DE64947C - Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet - Google Patents
Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder VelvetInfo
- Publication number
- DE64947C DE64947C DENDAT64947D DE64947DA DE64947C DE 64947 C DE64947 C DE 64947C DE NDAT64947 D DENDAT64947 D DE NDAT64947D DE 64947D A DE64947D A DE 64947DA DE 64947 C DE64947 C DE 64947C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- machine
- tissue
- fabric
- roller
- knife
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 229920000742 Cotton Polymers 0.000 title claims description 3
- 230000005070 ripening Effects 0.000 title description 3
- 239000004744 fabric Substances 0.000 claims description 28
- 230000000694 effects Effects 0.000 claims description 5
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 claims description 4
- 230000001960 triggered effect Effects 0.000 claims description 3
- 239000000969 carrier Substances 0.000 claims 1
- 230000008602 contraction Effects 0.000 claims 1
- 238000004146 energy storage Methods 0.000 claims 1
- 230000007257 malfunction Effects 0.000 claims 1
- 238000005096 rolling process Methods 0.000 claims 1
- 239000011324 bead Substances 0.000 description 5
- 239000011295 pitch Substances 0.000 description 4
- 229910000831 Steel Inorganic materials 0.000 description 1
- 235000012343 cottonseed oil Nutrition 0.000 description 1
- 238000003754 machining Methods 0.000 description 1
- 239000000463 material Substances 0.000 description 1
- 230000007246 mechanism Effects 0.000 description 1
- 239000010959 steel Substances 0.000 description 1
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06C—FINISHING, DRESSING, TENTERING OR STRETCHING TEXTILE FABRICS
- D06C13/00—Shearing, clipping or cropping surfaces of textile fabrics; Pile cutting; Trimming seamed edges
- D06C13/08—Cutting pile loops
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zum Reifsen oder Schneiden
von Baumwollsammt, sogen. Velvet. Bei dem Baumwollsammt oder Velvet wird der Flor
nicht durch eine Florkette gebildet, sondern durch den Schufs, welcher in der Weise eingebunden
wird, dafs er in bestimmten Zwischenräumen im Gewebe festgehalten wird, während er mit den übrigen Theilen frei auf dem Gewebe
liegt. Die Bindung des Schusses erfolgt stets auf denselben Kettfäden, so dafs die freiliegenden
Theile der Schufsfäden lange, den Kettfäden parallel liegende Gänge bilden
(Fig. 25). In diese Gänge wird dann ein Messer geführt und das Gewebe dem Messer
entgegenbewegt, wodurch die Gänge der Länge nach aufgeschnitten werden. Die hierdurch
entstehenden Schufsfadenenden werden in die Höhe gebürstet, so dafs ein aufrecht stehender
Flor erzielt wird.
Bisher erfolgte nun entweder das Reifsen des Velvets in der Weise, dafs ein Arbeiter bei
festliegendem Gewebe mit einem Messer die von den flottliegenden Schufsfäden gebildeten
Gänge entlang fuhr und dieselben dadurch aufschnitt, oder dafs das auf einen Rahmen gespannte
Gewebe gegen ein von dem Arbeiter gehaltenes Messer hin- und zurückbewegt wurde, oder in der Weise, dafs das Gewebe
in seiner Längsrichtung fortlaufend unter einer der Anzahl zu schneidender Schläuche entsprechenden
Zahl Messer hinweggeführt wird, wie es z. B. in den Britischen Patentschriften No. 7069 vom Jahre 1885, No. 5643 vom
Jahre 1886 beschrieben ist. Im letzteren Falle macht das Einstellen der grofsen Messeranzahl
ziemliche Schwierigkeiten, weshalb es sich empfiehlt, die Messeranzahl zu verkleinern und
das Gewebe wiederholt unter den Messern hinwegzuführen.
Bei der vorliegenden Maschine wird das Gewebe gleichfalls auf seiner ganzen Länge in
einer Richtung einer Anzahl in gleichen Abständen aus. einander gehaltener Messer 7
(Fig. 23 bis 24) entgegengeführt, welche aber zum Theil fest und' zum Theil verschiebbar
angeordnet sind. Der zu reifsende Stoff läuft über Führungsrollen in ununterbrochenem
Lauf, indem derselbe auf eine kurze Strecke, innerhalb welcher die Messer auf ihn ein-
- wirken, durch eine mit Sicherungsbremse versehene sogenannte Kratzwalze 4 und eine Abzugswalze
6 straff gehalten wird. Da es nun nicht rathsam erscheint, die Messer so dicht und
in solcher grofsen Anzahl anzuordnen, als aufzuschneidende Florgänge vorhanden sind, so
mufs ein und dasselbe Gewebe die Maschine so oft durchlaufen, als Gänge zwischen zwei
auf einander folgenden Messern vorhanden sind. Bei jedesmaligem Durchlaufen wird das
Gewebe infolge des Streckens und Aufschneidens der Reihen etwas verschmälert, es bedarf also
nach jedem vollendeten Schnitt eines gegenseitigen Näherns sämmtlicher Messer, und zwar
müssen bei feststehendem äufsersten Schneidzeug die übrigen sich in der Weise demselben
nähern, dafs die weiter entfernt liegenden mit dem Vielfachen des Weges verschoben werden,
welchen das nach dem äufsersten zunächst liegende Messer zurücklegt. Zu diesem Zwecke
sind die verschiebbaren Messer auf einer Schraubenspindel 22 mit wachsender Steigung
angeordnet.
Nach Einführung des Gewebes in die Maschine werden die Enden zusammengenäht, so
dafs ein endloses Band entsteht. Der dadurch gebildete Wulst stöfst, wenn er auf den vor
den Messern befindlichen Streichbaum 5 aufläuft, gegen einen Hebel, welcher den Stillstand
der Maschine selbstthätig veranlafst. Nach Richtigstellung der Messer durch Drehen
eines Handrädchens 23 wird die Maschine durch Heben eines Hebels wieder in Gang gesetzt, und es erfolgt der nächstfolgende
Schnitt sämmtlicher Messer.
Die den wesentlichsten Theil der Erfindung bildende Vorrichtung ist in den Fig. 23 und 24
schematisch dargestellt.
Von den auf den Supports 18 befestigten Messern 7 ist das erste feststehend, während
die anderen drei verschiebbar sind. Diese Verschiebung erfolgt, wie erwähnt, durch die
Schraubenspindel 22, welche entsprechend der gewählten Anzahl Messer mit drei Gewindeabschnitten
von verschiedener Steigung versehen ist. Jeder Gewindeabschnitt wirkt auf einen Support ein, so dafs durch Drehung der
Spindel die Supports mit verschiedener Geschwindigkeit gegen einander verschoben werden.
Um das Gewebe in der Schnittrichtung ordentlich anzuspannen, wird dasselbe über einen Streichbaum 5 geführt, auf welchem, den
Schneidzeugen entsprechend, Rippen 11, 12, 13
und 14 angebracht sind, von denen die drei letzteren in derselben Weise wie die Schneidzeuge
durch eine Schraubenspindel 17 mit Gewindeabschnitten
von verschiedener Steigung auf dem Streichbaum verschoben werden können. Der Antrieb der beiden Schraubenspindeln
erfolgt gleichzeitig durch eine mit Schnecken versehene Welle 24. Das Anspannen des Gewebes in der Schnittrichtung wird aufserdem
noch durch endlose Riemchen 27 befördert, .welche über die Rollen 28, 29 und 30
laufen und die Abzugswalze 6 auf einem grofsen Theil ihres Umfanges umfassen. Die Rollen 30
sind in Armen der Supports 18 gelagert, so dafs die Riemchen an der Verschiebung der
Schneidzeuge Theil nehmen.
Dies ist der Grundgedanke der Maschine; für die Ausführung der Maschine selbst sind
aber noch folgende Umstände in Rücksicht zu ziehen, welchen die einzelnen Mechanismen
der Maschine Genüge zu leisten haben. Durch das Zusammenziehen in der Breitenrichtung
macht sich eine veränderte Führung der Längskanten (Sahlleisten) des Gewebes nöthig, diese
Führung ist gleichzeitig mit den Schneidmessern zu verstellen; ferner ist die Maschine
selbstthätig in Stillstand zu setzen, wenn entweder ein Messer nicht schneidet oder wenn
es hakt, wenn die Wulststelle, an welcher die Gewebe zusammengenäht sind, vor das Messer
kommt. Beim Stillsetzen der Maschine ist ferner zu verhindern, dafs durch die Gewebespannung
die Führungswalzen noch weiter gedreht werden, sie müssen also in entsprechender
Weise gebremst werden; beim Wiederingangsetzen der Maschine dürfen die Messer erst zur Wirkung kommen, wenn im Gewebe
die richtige Spannung vorhanden ist, und diese richtige Spannung mufs auch während des
Schneidens dauernd dadurch erhalten bleiben, dafs die Relativgeschwindigkeit zwischen den
beiden spannenden Walzen immer dieselbe bleibt, es darf also die gezogene Walze nicht,
durch das Gewebe bethätigt, voreilen, sondern sie ist, sobald sie schneller zu kufen anfängt,
zu bremsen.
Die Ausführungsform der Maschine, wie sie diesen Bedingungen Genüge leistet, ist im Nachfolgenden
erläutert.
Die vollständige Maschine ist in Fig. 1 im verticalen Längsschnitt dargestellt.
Fig. 2 zeigt einen Theil der Maschine, von links gesehen, in gröfserem Mafsstabe.
Das zu reifsende Gewebe wird mit seinen Enden zusammengenäht, so dafs' es ein endloses
Gewebe bildet, welches über Führungswalzen 3 läuft, welche in geeigneter Weise im Gestell 1 gelagert sind. Bevor das Gewebe
zu den Messern gelangt, läuft es über eine Kratzenwalze 4 und über einen Streichbaum 5,
der die nöthige Spannung giebt. Nachdem das Gewebe dann die Messer passirt hat, läuft
es über die Abzugswalze 6 und von da wieder zurück nach dem anderen Ende der Maschine.
Die Reifsmesser 7, welche in beliebiger Anzahl verwendet werden können (auf den Zeichnungen
sind vier dargestellt), sind an Armen 8 befestigt welche in Lagern 9 ruhen. Durch Stellschrauben
10 können die Arme nach Belieben eingestellt werden, je nachdem die Messer
arbeiten sollen oder nicht.
Da nun die Messer in einem gewissen Abstand von einander angeordnet sind und das
Aufschneiden der Schufsfäden in der Längsrichtung des Gewebes geschieht, so müssen die
Theile des Gewebes, auf. welchen die Messer arbeiten, stärker angespannt werden, als die
zwischen ihnen befindlichen Theile. Dies geschieht dadurch, dafs auf dem Streichbaum 5,
den das Gewebe passirt, bevor es zu den Messern gelangt, Rippen 11, 12, 13 und 14
angebracht werden, welche in Fig. 4 bis 6 in gröfserem Mafsstabe dargestellt sind.
Durch das Aufschneiden der Schufsfäden und das Strecken des Gewebes wird die Breite
desselben mit der fortschreitenden Bearbeitung verringert. Dementsprechend müssen auch die
Messer nach Beendigung eines jeden Schnittes um einen gewissen Betrag einander genähert
werden, um in die nächste aufzuschneidende Reihe eintreten zu können. Zu diesem Zwecke
sind die Supports 18 (Fig. 3), in denen die Arme 8 gelagert sind, mit Schlitten ig versehen,
welche auf dem Gleitstück 20 gleiten. Aufserdem ist an den Supports eine Mutter 21
angebracht, auf welche eine Schraube 22 von verschiedener Steigung einwirkt.
Um gleichzeitig mit den Messern die die Schnittstellen des Gewebes anspannenden Rippen
12, 13 und 14 verschieben zu können,
sind dieselben mit einer Mutter 15 versehen, welche durch einen Schlitz 16 des Streichbaumes
hindurchtritt. Im Innern des Streichbaumes ist eine Schraubenspindel 17 angebracht,
welche in derselben Weise wie die Schraube 22 mit Gewinde von verschiedener Steigung versehen ist. Diese Schraube bethätigt
die Muttern 15, so dafs durch Drehung derselben
die Rippen 12, 13 und 14 auf dem
Streichbaum 5 mit verschiedener Geschwindigkeit verschoben werden. Die beiden Schrauben
werden mittelst Schneckengetriebes 25 und 26 von der mit Handrad 23 versehenen Welle 24
aus in Umdrehung versetzt, so dafs die Verschiebung der Messer und ihrer zugehörigen
Rippen ganz gleichmäfsig und gleichzeitig erfolgt.
Um die Anspannung des Gewebes in der Schnittlinie noch besser zu sichern, werden
den Rippen 12, 13 und 14 entsprechend
schmale Riemchen 27 (Fig. 1) angeordnet, welche über die Antriebswalzen 28 und 29
laufen und die Abzugswalze 6 theilweise umfassen. Das zu reifsende Gewebe läuft um die
Abzugswalze 6, welche mit grofser Geschwindigkeit rotirt, und wird zwischen derselben und
den Riemen 27 fest eingeklemmt. Auf diese Weise wird das Gewebe in der Richtung der
Rippen straff angespannt, so dafs die Messer in der richtigen Weise arbeiten können. Da
die Riemen 27 in der Richtung der Rippen 12, 13 und 14 laufen, so müssen sie auch gleichzeitig
mit denselben seitlich verschoben werden. Zu diesem Zwecke sind die Spannungsrollen 30, welche den Riemen die nöthige
Spannung ertheilen, in Armen 31 gelagert,
welche mittelst der Bolzen 32 an den Supports 18 drehbar befestigt .sind. An dem hinteren Ende
der Arme 31 greifen Spiralfedern 3 3 an, welche bestrebt sind, die Spannungsrollen 30 beständig
nach unten zu pressen und dadurch die Riemen 27 anzuspannen. Da die Spannungsrollen
mit einer Nuth versehen sind, in welcher die Riemen laufen, so müssen bei einer seitlichen
Verschiebung der Spannungsrollen die Riemen an derselben Theil nehmen.
Von den Führungsrippen 11, 12, 13 und 14
ist die vorderste 11 feststehend, während edie
anderen drei verschiebbar sind. Das durch die Maschine laufende Gewebe wird nun bei
zunehmender Bearbeitung, d. h. mit dem Fortschreiten des Reifsens schmäler, so dafs auch
die Rippen 12, 13 und 14 mit ihren entsprechenden
Messern und den Riemen 27 der vordersten Rippe 11 in demselben Verhältnifs
genähert werden müssen. ' Wenn nun die Rippe 12 mit ihrem Schneidzeug der ersten
Rippe 11 um Y2 cm genähert wird, so mufs
die Rippe 13 um 1 cm und die Rippe 14 um
ι Y2 cm verschoben werden. Um diese ungleichmäßige
Verschiebung zu erzielen, sind die Schrauben 22 und 17 mit dreierlei Gewinde
■von entsprechender Steigung versehen.
Um das Gewebe in der richtigen Weise in die Maschine einlaufen zu lassen, mufs an
dem Einlaufende eine Führung angebracht sein, deren Backen in derselben Weise verschiebbar
sind wie die Schneidzeüge. Zu diesem Zwecke sind an dem Einlaufende der Maschine
zwei Führungsschienen 34 angebracht (Fig. 1 und 7), von denen die eine, auf der Zeiche
nung nicht dargestellte, mit der Traverse 35 fest verbunden ist, die ebenfalls seitlich verschiebbar
ist, während die andere auf der Traverse 35 selbst verschiebbar ist. Diese Schiene
ist mit einem auf der Traverse gleitenden Schlitten 36 versehen, an welchem eine Mutter 37
angebracht ist, welche durch die fest gelagerte Schraubenspindel 38 verschoben werden kann.
Der Antrieb der Schraubenspindel erfolgt durch zwei Kegelräder 39 und 40, von denen das
letztere auf der horizontalen Welle 24 befestigt ist, so dafs durch Drehen des Handrades 23
die Führungsschiene 34 gleichzeitig mit den Schneidzeugen verschoben wird, um sich der
verminderten Breite des Gewebes genau anzupassen. Die Steigung der Schraube 38 ist aber
grofser als die gröfste Steigung der Schrauben 22 und 17, so dafs die Führungsschiene
schneller verschoben wird als die äufserste Rippe 14 mit ihrem entsprechenden Schneidzeug.
Anstatt, wie beschrieben,- die Rippen mit den. Führungsriemen in directen Zusammenhang zu
bringen, kann man sie auch getrennt von einander anbringen und die Riemen durch einen
besonderen Antrieb seitlich verschieben. Auch kann man anstatt mehrerer Schneidzeuge nur
ein einziges verwenden, dessen Messer der die Maschine bedienende Arbeiter mit der Hand
führt. . .
Um die Maschine augenblicklich in Stillstand setzen zu können, ist eine besondere Brems-
vorrichtung angeordnet, welche in Fig. 8 und 9 dargestellt ist. Die Abzugswalze 6 ist in geeigneten
Lagern gelagert und wird durch den Riemen 42 (Fig. 9) angetrieben, der über die Riemscheibe 43 läuft. Die mit Kratzenbeschlag
versehene Walze 4 hat dagegen keinen besonderen Antrieb, sondern wird von dem zu bearbeitenden
Gewebe mitgenommen. Auf den Wellen der beiden Walzen sind Bremsscheiben 44 und 45 angebracht, welche gleichzeitig
durch den Hebel 46 bethätigt werden. Dieser Hebel wird durch den Knaggen 47,
welcher sich unter den Anschlag 48 legt, in seiner auf der Zeichnung mit vollen Linien
dargestellten Lage gehalten. Die Enden des zu reifsenden Gewebes werden mit einander
vereinigt, so dafs ein endloses Gewebe entsteht. Die Vereinigungsstelle bildet wie bei 49 (Fig. 10)
einen dicken Wulst, welcher den Reifsmessern nicht dargeboten werden darf, weil sonst eine
Beschädigung der Messer erfolgen würde. Um dies zu vermeiden, ist eine Vorrichtung angebracht,
welche die Maschine ausrückt, sobald sich dieser dicke Wulst dicht vor den Reifs messern
befindet. Auf der verticalen Welle 50 ist ein horizontaler Arm 51 befestigt, auf welchem
eine Schaltklinke 52 aufliegt, die an dem oberen Ende des Hebels 53 drehbar befestigt
ist. Vor dem', Streichbaum 5 ist an einer Welle 55 ein Fühlhebel 54 angebracht, der
sich gegen den Streichbaum legt. Wenn nun die den Wulst bildende Vereinigungsstelle unter
dem Fühlhebel hindurchlä'uft, wird derselbe emporgehoben, wodurch der Welle 55 eine
kleine Drehbewegung ertheilt wird. An dieser Welle ist nun ein verticaler Arm 56 (Fig. 9
und 11) angebracht, der sich gegen einen horizontalen
Arm 57 der verticalen Welle 50 legt und bei Drehung der Welle 55 der verticalen Welle 50 eine Drehbewegung ertheilt, Durch
diese Drehung wird der horizontale Arm 51 in Richtung des Pfeiles 59 (Fig. 11) seitwärts
bewegt, so dafs die Schaltklinke 52 ihren Stützpunkt verliert und herabfällt. Dadurch kommt
sie in den Bereich des rotirenden Schaltrades 60, welches sie und mit ihr den Hebel 53
zurückschiebt. Dadurch wird der an dem Hebel befestigte Knaggen 47 unter dem Anschlag 48
hinweggezogen, so dafs die Spiralfeder 61 in Wirkung treten und den Hebel 46 nach unten
in die mit punktirten Linien dargestellte Lage ziehen kann. Hierdurch wird die Bremse 44
angezogen und gleichzeitig der Riemen 42 von der festen auf die lose Riemscheibe gebracht.
Die Riemengabel 63 dreht sich um den Bolzen 64, an welchem eine Spiralfeder 65 befestigt
ist, welche das Bestreben hat, die Gabel in Richtung des Pfeiles 66 (Fig. 12) gegen die
lose Riemscheibe zu schieben. Wenn die Maschine in Thä'tigkeit ist, wird die Riemengabel
dadurch auf der festen Riemscheibe gehalten, dafs sich der Hebel 46 mit seiner einen
Seite gegen das obere, nach aufsen gebogene Ende des Hebels 67 legt, welcher um den
Bolzen 68 drehbar ist. Das obere Ende dieses Hebels ist durch die geschlitzte Stange 69 mit
der Riemengabel verbunden. Wenn nun, wie oben erwähnt, der horizontale Arm 51 bei
Seite gedreht wird und der Hebel 46 infolge dessen nach unten gezogen wird, giebt er den
gebogenen Theil des Hebels 67 frei, so dafs die Feder 65 in Wirkung treten und die Riemengabel
umlegen kann, so dafs der Riemen auf die lose Riemscheibe übergeführt wird. Wenn
die Maschine wieder in Gang gesetzt werden soll, wird der Hebel 46 wieder in die Höhe
gehoben, wobei der Hebel 67 wieder zurückgedrückt wird, so dafs die Riemengabel den
Riemen von der losen Riemscheibe wieder auf die feste Riemscheibe schiebt.
Die auf die mit Kratzenbeschlag versehene Walze 4 wirkende Bremse 45 wird gleichzeitig
mit der Bremse 44 bethätigt. Die Bethätigung der Bremse 45 erfolgt durch den
gebogenen Hebel 71, welchen die Spiralfeder 70 bestrebt ist, beständig nach unten zu ziehen.
Durch die Zugstange 73 ist der Hebel 71 mit dem Hebel 46 in der Weise verbunden, dafs
die Feder 70 den Hebel 71 erst nach unten ziehen kann, wenn der Hebel 46 nach abwärts
bewegt ist. Beim Wiederanlassen der Maschine wird die Bremsung der beiden Walzen 6 und 4
nicht zu gleicher Zeit aufgehoben, vielmehr erfolgt die Ingangsetzung der Walze 6/ früher
als die der Walze 4. Dies geschieht dadurch, dafs die Zugstange 73 mit einem Schlitz in der
Weise versehen ist, dafs der Hebel 46 um einen 'gewissen Betrag gehoben sein mufs, bevor die
Zugstange auf den Hebel 71 einwirken und denselben heben kann, wodurch die Bremsung
aufgehoben wird. Dies geschieht aus dem Grunde, um dem Gewebe wieder die nöthige
Spannung zu ertheilen, bevor die Schneidzeuge wieder in Thätigkeit treten. Beim Abstellen
der Maschine nämlich verliert das Gewebe in bestimmtem Mafse seine Spannung. Würden
nun beim Wiederanlassen der Maschine die beiden Walzen 6 und 4 gleichzeitig in Umdrehung
versetzt, so wäre beim Beginn der Arbeit das Gewebe noch nicht in der richtigen Spannung, bei welcher die Messer arbeiten
könnten. Wird dagegen die Bremsung der Walze 6 früher aufgehoben, so dafs diese sich
früher in Umdrehung setzt als die Walze 4, so erhält das Gewebe die richtige Spannung, und
die Messer können sofort in Thätigkeit treten, sobald sich das Gewebe in Bewegung setzt.
Die Bremsung der Walze 4 kann aber auch jederzeit unabhängig von der der Walze 6
aufgehoben. werden, wenn es sich z. B. darum handelt, die Verbindungsstelle des endlosen
Gewebes oder eine schadhafte Stelle ohne
Spannung unter den Schneidzeugen hindurchlaufen zu lassen. Dies geschieht dadurch, dafs
der die Maschine bedienende Arbeiter den Fufstritt 74a nach unten drückt. Dadurch
wird der gebogene Hebel 71 hochgehoben, so dafs die Walze 4 sich frei drehen kann. Um
die Maschine auch abstellen zu können, ohne die Bremse zu bethätigen, ist in der horizontalen
Verbindungsstange 6 g (Fig. 12) des Hebels 67 mit der Riemengabel ein rechteckiger
Schlitz 75 angebracht, der an seinem Ende einen nach oben reichenden Ausschnitt hat, in
welchen sich der an der Riemengabel befestigte Bolzen 76 legt. Durch Hochheben der zu
diesem Zwecke mit einem Handgriff versehenen Verbindungsstange kann man den Bolzen 76
aus dem Ausschnitt in den Schlitz 69 bringen, in welcher Stellung die Riemengabel den Riemen
auf die lose Riemscheibe überführt.
Wenn das ganze Gewebe die Maschine durchlaufen hat und beim Passiren der zusammengehefteten
Enden unter dem Fühlhebel 54 die Maschine in der oben beschriebenen
Weise abgestellt ist, ist es riothwendig, das Gewebe seitwärts zu verschieben,
um den Schneidzeugen andere ungeschnittene Theile darzubieten. Um dies bewerkstelligen
zu können, ist auf der Hinterseite der Maschine an der Traverse 35 eine Zahnstange jy (Fig. 13)
befestigt, in welche ein Zahnrad 78 eingreift. Das zu bearbeitende Gewebe 2 läuft zwischen
den auf der Traverse 3 5 angebrachten Führungsbacken 34 hindurch. Wird nun mittelst des
Zahnrades 78 die Zahnstange yy in Richtung des eingezeichneten Pfeiles nach links geschoben,
so nimmt auch die Traverse 35 mit den Führungsbacken 34 an der Bewegung Theil. Um dem die Maschine bedienenden
Arbeiter genau anzugeben, wie weit das Gewebe seitwärts verschoben ist, ist ein Zeiger 79 an
dem Gestell angebracht, welcher die seitliche Verschiebung des Gewebes genau angiebt.
Wenn das Gewebe auf diese Weise richtig eingestellt ist, wird der Hebel 46 gehoben, um
den Riemen auf die feste Riemscheibe zu bringen,, so dafs die Maschine wieder anfängt
zu arbeiten.
Um zu verhindern, dafs die mit Kratzenbeschlag versehene Walze 4, welche durch das
zu bearbeitende Gewebe selbst in Umdrehung versetzt wird, eine zu grofse Geschwindigkeit
annimmt, ist auf derselben eine eigenartige Bremsvorrichtung angebracht.' Auf der Welle 81
der mit Kratzenbeschlag versehenen Walze 4 ist eine Schnurscheibe 82 (Fig. 14, 15 und 16)
lose drehbar angebracht. Die Schnurscheibe wird, wie aus Fig. 17 zu ersehen, mittelst einer
Schnur angetrieben und ist auf der inneren Seite mit einem ringförmigen Flantsch 83 versehen.
Fest mit der Welle 81 verbunden ist eine Büchse 84, in welcher zwei einander
gegenüberliegende Aussparungen vorgesehen sind, zur Aufnahme von Bremsbacken 85 (Fig. 18), die in den Aussparungen frei beweglich und mit seitlichen Schlitzen 86 versehen
sind, in welche sich der ringförmige Flantsch 83 hineinlegt. So lange sich nun die Walze 4 mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit dreht, bleiben die Bremsbacken
unbethätigt. Wenn jedoch die Umdrehungsgeschwindigkeit der Walze 4 eine zu grofse
wird, so legen sich die Bremsbacken gegen den ringförmigen Flantsch der Schnurscheibe, so
dafs die Geschwindigkeit der Walze 4 verringert wird. Die in Fig. 14 dargestellten
Spiralfedern 86a dienen dazu, die Bremsbacken
85 in Berührung mit dem Flantsch 83 zu halten.
Um das Gewebe von dem vorderen Ende der Maschine wieder nach dem hinteren zurückzuführen, ist in dem unteren Theil der Maschine
ein nach hinten schräg abfallender fester Rechen 87 (Fig. 8 und 9) angebracht. Vor
diesem Rechen befindet sich ein bewegliches Brett 88, auf welches das Gewebe herabfällt.
An diesem Brett ist der eine Arm eines Winkelhebels 89 befestigt, der um den Bolzen 90
drehbar ist, und dessen anderer Arm mittelst einer Stange 91 mit der Kurbelscheibe 92 verbunden
ist. Durch Drehung dieser Kurbelscheibe wird daher das Brett 88 in eine
oscillirende Bewegung versetzt, durch welche das Gewebe fortwährend nach hinten geschoben
wird. . .
Die an dem Schneidzeug angebrachte Vorrichtung, welche die Maschine abstellen soll,
wenn das Messer zu tief in das Gewebe hineintritt, oder umgekehrt nicht genügend tief
schneidet, ist in Fig. 19 und 20 dargestellt. Das Messer 7 wird von dem Arm 93 gehalten,
der um den Bolzen 94 schwingen kann. An dem Arm 8 ist eine horizontale Schiene 95
befestigt, welche in ihrer Längsrichtung verschiebbar ist. Eine Spiralfeder 99 ist bestrebt,
die Schiene zurückzuziehen, dieselbe wird aber von einer durch, eine stärkere Spiralfeder 98
bethätigten drehbaren Falle, die sich, wie aus Fig. 22 zu ersehen, mit einem entsprechenden
Ausschnitt vor das hintere Ende der Schiene 95 legt, in ihrer Lage festgehalten. An das vordere
Ende der Schiene ist ein vorragender Stift 96 angeschraubt, der in Fig. 21 in gröfserem Maisstabe
dargestellt ist. Wenn das Messer 7 in Thätigkeit ist, folgt der Stift 96 demselben in
der geschnittenen Bahn. Schneidet nun das Messer zu tief, so steht dementsprechend auch
der Stift 96 tiefer und stöfst gegen das sich fortbewegende Gewebe. Der dadurch auf den
Stift ausgeübte Druck ist gröfser als die ■ Spannung der Feder 98; die Falle 97 wird
daher ausgelöst und die lange Spiralfeder 99 zieht die Schiene 95 zurück. Hierbei stöfst
der auf der Schiene angebrachte verticale Anschlag ι oo gegen die an dem Arm 5 1 befestigte
Schnur 101 und zieht dadurch den Arm 51
bei Seite, wodurch, wie oben beschrieben, die Maschine ausgerückt wird.
Wenn das Messer das Gewebe durchdringt, was zuweilen vorkommt,: so stellt sich das
Messer steil. Dabei schwingt der Arm 93 um den Bolzen 94 und stöfst gegen das vordere
Ende der Schiene 95. ■ Die Schiene wird dabei wie im vorigen Falle der Wirkung der Feder 98
entgegen zurückgeschoben und bewirkt das Ausrücken der Maschine.
Damit das Gewicht des Armes 8 nicht auf der Spitze des Messers laste, ist an dem
vorderen Ende des Armes ein Knopf 102 angebracht, welcher auf dem Gewebe aufliegt, so
dafs das Gewicht des Armes von dem Gewebe getragen wird. Eine an dem Arm befestigte
Flachfeder 103 dient dazu, das Messer mit der genügenden Elasticität gegen das Gewebe zu
pressen.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:i. Eine Florschneidmaschine für Sammtstoffe (z. B. Baumwollsammt oder Velvet), bei welcher mehrere Schneidzeuge neben einander verwendet sind, gegen welche das in endlose Bandform gebrachte Gewebe, durch Walzen in der Längsrichtung gespannt, bewegt wird, sofern der infolge des wiederholten Spannens in der Länge auftretenden Zusammenziehung des Gewebes in der Breitenrichtung dadurch Rechnung getragen wird, dafs vor jedem neuen Schnitt die gleichartigen Elemente der Schneidzeuge (Messer 7, Führungsrippen 12, 13 und 14 und Spannriemen 27) in verhältnifsmäfsigen Theilen einander genähert werden, indem sie auf Trägern gelagert sind, welche durch eine mit stufenweise entsprechend wachsender Steigung versehene Schraubenspindel verschoben werden.
- 2. Eine durch Anspruch i. gekennzeichnete Maschine, sofern beim Anhalten der Maschine die das Gewebe spannende Abziehwalze (6) und Einlaufwalze (4) durch die Wirkung ausgelöster Kraftspeicher gleichzeitig gebremst werden, während beim Wiederingangsetzen der Maschine, um dem Gewebe die nöthige Anfangsspannung zu ertheilen, die erste Bremse früher gelöst wird als die zweite, was dadurch erreicht wird, dafs die beiden zur Verwendung kommenden Bremshebel (46 und 71) durch eine mit einem /Schlitz (74) versehene Stange (73) gekuppelt sind.
- 3. Eine durch Anspruch 1. gekennzeichnete Maschine, bei welcher die richtige Gewebespannung immer dadurch erhalten bleibt, dafs die von dem Gewebe gezogene Einlaufwalze (4) bei zu schneller Gangart selbstthätig gebremst wird, indem sie mit einer angetriebenen Scheibe (82) durch ein Bremsgesperre (83, 85 und 86) verbunden ist, welches bei der Relativverschiebung der...· angetriebenen Scheibe (82) gegenüber der durch das Gewebe mitgenommenen Walze (4) in der einen Bewegungsrichtung zur Wirkung kommt.
- 4. Eine durch Anspruch 1. gekennzeichnete Maschine, bei welcher für den Fall einer eintretenden Fehlwirkung des Messers die Maschine dadurch zum Stillstand gebracht wird, dafs eine an dem Messerarm verschiebbar angeordnete Schiene (.95) durch einen sich auf das Gewebe aufsetzenden Fühlstift (96) verschoben wird,. . wodurch ein Kraftspeicher ausgelöst wird, welcher den Antrieb der Maschine aufhebt.Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE64947C true DE64947C (de) |
Family
ID=338779
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT64947D Expired - Lifetime DE64947C (de) | Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE64947C (de) |
-
0
- DE DENDAT64947D patent/DE64947C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2555425A1 (de) | Vorrichtung zum einschlagen von papierriesen und dergleichen mit von einem kontinuierlichen verpackungsmaterialband abgeschnittenen blaettern, sowie zum einstellen der blattabmessungen in abhaengigkeit des riesformates | |
| DE2804002A1 (de) | Stofflegemaschine | |
| DE64947C (de) | Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet | |
| CH404526A (de) | Automat zum Aufbringen von Klebeband | |
| DE1560873A1 (de) | Verfahren und Maschine zur Herstellung von Boucle- oder Velourteppichen durch Aufkleben des Flors auf ein Grundgewebe | |
| DE637424C (de) | Transportbahn fuer Presskuchen | |
| DE1948453A1 (de) | Automatische Wickelmaschine,insbesondere fuer extrudierte Kunststoffbaender | |
| DE65501C (de) | Papierzuführung an Rotationsmaschinen für wechselnde Formate | |
| DE205957C (de) | ||
| DE8442C (de) | Vorrichtung an Faltenlegemaschinen zur Erzeugung von schrägen Falten | |
| DE232783C (de) | ||
| DE931459C (de) | Einrichtung zum Binden von Paketen od. dgl. | |
| DE622408C (de) | Wickelmaschine zur Herstellung elektrischer Spulen | |
| DE157858C (de) | ||
| DE1729725B2 (de) | Vorrichtung zum Zuliefern von Reifengewebe zu einer Verarbeitungsmaschine | |
| DE75196C (de) | Maschine zum Umwickeln Von Draht und Metallstreifen mit Stoff | |
| DE497623C (de) | Maschine zum Zerschneiden von Gewebebahnen mit schussfreien Stellen laengs dieser Stellen | |
| DE487C (de) | Legmaschine | |
| AT47304B (de) | Maschine zum Einsetzen von Befestigungsmitteln. | |
| DE583314C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Chenillevorware sowie geschnittene Streifen daraus | |
| DE130004C (de) | ||
| DE38510C (de) | Schneideapparat für elastische Stoffe | |
| DE1243632B (de) | Stickerei-Ausschneidemaschine | |
| DE102023106017A1 (de) | Aufschneide-Maschine mit Spannklappen | |
| DE223452C (de) |