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Verfahren zum Herstellen von Preßlingen Nach dem vorliegenden Verfahren
werden Preßlinge hergestellt aus feinkörniger oder staubförmiger Steinkohle oder
Schwelkoksgrus mit Pechtorf und einem bituminösen Stoff, wobei die Erfindung darin
gesehen wird, daß nach Vermischung des bituminösen Stoffes mit etwa 5 bis i o %
des zur Verwendung kommenden Rohtorfes unter Erwärmung auf etwa 8o° C diese Mischung
mit dem aus Kohle oder Koks und der restlichen größeren Torfmenge bestehenden Hauptgut
vermengt und das Ganze durch ein mehrstufiges Preßverfahren mit stufenförmiger Druckerhöhung
zu einem weitgehend entwässerten Preßkuchen verarbeitet wird, der dann zerkleinert
wird, worauf weiter entwässert wird und schließlich Formlinge gepreßt werden. Der
Pechtorf dient hierbei als eigentliches Bindemittel, während der bituminöse Stoff
nur abdichtend gegen Feuchtigkeitsaufnahme wirkt. Dieser besteht aus Teer, Pech,
Asphalt oder auch Harzen verschiedenen Ursprungs. Beim Abbindungsvorigang der fertigen
Preßlinge gleich nach dem Pressen. tritt die zusammenziehende Wirkung des Bindemittels
Pechtorf nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit ein. In der Zwischenzeit soll
der geringe Zusatz des bituminösen Stoffes dazu dienen, die rreßlinge gegen Aufnahme
von Feuchtigkeit zu schützen., wenn sie im Freien lagern. Unter Pechtorf ist der
schwarze oder braune, gut zersetzte Torf zu verstehen, der im Moor unter dem jüngeren
Fuchs- oder Weißtorf liegt.
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Bisher stellt man Preßlinge in der Pegel aus Steinkohle her mit einem
Zusatz von Steinkohlenteerpech als Bindemittel. Dieser Zusatz, der je nach
der Beschaffenheit der Kohle etwa 7 bis io % der Rohmasse beträgt, ist verhältnismäßig
teuer und trägt dazu bei, die sonst bei der Steinkohle schon bestehenden Nebenwirkungen
beim Verbrennungsvorgang, das Rauchen und Rufgen, sowie das Festbacken auf dem Rost
zu erhöhen. Bei dem vorliegenden Verfahren beträgt der Zusatz nur etwa i bis 3 0;o
auf fertige Preßlinge berechnet, so daß an Bitumen gespart wird. Ferner wird auch
die Rauch- und Bußbildung wesentlich durch die Wirkung des Torfzusatzes herabgemindert
und das Festbacken auf dem Rost vermieden. Auch der Aschegehalt der Preßlinge wird
durch den Torfzusatz vermindert, denn während in der Regel die Steinkohle etwa i
o bis 17, % Asche hat, sind im Torf nur etwa z bis ¢ % As:che vorhanden.
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Durch die Verwendung des Torfes zur Herstellung heizkräftiger Preßlinge
wird gleichzeitig eine nutzbringende Torfveredelung erreicht, was im volkswirtschaftlichen
Interesse liegt.
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Es ist auch bekannt, Preßlinge herzustellen, indem man pulverförmigen
Torf mit
Wasser zu einem dünnflüssigen Schlamm verreibt und denselben
als Bindemittel Sem Rohgut Kohle o. dgl. mit oder ohne Bitumen zusetzt, um dann
dieses Mischgut zu Preßlingen, zu verpresen. Das bedingt, daß das Wass«' in den
Preßlingen verbleibt und daher dä!x., Wassergehalt verhältnismäßig sehr hoch ist,
was nicht als wünschenswert anzusehen ist.
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Dies wird bei dem vorliegenden Verfahren vermieden; denn es wird besonders
Wert auf eine weitgehende Entwässerung gelegt.
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Beim weiterhin Bekannten wird zur Entwässerung des Brikettiergutes
eine Drehtischpresse verwendet, bei der die Druckwirkung dadurch erreicht wird,
daß die Kolbenfüße der Preßkolben beim Drehen des in -tvaagerechter Ebene liegenden
Tisches auf eine ständig schräg ansteigende Laufbahn entlang gleiten und hierdurch
die Preßkolben das Preßgut ohne Unterbrechung in die Matrizen hineindrücken. Abgesehen
davon, daß hiermit die Druckwirkung nicht nur den Gegendruck des Brikettiergutes,
sondern auch den Widerstand der schräg ansteigenden Gleitfläche zu überwinden hat,
ist solche Presse in der Praxis erheblichem Verschleiß unterworfen mit Rücksicht
auf die Anordnung der ansteigend gleitenden Kolbenfüße.
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Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung handelt es sich dagegen nicht
um einen andauernden, von einer schrägen Gleitfläche abhängigen Preßdruck, sondern
um ein in mehreren Preßstufen zerlegtes Abpressen des Wassers aus dem Preßgut, wobei
in der ersten Preßstufe mit niedrigem, in jeder weiteren Preßstufe mit jeweils erhöhtem
Druck gepreßt wird.
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Die Menge des Torfzusatzes als Bindemittel hängt von der Eigenart
der Kohle oder des Koksgruses sowie von der Beschaffenheit des Torfes ab. Da der
l,,ohtorf in der Regel etwa go0:ö Wasser enthält, ist die Art der Entwässerung des
Mischgutes ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens, weil hierdurch die Herstellungskosten
der Preßlinge beeinflußt werden. Wie die Entwässerung sich beispielsweise gestaltet,
ist aus folgendem Beispiel zu erkennen: Es wird angenommen, daß i oao kg fertige
Preßlinge aus folgendem Rohgut zusammengesetzt werden: 750 kg Steinkohlenstaub
mit 50,16 Feuchtigkeit, also 7 i 3 kg Trockenkohle und 37 kg Wasser, ferner i 370
kg Rohtorf mit 9o °'o Wasser= 137k- Trockentorf und i 233 kg Wasser, ferner
20'o= 2o kg bituminöser Stoff. Die fertigen Preßlinge sollen enthalten = 7 13
kg -= 13 7 kg -,'- 2o kg Trockenmasse und i 5o kg Restwasser = 10001,-g.
An Wasser sind also vorhanden = 12331--9-j- 37 kg= 1270 kg. Wenn man von
dem im Rohgut enthaltenen Wasser 86 0jö durch Abpressen auf mechanischem Wege entfernt,
so gehen von den i 27o kg = 1092 kg Wasser verloren, so daß im Preßgut nur noch
i ß8 kg Wasser vorhanden sind. Da i 5o kg ,X,#stwasscr in den fertigen Preßlingen
verbleiben sollen, sind noch 33 kg durch Nach-=#ocknung zu beseitigen. Der Wärmeaufwand
für das Nachtrocknen ist daher sehr gering, wenn man die ursprünglich in der Rohmasse
befindliche Wassermenge berücksichtigt.
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Der Herstellungsvorgang der Preßlinge ist wie folgt: Der Rohtorf wird
im grubenfeuchten Zustande, wie er gefördert wird, in bekannter Weise zerkleinert.
Dann werden etwa 9o ojo der Rohtorfmenge in den Vormischer geleitet, während etwa
i o o;'o des Rohtorfes im durchlaufenden Betrieb unter Erwärmung auf etwa 8o° C
mit dem bituminösen Stoff gemischt werden. Dieses Mischgut wird dann ebenfalls dem
Vormischer zugeführt und ' in demselben mit dein restlichen Rohtorf und der hinzukommenden
Feinkohle oder Koks grus verbunden, um anschließend hieran im durchlaufenden Arbeitsgang
durch ein mehrstufiges Preßverfahren mit stufenförmiger Druckerhöhung weitgehendst
entwässert zu werden, wie dies aus obigem Beispiel ersichtlich ist.
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Die beim Abpressen entstehenden Preßkuchen werden alsdann im weiterlaufenden
Arbeitsgang in einer geeigneten Vorrichtung zerkleinert, in einer Trockenvorrichtung
in bekannter Weise bis auf den in den Preßlingen verbleibenden Wassergehalt nachgetrocknet
und im Anschluß hieran auf geeigneten bekannten Pressen zu fertigen Preßlingen verpreßt.
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Zur Anwendung des mehrstufigen Preßverfahrens mit stufenförmiger Druckerhöhung
ist beispielsweise eine Vorrichtung zu verwenden, die aus einem. Drehtisch als Matrizenträger
und mehreren mit dem Drehtisch zusammen arbeitenden Pressen besteht. Zur besseren
Kennzeichnung des Preßverfahrens sind hier im Text die Matrizen mit fortlaufenden
Buchstaben und die Pressen mit fortlaufendem Zahlen angegeben. Matrize a wird durch
eine mechanische Aufgabevorrichtung in etwa 5 bis 6 cm starker Schicht gefüllt.
Der Tisch dreht sich und bringt Matrize a unter Presse i. Dort findet die erste
Pressung statt des in Matrize a befindlichen Gutes bis auf etwa 2o bis 25 mm Schichthöhe.
Während dieses Preßvorganges wird die Matrize b gefüllt. Nach Beendigung des ersten
Preßvorganges dreht sich der Tisch weiter, bis die Matrize a unter Presse 2 und
die Matrize b unter Presse i steht. Das Gut in Matrize a wird abgepreßt bis auf
etwa 15 bis 18 mm Schichtdicke, während das Gut in Matrize b unter
Presse
t gepreßt und Matrize c gefüllt wird usf. Nach dem Abpressen werden die Preßkuchen
aus der Matrize mechanisch ausgestoßen; die Matrizen werden beim Weiterlauf des
Drehtisches mechanisch gereinigt und wieder der Füllvorrichtung zugeführt, so daß
:ein fortlaufender Arbeitsvorgang entsteht. Die ausgestoßenen Preßkuchen werden,
wie schon vorstehend erwähnt, zerkleinert, das zerkleinerte Gut getrocknet und alsdann
zu fertigen Preßlingen verpreßt. Die stufenförmige Druckerhöhung kennzeichnet sich
dadurch, daß beim Abpressen unter Presse i mit einem niedrigen Druck von etwa 15
atü, unter Presse z mit einem erhöhten Druck von etwa 3 o atü und bei Anordnung
weiterer Pressen mit entsprechend weiter steigendem Druck gearbeitet wird. Die mechanische
Entwässerung wird durch dieses Verfahren bis auf etwa 85 bis 9o % des im Rohgut
vorhandenen Wassers durchgeführt.