DE64947C - Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet - Google Patents

Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet

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DE64947C
DE64947C DENDAT64947D DE64947DA DE64947C DE 64947 C DE64947 C DE 64947C DE NDAT64947 D DENDAT64947 D DE NDAT64947D DE 64947D A DE64947D A DE 64947DA DE 64947 C DE64947 C DE 64947C
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CH. W. KEIGHLEY und TH. B. KEIGHLEY, in Firma LOCKWOOD & KEIGHLEY, und W. NETHERWOOD in Upperhead Mills, Huddersfield, Yorkshire, England
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06CFINISHING, DRESSING, TENTERING OR STRETCHING TEXTILE FABRICS
    • D06C13/00Shearing, clipping or cropping surfaces of textile fabrics; Pile cutting; Trimming seamed edges
    • D06C13/08Cutting pile loops

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  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zum Reifsen oder Schneiden von Baumwollsammt, sogen. Velvet. Bei dem Baumwollsammt oder Velvet wird der Flor nicht durch eine Florkette gebildet, sondern durch den Schufs, welcher in der Weise eingebunden wird, dafs er in bestimmten Zwischenräumen im Gewebe festgehalten wird, während er mit den übrigen Theilen frei auf dem Gewebe liegt. Die Bindung des Schusses erfolgt stets auf denselben Kettfäden, so dafs die freiliegenden Theile der Schufsfäden lange, den Kettfäden parallel liegende Gänge bilden (Fig. 25). In diese Gänge wird dann ein Messer geführt und das Gewebe dem Messer entgegenbewegt, wodurch die Gänge der Länge nach aufgeschnitten werden. Die hierdurch entstehenden Schufsfadenenden werden in die Höhe gebürstet, so dafs ein aufrecht stehender Flor erzielt wird.
Bisher erfolgte nun entweder das Reifsen des Velvets in der Weise, dafs ein Arbeiter bei festliegendem Gewebe mit einem Messer die von den flottliegenden Schufsfäden gebildeten Gänge entlang fuhr und dieselben dadurch aufschnitt, oder dafs das auf einen Rahmen gespannte Gewebe gegen ein von dem Arbeiter gehaltenes Messer hin- und zurückbewegt wurde, oder in der Weise, dafs das Gewebe in seiner Längsrichtung fortlaufend unter einer der Anzahl zu schneidender Schläuche entsprechenden Zahl Messer hinweggeführt wird, wie es z. B. in den Britischen Patentschriften No. 7069 vom Jahre 1885, No. 5643 vom Jahre 1886 beschrieben ist. Im letzteren Falle macht das Einstellen der grofsen Messeranzahl ziemliche Schwierigkeiten, weshalb es sich empfiehlt, die Messeranzahl zu verkleinern und das Gewebe wiederholt unter den Messern hinwegzuführen.
Bei der vorliegenden Maschine wird das Gewebe gleichfalls auf seiner ganzen Länge in einer Richtung einer Anzahl in gleichen Abständen aus. einander gehaltener Messer 7 (Fig. 23 bis 24) entgegengeführt, welche aber zum Theil fest und' zum Theil verschiebbar angeordnet sind. Der zu reifsende Stoff läuft über Führungsrollen in ununterbrochenem Lauf, indem derselbe auf eine kurze Strecke, innerhalb welcher die Messer auf ihn ein- - wirken, durch eine mit Sicherungsbremse versehene sogenannte Kratzwalze 4 und eine Abzugswalze 6 straff gehalten wird. Da es nun nicht rathsam erscheint, die Messer so dicht und in solcher grofsen Anzahl anzuordnen, als aufzuschneidende Florgänge vorhanden sind, so mufs ein und dasselbe Gewebe die Maschine so oft durchlaufen, als Gänge zwischen zwei auf einander folgenden Messern vorhanden sind. Bei jedesmaligem Durchlaufen wird das Gewebe infolge des Streckens und Aufschneidens der Reihen etwas verschmälert, es bedarf also
nach jedem vollendeten Schnitt eines gegenseitigen Näherns sämmtlicher Messer, und zwar müssen bei feststehendem äufsersten Schneidzeug die übrigen sich in der Weise demselben nähern, dafs die weiter entfernt liegenden mit dem Vielfachen des Weges verschoben werden, welchen das nach dem äufsersten zunächst liegende Messer zurücklegt. Zu diesem Zwecke sind die verschiebbaren Messer auf einer Schraubenspindel 22 mit wachsender Steigung angeordnet.
Nach Einführung des Gewebes in die Maschine werden die Enden zusammengenäht, so dafs ein endloses Band entsteht. Der dadurch gebildete Wulst stöfst, wenn er auf den vor den Messern befindlichen Streichbaum 5 aufläuft, gegen einen Hebel, welcher den Stillstand der Maschine selbstthätig veranlafst. Nach Richtigstellung der Messer durch Drehen eines Handrädchens 23 wird die Maschine durch Heben eines Hebels wieder in Gang gesetzt, und es erfolgt der nächstfolgende Schnitt sämmtlicher Messer.
Die den wesentlichsten Theil der Erfindung bildende Vorrichtung ist in den Fig. 23 und 24 schematisch dargestellt.
Von den auf den Supports 18 befestigten Messern 7 ist das erste feststehend, während die anderen drei verschiebbar sind. Diese Verschiebung erfolgt, wie erwähnt, durch die Schraubenspindel 22, welche entsprechend der gewählten Anzahl Messer mit drei Gewindeabschnitten von verschiedener Steigung versehen ist. Jeder Gewindeabschnitt wirkt auf einen Support ein, so dafs durch Drehung der Spindel die Supports mit verschiedener Geschwindigkeit gegen einander verschoben werden. Um das Gewebe in der Schnittrichtung ordentlich anzuspannen, wird dasselbe über einen Streichbaum 5 geführt, auf welchem, den Schneidzeugen entsprechend, Rippen 11, 12, 13 und 14 angebracht sind, von denen die drei letzteren in derselben Weise wie die Schneidzeuge durch eine Schraubenspindel 17 mit Gewindeabschnitten von verschiedener Steigung auf dem Streichbaum verschoben werden können. Der Antrieb der beiden Schraubenspindeln erfolgt gleichzeitig durch eine mit Schnecken versehene Welle 24. Das Anspannen des Gewebes in der Schnittrichtung wird aufserdem noch durch endlose Riemchen 27 befördert, .welche über die Rollen 28, 29 und 30 laufen und die Abzugswalze 6 auf einem grofsen Theil ihres Umfanges umfassen. Die Rollen 30 sind in Armen der Supports 18 gelagert, so dafs die Riemchen an der Verschiebung der Schneidzeuge Theil nehmen.
Dies ist der Grundgedanke der Maschine; für die Ausführung der Maschine selbst sind aber noch folgende Umstände in Rücksicht zu ziehen, welchen die einzelnen Mechanismen der Maschine Genüge zu leisten haben. Durch das Zusammenziehen in der Breitenrichtung macht sich eine veränderte Führung der Längskanten (Sahlleisten) des Gewebes nöthig, diese Führung ist gleichzeitig mit den Schneidmessern zu verstellen; ferner ist die Maschine selbstthätig in Stillstand zu setzen, wenn entweder ein Messer nicht schneidet oder wenn es hakt, wenn die Wulststelle, an welcher die Gewebe zusammengenäht sind, vor das Messer kommt. Beim Stillsetzen der Maschine ist ferner zu verhindern, dafs durch die Gewebespannung die Führungswalzen noch weiter gedreht werden, sie müssen also in entsprechender Weise gebremst werden; beim Wiederingangsetzen der Maschine dürfen die Messer erst zur Wirkung kommen, wenn im Gewebe die richtige Spannung vorhanden ist, und diese richtige Spannung mufs auch während des Schneidens dauernd dadurch erhalten bleiben, dafs die Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden spannenden Walzen immer dieselbe bleibt, es darf also die gezogene Walze nicht, durch das Gewebe bethätigt, voreilen, sondern sie ist, sobald sie schneller zu kufen anfängt, zu bremsen.
Die Ausführungsform der Maschine, wie sie diesen Bedingungen Genüge leistet, ist im Nachfolgenden erläutert.
Die vollständige Maschine ist in Fig. 1 im verticalen Längsschnitt dargestellt.
Fig. 2 zeigt einen Theil der Maschine, von links gesehen, in gröfserem Mafsstabe.
Das zu reifsende Gewebe wird mit seinen Enden zusammengenäht, so dafs' es ein endloses Gewebe bildet, welches über Führungswalzen 3 läuft, welche in geeigneter Weise im Gestell 1 gelagert sind. Bevor das Gewebe zu den Messern gelangt, läuft es über eine Kratzenwalze 4 und über einen Streichbaum 5, der die nöthige Spannung giebt. Nachdem das Gewebe dann die Messer passirt hat, läuft es über die Abzugswalze 6 und von da wieder zurück nach dem anderen Ende der Maschine. Die Reifsmesser 7, welche in beliebiger Anzahl verwendet werden können (auf den Zeichnungen sind vier dargestellt), sind an Armen 8 befestigt welche in Lagern 9 ruhen. Durch Stellschrauben 10 können die Arme nach Belieben eingestellt werden, je nachdem die Messer arbeiten sollen oder nicht.
Da nun die Messer in einem gewissen Abstand von einander angeordnet sind und das Aufschneiden der Schufsfäden in der Längsrichtung des Gewebes geschieht, so müssen die Theile des Gewebes, auf. welchen die Messer arbeiten, stärker angespannt werden, als die zwischen ihnen befindlichen Theile. Dies geschieht dadurch, dafs auf dem Streichbaum 5, den das Gewebe passirt, bevor es zu den Messern gelangt, Rippen 11, 12, 13 und 14
angebracht werden, welche in Fig. 4 bis 6 in gröfserem Mafsstabe dargestellt sind.
Durch das Aufschneiden der Schufsfäden und das Strecken des Gewebes wird die Breite desselben mit der fortschreitenden Bearbeitung verringert. Dementsprechend müssen auch die Messer nach Beendigung eines jeden Schnittes um einen gewissen Betrag einander genähert werden, um in die nächste aufzuschneidende Reihe eintreten zu können. Zu diesem Zwecke sind die Supports 18 (Fig. 3), in denen die Arme 8 gelagert sind, mit Schlitten ig versehen, welche auf dem Gleitstück 20 gleiten. Aufserdem ist an den Supports eine Mutter 21 angebracht, auf welche eine Schraube 22 von verschiedener Steigung einwirkt.
Um gleichzeitig mit den Messern die die Schnittstellen des Gewebes anspannenden Rippen 12, 13 und 14 verschieben zu können, sind dieselben mit einer Mutter 15 versehen, welche durch einen Schlitz 16 des Streichbaumes hindurchtritt. Im Innern des Streichbaumes ist eine Schraubenspindel 17 angebracht, welche in derselben Weise wie die Schraube 22 mit Gewinde von verschiedener Steigung versehen ist. Diese Schraube bethätigt die Muttern 15, so dafs durch Drehung derselben die Rippen 12, 13 und 14 auf dem Streichbaum 5 mit verschiedener Geschwindigkeit verschoben werden. Die beiden Schrauben werden mittelst Schneckengetriebes 25 und 26 von der mit Handrad 23 versehenen Welle 24 aus in Umdrehung versetzt, so dafs die Verschiebung der Messer und ihrer zugehörigen Rippen ganz gleichmäfsig und gleichzeitig erfolgt.
Um die Anspannung des Gewebes in der Schnittlinie noch besser zu sichern, werden den Rippen 12, 13 und 14 entsprechend schmale Riemchen 27 (Fig. 1) angeordnet, welche über die Antriebswalzen 28 und 29 laufen und die Abzugswalze 6 theilweise umfassen. Das zu reifsende Gewebe läuft um die Abzugswalze 6, welche mit grofser Geschwindigkeit rotirt, und wird zwischen derselben und den Riemen 27 fest eingeklemmt. Auf diese Weise wird das Gewebe in der Richtung der Rippen straff angespannt, so dafs die Messer in der richtigen Weise arbeiten können. Da die Riemen 27 in der Richtung der Rippen 12, 13 und 14 laufen, so müssen sie auch gleichzeitig mit denselben seitlich verschoben werden. Zu diesem Zwecke sind die Spannungsrollen 30, welche den Riemen die nöthige Spannung ertheilen, in Armen 31 gelagert, welche mittelst der Bolzen 32 an den Supports 18 drehbar befestigt .sind. An dem hinteren Ende der Arme 31 greifen Spiralfedern 3 3 an, welche bestrebt sind, die Spannungsrollen 30 beständig nach unten zu pressen und dadurch die Riemen 27 anzuspannen. Da die Spannungsrollen mit einer Nuth versehen sind, in welcher die Riemen laufen, so müssen bei einer seitlichen Verschiebung der Spannungsrollen die Riemen an derselben Theil nehmen.
Von den Führungsrippen 11, 12, 13 und 14 ist die vorderste 11 feststehend, während edie anderen drei verschiebbar sind. Das durch die Maschine laufende Gewebe wird nun bei zunehmender Bearbeitung, d. h. mit dem Fortschreiten des Reifsens schmäler, so dafs auch die Rippen 12, 13 und 14 mit ihren entsprechenden Messern und den Riemen 27 der vordersten Rippe 11 in demselben Verhältnifs genähert werden müssen. ' Wenn nun die Rippe 12 mit ihrem Schneidzeug der ersten Rippe 11 um Y2 cm genähert wird, so mufs die Rippe 13 um 1 cm und die Rippe 14 um ι Y2 cm verschoben werden. Um diese ungleichmäßige Verschiebung zu erzielen, sind die Schrauben 22 und 17 mit dreierlei Gewinde ■von entsprechender Steigung versehen.
Um das Gewebe in der richtigen Weise in die Maschine einlaufen zu lassen, mufs an dem Einlaufende eine Führung angebracht sein, deren Backen in derselben Weise verschiebbar sind wie die Schneidzeüge. Zu diesem Zwecke sind an dem Einlaufende der Maschine zwei Führungsschienen 34 angebracht (Fig. 1 und 7), von denen die eine, auf der Zeiche nung nicht dargestellte, mit der Traverse 35 fest verbunden ist, die ebenfalls seitlich verschiebbar ist, während die andere auf der Traverse 35 selbst verschiebbar ist. Diese Schiene ist mit einem auf der Traverse gleitenden Schlitten 36 versehen, an welchem eine Mutter 37 angebracht ist, welche durch die fest gelagerte Schraubenspindel 38 verschoben werden kann. Der Antrieb der Schraubenspindel erfolgt durch zwei Kegelräder 39 und 40, von denen das letztere auf der horizontalen Welle 24 befestigt ist, so dafs durch Drehen des Handrades 23 die Führungsschiene 34 gleichzeitig mit den Schneidzeugen verschoben wird, um sich der verminderten Breite des Gewebes genau anzupassen. Die Steigung der Schraube 38 ist aber grofser als die gröfste Steigung der Schrauben 22 und 17, so dafs die Führungsschiene schneller verschoben wird als die äufserste Rippe 14 mit ihrem entsprechenden Schneidzeug.
Anstatt, wie beschrieben,- die Rippen mit den. Führungsriemen in directen Zusammenhang zu bringen, kann man sie auch getrennt von einander anbringen und die Riemen durch einen besonderen Antrieb seitlich verschieben. Auch kann man anstatt mehrerer Schneidzeuge nur ein einziges verwenden, dessen Messer der die Maschine bedienende Arbeiter mit der Hand führt. . .
Um die Maschine augenblicklich in Stillstand setzen zu können, ist eine besondere Brems-
vorrichtung angeordnet, welche in Fig. 8 und 9 dargestellt ist. Die Abzugswalze 6 ist in geeigneten Lagern gelagert und wird durch den Riemen 42 (Fig. 9) angetrieben, der über die Riemscheibe 43 läuft. Die mit Kratzenbeschlag versehene Walze 4 hat dagegen keinen besonderen Antrieb, sondern wird von dem zu bearbeitenden Gewebe mitgenommen. Auf den Wellen der beiden Walzen sind Bremsscheiben 44 und 45 angebracht, welche gleichzeitig durch den Hebel 46 bethätigt werden. Dieser Hebel wird durch den Knaggen 47, welcher sich unter den Anschlag 48 legt, in seiner auf der Zeichnung mit vollen Linien dargestellten Lage gehalten. Die Enden des zu reifsenden Gewebes werden mit einander vereinigt, so dafs ein endloses Gewebe entsteht. Die Vereinigungsstelle bildet wie bei 49 (Fig. 10) einen dicken Wulst, welcher den Reifsmessern nicht dargeboten werden darf, weil sonst eine Beschädigung der Messer erfolgen würde. Um dies zu vermeiden, ist eine Vorrichtung angebracht, welche die Maschine ausrückt, sobald sich dieser dicke Wulst dicht vor den Reifs messern befindet. Auf der verticalen Welle 50 ist ein horizontaler Arm 51 befestigt, auf welchem eine Schaltklinke 52 aufliegt, die an dem oberen Ende des Hebels 53 drehbar befestigt ist. Vor dem', Streichbaum 5 ist an einer Welle 55 ein Fühlhebel 54 angebracht, der sich gegen den Streichbaum legt. Wenn nun die den Wulst bildende Vereinigungsstelle unter dem Fühlhebel hindurchlä'uft, wird derselbe emporgehoben, wodurch der Welle 55 eine kleine Drehbewegung ertheilt wird. An dieser Welle ist nun ein verticaler Arm 56 (Fig. 9 und 11) angebracht, der sich gegen einen horizontalen Arm 57 der verticalen Welle 50 legt und bei Drehung der Welle 55 der verticalen Welle 50 eine Drehbewegung ertheilt, Durch diese Drehung wird der horizontale Arm 51 in Richtung des Pfeiles 59 (Fig. 11) seitwärts bewegt, so dafs die Schaltklinke 52 ihren Stützpunkt verliert und herabfällt. Dadurch kommt sie in den Bereich des rotirenden Schaltrades 60, welches sie und mit ihr den Hebel 53 zurückschiebt. Dadurch wird der an dem Hebel befestigte Knaggen 47 unter dem Anschlag 48 hinweggezogen, so dafs die Spiralfeder 61 in Wirkung treten und den Hebel 46 nach unten in die mit punktirten Linien dargestellte Lage ziehen kann. Hierdurch wird die Bremse 44 angezogen und gleichzeitig der Riemen 42 von der festen auf die lose Riemscheibe gebracht. Die Riemengabel 63 dreht sich um den Bolzen 64, an welchem eine Spiralfeder 65 befestigt ist, welche das Bestreben hat, die Gabel in Richtung des Pfeiles 66 (Fig. 12) gegen die lose Riemscheibe zu schieben. Wenn die Maschine in Thä'tigkeit ist, wird die Riemengabel dadurch auf der festen Riemscheibe gehalten, dafs sich der Hebel 46 mit seiner einen Seite gegen das obere, nach aufsen gebogene Ende des Hebels 67 legt, welcher um den Bolzen 68 drehbar ist. Das obere Ende dieses Hebels ist durch die geschlitzte Stange 69 mit der Riemengabel verbunden. Wenn nun, wie oben erwähnt, der horizontale Arm 51 bei Seite gedreht wird und der Hebel 46 infolge dessen nach unten gezogen wird, giebt er den gebogenen Theil des Hebels 67 frei, so dafs die Feder 65 in Wirkung treten und die Riemengabel umlegen kann, so dafs der Riemen auf die lose Riemscheibe übergeführt wird. Wenn die Maschine wieder in Gang gesetzt werden soll, wird der Hebel 46 wieder in die Höhe gehoben, wobei der Hebel 67 wieder zurückgedrückt wird, so dafs die Riemengabel den Riemen von der losen Riemscheibe wieder auf die feste Riemscheibe schiebt.
Die auf die mit Kratzenbeschlag versehene Walze 4 wirkende Bremse 45 wird gleichzeitig mit der Bremse 44 bethätigt. Die Bethätigung der Bremse 45 erfolgt durch den gebogenen Hebel 71, welchen die Spiralfeder 70 bestrebt ist, beständig nach unten zu ziehen. Durch die Zugstange 73 ist der Hebel 71 mit dem Hebel 46 in der Weise verbunden, dafs die Feder 70 den Hebel 71 erst nach unten ziehen kann, wenn der Hebel 46 nach abwärts bewegt ist. Beim Wiederanlassen der Maschine wird die Bremsung der beiden Walzen 6 und 4 nicht zu gleicher Zeit aufgehoben, vielmehr erfolgt die Ingangsetzung der Walze 6/ früher als die der Walze 4. Dies geschieht dadurch, dafs die Zugstange 73 mit einem Schlitz in der Weise versehen ist, dafs der Hebel 46 um einen 'gewissen Betrag gehoben sein mufs, bevor die Zugstange auf den Hebel 71 einwirken und denselben heben kann, wodurch die Bremsung aufgehoben wird. Dies geschieht aus dem Grunde, um dem Gewebe wieder die nöthige Spannung zu ertheilen, bevor die Schneidzeuge wieder in Thätigkeit treten. Beim Abstellen der Maschine nämlich verliert das Gewebe in bestimmtem Mafse seine Spannung. Würden nun beim Wiederanlassen der Maschine die beiden Walzen 6 und 4 gleichzeitig in Umdrehung versetzt, so wäre beim Beginn der Arbeit das Gewebe noch nicht in der richtigen Spannung, bei welcher die Messer arbeiten könnten. Wird dagegen die Bremsung der Walze 6 früher aufgehoben, so dafs diese sich früher in Umdrehung setzt als die Walze 4, so erhält das Gewebe die richtige Spannung, und die Messer können sofort in Thätigkeit treten, sobald sich das Gewebe in Bewegung setzt. Die Bremsung der Walze 4 kann aber auch jederzeit unabhängig von der der Walze 6 aufgehoben. werden, wenn es sich z. B. darum handelt, die Verbindungsstelle des endlosen Gewebes oder eine schadhafte Stelle ohne
Spannung unter den Schneidzeugen hindurchlaufen zu lassen. Dies geschieht dadurch, dafs der die Maschine bedienende Arbeiter den Fufstritt 74a nach unten drückt. Dadurch wird der gebogene Hebel 71 hochgehoben, so dafs die Walze 4 sich frei drehen kann. Um die Maschine auch abstellen zu können, ohne die Bremse zu bethätigen, ist in der horizontalen Verbindungsstange 6 g (Fig. 12) des Hebels 67 mit der Riemengabel ein rechteckiger Schlitz 75 angebracht, der an seinem Ende einen nach oben reichenden Ausschnitt hat, in welchen sich der an der Riemengabel befestigte Bolzen 76 legt. Durch Hochheben der zu diesem Zwecke mit einem Handgriff versehenen Verbindungsstange kann man den Bolzen 76 aus dem Ausschnitt in den Schlitz 69 bringen, in welcher Stellung die Riemengabel den Riemen auf die lose Riemscheibe überführt.
Wenn das ganze Gewebe die Maschine durchlaufen hat und beim Passiren der zusammengehefteten Enden unter dem Fühlhebel 54 die Maschine in der oben beschriebenen Weise abgestellt ist, ist es riothwendig, das Gewebe seitwärts zu verschieben, um den Schneidzeugen andere ungeschnittene Theile darzubieten. Um dies bewerkstelligen zu können, ist auf der Hinterseite der Maschine an der Traverse 35 eine Zahnstange jy (Fig. 13) befestigt, in welche ein Zahnrad 78 eingreift. Das zu bearbeitende Gewebe 2 läuft zwischen den auf der Traverse 3 5 angebrachten Führungsbacken 34 hindurch. Wird nun mittelst des Zahnrades 78 die Zahnstange yy in Richtung des eingezeichneten Pfeiles nach links geschoben, so nimmt auch die Traverse 35 mit den Führungsbacken 34 an der Bewegung Theil. Um dem die Maschine bedienenden Arbeiter genau anzugeben, wie weit das Gewebe seitwärts verschoben ist, ist ein Zeiger 79 an dem Gestell angebracht, welcher die seitliche Verschiebung des Gewebes genau angiebt.
Wenn das Gewebe auf diese Weise richtig eingestellt ist, wird der Hebel 46 gehoben, um den Riemen auf die feste Riemscheibe zu bringen,, so dafs die Maschine wieder anfängt zu arbeiten.
Um zu verhindern, dafs die mit Kratzenbeschlag versehene Walze 4, welche durch das zu bearbeitende Gewebe selbst in Umdrehung versetzt wird, eine zu grofse Geschwindigkeit annimmt, ist auf derselben eine eigenartige Bremsvorrichtung angebracht.' Auf der Welle 81 der mit Kratzenbeschlag versehenen Walze 4 ist eine Schnurscheibe 82 (Fig. 14, 15 und 16) lose drehbar angebracht. Die Schnurscheibe wird, wie aus Fig. 17 zu ersehen, mittelst einer Schnur angetrieben und ist auf der inneren Seite mit einem ringförmigen Flantsch 83 versehen. Fest mit der Welle 81 verbunden ist eine Büchse 84, in welcher zwei einander gegenüberliegende Aussparungen vorgesehen sind, zur Aufnahme von Bremsbacken 85 (Fig. 18), die in den Aussparungen frei beweglich und mit seitlichen Schlitzen 86 versehen sind, in welche sich der ringförmige Flantsch 83 hineinlegt. So lange sich nun die Walze 4 mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit dreht, bleiben die Bremsbacken unbethätigt. Wenn jedoch die Umdrehungsgeschwindigkeit der Walze 4 eine zu grofse wird, so legen sich die Bremsbacken gegen den ringförmigen Flantsch der Schnurscheibe, so dafs die Geschwindigkeit der Walze 4 verringert wird. Die in Fig. 14 dargestellten Spiralfedern 86a dienen dazu, die Bremsbacken 85 in Berührung mit dem Flantsch 83 zu halten.
Um das Gewebe von dem vorderen Ende der Maschine wieder nach dem hinteren zurückzuführen, ist in dem unteren Theil der Maschine ein nach hinten schräg abfallender fester Rechen 87 (Fig. 8 und 9) angebracht. Vor diesem Rechen befindet sich ein bewegliches Brett 88, auf welches das Gewebe herabfällt. An diesem Brett ist der eine Arm eines Winkelhebels 89 befestigt, der um den Bolzen 90 drehbar ist, und dessen anderer Arm mittelst einer Stange 91 mit der Kurbelscheibe 92 verbunden ist. Durch Drehung dieser Kurbelscheibe wird daher das Brett 88 in eine oscillirende Bewegung versetzt, durch welche das Gewebe fortwährend nach hinten geschoben wird. . .
Die an dem Schneidzeug angebrachte Vorrichtung, welche die Maschine abstellen soll, wenn das Messer zu tief in das Gewebe hineintritt, oder umgekehrt nicht genügend tief schneidet, ist in Fig. 19 und 20 dargestellt. Das Messer 7 wird von dem Arm 93 gehalten, der um den Bolzen 94 schwingen kann. An dem Arm 8 ist eine horizontale Schiene 95 befestigt, welche in ihrer Längsrichtung verschiebbar ist. Eine Spiralfeder 99 ist bestrebt, die Schiene zurückzuziehen, dieselbe wird aber von einer durch, eine stärkere Spiralfeder 98 bethätigten drehbaren Falle, die sich, wie aus Fig. 22 zu ersehen, mit einem entsprechenden Ausschnitt vor das hintere Ende der Schiene 95 legt, in ihrer Lage festgehalten. An das vordere Ende der Schiene ist ein vorragender Stift 96 angeschraubt, der in Fig. 21 in gröfserem Maisstabe dargestellt ist. Wenn das Messer 7 in Thätigkeit ist, folgt der Stift 96 demselben in der geschnittenen Bahn. Schneidet nun das Messer zu tief, so steht dementsprechend auch der Stift 96 tiefer und stöfst gegen das sich fortbewegende Gewebe. Der dadurch auf den Stift ausgeübte Druck ist gröfser als die ■ Spannung der Feder 98; die Falle 97 wird daher ausgelöst und die lange Spiralfeder 99 zieht die Schiene 95 zurück. Hierbei stöfst
der auf der Schiene angebrachte verticale Anschlag ι oo gegen die an dem Arm 5 1 befestigte Schnur 101 und zieht dadurch den Arm 51 bei Seite, wodurch, wie oben beschrieben, die Maschine ausgerückt wird.
Wenn das Messer das Gewebe durchdringt, was zuweilen vorkommt,: so stellt sich das Messer steil. Dabei schwingt der Arm 93 um den Bolzen 94 und stöfst gegen das vordere Ende der Schiene 95. ■ Die Schiene wird dabei wie im vorigen Falle der Wirkung der Feder 98 entgegen zurückgeschoben und bewirkt das Ausrücken der Maschine.
Damit das Gewicht des Armes 8 nicht auf der Spitze des Messers laste, ist an dem vorderen Ende des Armes ein Knopf 102 angebracht, welcher auf dem Gewebe aufliegt, so dafs das Gewicht des Armes von dem Gewebe getragen wird. Eine an dem Arm befestigte Flachfeder 103 dient dazu, das Messer mit der genügenden Elasticität gegen das Gewebe zu pressen.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Eine Florschneidmaschine für Sammtstoffe (z. B. Baumwollsammt oder Velvet), bei welcher mehrere Schneidzeuge neben einander verwendet sind, gegen welche das in endlose Bandform gebrachte Gewebe, durch Walzen in der Längsrichtung gespannt, bewegt wird, sofern der infolge des wiederholten Spannens in der Länge auftretenden Zusammenziehung des Gewebes in der Breitenrichtung dadurch Rechnung getragen wird, dafs vor jedem neuen Schnitt die gleichartigen Elemente der Schneidzeuge (Messer 7, Führungsrippen 12, 13 und 14 und Spannriemen 27) in verhältnifsmäfsigen Theilen einander genähert werden, indem sie auf Trägern gelagert sind, welche durch eine mit stufenweise entsprechend wachsender Steigung versehene Schraubenspindel verschoben werden.
  2. 2. Eine durch Anspruch i. gekennzeichnete Maschine, sofern beim Anhalten der Maschine die das Gewebe spannende Abziehwalze (6) und Einlaufwalze (4) durch die Wirkung ausgelöster Kraftspeicher gleichzeitig gebremst werden, während beim Wiederingangsetzen der Maschine, um dem Gewebe die nöthige Anfangsspannung zu ertheilen, die erste Bremse früher gelöst wird als die zweite, was dadurch erreicht wird, dafs die beiden zur Verwendung kommenden Bremshebel (46 und 71) durch eine mit einem /Schlitz (74) versehene Stange (73) gekuppelt sind.
  3. 3. Eine durch Anspruch 1. gekennzeichnete Maschine, bei welcher die richtige Gewebespannung immer dadurch erhalten bleibt, dafs die von dem Gewebe gezogene Einlaufwalze (4) bei zu schneller Gangart selbstthätig gebremst wird, indem sie mit einer angetriebenen Scheibe (82) durch ein Bremsgesperre (83, 85 und 86) verbunden ist, welches bei der Relativverschiebung der
    ...· angetriebenen Scheibe (82) gegenüber der durch das Gewebe mitgenommenen Walze (4) in der einen Bewegungsrichtung zur Wirkung kommt.
  4. 4. Eine durch Anspruch 1. gekennzeichnete Maschine, bei welcher für den Fall einer eintretenden Fehlwirkung des Messers die Maschine dadurch zum Stillstand gebracht wird, dafs eine an dem Messerarm verschiebbar angeordnete Schiene (.95) durch einen sich auf das Gewebe aufsetzenden Fühlstift (96) verschoben wird,. . wodurch ein Kraftspeicher ausgelöst wird, welcher den Antrieb der Maschine aufhebt.
    Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
DENDAT64947D Maschine zum Reifsen von Baumwollsammt oder Velvet Expired - Lifetime DE64947C (de)

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