DE669128C - Verfahren zum Haerten von Kunstdaermen - Google Patents

Verfahren zum Haerten von Kunstdaermen

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DE669128C
DE669128C DEN38724D DEN0038724D DE669128C DE 669128 C DE669128 C DE 669128C DE N38724 D DEN38724 D DE N38724D DE N0038724 D DEN0038724 D DE N0038724D DE 669128 C DE669128 C DE 669128C
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DE
Germany
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hardening
artificial
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intestines
distillates
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Expired
Application number
DEN38724D
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English (en)
Inventor
Oskar Walter Becker
Dr Emil Weiss
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Naturin Werk Becker and Co
Original Assignee
Naturin Werk Becker and Co
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Publication date
Application filed by Naturin Werk Becker and Co filed Critical Naturin Werk Becker and Co
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A22BUTCHERING; MEAT TREATMENT; PROCESSING POULTRY OR FISH
    • A22CPROCESSING MEAT, POULTRY, OR FISH
    • A22C13/00Sausage casings
    • A22C13/0013Chemical composition of synthetic sausage casings
    • A22C13/0016Chemical composition of synthetic sausage casings based on proteins, e.g. collagen

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Materials For Medical Uses (AREA)

Description

  • Verfahren zum Härten von Kunstdärmen Es wurde bereits vorgeschlagen, Kunstdiirnie aus tierischem Fasermaterial, z. B. Haut oder Sehnen, dadurch herzustellen, daß die .faut durch Einwirkung quellend wirkender Chemikalien und durch mechanische Zerf<<serung in eine plastische, aus gequollenen Fasern bestehende Masse übergeführt und diese durch Pressen durch Ringdüsen in Scliläueliforni gebracht wird. An Stelle des clieinisclien Aufschlusses kann auch ein Wärmeaufschluß oder eine biologische Auflockerung treten, die durch eine mechanische 7erteilung ergänzt wird. Die erhaltenen Kunstdärme werden dann durch Behandlung mit warmer Luft getrocknet und in geeigneter \Veise, z. B. mit Räucherflüssigkeiten oder hormaldehydlösungen, wasserfest gemacht bzw. gehärtet.
  • Bei Durchführung dieses Verfahrens bereitete das Wasserfestmachen derKunstdärme erhebliche Schwierigkeiten. Die Härtung mit Formaldehydlösungen führt oft zu ungenügend widerstandsfähigen Wursthüllen, die die übliche Kochprobe (Widerstandsfähigkeit gegenüber einem inneren Überdruck von 0,15 Atm. bei, 90' 30 Minuten lang) nicht aushalten. Außerdem bleibt bei dieser Härtung ein großer Teil des Formaldehyds an dem Kunstdarm haften, wodurch eine Nachhärtung und Schädigung des Darmes bewirkt wird. Andererseits fallen die mit Destillaten cellulosehaltigcr Produkte, @@dc Holz u. dgl., geliä rteten Kunstdärme sehr ungleichmäßig aus. In manchen hällen tritt eine Überhärtung der Kunstdärme ein, die sich in einer erhöhten Sprödigkeit und Brüchigkeit äußert. In anderen Fällen erhält nian umerhärtete Därme, die zu wenig wasserfest sind. In beiden Fällen versagen die Kunstdärme bei Durchführung der Kochprobe.
  • Eingehende Untersuchungen haben nun ergeben, daß die erreichte Wasser- bzw. Kochfestigkeit wesentlich von der Zusammensetzung der Härtungsflüssigkeit abhängt. Es wurde festgestellt, daß die härtenden Eigenschaften der Destillate celluloselialtiger Stoffe, nicht wir auf ihren Gehalt an Formaldehyd, sondern außerdem auf 'ihren Gehalt an anderen jodverbrauelienden Stoffen zurückzuführen sind. Während der Gehalt an FormalKlehyd durch direkte Bestimmung festgestellt werden kann, kommt der Gehalt an anderen härtenden Bestandteilen in der Jodzahl zum Ausdruck. Unter Jodzahl wird in üblicher Weise diejenige Menge Jod in Gramm ausgedrückt verstanden, die von roogFlüssigkeit unter den Bedingungen der jodmetrischen Formaldehydbestimmungnach R om i j n (U 11-mann, Enzyklopädie der technischen Chemie, 2. Aufl., Bd. 5, S. 42q., i928) verbraucht wird. Der Erfolg der Härtung hängt auch- wesentlich von der Wasserstoffionenkonzentration der Härtungsflüssigkeit ab.
  • Es wurde gefunden, daß man gleichmäßige und weder über- noch unterhärtete Kunstdärme dadurch erhalten kann, daß man die Kunstdärme mit Härtungsflüssigkeiten, vorzugsweise Destillaten von cellulosehaltigen Stoffen, behandelt, die auf einen Formaldehydgehalt von o,o25 bis o,2°jo, vorzugsweise o, i bis o, i 5 °/a, auf eine Jodzahl von 3,5 bis 8,5, vorzugslveise 5,9, und auf einen pli- Wert von 2,5 bis 3,o eingestellt wurden.
  • Es wurde ferner festgestellt, daß in der Zusammensetzung der Cellulosederivate gewisse Ausgleiche vorgenommen werden können. So können zu niedrige Jodzahlen der Destillate durch Erhöhung -des Forinaldehydgehaltes ausgeglichen werden.
  • Die neben Formaldehyd vorkommenden jodverbrauchenden Substanzen der Holzdestillate lassen sich ersetzen durch an sich bekannte Körper, wie Coniferylalkohol, Eugenol, Acetaldehyd, Brenzcatechin, Pyrogallol, Chinon und andere. Auch diese Stoffe sind aber nur dann hinreichend wirksam, wenn sie in ganz bestimmter Kombination mit Formaldehyd undAineisensäureoderEssigsäureund bei ganz bcstimmtern pll angewendet werden. so daß Mischungen entstehen, die in bezug auf Forinaldehydgehalt, Jodzahl und p11-Wert ('teil gegebenen Regeln genügen.
  • Gemäß der Erfindung verfährt man derart, daß der aus der Ringdüse austretende Kunstdarm zunächst getrocknet wird. Dies kann dadurch geschehen; daß der Darm als eildloses Band durch Trockenkanäle geführt wird, in denen er der 1-Einwirkung von warmer Luft ausgesetzt wird. Vorzugsweise wird aus dem Düsenkopf in das Innere des sich bildenden ])armes Luft eingeblasen und der Kunstdarm in diesem aufgeblasenen Zustand getrocknet. Die Härtung erfolgt ebenfalls in diesem aufgeblasenen, endlosen Zustand.
  • Zur Herstellung der Härtungsflüssigkeit werdeli ceilulosellaltige Stoffe, insbesondere Holz und Holzabfallprodukte, z. B. Sägespäne oder Sägemehl, einer Schwelung unterworfen. Das hierbei entstehende Robdestillat, das im allgemeinen höher oxydiert ist als das Destillat der Holzverkohlung, enthält bis. zu o,5°% Formaldehyd und hat eine Jodzahl von etwa 42,5. Das Rohdestillat wird gegebenenfalls nach einer Destillation durch Wasserzusatz auf einen Förmaldehydgehalt von z. B. 0,120/, eingestellt, wobei auch die Jodzahl abnimmt. Beträgt die Jodzahl des verdünnten Destillates weniger als 3,5, so wird das verdünnte Destillat mit so viel Rohdestillat versetzt, bis die Jodzahl von 3,5 überschritten wird. Hierbei kann ein höherer. Formaldehydgehalt in Kauf genommen werden. Oder es kann ein Holzdestillat zugesetzt werden, dessen Jodzahl im Verhältnis zum Formaldehydgehalt sehr hoch ist, z. B. 85 : i. Hieraüf wird die Lösung auf einen pn-Wert zwischen 2,5 und 3,o durch Zusatz von Ameisensäure oder Essigsäure, sofern es zu alkalisch, und durch Zusatz von Ammoniak, sofern es zu sauer ist, eingestellt.
  • Der Kunstdarm wird in aufgeblasenem, endlosem Zustand mit dieser Härtungsflüssigkeit bestrichen oder bespritzt, wobei diese durch Quellung aufgenommen wird. Zweckmäßigerweise wird die Behandlung mit Härtungsflüssigkeiten wiederholt und zwischen den einzelnen Behandlungen der Darm getrocknet. Nach Abschluß der Härtung wird der Kunstdarm wieder getrocknet, wobei der überwiegende Teil der härtenden Substanzen im Darm zurückbleibt und einige Tage zur Einwirkung belassen wird. Die notwendige Einwirkungsdauer ist abhängig von der Stärke des Destillates in bezug auf Jodzahl und Formaldehydgehalt und beträgt 2 bis 3o Tage. Nach dieser Einwirkung wird der Darm einer Spülung mit Wasser mit einem 1),1-Wert von ungefähr 8 unterworfen, wobei er sich erst trübt und dann glasig wird. Hierbei wird der überschüssie Teil der härtenden Substanzen weggespült.' Dann werden die Därme endgültig getrocknet.
  • Beim Arbeiten mit solchen Destillaten erhält man gleichmäßige Produkte, die in bezug auf Widerstandsfähigkeit und Wasserfestigkeit allen an Kunstdärme gestellten Anforderungen genügen. Solche Kunstdärme können i/2 Stunde und länger bei einem inneren Überdruck von bis zu'o,2 Atln. Temperaturen voll yo° C ausgesetzt werden, ohne zu platzen.
  • Beispiele, i. Ein z. B. nach dem Verfahren der französischen Patentschrift 723 o66 aus tierischem Fasermaterial hergestellter Kunstdarm wird durch mehrfaches Bespritzen mit einer Lösung behandelt, die wie folgt hergestellt wurde: Durch Verschwelen von feuchtem Sägemehl wird ein Destillat gewonnen, das o,5 °/o Formaldehyd enthält und eine Jodzahl 26,5 aufweist. Zu ioo 1 dieses Destillates werden 3i71 Wasser zugegeben. Die Jodzahl der Verdünnung beträgt jetzt 6,4, der Formaldehydgehalt beträgt o, i2 %. Diese verdünnte Lösung von 4i71 hat; z. B. einen pii von' 3,1 und wird durch Zusatz von 282 g Ameisensäure auf einen pa von 2,68 gebracht. Der mit dieser Flüssigkeit behandelte Darm wird getrocknet und 3 Tage bei 25° C gelagert. Dann wird der Darm mit Wasser von einem pa- Wert von etwa 8 3 Stunden lang gespült und wieder getrocknet. 2. Ein nach dem Verfahren der französischen Patentschrift 766 oi6 hergestellter Kunstdarm wird mit einer Härtungsflüssigkeit behandelt, die wie folgt hergestellt ist: In ioo 1 Wasser werden Zoo g Ameisensäure (So%ig), 83,5 g Formaldehyd (3o Gewichtsprozent) und ioi5 g Brenzcatechin gelöst. Die Jodzahl der Lösung beträgt dann 8,5, der Formaldehydgehalt o;o250/0, der PH-Wert 2,7. Der Darm wird nach fünfmaligem Bespritzen mit dieser Lösung und nachfolgendem Trocknen 14 Tage bei 25° C unter 70% relativer Luftfeuchtigkeit gelagert und dann durch Spülen mit Wasser von einem pli Wert 8 von dem überschuß der härtenden Substanzen befreit.

Claims (5)

  1. PATENT ANSPRÜC111?: i. Verfahren zum Härten von Kunstdärmen, die aus gequollenem und zerfasertem tierischem faserhaltigem Material, wie Haut oder Sehnen, durch Pressen durch Ringdüsen hergestellt werden, mit Formaldehyd enthaltenden Flüssigkeiten bzw. Destillaten von cellulosehaltigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme finit Destillaten von cellulosehaltigen Stoffen, insbesondere Holz, oder mit Lösungen, bestehend aus Mischungen von Eugenol, Acetaldehvd, Coniferylalkohol o. dgl. j odverbrauchenden Substanzen, mit Fbrmaldehyd und Ameisensäure behandelt werden, wobei die Flüssigkeit auf einen Formaldehydgehalt von o,025 bis o,20/0, vorzugsweise o,i bis o,i5%, auf eine Jodzahl von 3,5 bis 8,5, vorzugsweise 5,9, und einen pH-Wert vin 2,5 bis 3,0 eingestellt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme in bekannter Weise in Form eines endlosen Bandes gehärtet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme in an sich bekannter Weise in mit Hilfe von Luft aufgeblasenem Zustand gehärtet werden.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen i bis '3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme mehrmals mit der Härtungsflüssigkeit behandelt und dazwischen sowie gegebenenfalls darauf getrocknet werden.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme nach dem Trocknen je nach der Härtungsflüssigkeit 2 bis 3o Tage gelagert und hierauf zwecks Entfernung der überschüssigen härtenden Substanzen mit Wasser gespült und wieder getrocknet werden.
DEN38724D 1935-10-16 1935-10-16 Verfahren zum Haerten von Kunstdaermen Expired DE669128C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE972854C (de) * 1954-04-14 1959-10-08 Freudenberg Carl Kg Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Wursthuellen
DE1099326B (de) * 1959-07-14 1961-02-09 Kalle Ag Verfahren zur Herstellung von Wursthuellen aus regenerierter Cellulose

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE972854C (de) * 1954-04-14 1959-10-08 Freudenberg Carl Kg Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Wursthuellen
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