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Nach dem überlagerungsprinzip arbeitende Fernsteueranlage mit auf
bestimmte Steuerimpulse ansprechenden Empfangsapparaten Es sind Fernsteueranlagen
bekannt, bei denen an Stelle der die Steuerzentrale mit den einzelnen Empfangsgeräten
verbindenden Steuerleitungen die Leiter eines schon vorhandenen Starkstromnetzes
benutzt werden. Die Steuerstromimpulse, meist Tonfrequenzimpulse, auf die die ein±elnen
Empfangsapparate, sei es elektrisch, sei es mechanisch, abgestimmt sind, werden
durch besondere Vorrichtungen dem Starkstromnetz überlagert. Die Überlagerungsströme
fließen aber nicht bloß durch die Empfangsapparate, sondern auch durch- sämtliche
andere ans Netz angeschlossene Starkstromverbraucher. In der Zeit der Belastungsspitzen
liegen die Verhältnisse meist so, daß der von Empfangsapparaten aufgenommene Steuerstrom
nur wenige Prozente des gesamten Steuerstromes beträgt. Der Steuergenerator muß
deshalb um ein Vielfaches mehr Energip, liefern, als dem Energiebedarf der Empfangsapparate
entspricht.
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Die vorliegende Erfindung weist unter anderem einen Ausweg aus diesen
Schwierigkeiten, soll aber außerdem oder statt dessen für derartige Fernsteueranlagen
folgende Vorteile gewähren: Bei den oben angegebenen Fernsteueranlagen fällt die
Fernsteuerzentrale verhältnismäßig teuer und groß aus, da sie ein Vielfaches der
von den Empfangsapparaten benötigten, Steuerenergie aufbringen muß. Würde man eine
solche Anlage nur zu einer einzigen Fernsteuerungsart, z. B. nur zum Einschalten
von Straßenbeleuchtungen, ausnützen, so wäre die Anlage zweifellos unwirtschaftlich.
Sie wird aber um so wirtschaftlicher arbeiten, je zahlreicher die Fernsteuerungen
und Fernschaltungen sind, die durch sie ausgeführt werden können. Man wird deshalb
danach trachten, beispielsweise außer der Straßenbeleuchtung auch Tarifapparatg.
Uhren, Schaufensterbeleuchtungen, Ölschalter usw. fernzusteuern. Die Erhöhung der
Fernsteuerarten macht aber gewisse Schwierigkeiten. Da bei derartigen Anlagen für
jede Steuerart eine besondere Frequenz bereitgestellt werden muß und im allgemeinen
nur ein Frequenzbereich von einer Oktave zur Verfügung steht, ist die Unterbringung
diesezahlreichen Frequenzen in dem angegebenen Bereich oft schwer durchführbar,
um so mehr, als bestimmte Frequenzen und Teilbereiche, die im Gebiet der höheren
Harmonischen des Starkstromnetzes liegen, unbesetzt bleiben müssen. . Ein zu enges
Aneinanderrücken der einzelnen Steuerfrequenzen machen die Empfangsapparte unmöglich,
da ihre Abstimmung
stets, z. B. infolge von Temperatureinflüssen,
etwas schwanken wird und ihre Resonanzkurve ini allgemeinen eine nicht unerhebliche
Breite hat. Es würde also bei zu dichter setzung des Frequenzbereiches mit Steint='-`
frequenten die Gefahr bestehen, daß bei» Senden einer bestimmten Frequenz auch auf
\achbarfrequenzen abgestimmte Relais mit ansprechen, ohne daß dies von der Zentrale
aus wahrnehmbar ist. Dies inuß unbedingt @-e rmieden werden.
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Auch hier zeigt die Erfindung einen besonders vorteilhaften Ausweg.
Erfindungsgeinälist ein Teil der Empfangsgeräte für gewisse Steuerfrequenzen finit
einem selbständigen Zeitwerk ausgerüstet, das in bekannter Weise durch den überlagerten
Steuerimpuls zum Gehen gebracht wird und nach einer bestimmten Zeit den gewünschten
Fernsteuerv urgang herbeiführt. Auf dies Weise ist es möglich, mit ein und derselben
Steuerfrequenz zeitlich auseinanderliegende Schaltvorgänge durchzuführen, zu deren
Betätigung sonst zwei oder mehrere Steuerfrequenzen erforderlich wären.
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Empfangsrelais für Fernsteueranlagen mit Zeitwerlk sind an sich bekannt,
wurden aber nur dazu verwendet, um zti verhüten, daß der Schaltvorgang, der durch
den Einpfangsappar at ausgeführt wird, irgendwie störend auf den Fernsteuerimptils
einwirkt. Der Schaltvorgang sollte zu diesem Zweck erst mit einer geringen -zeitlichen
Verzögerung dein Fernsteuerimpuls folgen. Bei derartigen bekannten Anlagen waren
deshalb sämtliche auf eine gewisse Steuerfrequenz abgestinimteApparate mit derartigen
Verzögerungseinrichtungen ausgerüstet, und die Anlage mußte deshalb so wirken, daß
bei Aussendung eines gewissen Fernsteuerimpulses finit einer bestimmten Verzögerung
etwa gleichzeitig die Schaltvorgiinge der sämtlichen Relais folgten. Eine erhöhte
Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Frequenzbereiches der Fernsteuerzentrale
war bei diesen Anlagen genau so wetng möglich wie bei Anlagen, bei denen der Fernstetierimpuls
unmittelbar, also ohne Verzögerung, den Schaltvorgang herbeiführte.
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Das Wesen der Erfindung und ihr Unterschied gegenüber diesen bekannten
Anlagen hestelit darin, daß nicht alle auf die gleiche Frequenz abgestimmten Empfangsapparate,
sondern nur ein Teil derselben finit Zeitwerken ausgerüstet ist bzw. daß die Laufzeiten
der einzelnen Zeitwerke so weit voneinander abweichen, daß auch zeitlich weit auseinanderliegende
Schaltvorgänge durch einen einzigen. Fernsteuerimpuls betätigt werden können.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes soll an Hand der Zeichnung
erläutert werden. An die Leiter i, 2 eines Starkstromnetzes, dem von einer Steuerzentrale
aus Stromiiiiptilse überlagert «-erden, ist unter Zwi-4enschaltung des Blockkondensators
3 ein ,e(Itienzrelais finit dem Elektromagneten :Wid der abgestimmten Zunge 5 angeschlossen.
Die Zunge wird nur dann in Schwingung \-ersetzt, wenn die Frequenz des überlagerten
Steuerstromes mit der Eigensch-,vingungszahl der Zunge übereinstimmt.
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In den Schwingungsbereich der Zunge 5 ragt der bei 6 drehbar gelagerte
Hammer -, der durch den Anschlag 8 vor der Berührung der ruhenden Zunge zurückgehalten
wird. In den Hubweg des Hammers; ragt dieKlinke9, die bei io drehbar gelagert ist
und mittels der Rast i t die Zeitscheibe 1,2 normalerweise sperrt. Die Zeitscheibe
12 ist über (las Schneckengetriebe 13 mit dem Anker 14 eines Ferrarismotors i 5
gc-uppelt, dessen Wicklung dauernd an die Netzleiter i, 2 angeschlossen ist. Einstellbar
auf der Zeitscheibe 12 sind die Arme i(-l. i j finit den Steuerfingern 18, ic) angebracht.
Die Steuerfinger 18, i 9 arbeiten mit der Wippe 2o des Schnappschalters 21 zusammen.
Der Schnappschalter bestellt aus den Hebeln 22, 23, die bei 2.1, 25 drehbar gelagert
und durch die Feder 26 miteinander verbunden sind.
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Der Hubweg des Armes 22 ist durch die Anschläge 27, 28, der Hubweg
des Armes 23 über die Anschläge 29 und den Kontakt 30 begrenzt. Der Kontakt 30 ist
an den Leiter 2 angeschlossen, der andere Kontakt 31 des Schnappschalters ist mit
der Lichtleitung 32 verbünden. Zwischen die Leitung 32 und der an den Leiter i angeschlossenen
Leitung 33 sind die Lampen 34 einer Beleuchtungsanlage angeschlossen.
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Die Einrichtung arbeitet auf folgende "'eise.
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Es wird kurz vor (lein Auftreten der Belastungsspitzen, welcher Zeitpunkt
kalendermäßig bekannt ist, z. B. in den späteren \Tachinittagsstunden, ein Steuerstrom
zwischen den Leitern i, 2 aufgedrückt, der die Zunge 5 zu Schtvingungen anregt.
Sobald der Ausschlag . der Zunge eine bestimmte Größe überschreitet, wird der Hammer
j fortgeschleudert und schlägt die Klinke 9 nach oben. In diesem Augenblick beginnt
die Scheibe 12 unter der Antriebskraft des Ferrarismotors 15 zu laufen. Hat sie
sich so weit gedreht, daß der Finger i8 auf die Wippe 2o trifft, so wird in der
bei Schaltuhren bekannten Weise die Wippe samt dem Schnappschalter 21 in die gestrichelte
Stellung gebracht, und die Lampen 3.4 werden eingeschaltet.
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Dieser Zustand ändert sich erst dann, wenn nunmehr auch der Finger
i9 in den Bereich der Wippe 2o kommt. Dann wird (liese Wippe
samt
dem Schalter 2I in bekannter Weise wieder in die Ausgangsstellung gebracht, .die
Lampen 34 erlöschen. Die Zeitscheibe il läuft hierauf noch ein Stück weiter, bis
die Nase i i an der Klinke 9 anstößt; dann ist die Scheibe an einer Weiterdrehung
gehindert, bis durch einen neuen Sendeimpuls die Klinke 9 wieder ausgerückt wird.
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Damit der Ferrarismotor 15 nicht dauernd Strom verbraucht,
kann die Einrichtung auch so ausgeführt werden, daß beim Ansprechen des Freqüenzrelais
der normalerweise stromlose Kleinmotor ans Netz angeschlossen wird und sich nach
Ausführung des Schaltvorganges oder der Schaltvorgänge selbsttätig wieder abschaltet.
Nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung wird das Zeitwert. des Empfangsapparates
durch ein Spannwerk angetrieben, das beim Eintreffen-des Steuerimpulses geladen
wird und bei dem darauf folgenden Ablauf den gewünschten Schaltvorgang herbeiführt.
Die zur Ladung des Spannwerkes erforderliche Arbeit kann von dem Frequenzrelais
selbst aufgebracht werden. Zweckmäßiger ist es jedoch, diese Arbeit durch einen
Elektromagneten leisten zu lassen, der beim Eintreffen des Steuerimpulses vorübergehend
oder in kurzen Zeitabständen nacheinander ans Netz angeschlossen wird und mit seinem
unter der Einwirkung einer Rückzugskraft stehenden Anker die Ladevorrichtung des
Spannwerkes antreibt.