, 12,5%), 540 (10, 18%) und insbesondere 571 (8, 15%),
Elvax® mit
den Bezeichnungen 450, 460, 470, 550, 560, 650, 660, 670, 750, 760
und 770 und Evatane® 1080 VN 5 und insbesondere
1040 VN 4, die von Atochem geliefert werden. Die Freisetzungscharakteristiken
oder Freisetzungsrate des Androgens durch die Membran hindurch werden in
einem hohen Ausmaß durch
den Vinylacetat-Gehalt des zweiten EVA-Copolymers bestimmt.
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Die
erste subdermal implantierbare Androgen-Abgabevorrichtung gemäß der Erfindung
kann leicht entsprechend Standardtechniken hergestellt werden. Allgemein
wird, ist das Androgen einmal mit dem Matrixmaterial gemischt, um
eine im Wesentlichen gleichförmige
Dispersion zu erzielen, dieses dann zu der gewünschten Gestalt durch Formpressen,
Gießen,
Extrusion oder ein anderes geeignetes Verfahren weiterverarbeitet.
Die äußere Schicht
kann auf den zentralen Kern auf verschiedene Weisen, wie durch mechanisches Strecken,
Schwellen oder Eintauchen, aufgebracht werden. Siehe beispielsweise
die U.S.-Patente mit den Nr. 3,832,252, 3,854,480 und 4,957,119,
deren Texte hiermit durch Bezugnahme aufgenommen werden.
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In
einem bevorzugten Verfahren werden EVA-Pellets in einem Lösemittel,
wie beispielsweise Methylenchlorid, gelöst. Die resultierende Lösung wird
bewegt und das Androgen dazu hinzugesetzt. Das Lösemittel wird dann unter Vakuum
verdampft. Die erhaltene feste Dispersion wird in eine metallische
Spritze oder einen Extruder gefüllt
und erwärmt.
Dann wird das Material extrudiert. Der erhaltene Stab wird dann
in die gewünschte
Größe zerschnitten.
Die Abmessungen des Implantats werden auch, wenigstens teilweise,
basierend auf der Implantierungsmethode, der Länge der Nutzlebensdauer, dem
Androgenvolumen und dergleichen bestimmt. Als nächstes wird ein EVA-Schlauch
in Stücke
geschnitten, die geringfügig
länger
als die abgeschnitten Stücke
Stab sind. Die Schlauchstücke
lässt man
dann in Lösemittel
für eine
kurze Zeitspanne (in der Größenordnung
von Minuten) einweichen. Der Stab wird in das Lumen von einem der
Stücke
von eingeweichtem EVA-Schlauch eingeführt, wobei ungefähr 0,5 cm
von beiden Enden leer bleiben. Der Schlauch hat vorzugsweise einen
Außendurchmesser
von 2,39–2,55
mm und einen Innendurchmesser oder ein Lumen von 2,13–2,36 mm.
Der gefüllte
Schlauch wird dann getrocknet. Die beiden Schlauchenden werden durch
Füllen mit
geschmolzenem EVA versiegelt. Der versiegelte Schlauch wird dann
kurz erwärmt,
um die Abdichtung oder Versiegelung und die Haftung zwischen dem
inneren Stab und dem auf der Außenseite
be findlichen Schlauch und die an den Enden befindlichen Abdichtungen
oder Versiegelungen zu verstärken.
Dies wird auch das Verdampfen von jeglichen Spuren von Methylenchlorid
sicherstellen. Die beiden Enden des gefüllten Schlauchs werden zurechtgeschnitten,
wobei ungefähr
2,5 mm als Versiegelungsspitze belassen werden. Die Enden der Vorrichtung
können
auch auf verschiedene andere Weisen gemäß Techniken, die auf diesem
Fachgebiet anerkannt sind, versiegelt werden. Beispielsweise können die
einander überlagernden
Enden der äußeren Schicht
abgesengt, gecrimpt, zusammengedrückt oder beispielsweise mit
Radiofrequenz versiegelt werden. Die erhaltenen Implantate können in
geeigneter Weise unter Verwendung von beispielsweise Ethylenoxid
sterilisiert und verpackt werden. Das erste Implantat der Erfindung
kann auch mittels eines sogenannten coaxialen Extrusionsverfahrens
hergestellt werden.
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Das
erste Implantat wird vorzugsweise einen maximalen äußeren Durchmesser
von ungefähr
3 mm und mehr bevorzugt zwischen ungefähr 2,4 und ungefähr 2,7 mm
aufweisen. Die Länge
des Implantats wird vorzugsweise geringer als ungefähr 5 cm
sein und mehr bevorzugt zwischen ungefähr 4,4 und 4,6 cm liegen.
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1 veranschaulicht
eine Längsschnitt-Ansicht
eines partiell zusammengefügten
ersten Implantats 10, welches einen zentralen Kern 11,
welcher sich in einer axialen Richtung erstreckt und eine äußere Oberfläche 12 und
einander gegenüberliegende
Enden 13 und 14 aufweist, enthält. Der zentrale Kern 11 ist
eine Matrix einer pharmazeutisch wirksamen Menge von subdermal verabreichbarem
Androgen 15, welche im Wesentlichen gleichförmig in
einem ersten EVA-Copolymer-Grundmaterial 16 dispergiert
ist. Eine Membran 17 überlagert
den Kern 11. Die Membran 17 weist einander gegenüberliegende
Enden 18 und 19 auf, die sich axial über die
einander gegenüberliegenden
Enden 13 bzw. 14 des zentralen Kerns 11 hinaus
erstrecken, wodurch Hohlräume 20 bzw. 21 definiert
werden.
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Nach
vollständiger
Zusammenfügung
der Vorrichtung werden die Hohlräume 20 und 21 im
Wesentlichen mit Ethylen-Vinylacetat-Copolymer (EVA) mit einem Vinylacetat-Gehalt
von 25% gefüllt, wodurch
Abdichtungen 22 und 23 gebildet werden. Die in
den Hohlräumen 20 bzw. 21 angeordneten
Abdichtungen 22 und 23 wirken mit den diese überlagernden
Enden 18 bzw. 19 der Membran 17 zusammen,
um den zentralen Kern 11 vollständig einzukapseln. Die Abdichtung/Versiegelung
minimiert die Diffusion des Arzneimittels in der axialen Richtung,
d.h. von den Enden der Vorrichtung. Das Potential für eine unerwünschte axiale
Diffusion des Arzneimittels nimmt zu, wenn die Länge des Implantats abnimmt,
z.B. auf ungefähr
3,0 cm oder weniger. Die Versiegelungen 22 und 23 dienen
auch dazu, die Vorrichtung sicherer zusammenzuhalten, z.B. um die
strukturelle Unversehrtheit der Vorrichtung aufrechtzuerhalten und
die Infiltration des biologischen Gewebes in die ansonsten offenen
Enden der Vorrichtung zu verhindern.
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Das
erste Implantat der Erfindung sollte eine Androgenmenge enthalten,
die ausreichend ist, um die benötigte
tägliche
Dosis einer pharmazeutisch wirksamen Menge des Androgens über einen
Zeitraum von wenigstens sieben Tagen bereitzustellen. Das Implantat
sollte auch so gestaltet sein, dass ein Freisetzungsprofil des Androgens über eben
diesen Zeitraum, welches einem Freisetzungsprofil nullter Ordnung
so nah wie möglich
kommt, sichergestellt wird. Ein Freisetzungsprofil pseudo-nullter
Ordnung (welches hier einem anfänglichen
plötzlichen
Anstieg (Burst) folgt) wird in 6 veranschaulicht.
Eine "pharmazeutisch
wirksame Menge" Androgen
ist jene Menge, die ausreichend ist, um die sexuelle Funktion für einen
festgelegten Zeitraum, z.B. die Nutzlebensdauer des Implantats,
zu unterstützen
(bei Verwendung in Kombination mit dem Antifertilitäts-Implantat
für den
Mann, Impfstoff oder anderen Arzneimittel, welches zu einer Suppression
von Testosteron führt).
Das Gewichtsverhältnis
des polymeren Grundlagenmaterials zu dem androgenen Mittel in dem
zentralen Kern wird im allgemeinen von 1:1 bis 2,5:7,5 reichen.
Das erste Implantat der Erfindung sollte eine ausreichende Menge
des Androgens enthalten, um eine im Wesentlichen konstante Freisetzung
einer täglichen Dosis
zwischen ungefähr
100 und ungefähr
1000 Mikrogramm und mehr bevorzugt zwischen ungefähr 200 und
ungefähr
500 Mikrogramm Androgen über
die Nutzlebensdauer des Implantats zu gewährleisten.
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Obwohl
das erste Implantat in der Lage sein sollte, Androgen für einen
Zeitraum von wenigstens sieben (7) Tagen abzugeben, werden viel
längere
Zeiträume
in Betracht gezogen. Es ist bevorzugt, dass das erste Implantat
in der Lage ist, Androgen für
ungefähr
100 bis 180 Tage oder sogar noch länger zu liefern. Abhängig von
dem Androgen, der tatsächlichen
Zusammensetzung des ersten EVA-Copolymers
und der Größe des ersten
Inserts könnte
die Androgen-Verabreichung
bis zu einem Jahr, wenn nicht noch länger dauern. Im allgemeinen
wird der Kern ungefähr
10 mg bis ungefähr
145 mg des androgenen Mittels enthalten.
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Das
erste Implantat der Erfindung kann in verschiedenen Größen und
Gestalten hergestellt werden, um sich an solche Faktoren, wie die
spezielle Implantationsstelle und die gewünschte Freisetzungsrate des Arzneimittels,
anzupassen. In einer bevorzugten Ausführungsform, bei welcher das
Androgen MENT Ac ist, ist die Vorrichtung im Wesentlichen von zylindrischer
Gestalt mit einer bevorzugten Gesamtlänge von ungefähr 4,4 cm
bis ungefähr
4,6 cm und einem bevorzugten Gesamtdurchmesser von ungefähr 2,4 mm
bis 2,7 mm. In einem solchen Falle ist der zentrale Kern stabförmig und
weist eine bevorzugte Länge
von ungefähr
3,8 cm bis ungefähr
4,2 cm und einen bevorzugten Durchmesser von ungefähr 2 mm
bis ungefähr
2,4 mm auf. Dies wird ein Implantat mit einer Nutzlebensdauer von
wenigstens ungefähr
100 Tagen und vorzugsweise ungefähr
180 Tagen oder länger
für einen
normalen Mann erzeugen. Diese Abmessungen können abhängig von solchen Faktoren,
wie dem Ort der Implantierung, dem Patienten, dem zu behandelnden
Zustand oder Leiden, dem Androgen, der gewünschten Freisetzungsrate des
Androgens, der Anzahl von ersten Implantaten, die zu einem Zeitpunkt
verwendet werden sollen, und den anderen zuvor diskutierten Faktoren
modifiziert werden.
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Das
erste Implantat kann für
bestimmte Arten einer therapeutischen Verwendung allein verwendet werden.
Diese umfassen: Hypogonadismus, Kryptorchismus, männliches
Klimakterium, Impotenz und als Anabolikum. Jedoch wird unter einem
bevorzugten Aspekt der Erfindung das erste Implantat in Verbindung
mit einem zweiten Implantat, welches für die subkutane oder lokale
Verabreichung einer sterilisierenden Substanz bestimmt ist, verwendet.
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Gemäß der Erfindung
und insbesondere Beispiel 1 hergestellte erste Implantate wurden
subkutan in männliche
Cynomolgus-Affen in der Region ihres Abdomens implantiert. Wie in 6 gezeigt,
wurde den Affen an den entlang der x-Achse angegebenen Tagen Blut
abgenommen und die Serumhormonspiegel wurden in Nanogramm pro Milliliter
bestimmt. Die ersten verwendeten Implantate gaben MENT Ac ab. Jedoch
wird innerhalb des Körpers
MENT Ac zu MENT metabolisiert und es war die MENT-Konzentration
im Blut, die bestimmt wurde. Zu Vergleichszwecken wurden auch die
Blutspiegel von Testosteron ("T") gemessen. Basierend auf
diesen Blutspiegeln und der metabolischen Clearance-Rate ("MRC") von MENT Ac (187,6
1/Tag), die aus früheren
Experimenten erhalten worden war, wurde die in vivo-Freisetzungsrate
der MENT Ac-Implantate der Erfindung berechnet unter Verwendung
der folgenden Formel: RR = MRC × Css,
wobei "RR" der Freisetzungsrate
entspricht und "Css" der Serumkonzentration
im Steady-State-Zustand entspricht (Werte bestimmt aus 6).
Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 unten tabellarisch zusammengestellt
und werden graphisch in 7 veranschaulicht.
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Die
Daten zeigen, dass nach einem anfänglichen schnellen Anstieg
(Burst) an den ersten fünf
Tagen eine Freisetzungsrate von im allgemeinen nullter oder pseudo-nullter
Ordnung beobachtet wurde, zumindest bis Tag 150. Danach wurde gegen
Ende der Nutzlebensdauer des Implantats eine etwas verringerte Freisetzungsrate
beobachtet.
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Sterilisierende
Substanzen sind Arzneimittel, die Sperma abtöten, die Spermaproduktion unterbrechen,
die Spermaproduktion unterdrücken
oder Sperma unfähig
machen, ein Ei zu befruchten. Die Wirkungen dieser sterilisierenden
Substanzen sind im allgemeinen reversibel. D.h., sobald sie einmal
entfernt sind, kehren Spermaproduktion und/oder -lebensfähigkeit
zurück.
Eine bevorzugte Unterklasse von sterilisierenden Substanzen, die
gemäß der Erfindung
verwendet wird, sind LHRH (luteinisierendes Hormon freisetzendes
Hormon; LH-releasing Hormon)-Peptide sowie deren Analoga und funktional ähnliche
Verbindungen. Diese Verbindungen sind aktive Polypeptide, die auf
die Hypophysenvorderlappen-Drüse einwirken,
um die Freisetzung von Hormonen, die die Aktivität der Reproduktionsorgane beeinflussen,
zu bewirken. In der Natur vorkommendes LHRH-Peptid wird in der Hypothalamus-Region
des Gehirns produziert und kontrolliert den Fortpflanzungsszyklus
von Säugetieren,
indem es wirksam wird, um die Freisetzung von luteinisierendem Hormon
und von follikelstimulierendem Hormon zu bewirken, welches seinerseits
auf die Gonaden einwirkt, um die Synthese von Steroidhormonen zu
stimulieren und die Gametenreifung zu stimulieren. LHRH kann für Zustände einer Unterfunktion
der Gonaden und Impotenz und zur Stimulation der Spermatogenese
und der Androgenproduktion beim Mann eingesetzt werden. Hohe Dosen
von hochwirksamen und langwirkenden Analoga von LHRH haben die entgegengesetzte
Wirkung, d.h. die Spermatogenese beim Mann wird unterdrückt. Folglich
kann dieses Material als eine chemische sterilisierende Substanz
wirken. Siehe die U.S.-Patente mit den Nr. 4,234,571, 5,292,515
und 5,266,325. Es sind andere LHRH-Analoga bekannt, die bei niedrigeren
Dosisniveaus ebenso chemische sterilisierende Aktivität bei Männern bereitstellen.
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Gemäß der Erfindung
werden diese sterilisierenden Verbindungen durch ein zweites Implantat
verabreicht, das in seiner Struktur und Zusammensetzung verglichen
mit dem ersten, Androgen abgebenden Implantat signifikant unterschiedlich
ist. Eine Gruppe von Abgabeimplantaten, die als zweites Implantat
gemäß der Erfindung
nützlich
sind, ist ein Hydrogel-Implantat. Auf Hydrogelen basierende Abgabesysteme
für LHRH
und dessen Analoga sind bekannt und werden in den U.S.-Patenten
mit den Nr. 5,266,325 und 5,292,515, deren Texte und Zeichnungen
hiermit durch Bezugnahme aufgenommen werden, beschrieben.
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In
einer Ausführungsform
wird das zweite Implantat aus einem homogenen hydrophilen Copolymer
mit einem vorher festgelegten Wert des Gleichgewichtswassergehalts
oder "EWC"-Wert gebildet. Dieses
Material kann durch Additionspolymerisation einer Mischung, welche
ethylenisch ungesättigtes
hydrophiles Monomer A und ein ethylenisch ungesättigtes hydrophiles Monomer
B, welches damit copolymerisierbar ist, enthält, hergestellt werden. Das
Copolymer ist als eine Hydrogelmembran bei der Diffusion eines ausgewählten Wirkstoffs (sterilisierende
Substanz) durch diese hindurch in ein wässriges oder nicht-wässriges
Medium mit einer vorher festgelegten Rate nützlich.
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Das
zweite Implantat ist vorzugsweise ein gleichförmiger, homogener, in Wasser
unlöslicher,
in Wasser quellfähiger,
copolymerer, zylindrisch geformter Gegenstand mit einem konzentrischen
Kern mit einem vorher festgelegten Wert des Gleichgewichtswassergehalts.
Das Implantat wird durch Additionspolymerisation einer Mischung,
welche ethylenisch ungesättigtes
hydrophiles Monomer A und ethylenisch ungesättigtes hydrophiles Monomer
B, wel ches damit copolymerisierbar ist, enthält, hergestellt. Dies kann
eine implantierbare Vorrichtung bereitstellen, die für die anhaltende
Freisetzung eines Wirkstoffs aus dieser an einen Patienten nützlich ist.
Diese Ausführungsform
umfasst: a. Bilden einer polymerisierbaren flüssigen Mischung, welche Monomer
A und Monomer B in ausreichenden Mengen enthält, um ein homogenes Copolymer
AB mit einem vorher festgelegten Wert des Gleichgewichtswassergehalts
zu ergeben; b. Einfüllen
in das offene Ende einer Polymerisationsäule einer vorher festgelegten
Menge der polymerisierbaren flüssigen
Mischung; c. Rotieren der Polymerisationssäule um ihre Längsachse,
die im Wesentlichen parallel zum Boden gehalten wird, mit einer ausreichenden
Geschwindigkeit, um eine radial nach außen verlaufende Verdrängung der
polymerisierbaren flüssigen
Mischung zu bewirken, so dass diese eine vorher festgelegte hohle
zylindrische Flüssigkeitskonfiguration
innerhalb der Säule
annimmt; d. Halten der Polymerisationssäule unter Polymerisationsbedingungen, um
die polymerisierbare Mischung mit der vorher festgelegten Flüssigkeitskonfiguration
in eine vorher festgelegte feste hohle zylindrische Konfiguration
umzuwandeln; und e. Gewinnen eines zylindrisch geformten Copolymer-Gegenstands
mit dem vorher festgelegten Wert des Gleichgewichtswassergehalts,
und welcher des Weiteren durch einen zylindrischen Kern oder ein
zylindrisches Reservoir und glatte innere und äußere zylindrische Oberflächen von
im Wesentlichen gleichförmiger
Dicke zwischen den Oberflächen
gekennzeichnet ist. In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein homogenes
hydrophiles Copolymer von 2-Hydroxyethylmethacrylat ("HEMA") und Hydroxypropylmethacrylat
("HPMA") hergestellt und
verwendet.
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In
einer Ausführungsform
ist das zweite Implantat eine gleichförmige, zylindrisch geformte
Copolymer-Kartusche, welche durch einen vorher festgelegten EWC-Wert
gekennzeichnet ist, die mit einer substantiellen Gleichförmigkeit
der Dicke zwischen deren äußeren und
inneren zylindrischen Oberflächen
unter Verwendung eines porenbildenden Mittels, welches gleichförmig oder
homogen in der gesamten Kartusche verteilt ist, hergestellt wird.
Unter diesen Aspekt der Erfindung wird eine gleichförmige oder
homogene polymerisierbare Mischung von Monomer A, Monomer B und
eines porenbildenden Mittels unter Verwendung von ausreichenden
Mengen, um zu einem homogenen Copolymer mit dem angestrebten EWC-Wert zu gelangen,
hergestellt.
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Eine
andere Ausführungsform
des zweiten Implantats umfasst die Herstellung einer Abgabevorrichtung
für die
verzögerte/anhaltende
Freisetzung eines Wirkstoffs aus dieser, z.B. eines Arzneimittels,
welche umfasst: a. Einbringen von Wirkstoff und gegebenenfalls einem
pharmazeutisch annehmbaren Träger
in den Kern (das Reservoir) des vorerwähnten zylindrisch geformten
Copolymer-Körpers
in einer Menge, welche für eine
ausgedehnte, über
lange Zeit hinweg erfolgende Freisetzung des Wirkstoffs in eine
Abgabeumgebung ausreicht; b. des Weiteren Einbringen von polymerisierbarem
flüssigem
Material in den Kern in einer Menge, welche ausreicht, den Wirkstoff
zu bedecken oder um den Kern im Wesentlichen oder vollständig bis
zu der Spitze des zylindrischen Körpers zu füllen, wobei das polymerisierbare
flüssige
Material in dessen polymerisiertem Zustand einen Wert des Gleichgewichtswassergehalts
aufweist, der den Wert des Gleichgewichtswassergehalts des zylindrischen
Körpers übersteigt;
und c. Polymerisieren des polymerisierbaren Materials, um die Kernöffnung mit
einem Pfropfen (einer Schicht) aus in Wasser quellfähigem, in
Wasser unlöslichem
Polymer wirksam zu verschließen.
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Das
Implantat für
eine verzögerte/längere Zeit
andauernde Freisetzung umfasst eine hydrophile Copolymer-Kartusche
aus Xerogel oder Hydrogel (hier gemeinsam als Hydrogel bezeichnet).
Das Implantat umfasst auch ein hydrophiles Abdichtungsmittel, um
das offene Ende der Kartusche zu verschließen oder zu versiegeln, wodurch
ein eingeschlossener Kern definiert wird, eine sterilisierende Substanz
und gegebenenfalls einen pharmazeutisch annehmbaren Träger, die
in dem Kern in einer Menge, welche ausreicht, um über eine längere Zeitspanne
hinweg kontinuierlich freigesetzt zu werden, enthalten sind. Die
Kartusche ist gekennzeichnet durch Quellfähigkeit in Wasser, Unlöslichkeit
in Wasser, glatte äußere und
innere zylindrische Oberflächen ohne
Schrammen oder Kerben und einen vorher festgelegten EWC-Wert. Das
hydrophile Abdichtungsmittel weist Quellfähigkeit in Wasser, Unlöslichkeit
in Wasser und einen Wert des Gleichgewichtswassergehalts, der jenen
der Kartusche übersteigt,
auf.
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4 veranschaulicht
eine Form des zweiten Implantats 30 der Erfindung. Eine
Kartusche 31 ist mit einer ovalartigen Grundfläche 33 (nach
Zurechtschneiden und Polieren), beladen mit Arzneimittel, wie LHRH-Analoga 34,
in deren Kern, gezeigt. Die äußeren und
inneren zylindrischen Oberflächen
der Kartusche 30 sind glatt und ohne Schrammen oder Kerben.
Eine Teflon-Abdeckung 36 trennt Arzneimittel 34 von
dem hydrophilen Pfropfen 37, der in situ aus flüssigem Material
gebildet und zu einem festen hydrophilen Pfropfen 37 polymerisiert
wird. Der Gleichgewichtswassergehalt des Pfropfen 37 und
folglich dessen Quellfähigkeit
sind höher
als der EWC der Kartusche 31. Dementsprechend wird nach
einer Hydratisierung eine hermetische Abdichtung gebildet werden.
Die äußere Oberfläche 38 des
Pfropfen 37, einschließlich
eines Abschnitts der daran angrenzenden Kartuschenwand 39 ist
durch Zurechtschneiden und Polieren oval geformt worden.
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Die
Menge von LHRH oder von dessen Analoga wird von vielen Faktoren
abhängen.
Jedoch wird die Menge hauptsächlich
von der Freisetzungsrate und dem Freisetzungsausmaß, der Nutzlebensdauer
des Implantats, der körperlichen
Größe und den
Bedürfnissen
des Patienten, der Art der Behandlung, für welche die Implantate verschrieben
werden, und selbstverständlich
der Notwendigkeit, eine Verabreichung von Androgen aus dem zuvor
beschriebenen ersten Implantat ergänzend vorzunehmen, abhängen. Eine
Behandlung von Unfruchtbarkeit mit synthetischen LHRH-Peptiden erfordert
eine niedrige Arzneimittelkonzentration, während eine Verringerung der
Fertilität
und damit in Verbindung stehende Effekte eine hohe Dosis bezogen
auf die Aktivität
des in der Natur vorkommenden LHRH erfordern. Für eine Fertilitätskontrolle
durch LHRH-Agonisten wird
gewünscht,
das Arzneimittel mit einer solchen Rate freizusetzen, dass der Patient
zwischen 0,05 und ungefähr
100 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht
pro Tag, vorzugsweise zwischen 0,1 und 5,0 Mikrogramm pro Kilogramm
Körpergewicht
pro Tag erhält.
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Das
Ergebnis ist ein zweites Implantat für eine über längere Zeit andauernde Freisetzung
eines Wirkstoffs, wie dieser sterilisierenden Substanz, aus diesem,
welches eine biologisch verträgliche,
nicht biologisch abbaubare, in Wasser quellfähige, in Wasser unlösliche,
hydrophile Kartusche aus einem AB-Copolymer, ein Abdichtungselement
zum Verschließen
des offenen Endes der Kartusche, umfassend einen Pfropfen aus einem
biologisch verträglichen,
nicht biologisch abbaubaren, in Wasser quellfähigen, in Wasser unlöslichen,
hydrophilen Polymer mit einem Wert des Gleichgewichtswassergehalts,
welcher höher
als jener der Kartusche per se ist, umfasst. Die sterilisierende
Substanz ist entweder allein oder in Kombination mit anderen Trägern, Verdünnungsmitteln
oder Wirkstoffen in dem Reservoir der Kartusche enthalten in einer
Menge, welche ausreicht, um die vorher festgelegte, über längere Zeit
andauernde Freisetzung davon über
die Nutzlebensdauer des Implantats bereitzustellen. Am meisten bevorzugt
besteht das Copolymer AB aus ungefähr 25 bis 70 Gew.-% 2-Hydroxyethylmethacrylat
(Monomer A)-Einheiten und aus 75 bis 30 Gew.-% Monomer B-Einheiten. Die
B-Einheiten weisen einen vorher festgelegten EWC-Wert im Bereich
von 25 bis ungefähr
75 Gew.-% auf. Das Monomer B können
Hydroxypropylmethacrylat-Einheiten
sein.
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In
einer Ausführungsform
können
die beiden Implantate dem behandelnden Arzt in einem einzigen gebrauchsfertigen
Kit bereitgestellt werden. Der Kit würde zwei Implantate, eines
für die
Abgabe eines Androgens und eines für die Abgabe einer sterilisierenden
Substanz, umfassen. Vorzugsweise wird wenigstens eines der Implantate
bereits in eine Vorrichtung, welche in der Lage ist, das Implantat
direkt an den Patienten zu verabreichen, eingeführt sein. Beispielsweise könnte jedes
separat in eine Spritze oder ein Trokar für eine subkutane Verabreichung
eingelegt sein. Am meisten bevorzugt wird das zweite Implantat in
Kochsalzlösung
hydratisiert und in hypertoner Kochsalzlösung aufbewahrt werden.
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Der
Kit kann auch Gaze, Trokare, Skalpelle und dergleichen, allesamt
in einem sterilisierten Behälter, umfassen.
Das erste Implantat kann durch die Verwendung von Ethylenoxid sterilisiert werden.
Das zweite Implantat wird jedoch vorzugsweise durch Dampf sterilisiert.
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Selbstverständlich ist
die Erfindung nicht auf ein System, welches ein Hydrogel-Implantat,
wie hier beschrieben, für
das zweite Implantat verwendet, beschränkt.
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Die
in vitro-Diffusion von entweder Androgen aus dem ersten Implantat
oder die Diffusion der sterilisierenden Substanz aus dem zweiten
Implantat ist ein Kennzeichen für
die Diffusionseigenschaften der Implantate in vivo. Die in vitro-Diffusion
des Arzneimittels aus entweder dem ersten oder dem zweiten Implantat kann
beispielsweise durch die in Chien et al., J. Pharm. Sci. 63, 365
(1974) offenbarten Methoden oder durch die Methoden, die in dem
U.S.-Patent Nr. 3,710,795 beschrieben werden, bestimmt werden. Die
in vivo-Diffusion kann durch beispielsweise die in Sundaram et al., "7 Alpha-Methyl-Nortestosterone(MENT).
The Optimal Androgen For Male Contraception", Annals of Medicine, (1993), 25, 199–205, beschriebenen
Methoden gemessen werden.
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Die
Vorrichtungen der Erfindung können
in einen Patienten gemäß Standardprozeduren
implantiert werden. Mit dem Ausdruck "Patient" sind Säugetiere, z.B. Menschen, wertvolle
Haus-, Sport- oder Hoftiere, die Versuchstiere gemeint. Im Falle
dieser Implantate wird diese Prozedur beispielsweise vorteilhafterweise
mit einem Trokar ausgeführt
und die Vorrichtung wird vorzugsweise unter die Haut des Oberarms
des Patienten implantiert. Siehe Shoupe et al., Am. J. Obstet. Gynecol.,
160: 1286–92
(1989) und Tikkanen et al., J. Reprod. Med., 31: 898–905 (1986).
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BEISPIELE
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Die
Erfindung wird weiter durch Bezugnahme auf die folgenden detaillierten
Beispiele beschrieben. Diese Beispiele werden nur zu Veranschaulichungszwecken
aufgeführt
und sollen nicht einschränkend
sein, sofern nicht anders angegeben.
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Beispiel 1
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HERSTELLUNG EINES ERSTEN
EVA-IMPLANTATS (MENT Ac)
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A. Extrusion von Kernstäben, welche
60% (Gew./Gew.) MENT Ac enthalten.
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1
g EVA-Pellets, 25% VA-Gehalt (Aldrich Chemical Company Inc., GRAFTSMEN
IN CHEMISTRY MILWAUKEE WIS 53233 USA) ließ man in 12 ml Methylenchlorid
(Fisher Scientific) quellen. Die erhaltene Lösung wurde vor und nach der
Zugabe von 1,5 g MENT Ac gevortext. Methylenchlorid wurde unter
Vakuum (bei Raumtemperatur) 2 h verdampft. Die erhaltene feste Dispersion
wurde in eine metallische Spritze gefüllt und 5 min auf 110°C erwärmt und
dann durch die 0,1 Zoll-Düse
der metallischen Spritze extrudiert. Der erhaltene Stab wurde abgekühlt und
in 4 cm-Stücke
zerschnitten.
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B. Füllen der Stäbe in den EVA-Schlauch.
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EVA-Schlauch
(9% VA-Gehalt, ungefähr
2,55 mm Durchmesser) wurde in 5 cm-Stücke geschnitten. Der Schlauch
hat eine Wanddicke von ungefähr
0,14 mm bis ungefähr
0,17 mm. Die 5 cm-Stücke
wurden ungefähr
1 min in Methylenchlorid eingeweicht.
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Jeder
der 4 cm-Stäbe
wurde in das Lumen von einem der 5 cm-Stücke
des eingeweichten EVA-Schlauchs eingeführt, wobei ungefähr 0,5 cm
von beiden Seiten leer gelassen wurden. Der gefüllte Schlauch wurde über Nacht
bei Raumtemperatur liegen gelassen, um die Verdampfung des Methylenchlorids zu
ermöglichen.
Die beiden Schlauchenden wurden dann durch Füllen mit geschmolzenem EVA
(25% VA-Gehalt) versiegelt.
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Die
versiegelten Implantate wurden 5 bis 10 min auf 70°C erwärmt, um
die Versiegelung und die Haftung zwischen dem inneren Stab, dem äußeren Schlauch
und der Endversiegelungen zu verstärken. Dies wird auch das Verdampfen
von jeglichen Spuren Methylenchlorid sicherstellen.
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Die
beiden Enden des gefüllten
Schlauchs wurden zurechtgeschnitten, wobei ungefähr 2,5 mm als Versiegelungsspitzen
belassen wurden.
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Die
erhaltenen Implantate konnten in geeigneter Weise sterilisiert und
verpackt werden.
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C. Extrusion in eine Messingform
mit Lumen des benötigten
Durchmessers.
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Die
gleiche Vorgehensweise wie oben mit der Ausnahme, dass die Extrusion
aus der erwärmten
metallischen Spritze in eine Messingform mit Lumen mit dem geeigneten
Durchmesser, beispielsweise 2,38 mm, erfolgte. Die Form wurde vorgewärmt, um
den Füllprozess
zu erleichtern. Diese Vorgehensweise könnte vorteilhaft sein, um die
Gleichförmigkeit
des Durchmessers der erhaltenen Kernstäbe sicherzustellen.
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Das
Einschließen
des Kernstabs durch EVA-Schläuche
wird zuvor in B beschrieben.
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Beispiel 2
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IN VITRO-FREISETZUNGSPROFILE
VON EVA-MENT Ac-IMPLANTATEN
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Wie
in 3 veranschaulicht, erzielten die erfindungsgemäßen implantierbaren
Vorrichtungen eine Freisetzung von MENT Ac von im Wesentlichen nullter
Ordnung. Dementsprechend können
verlässliche,
lange Zeit andauernde therapeutische Vorteile, wie das Aufrechterhalten
von sekundärer
sexueller Funktion in Verbindung mit Kontrazeptionsimplantaten für den Mann,
erhalten werden.
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Messung der
in vitro-Diffusion von MENT Ac-Implantaten
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Jedes
der oben hergestellten Implantate unter Verwendung von "Medical Adhesive" auf den Boden von
jeweils einem individuellen Glasfläschchen (ungefähr 25 ml
Fassungsvermögen)
kleben. Quantitativ 20 ml 1:750 ZEPHIRAN®-Lösung, welche
Winthrope Labs, einer Abteilung von Sterling zur Verfügung steht
(Benzalkoniumchlorid-Lösung, die
in Form einer 17%-igen wässrigen
Lösung
geliefert wird), in jedes der Fläschchen abmessen.
Die Kappe auf das Fläschchen
schrauben und dieses in einer horizontalen Position in das geeignete
Gestell im Wasserbad setzen. Die Temperatur auf 37±1°C und die
Schüttelgeschwindigkeit
auf 100±2 Ausschwenkungen
pro Minute einstellen. Lösungen
täglich
wechseln und weiter inkubieren. Proben täglich unter Verwendung eines
UV-Spektrophotometers bei der geeigneten Wellenlänge (243 nm) dem Assay unterziehen.
ZEPHIRAN®-Lösung wird
als Referenzstandard verwendet.
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5 veranschaulicht
das in vitro-Freisetzungsprofil von MENT Ac-Implantaten, die gemäß Beispiel 1
hergestellt und, wie in diesem Beispiel beschrieben, getestet worden
sind. Das Freisetzungsprofil kann als irgendwo zwischen einer Freisetzung
erster Ordnung und einer Freisetzungsrate pseudo- oder nahezu nullter Ordnung
charakterisiert werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass annehmbare
pharmakologische Spiegel von MENT Ac während der gesamten Nutzlebensdauer
des Implantats von 180 freigesetzt wurden.
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Beispiel 3
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MENT Ac-SILASTIC-IMPLANTAT
(VERGLEICH)
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A. Herstellung eines SILASTIC-Kerns,
welcher MENT Ac enthält.
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Es
wurden gleiche Teile von mikronisiertem MENT Ac und Polydimethylsiloxan-Grundmaterial
(SILASTIC®),
MDX4-4092, erhältlich
von Dow-Corning, abgewogen und sorgfältig gemischt, um Gleichförmigkeit
der Arzneimittelverteilung sicherzustellen. Dann wurde Katalysator
M (Zinn(II)-octoat) in Anteilen von ungefähr 0,4 g/8 g der Arzneimittel-Polymer-Mischung
zugesetzt. Die Mischung wurde erneut schnell, aber sorgfältig gemischt.
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Die
mit Katalysator versetzte Arzneimittel-Polymer-Mischung wurde dann
in eine Spritze aus rostfreiem Stahl transferiert und schnell in
mehrteilige Transferformen mit Hohlräumen von 2,1–2,2 mm
und 12 cm Länge
eingespritzt. Eine Testprobe der Mischung wird beiseite gestellt,
um verwendet zu werden, um abzuschätzen, wann das Material ausreichend
gehärtet
ist. Nachdem die Testprobe der Mischung gehärtet war, wurden die Formen
geöffnet
und die Kernstäbe
entfernt. Die Stäbe
werden dann in die gewünschten
Längen geschnitten:
Für 4 cm-Stäbe 4,0±0,2 cm;
für 3 cm-Stäbe 3,0±0,2 cm.
Die Stäbe
werden dann vorzugsweise gewogen.
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B. Überziehen der SILASTIC-Kerne,
um ein Implantat herzustellen.
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SILASTIC®-Schlauch
(MDF0373), 0,080'' × 0,096'' (Innendurchmesser × Außendurchmesser)
wird in n-Hexan gequollen und über
50% (Gew./Gew.) MENT-Ac-Kernstäbe,
die in Teil A von Beispiel 3 hergestellt worden waren, geschoben.
Der SILASTIC®-Schlauch
er streckte sich über
jedes Ende des Stabs um ungefähr 0,5
cm hinaus.
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Man
ließ das
Hexan verdampfen und den SILASTIC®-Schlauch
eng um den Kernstab herum schrumpfen. Die überhängenden Enden des SILASTIC®-Schlauchs
wurden dann mit "Medical
Grade Adhesive, Silicon Type A",
erhältlich
von Dow-Corning, gefüllt
und man ließ diesen
härten.
Nach dem Härten
wurden die Enden des Implantats zurechtgeschnitten, so dass nur
ungefähr
2 mm des gehärteten
Klebstoffs an jedem Ende des Implantats verblieben. Die Implantate
wurden dann in eine "Dual-Peel
Self-Sealing Sterilization Pouch" gelegt und
mit Ethylenoxid sterilisiert.
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Beispiel 4
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IN VITRO-FREISETZUNGSRATENABSCHÄTZUNG VON
MENT Ac AUS SILASTIC®-IMPLANTATEN
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Ein
einzelnes gemäß Beispiel
3 hergestelltes SILASTIC®-Implantat wurde in ein
Glasfläschchen
mit 20 ml Fassungsvermögen
mit Schraubverschluss gegeben. 20 ml eines Inkubationsmediums, bestehend
aus wässriger
1:750-Lösung
von ZEPHIRAN® (Benzalkoniumchlorid),
wurden hinzugesetzt und das Fläschchen wurde
mit dem Verschluss verschlossen. Das Fläschchen und der Inhalt wurden
in ein bei 37°C
gehaltenes Schüttelwasserbad
gesetzt und mit einer Rate von 100 Ausschwenkungen/min (1 Ausschwenkung
= 1 Zoll) geschüttelt.
Das Inkubationsmedium wurde täglich
gewechselt. Die Assayprobe für
den MENT Ac-Gehalt wurde durch UV-Absorptionsspektrophotometrie
bei 243 nm unter Verwendung einer wässrigen 1:750-Lösung von ZEPHIRAN® in
der Referenzzelle gemessen. Standards von MENT Ac in ZEPHIRAN® wurden
für einen
Vergleich hergestellt und ebenfalls bei 243 nm gemessen. Dann wurde
eine Standardkurve konstruiert und die Menge von MENT Ac in der
Probe bestimmt. Die Freisetzungsrate wird als μg MENT Ac/cm/Tag ausgedrückt und
gegen die Anzahl von Tagen Inkubation aufgetragen, wodurch ein in
vitro-Freisetzungsratenprofil erhalten wird.
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Das
in vitro-Freisetzungsratenprofil ist in 2 gezeigt.
Die Freisetzungsrate von MENT Ac ist extrem hoch und es wird kein
Freisetzungsratenprofil des Steroids von nahezu nullter Ordnung erzielt.
Die effektive Nutzlebensdauer des Implantats beträgt weniger
als 50 Tage.
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Industrielle Anwendbarkeit:
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Die
Erfindung ist auf den Gebieten der Medizin, Pharmakologie und Kontrazeption
anwendbar, da sie neue und nützliche
Vorrichtungen für
die Verabreichung von Medikationen an Patienten, die solchen bedürfen, bereitstellt.