DE601504C - Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten aus ungesaettigten polymerisierbaren nichtbenzolartigen Acetylenpolymeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten aus ungesaettigten polymerisierbaren nichtbenzolartigen Acetylenpolymeren

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DE601504C
DE601504C DEP63368D DEP0063368D DE601504C DE 601504 C DE601504 C DE 601504C DE P63368 D DEP63368 D DE P63368D DE P0063368 D DEP0063368 D DE P0063368D DE 601504 C DE601504 C DE 601504C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten aus ungesättigten polymerisierbaren nichtbenzolartigen Acetylenpolymeren Diese Erfindung betrifft neue chemische Verbindungen und ihre Herstellungsverfahren aus ungesättigten Acetylenpolymeren.
  • Gegenstand des Patents 588283 ist ein Verfahren, bei dem durch Überleiten von Acetylen über einen Katalysator, der aus einem Cuprosalz oder einer Mischung von Cuprisalz und Kupferpulver besteht, bei verliziltnismäßig niedriger Temperatur und zweckmäßig bei Gegenwart eines indifferenten Lösungsmittels sowie von Chlorammonium ungesättigte Kohlenwasserstoffe von höherem Molekulargewicht entstehen, die sich durch Destillation von der Katalysatormischung trennen lassen. Das Hauptprodukt ist Divinylacetylen, ein niedrigsiedendes (8o bis 85' C), stark ungesättigtes öl von der empirischen Formel C,H,. Gleichzeitig wird eine erhebliche Menge anderer Acety lenpolyinere gebildet, darunter Monovinylacetyle.n (C4H4), sowie ein Produkt von der empirischen Formel C,Hs. Diese Produkte lassen sich roh durch Destillation trennen. Im folgenden werden diese Produkte ganz allgemein als polymerisierbare, nichtbenzolartige ungesättigte Acetylenpolymere bezeichnet, tun sie von Verbindungen vom Benzoltyp zu unterscheiden.
  • Erfindungsgemäß werden nun neue Verbin.d,ungen oder Stoffgemische -durch Polynierisation eines oder mehrerer polymerisierbarer, nichtbenzolartiger Acetylenpolyniei-e erhalten, die nicht auf irgendeine spezielle synthetische Methode hergestellt zu sein brauchen.
  • Die Erfindung gründet sich auf die Beobachtung, -daß diese polymerisierbaren, ungesättigten, nichtbenzolartigen Acetylenpolymere in verschiedenartiger Weise und in wechselndem Grade der Polymerisation fähig sind, je nach der Zeitdauer, der Temperatur und anderen im folgenden näher beschriebenen Faktoren.
  • Die erhaltenen Produkte sind je nach dem erreichten Polymerisationsgrad verschieden. So findet, wenn eine Mischung der Ausgangspolymeren oder ihre getrennten Bestandteile der Einwirkung der Hitze .unterworfen oder bei gewöhnlicher Temperatur und Luftzutritt dein Altern überlassen werden, nacheinander Polymerisation zu einer öligen, dann gelatinösen, dann harzigen Masse statt, und schließlich erfolgt Bildung eines harten, spröden Harzes von ungewöhnlicher Widerstandskraft gegenüber Wasser und den gewöhnlichen organischen Lösungsmitteln. Das zuerst gebildete ölige Produkt ist weitgehend in Alkohol und Aceton löslich; die danach gebildete gelatinöse Modifikation ist weitgehend in Aceton löslich, aber teilweise unlöslich in Alkohol; die harzartige Modifikation ist im wesentlichen unlöslich in Alkohol und wenig löslich in Aceton, während die darauffolgenden harten, spröden Polymeren im wesentlichen unlöslich sowohl in Alkohol als auch in Aceton sind.
  • Diese aufeinanderfolgenden Polymerisationsprodukte bestehen aus einer Mischung flüchtiger und nichtflüchtiger Verbindungen verschiedenen Polymerisationsgrades, die. sich roh durch Extraktion, aber vollständiger durch Destillation trennen lassen.
  • Die Erfindung umfaßt die Polymerisation polymerisierbarer nichtbenzolartiger Acetylenpolymere mit Hilfe der Einwirkung eines sauerstoffhaltigen Gases, wie Luft, und bzw. oder mit Hilfe der Hitze auf eines oder mehrere der besagten Polymere.
  • Falls die Polymerisation bei Gegenwart von Luft und durch Wärmebehandlung vorgenommen wird, ist ein Überschreiten einer Temperatur von 113' C unerwünscht, während 85 bis 87° C die bevorzugte Temperatur darstellt. Je nach der Natur des gewünschten Produkts kann die Wärmebehandlung sich auf 2, 3 oder mehr als 16 Stunden, erstrecken.
  • Die Reaktion verläuft schnell, so daß sich die Ausgangsacetylenpolymeren im geschlossenen Behälter, z. B. einem Glasrohr, binnen z8 bis 2o Stunden bei 9o bis zoo° C vollständig in acetonunlösliche Harze umwandeln lassen. Die Reaktion kann auch in einem früheren Stadium unterbrochen werden, um gute Ausbeuten an dem öligen, alkohollöslichen oder dem acetonlöslichen Polymer zu erhalten. Nach Entfernung des Lösungsmittels kann man die löslichen Polymere in einem flüchtigen Quellungsmittel, wie Benzol, oder auch in Wasser unter Anwendung allgemein bekannter Emulsionierungsmethoden verteilen. Beispiel z --Man bringt 25 ccm eines ungesättigten Kohlenwasserstoffgemisches, das in der beschriebenen Weise aus Acetylen dargestellt wurde und Divinylacetylen enthält, in ein Pyrexglasrohr, wobei der über der Flüssigkeit befindliche Luftraum 5o ccm beträgt, und behandelt es nach dem Zuschmelzen 24 Stunden im kochenden Wasserbad. Es bildet sich ein harter, in Aceton und den üblichen organischen Lösungsmitteln unlöslicher Harzkuchen. Beispie12 Man erhitzt ?-So ccm der ungesättigten, aus Acetylen hergestellten Kohlenwasserstoffmischung am Rückflußkühler auf dem Wasserbad 16 Stunden lang auf 85 bis 87° C und erhält auf diese Weise ein steifes, in Aceton wenig lösliches, aber in Alkohol fast unlösliches Gel. Beispiel3 Man erhitzt 250 ccm eines ungesättigten Kohlenwasserstoffgemisches, das in der beschriebenen Weise aus Acetylen dargestellt wurde und Divinylacetylen enthält, am Rückflußkühler auf dem Wasserbad 3 Stunden lang auf 85 bis 87° C und treibt die unveränderten Kohlenwasserstoffe durch Vakuumdestillation ab. Es entsteht ein viskoses oder gelatinöses Produkt, das in Aceton fast vollständig löslich, aber in Alkohol nur teilweise löslich ist und aus einem Gemisch der alkohollöslichen und acetonlöslichen Modifikationen besteht, die sich durch Extraktion trennen lassen. Beispie14 Man erhitzt 25o ccm .Divinylacetylen am Rückflußkühler auf dem Wasserbad 3 Stunden lang auf 85 bis 87° C und treibt das unveränderte Divinylacetylen mittels Vakuumdestillation ab. Man erhält ein weitgehend in Aceton lösliches Gel. Beispiel s Man erhitzt 25o ccm des aus Acetylen erhaltenen Kohlenwasserstoffgemisches ungefähr z Stunden lang am Rückflußkühler auf 85 bis 87° C und erhält so ein öliges Produkt, das sowohl in Alkohol als auch in Aceton weitgehend löslich ist.
  • Selbstverständlich lassen sich durch Senkung der Temperatur und Verlängerung der Zeit oder durch. Erhöhung der Temperatur und Verkürzung der Zeit Produkte von im wesentlichen gleichem Polymerisationsgrad wie- in den angeführten Beispielen herstellen.
  • Die obigenPolymerisationsproduktemüssen mit Sorgfalt gehandhabt werden, da sie äußerst leicht entzündlich sind. Die viskosen oder gelatinösen Massen vermögen Sauerstoff aus der Luft zu absorbieren und bilden dann explosible Verbindungen, die das gesamte Material zur Zündung bringen können. Beim Erhitzen über 113' C erfolgt normalerweise Explosion. Die harzigen Endprodukte, ganz gleich, ob sie durch langsame oder beschleunigte Polymerisation entstanden sind, sind häufig so empfindlich gegen Stoß, daß durch bloßes Kratzen der Panikelchen Explosion oder Zündung des Materials erfolgt. Gelegentlich kann die Zersetzung oder Explosion ganz von selbst erfolgen, so daß die Handhabung derartiger Produkte ein gefährliches Unternehmen ist.
  • Gemäß der Erfindung läßt sich die Bildung derartiger explosiver Verbindungen umgehen, indem man die polymerisierbaren nichtbenzolartigen Ausgangsacetylenpolymere bzw. ihre Polymerisationsprodukte in einer nichtoxydierenden Atmosphäre beläßt und/ oder indem man besagten Verbindungen einen ihre Oxydation verzögernden oder verhindernden Stoff zusetzt.
  • Es hat sich gezeigt, daß die Polymerisationsgeschwindigkeit unter nichtoxydierenden Bedingungen herabgesetzt wird und sich auch leichter reproduzieren läßt, mithin die Kontrolle der Reaktion zum Zwecke der Darstellung bestimmter Polymermodifikationen außerordentlich erleichtert wird. Dies hat gleicherweise für die langsame, beim Lagern stattfindende, wie auch für die beschleunigte Polymerisation Gültigkeit - eine Tatsache, die für die Handhabung, Lagerung und Anwendung dieser Stoffe von großer Bedeutung ist.
  • Obwohl die folgende Beschreibung dieses Verfahrens zur Verhinderung der Bildung explosibler Verbindungen speziell auf die Polymerisation von Divinylacetylen Bezug nimmt, ist dasselbe selbstverständlich auch anwendbar auf die Polymerisation anderer zuvor erwähnter, polymerisierbarer nichtbenzolartiger Acetylenpolymere sowie insbesondere einer Mischung derselben, wie sie ursprünglich aus Acetylen erhalten wird (vgl. die Beschreibung im Patent 588:283).
  • Gemäß der Erfindung kann Divinylacetylen unter nichtoxydierenden Bedingungen, z. B. in einer indifferenten Atmosphäre oder vorzugsweise bei Gegenwart eines Antioxydationsmittels, polymerisiert werden. Die erhaltenen Produkte sind dann praktisch frei von Sauerstoffderivaten und die mit ihrer Handhabung verbundenen Gefahren demnach stark verringert.
  • Von den zu- diesem Zwecke geeigneten Antioxydationsmitteln seien Phenole, Amine und allgemeine Kautschukantioxydationsmittel erwähnt.
  • Als Beispiele von Phenolen, bei denen derartige Wirkungen auf Zusatz zu den oben beschriebenen Acetylenpolymeren in Konzentrationen von o,i bis 5 Gewichtsprozent festgestellt worden sind, mögen angeführt werden die primären Phenole, wie Phenol selbst, o-Kresol, m-Kresol, p-Kresol, Eugenol, Thymol, beta-Naphthol und Guajakol.
  • Auch mehrwertige Phenole können bei Div inylacetylen und den ihm verwandten Polymeren als--Oxydationsverhinderer Verwendung finden. Unter den für diesen Zweck geeigneten mehrwertigen Phenolen seien erwähnt: Hydrodichinon, Pyrogallol, Resorcin, Dioxynaphthalin urid Brenzkatechin.
  • Ganz allgemein nimmt das Divinylacetylen bei Zugabe eines Phenols zu seiner Lösung eine hellgelbe Farbe an.
  • Es wurde ferner gefunden, daß auch die Amine bei Zugabe relativ geringer Mengen zu Divinylacetylen oder ähnlichen Acetylenpolymeren die Sauerstoffaufnahme verhindern oder merklich verzögern, und zwar Amine der allgemeinen Formel R'-N-R,R", worin R, R' und R" entweder Wasserstoff oder Kohlenwasserstoffgruppen darstellen, und bei der z. B. R und R' außerdem miteinander zu einem Ring verbunden sein können, so daß sich heterocyclische Basen, wie Pyridin und Chinolin, ergeben. Die Amine erweisen sich dadurch besonders wertvoll, daß sie flüchtige Verbindungen sind und die Sauerstoffaufnahme des Divinylacetats im Dampfzustande verzögern. Ferner verhindern sie infolge ihrer Flüchtigkeit die Bildung von Oxydationsprodukten an den Gefäßwandungen über der Flüssigkeitsoberfläche.
  • Unter den Aminen, die sich als wirksam erwiesen haben, befinden sich die sekundären aliphatischen Amine, wie Diäthylamin, Dipropylamin und Dibutylamin. Sekundäre aromatische Amine, wie Monoäthylanilin und Monomethylanilin, bewirken ebenfalls eine Verzögerung der Sauerstoffaufnahme.
  • Primäre und tertiäre Amine haben sich ebenfalls als wirksam-erwiesen. Als typische Beispiele seien die folgenden erwähnt: Äthylamin, Propylamin, Anilin, Isoamylamine, Allylamin, Tripropylamin, Triäthylamin, Diäthylanilin, Dimethylanilin, Orthotoluidin, Paratoluidin und a-Naphthylamin.
  • Diejenigen Antioxydationsmittel, welche eine Steigerung der Widerstandsfähigkeit des Kautschuks gegen Oxydation bewirken, stellen eine Klasse von Verbindungen dar, die zur Verhinderung oder Verzögerung der Sauerstoffabsorption seitens des Divinylacetylens und seiner Polymeren außerordentlich wirksam sind. Verbindungen wie Hydrochinon, Phenyl-a-naphthylamin, das Säurekondensationsprodukt des Acetaldehyds und Anilins, Metatoluylendiamin und Paraaminophenol und bimolekulares Äthylidenanilin sind Beispiele dieser Klasse.
  • Ferner wurde gefunden, daß die Polymerisation des Divinylacetylens unter nichtoxydierenden Bedingungen oder bei Gegenwart eines Antioxydationsmittels für Divinylacetylen einen höheren Prozentsatz an löslichen Reaktionsprodukten liefert, als wenn Gelegenheit zur Sauerstoffaufnahme gegeben ist. Wenn man z. B. dem Divinylacetylen ein Antioxydationsmittel, wie Hydrochinon, in Mengen von o,2 bis o,5 Gewichtsprozent zusetzt und die Mischung bei Luftzutritt oder -abschluß am Rückflußkühler 12 bis 14 Stunden lang auf 84 bis 88° C erhitzt, so polymerisieren sich annähernd 28 bis 30 °/o des Materials und liefern eine Ausbeute von 2o bis 22 % eines viskosen, in Alkohol löslichen sowie 8 bis io ']o eines in Aceton löslichen Polymers. Wenn man hingegen Divinylacetylen bei Abwesenheit solcher Antioxydationsmittel und unter Luftzutritt am Rückflußkühler auf 84 bis 88° C erhitzt, so erfolgt die Polymerisation mit viel größerer Geschwindig1Leit, die sich aber schwierig voraussagen läßt; wenn 25 °/o des Divinylacetylens reagiert haben, so enthält das Reaktionsprodukt bis zu 25 bis 3o °/o acetonunlösliche Modifikationen, im Vergleich mit wenig oder gar keinen unlöslichen Polymeren in diesem Stadium der Reaktion bei dem oben mitgeteilten Polymerisationsprozeß.
  • Folgende Beispiele sollen die Verhinderung der Bildung explosiver Verbindungen während der Polymerisation veranschaulichen. Natürlich sind die darin angegebenen Mengen und Arbeitsbedingungen variabel. Beispiel 300 ccin unter vermindertem Druck in einer Stickstoffatmosphäre umdestilliertes Divinylacetylen werden am Rückflußkühler in einer Stickstoffatmosphäre 12, Stunden lang auf 84 bis 87° C erhitzt. Es ist ratsam, die Mischung während der Polymerisation mechanisch zu rühren, um das Ansetzen von Polymeren an den Gefäßwandungen sowie die Gelbildung im Kolben zu verzögern. Nach dem Abdestillieren des nichtumgesetzten Divinylacetylens im Wasserbad unter vermindertem Druck bleibt als Rückstand ein viskoses, öliges Produkt, das eine Mischung aus den 'vorher beschriebenen polymeren Modifikationen darstellt und das entweder direkt oder nach Trennung der Polymeren mittels geeigneter ExtraktionsprozesseVerwendung findenkann. Beispiel? Man fügt zu 300 ccm Divinylacetylen o,2 Gewichtsprozent Hydrochinon und erhitzt die Mischung am Rü ckflußkühler unter Luftzutritt oder -abschluß 12, bis 14 Stunden lang auf 84 bis 87° C. Wie in Beispiel 6 ist es ratsam, die Mischung mechanisch zu rühren. Es findet Polymerisation bis zu 28 bis 3o % §tatt, und man kann die Produkte wie in Beispiel 6 behandeln.
  • Die die Oxydation der weiter oben beschriebenen ungesättigten Kohlenwasserstoffe verhindernden Verbindungen können in wechselnden Mengen, je nach der Natur der betreffenden Substanz, zur Verwendung kommen. IGeine Mengen Hydrochinon bis herunter zu o,i °%o, bezogen ,auf das Gewicht des Divinylacetylens, sind mit Erfolg verwendet worden.
  • Durch die Verwendung solcher Stoffe wird nicht nur die Polymerlsation der Produkte, die beim Durchleiten von Acetylen durch eine Mischung von Chlorammonium, Wasser und Kupferchlorür entstehen, verlangsamt, sondern die erhaltenen Produkte sind auch weniger gefährlich zu handhaben. Überdies erhält man bei Verwendung von Antioxydationsmitteln eine höhere Ausbeute an Polymerisationsprodukten.
  • Wie oben dargelegt, polymerisieren sich Divinylacetylen und die ihm verwandten Verbindungen beim Erhitzen unter nichtoxydierenden Bedingungen zu Gemischen von unv erändertem Divi.nylacetylen und von flüssigen und harzigen hochmolekularen Polymeren. Durch Abdestillieren des unveränderten Divinylacetylens unter vermindertem Druck auf dem Wasserbad läßt sich ein Gemisch der polymerisierten Modifikationen erhalten.
  • Für gewisse Zwecke kann es wünschenswert sein, flüssige Gemische derartiger Polvmere des Divinylacetylen:s .und der ihm verwandten Verbindungen darzustellen, insbesondere Gemische, die praktisch frei von unverändertem Divinylacetylen und seinesgleichen sind.
  • Es wurde z. B. gefunden, daß sich wertvolle flüssige Produkte aus reinem Divinvlacetylen oder Tetraacetylen (08H8) oder,den rohen Gemischen polymerisierbarer nichtbenzolartiger Acetylenpolymere herstellen lassen. Diese flüssigen Produkte weisen die Eigenschaften verdickter trocknender Öle auf und finden demzufolge als Bestandteile für Anstriche, Lacke u. dgl. Verwendung.
  • Man stellt diese flüssigen Produkte durch sorgfältige Regelung des Grades der Polvmerisation dar, welcher das nichtbenzolartige Ausgangsaeetylenpolymer unterworfen wird. Die Po:lymerisation kann bei Luftzutritt oder -abschluß, mit oder ohne Hilfe eines Antioxydationsmittels vom oben angeführten Tvp vorgenommen werden, und in ähnlicher Weise ist :die Anwesenheit eines Lösungsmittels während der Polymerisation dem Ermessen überlassen. Auf jeden Fall werden sowohl das unveränderte, nichtbenzolähnliche Ausgangsacetylenpolymer als auch sämtliche zufällig gebildeten flüchtigen Stoffe hinterher entfernt. Die Polymerisation wird mit einem Wort so geleitet, daß jede wesentliche Bildung fester Polymere vermieden wird, während die flüchtigen unveränderten Bestandteile des Produkts entfernt «erden. Beispiel 8 iooo g reines D.ivinylacetylen werden bei atmosphärischem Druck unter Luftzutritt 4 Stunden lang in einem Gefäß zum Sieden erhitzt, das mit Rückflußkühler versehen ist, der die verdichteten Dämpfe der Reaktion wieder zuführt. Die Temperatur der siedenden Flüssigkeit liegt zwischen 85 und 9o° C. Nach Verlauf von 4 Stunden wird das unveränderte Divinylacetylen unter vermindertem Druck abdestilliert. Es bleibt in einer Ausbeute von 12 bis 18'/, ein viskoser, nichtflüchtiger Rückstand mit -den allgemeinen Eigenschäften eines trocknenden verdickten Öles, der aus polymerisiertem D2vinylacetylen besteht. Durch Hinzufügung von Sölventnaphtha kann er auf eine zur Verwendung durch Aufstreichen oder -spritzen geeignete Viskosität verdünnt werden. Beispiel iooö g reines Divinylacetylen werden wie in Beispiel 8 zum Sieden erhitzt, mit dem nur mit dein Unterschied, ,daß man 2o g leinö1saures Cobalt hinzusetzt und nur 2 Stunden erhitzt. Das unveränderte Divinylacetylen wird, wie oben angegeben, entfernt und der viskose Rückstand, dessen Menge sich auf 12 % des Ausgangsmaterials beläuft, wie in Beispiel 8 verdünnt.
  • Ganz allgemein gesprochen erweist sich die Anwesenheit eines Lösungsmittels als vorteilhaft, da man dadurch ,die Reaktion leichte unter Kontrolle .hat.
  • Die folgenden Beispielebetreffen diese Ausführungsform. Beispiel 1o iooo g reines Divinylacetylen werden, --wie in Beispie18, zum Sieden erhitzt, mit dein Unterschied, daß ein Zusatz von iooo g Xylol erfolgt und 24 Stunden lang am Rückflußkühler bei 8:5 bis go° C gearbeitet wird. Nach dem Alxdestillierendes unveränderten Divinylacetyle.ns sowie eines Teils des Xylols unter vermindertem Druck erhält man eine 25%ige Ausbeute, bezogen auf das angewandte Divinylacetylen. Beispiel iz Ein Gemisch von ¢o g Dibutylamin, 1000 g rohem Divinylacetylen mit einem Gehalt an etwa 40 % Tetraacetylen und iooo g Xylo1 wenden 5o Stunden lang unter atmosphärischem Druck in einer Stickstoffatmosphäre am Rückflußkühler zum Sieden erhitzt. Auf diese Weise wird eine praktisch voll.kominene Umwandlung in filmbildende Polymere bewirkt. Das Produkt stellt eine klare rötlichorangefarbene Flüssigkeit von verhältnismäßig niedriger Viskosität dar, die gute Trocknungseigenschaften besitzt und für gewöhnlich zum Gebrauch keiner Verdünnung bedarf. Beispiel 12 Man erhitzt iooo g rohes Divinylacetylen mit einem Gehalt von 250/, Tetraacetylen 5 Stunden lang bei ein°r Temperatur von 75 bis 8o° C unter .atmosphärischem Druck in einer Stickstoffatmosphäre am`Rückflußkühler zum Sieden. Die (dabei erhaltene Lösung von Polymeren in umveränderten Kohlen-#x-as,serstoffen findet Verwendung als trocknendes Öl, nachdem man im Vakuum den nicht umgesetzten Teil des Ausgangsmaterials abdestilliert hat, oder sie wird wie folgt behandelt: Nach Zusatz von iooo g Xylol wird die Mischung der fraktionierten Vakuumdestillation unterworfen. Der nicht umgesetzte Anteil des Ausgangsmaterials kann auf diese Weise fast vollständig entfernt werden, wobei der Hauptteil des Xylols als Lösungsmittel für das erhaltene synthetische trocknende Öl zurückbleibt. Diese Lö,s.ung ist ähnlich der nach Beispiel 5 erhaltenen, besitzt aber eine viel hellere Farbe. Die Ausbeutebeträgt annähernd 50010, bezogen ,auf .die Ausgangsacetylenmischung, und ist unabhängig von ,der dem Ermessen überlassenen Xylolbehandlung.
  • Bei der Darstellung von Divinylacetylen, wie sie im Patent 588:283 beschrieben ist, enthält das Reaktionsprodukt von 25 bis q.o Gewichtsprozent Tetraacetylen, wobei man die höheren Beträge erhält, wenn ein Teil des Divinylacetylens durch Destillation entfernt wind. Die Gegenwart des Tetraacetylens scheint die Ausbeute an trocknendem Öl zu steigern, wenn man die Polymerisation eines Gemisches in dieser Absicht unternimmt. Die Gewinnung eines trocknenden Öles ist indessen auch aus dem isolierten- Tetraacetylen möglich.
  • Beispiel 13 Ein wie oben angegeben hergestelltes Tetraacetylen wird bei atmosphärischem Druck in einem geschlossenen Gefäß 3 Stunden lang, bz,w. bis sein Brechungsindex (gemessen bei 25° C mit der D-Linie des Spektrums) annähernd 1,578 beträgt, auf ioo° C erhitzt. Es entsteht eine praktisch nichtflüchtige, gelbe Flüssigkeit, die :genügend .dünn ist und für die Verwendung als Lack oder Firnis nach bekannten Methoden sehr wünschenswerteTrocknungseigenschaften besitzt. Die Ausbeute beträgt etwa, ioo-0/0.
  • Hierbei ist .zu bemerken, @daß bei Anwendung des isolierten Tetraacetylens keine flüchtigen Bestandteile zugegen sind, die man erst entfernen muß.
  • Vom praktischen Gesichtspunkt ist es erwünscht, .diese flüssigen Polymeren kontinuierlich herstellen zu können, und es wurde gefunfden, daß dies sehr gut durch Erhitzen des strömenden Polymers gelingt. Vorteilhafterweise läßt man einen kontinuierlichen Strom des Polymers durch eine Heizzone Passieren, trennt die polymerisierte von nichtpolymerisierter Flüssigkeit und führt letztere wieder in den Strom zurück. Vorzugsweise trennt man .die polymerisierte Flüssigkeit von der nichtpolymerisierten mittels Destillation, wobei der polymerisierte Rückstand entfernt wird, während der Dampf der nichtpolymerisierten Flüssigkeit vor der Rückleitung in den Strom kondensiert wird.
  • - Obgleich man nach dem kontinuierlichen Verfahren auf sehr verschiedene Weise im Rahmen dieser Erfindung mit Erfolg arbeiten kann, und obgleich der zur Anwendung kommenden Type der Spezialapparatur mir eine geringe Bedeutung zukommt, soll zum Zwecke der Erläuterung eine Apparaturanordnung zur Durchführung des Verfahrens im folgenden beschrieben werden in Verbindung mit einer Ausführungsform des darin durchgeführten Verfahrens.
  • Die Abbildung gibt eine schematische Ansicht der Apparatur.
  • In der Zeichnung stellt i einen Beschikkungs- und Vorratsbehälter, z. B. aus Nickel oder Glas, dar, der mit einem Zuleitungsrohr versehen ist und durch ein Entspannungsventil und die Entspannungskammer 2 mit der Spiralschlange 3 aus Nickelrohr in Verbindung steht. Die Kammer .2 ist mit einem Rückflußkühler 8 versehen, dessen oberes Ende in den Traps 9 mündet. Die Schlange 3 ruht in einem Gefäß oder Mantel i i, der zur Füllung mit Wasser eingerichtet und mit einer beliebigen (nicht gezeichneten) Heizvorrichtung versehen ist. Das untere Ende der Schlange steht durch das Rohr 16 und das Ventil 17 mit denn Behälter q. in Verbindung, der in einem Mantel oder Behälter i2 steht, welcher seinerseits mit einer passenden (nicht gezeichneten) Heizvorrichtung versehen ist und sich mit Wasser füllen läßt.
  • Der Behälter 4 steht durch ein am Boden befindliches Entleerungsventil mit der Vorlage 5 in Verbindung, deren Deckel einen Auslaß für Dämpfe 13 trägt, der zum Vakuum führt. Eine Rohrleitung 18 führt vom Deckel des Behälters q. nach oben zu der innerhalb des mit Salzlösung gefüllten Kühlmantels io liegenden Kühlschlange 6. Der Ausgang der Kühlschlange führt, wie man sieht, durch ein mit Ventilen versehenes T-Stück zu den Vorlagen 7, die beide mit Kühlmantel 14 und Austritt für Dämpfei 5 versehen sind. Absperrbare Rohrleitungen führen vom Boden der beiden Kammern 7 in den Vorratsbehälter i.
  • Das Verfahren wird in folgender Weise durchgeführt: Man erwärmt das Wasserbad i i auf eine gleichmäßige Temperatur von 85 bis 87° C und läßt eine Mischung von Divinylacetylen und etwa 5 % Xylol oder Solven.tnaphtha mit einer solchen Geschwindigkeit in die Schlange 3 laufen, daß sie in 61!, bis 7 Stunden gefüllt ist. Inzwischen wird die ° Blase 4 durch Erhitzen -des- Wasser-Bades auf eine Temperatur zwischen 85 und ioo° C arbeitsfähig gemacht, indem man gleichzeitig bei den Dampfauslässen der Vorlage für Polymere 5 und der Vorlagen 7 Vakuum anstellt. Nach Füllung der Schlange 3 läßt man die rohe Polymermischung unten aus der Schlange 3 durch Ventil 17 in die geheizte Blase 4 laufen. Die im ersten Stadium entweichenden flüchtigen Verbindungen werden im Rückflußkühler 8 verdichtet und gehen in das System zurück. Der Flüssigkeitsspiegel innerhalb der Schlange wird konstant gehalten, indem man aus dem Vorratsbehälter frische Mischung oben in die Schlange einspeist, und zwar in dem Maße, wie Flüssigkeit unten abgezogen wird. Das Ventil 17 wird so eingestellt, daß sich der Polymerisationsschlangeninhalt alle 61/, bis 7 Stunden erneuert. In der Vakuumblase 4, die unter einem Druck von 5o bis ioo mm Quecksilber oder darunter arbeitet, wird das nicht in Reaktion getretene Divinylacetylen sowie ein Teil des zugefügten Lösungsmittels rasch entfernt.
  • Die= Destillation läßt sich mit Hilfe der Höhe des angewandten Vakuums,. der Temperatur sowie der Natur des zugefügten Lösungsmittels so-regeln, daß sie ein Produkt mit nur einem Bruchteil von einem Präzent des Ausgangsdivinylacetylens und von weniger als 1 °!o bis hinauf zu io bis 15 °/o des zugefügten Lösungsmittels ergibt. Der Blasenrückstand, der eine flüssige Mischung aus Polymeren und restlichem Lösungsmittel darstellt, wird entweder kontinuierlich oder periodisch in die Vorlage 5 abgezogen. Die aus der Blase 4 entweichenden Dämpfe enthalten des nichtpolymerisierte Divinylacetylen und werden in der Schlange 6 verdichtet.
  • Das verdichtete, nicht in Reaktion getretene Gemisch wird abwechselnd in die beiden Vorlagen 7 entleert und läuft aus derjenigen Vorlage 7, die gerade gegen den Kühler abgeschlossen ist, in den Vorratsbehälter, von dem aus die Operation wiederholt wird. Die erforderlichen Mengen Rohgemisch werden kontinuierlich in den Vorratsbehälter i gespeist, während die hinzugefügte Menge Lösungsmittel so geregelt wird, daß der Gehalt daran im wesentlichen konstant bleibt. Unter normalen Arbeitsbedingungen wird die aus der Polymerisierschlange-kommende erhitzte Mischung vor der Verdampfung 2o bis 30 °Jo des Polymerisationsprodukts enthalten. Letzteres wird in der Blase. isoliert und kann kontinuierlich daraus abgezogen werden.
  • Wenn man die Polymerisation durchführt, indem man das -Divinylacetylen in dieser Weise beim langsamen Herabfließen durch ein Rohr oder eine Schlange erhitzt, so hat sich herausgestellt, .daß ein Rohgemisch .von Polymeren kontinuierlich aus der Schlange abgezogen werden kann, ohne Gefahr zu laufen, daß. die Mischung gelatiniert, eine unangenehme Erscheinung, die bei der Durchführung .derartiger Reaktionen oft auftritt und im allgemeinen, infolge Handhabungs-und Behandlungsschwierigkeiten, zu Materialverlusten führt.
  • In dem Maße, wie die Reaktion in der Schlange fortschreitet, erhöhen sich Siedepunkt und Dichte der Mischung, während die bei der Reaktion abgegebene Wärme abnimmt, so daß der Schlangeninhalt sich ruhig durch das Rohr vorwärts bewegt und wenig Neigung zu 'Gegenströmung und Durchmischung der Bestandteile zeigt. Diese Polymerisationsmethode gestattet auch, falls gewünscht, daß die Schlange mit zwei oder mehr Mänteln umgeben wird, die in dem Maße, wie die Reaktion fortschreitet, auf stufenweise steigende Temperaturen erhitzt werden, bis schließlich eine Reaktionstemperatur von ioo° C erreicht wird. Selbst höhere Temperaturen können angewandt werden, aber jede Steigerltng über ioo° C verinehrt die Gefahr der Gelatinierung und Zersetzung innerhalb der Schlange und erfordert erhöhte Sorgfalt bei Einstellung der Strömungsgeschwindigkeit durch die verschiedenen Reaktionszonen. - Zwar kann man auch bei tieferen Temperaturen arbeiten, doch steigt die Leistungsfähigkeit der Anlage bei hohen Temperaturen erheblich, ohne Erhöhung der Menge des Divinylacetylens im Polvmerisator, da man den hohen positiven Temperaturkoeffizienten der Polymerisationsreaktion ausnutzt.
  • Obgleich das kontinuierliche Verfahren auch ohne Hilfe von Lösungsmitteln durchgeführt werden kann, ermöglicht die Zugabe eines höher als Divinylacetylen (8o bis 85° C) siedenden Lösungsmittels in Mengen bis zu 100 /o zu dem Divinylacetylen, das Verfahren mit zahlreichen Abänderungen durchzuführen, deren Erfolg von der Menge, dem Siedepunkt und der Natur des zugesetzten Lösungsmittels abhängt. Jedoch verlangsamt eine Vergrößerung der Menge des Lösungsmittels infolge der Verdünnung die Reaktion, so daß die Zugabe von mehr als io °1o zwar möglich, aber nicht empfehlenswert ist.
  • Es können solche Lösungsmittel, wie z. B. Toluol, Xylol, Äthylbenzol, Solventnaphtha und die höher siedenden, als high flash bekannten Naphthasorten Verwendung finden. Die Zugabe von 2 °/a Xylol erhöht z. B. den Siedepunkt des Gemisches und verringert so jede Neigung züm Stoßen in den verschiedenen Polymerisationstemperaturzonen; außerdem übt das zugesetzte Lösungsmittel eine lösende - Wirkung auf -das Polymer aus und verringert Gelatinierungsgefahr -- innerhalb der Schlange, ohne die Polymerisationsgeschwindigkeit des Divinylacet3flens und verwandten Verbindungen herabzusetzen.
  • Während des Destillationsstadiums- unterstützt das zugesetzte Lösungsmittel durch seinen höheren Siedepunkt die Verdampfung und Entfernung des unveränderten Divinylacetylens und verdünnt gleichzeitig die an den Blasenwandungen zurückfließende Mischung, so daß . eine weitere Reaktion des Divinylacetylens in der Blase verzögert und das Polymere dauernd heruntergewaschen wird. Auf diese Weise wird das Gelatinieren oder Erhärten des Polymeren in der Blase vermieden: Es liegt auf der Hand, daß, je höher das zugefügte Lösungsmittel siedet, eine desto größere Tendenz besteht, in dem Polymerendpunkt zu verbleiben. Man erzielt aber eine schnellere Abtrennung des unveränderten Divinylacetylens und braucht dem Rohmaterial weniger Lösungsmittel zuzusetzen.
  • Die Arbeitsbedingungen, nämlich Polymerisationstemperatur, Zirkulationsdauer im Polymerisator, Menge und Art des zugesetzten Lösungsmittels sowie die Vakuumkontrolle der Lösungsmitteldestillation unter vermindertem Druck, können vom Fachmann zu einem gewissen Grade variiert werden zwecks Erzielung von Produkten verschiedener Polymerisationsgrade und Gehalte an L östingsmittel.
  • Die nach der Beschreibung hergestellten synthetischen trocknenden Öle sind mehr oder weniger viskose Flüssigkeiten, die bei gewöhnlichen Temperaturen nicht flüchtig sind und auf Verbindungen mit wenigstens 12 Kohlenstoffatomen und mit einem Molekulargewicht von wenigstens 156 bestehen. Die Polymerisationsgeschwindigkeit varriert je nach der Art des angewandten ungesättigten Kohlenwasserstoffs und kann gesteigert werden durch Temperaturerhöhung oder durch Sauerstoffzufuhr mit oder ohne Zuhilfenahme von Stoffen, die in der Lack- und Firnisindtistrie als Sikkative bekannt sind. Andererseits läßt sie sich herabsetzen durch Temporaturerniedria ng, Verdünnung mit Lösungsmitteln und durch Zufügung von Antioxydationsmitteln in vergleichsweise kleinen Mengen. Die vor Eintritt der Gelatinierung erzielbare Ausbeute an polymerisiertem Material läßt sich: durch Anwendung von Lösungsmitteln, wie aromatischen Kohlenwasserstofen, von aliphatischen Aminen o. dgl., sowie durch Luftabschluß bzw. Gegenwart eines indifferenten Gases, wie Stickstoff oder Kohlendioxyd, steigern. In einigen Fällen erweist es sich, wie bereits angegeben, als vorteilhafter, die Polymerisation zu unterbrechen, wenn erst ein Teil des Ausgangsmaterials umgewandelt ist.
  • Die Entfernung des unveränderten Materials macht das durch Hitze polymerisierte, polymerisierbare Polymer stabiler gegen Hautbildung und Festwerden im-, Behälter. Sämtliches nichtpolymerisierte Material kann nach seiner Entfernung zur Herstellung einer neuen Menge synthetischen trocknenden Öls dienen.
  • Durchschnittsmolekulargewicht, -viskosität und -löslichkeit der synthetischen trocknenden Öle lassen sich durch Variieren der Erhitzungstemperatur und -lauer beeinflussen. So liefert längeres Erhitzen Produkte von höherem Molekulargewicht, größerer Viskosität und geringerer Löslichkeit in solchen Lösungsmitteln wie aliphatischen Koh.lenwasserstoffen. Genügend langes Erhitzen führt schließlich zum Gelatinieren oder Festwerden der gesamten Masse. Die Gele sind unlöslich in allen Lösungsmitteln und daher für .Anstriche nicht verwendbar. Man muß daher bei der Herstellung synthetischer trocknender Öle die Erhitzung unterbrechen, bevor das Material das unlösliche Stadium erreicht. Es wurde aber festgestellt, daß nichtflüchtige, flüssige Stoffe in jedem zwischen dem ein Durchschnittsmolekulargewicht von 156 aufweisenden und dem kurz vor der Gelbildung liegenden. Polymerisationsstadium zur Verwendung als synthetische trocknende Öle geeignet sind.

Claims (1)

  1. PATRNTANSPRÜCiiR: i. Verfahren zur Herstellung von Pölymerisationsprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß man ungesättigte, nichtbenzolartige Acetylenpolymere oder ihre Mischungen polymerisiert. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man das Acetylenpolymere oder die Mischung der Einwirkung eines sauerstoffhaltigen Gases, wie Luft, unterwirft. 3. Verfahren nach. Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Polymerisation unter praktisch nichtoxydierenden Bedingungen vornimmt. q.. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines die Oxydation des Acetylenpolymeren oder Gemisches verzögernden Stoffes polymerisiert. 5. Verfahren nach Anspruch q., dadurch gekennzeichnet, daß man in der Atmosphäre eines indifferenten Gases, wie Stickstoff, polymerisiert. 6. Verfahren nach Anspruch q. und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man dein Polymeren oder Polymerengemisch ein ein- oder mehrwertiges Phenol oder ein aliphatisches oder aromatisches Amin oder ein Kautschukantioxydationsmittel zusetzt. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die zugesetzte Verbindung eine der folgenden ist: Hydrochinon, Phenyl-u.-naphthylamin, das Säurekondensationsp#rodukt vonAcetaldehyd und Anilin, Metatoluylendiamin, Paraaminophenol, bimolekulares Äthylidenänilin. B. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man Hydrochinon in einer Menge von mindestens o, i Gewichtsprozenten des angewandten Acetylenpolymeren oder Polymergemisches zusetzt. g. Verfahren nach Anspruch i bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man durch eine Wärmebehandlung polymerisiert. io. Verfahren nach Anspruch g, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungstemperatur 113° C nicht übersteigt undzweckmäßig zwischen 85 und ioo° C liegt. i i. Verfahren nach Anspruch g und i o, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhitzung während einer Zeitdauer von mindestens 2 Stunden erfolgt. 12. Verfahren nach Anspruch i bis i i, dadurch gekennzeichnet, daß man bis zur Bildung einer viskosen, nichtflüchtigen Flüssigkeit polymerisiert, ohne daß ein unlösliches Gel gebildet wird, und daß etwa vorhandene flüchtige oder nichtpolymerisierte Bestandteile nachträglich entfernt werden. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation bei Gegenwart eines Lösungsmittels erfolgt. 14.. Verfahren nach Anspruch 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß man einen kontinuierlichen Strom des Polymeren oder Polymerengemisches erhitzt: 15. Verfahren nach Anspruch 1q., dadurch gekennzeichnet, daß man einen kontinuierlichen Ström des Polymeren oder Polymerengemisches durch eine Heizzone leitet, die erhaltene polymerisierte Flüssigkeit kontinuierlich von der nichtpolymerisierten trennt und letztere wieder in den Strom zurückführt. 16. Verfahren nach Anspruch: 15, dadurch gekennzeichnet, daß man die polymerisierte Flüssigkeit von der nichtpolymerisierten durch Destillation trennt, den polymerisierten Rückstand abzieht und den verdampften nichtpolymerisierten Anteil vor der Rückführung in den Strom- kondensiert. ° 17. Verfahren nach Anspruch 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß man die nichtpolymerisierte Flüssigkeit von der polymerisierten unter vermindertem Druck und vorzugsweise bei einer Temperatur von 85 bis ioo° C abtreibt. 18. Verfahren nach Anspruch 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß man, den Strom des Polymeren auf stufenweise ,steigende Temperatur erhitzt. 1g. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Strom eine stufenweise, von 85 bis auf etwa ioo° C erhitzte Zone passiert. 2o. Verfahren nach Anspruch 14 bis 1g, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Strom des Polymeren ein höher siedendes Lösungsmittel beimischt. 21. Verfahren nach Anspruch 2o, dadurch gekennzeichnet, daß die umzuwandelnde Menge des Polymeren finit einem Zusatz von 2 bis io °/o Lösungsmittel während 61/2 bis 7 Stunden in der Heizzone bleibt. 22. Verfahren nach Anspruch i bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß das so zu behandelnde Polymer oder Polymergemisch aus Divinylacetylen besteht oder es als Bestandteil enthält. 23. Verfahren nach Anspruch i bis 1g, dadurch gekennzeichnet, daß man Tetraacetylen (C$He) oder ein dieses enthaltendes Gemisch polymerisiert. 24. Verfahren nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß man eine durch Einleiten von Acetylen in eine Mischung von Chlorammonium, Wässer und Kupferchlorür erhältliche Mischung der Acetylenpolymere verwendet. 25. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i bis 24., bestehend aus einem zur Aufnahme des strömenden Arbeitsguts geeigneten Heizgefäß (Schlange 3), das durch Rohrleitungen einerseits mit einer Destillationsvorrichtung (¢) zur Trennung der polymerisierten von der nichtpolymerisierten Flüssigkeit und andererseits mit einer Kühlvorrichtung (6, 7) verbunden ist, die die Rückführung der - nichtpolymerisierten Flüssigkeit aus der Dampfzone der Destillationsvorrichtung in das' Heizgefäß ermöglicht. 26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Heizgefäß (Schlange 3) verbundene Destillationsvorrichtung (4) einen Auslaß für nicht verdampftes Polymerisat und ein oberhalb des Flüssigkeitsspiegels angeordnetes, zu dem mit der Heizschlange verbundenen Kühler (6) führendes Verbindungsrohr aufweist. 27. Vorrichtung nach Anspruch 25 und 26, dadurch gekennzeichnet, daß in das vom Kühler (6) zur Heizschlange führende Verbindungsrohr zwei Vorlagegefäße (7, 7) parallel eingeschaltet sind, die mit dem Kühler und der Heizschlange durch getrennte, absperrbare Rohrleitungen verbunden sind.
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