DE60104C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung einer neuen Art Kratzenbeschlag - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung einer neuen Art KratzenbeschlagInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21F—WORKING OR PROCESSING OF METAL WIRE
- B21F45/00—Wire-working in the manufacture of other particular articles
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die Zähne von Kratzenbeschlägen ohne eine Erhöhung
der Herstellungskosten biegsamer, elastischer und ebenfalls bedeutend dauerhafter zu
machen. Diese Erfindung. besteht im wesentlichen darin, dafs der untere Theil des Zahnes
mit einer oder mehreren Biegungen versehen wird, oder mit anderen Worten: die beiden
Schenkel jedes Zahnes in der Arbeitsrichtung die Form einer einfach oder mehrfach gebrochenen
Linie erhalten, dieselben also gebogene oder wellenförmige Häkchen bilden, wie dieselben auf der beiliegenden Zeichnung
als Ausführungsbeispiel veranschaulicht sind.
Die Fig. ι und 2 veranschaulichen in der Stirnansicht, gesehen in der Arbeitsrichtung,
die Zähne, wie dieselben bisher hergestellt werden, und die Fig. 3 und 4 sind ähnliche
Ansichten von Zähnen, welche der vorliegenden Erfindung gemäfs geformt und besonders
für Volants aus gehärtetem Stahl geeignet,sind. Aus der Fig. 3 ersieht man, dafs der untere
Theil jedes Zahnes nicht mehr eine gerade Linie, sondern eine gebrochene bildet, wobeider
Scheitelpunkt des von derselben gebildeten Winkels an derjenigen Seite angeordnet ist,
wohin sich die Spitzen des Zahnes bewegen. Bei dem in der Fig. 4 veranschaulichten Ausführungsbeispiele
bildet der Zahn am unteren Ende zwei Biegungen, deren Scheitelpunkte auf . entgegengesetzten Seiten liegen. Infolge der
der vorliegenden Erfindung gemäfs gestalteten Zähne wird bei der Arbeit mit einem aus ihnen
zusammengesetzten Kardenbeschlag aufser der allgemeinen Biegung, welche an dem unteren
Theil der Zähne, d. h. an ihrer Durchtrittsstelle, durch das Leder (oder einen anderen
Beschlagsstoff) und auf der ganzen Länge der Karde stattfindet, auch noch ein Biegen in
jedem Theil der gebrochenen Linie hervorgerufen, welche der dem Zahn gegebenen Form
entspricht.
Bei einem der Fig. 4 gemäfs doppelt gekrümmten Zahn sind im ganzen drei Winkel
vorhanden, welche bei der Arbeit die Tendenz erhalten, sich zu verkleinern oder zu vergröfsern
und dadurch eine hochgradige Biegsamkeit hervorrufen. Bei den der vorliegenden Erfindung gemäfs angeordneten Kratzenzähnen
wird also ■—■ gleichviel, welches Material bearbeitet werden soll ■— bei derselben Stahlsorte
und bei derselben Gesammtlänge zwischen dem Beschlagsstoff und dem Ende der Zähne eine
viel gröfsere Beweglichkeit, infolge dessen also ein viel sanfterer Gang ermöglicht, und aufserdem
wird eine Geschmeidigkeit, Vibrationsfähigkeit und, wegen der geringeren Zerbrechlichkeit
der Zähne, eine längere Gebrauchsfähigkeit des Kratzenbeschlages herbeigeführt.
Bei den der vorliegenden Erfindung gemäfs angeordneten Zähnen können die Winkel und
die Länge der dieselben einschliefsenden Seiten sich ändern je nach dem vorlegenden Fall und
der mehr oder weniger guten Herstellungsweise.
Im Folgenden soll ein Verfahren an einem Geräth beschrieben werden, welches zur Ausführung
der vorliegenden Erfindung bestimmt ist.
Bei den bisher. gebräuchlichen Kratzenzähnen genügte es, eine einfache Biegevorrichtung zu
benutzen, welche den Zahn nach unten über
eine Metallzunge herumbog. Bei den der vorliegenden Erfindung gemäfs ganz anders angeordneten
Zähnen ist eine entsprechende Abänderung des Verfahrens erforderlich, welche darauf beruht, dafs es nicht mehr wie früher
genügt, den Zahn von unten nach oben um eine Zunge herumzuziehen, so dafs eine Biegung
entsteht. Um einen oder mehrere vollständige Haken herzustellen, welche sehr genau geformt
sein müssen, wird der vorliegenden Erfindung gemäfs eine unter Stofswirkung stattfindende
Pressung auf den Zahn ausgeübt und hierbei aufserdem ein Gesenk benutzt. Dabei ist die
Bewegungsrichtung des Beschlagstoffes eine entgegengesetzte, nämlich die Zähne werden in
eine entsprechende Form oder Matrize hineingeprefst, derart, dafs die Spitzen nach oben
gedrängt werden. Zur Ausführung dieses Herstellungsverfahrens dient eine Preis- oder
Biegevorrichtung. von ganz besonderer Form. Bei derselben war der Uebelstand zu vermeiden,
dafs das auf den Zahn wirkende Werkzeug, nachdem dasselbe die Zähne der ersten Reihe hergestellt hat, keinen Einflufs
auf die eingeschobenen Zähne der nächst unteren Reihe ausübt, also nicht mit der ersten
Reihe in Berührung kommt; aufserdem war ein schädlicher Einflufs des Werkzeuges auf
die Spitze des eben hergestellten Zahnes, zu vermeiden. Um diese Uebelstände zu beseitigen,
wurde eine oscillirende Bewegung benutzt, wie dieselbe bei Hämmern vorkommt, und der weiter unten zu beschreibende Biegearm
oder Hammer hat eine ganz besondere Form erhalten. In den Fig. 5 und 6 der beiliegenden
Zeichnung ist dieses Werkzeug dargestellt. Um den Zähnen die eigenartige Form zu geben, wird eine der äufseren Form des
Drahtes entsprechende Matrize benutzt und dem vorderen Ende des Biegearmes eine Gestalt
gegeben, welche einer leichten Abrundung oder den leichten Abrundungen entspricht,
welche man an dem oder den Scheitelpunkten des oder der inneren Winkel des Zahnes zu
dem Zwecke, ein Brechen an der Biegungsstelle zu vermeiden, anordnet. Diese Art von Abrundungen
der Scheitel bilden somit einen ergänzenden Theil der vorliegenden Erfindung.
Mit A1 ist das Leder bezeichnet, welches beschlagen werden soll. Diesem Leder wird
in bekannter Weise zuerst eine seitliche und dann eine abwärts gerichtete Bewegung ertheilt.
Mit C ist der Tisch bezeichnet, dessen oberer Theil die Matrize bildet, deren Form aus der
Zeichnung ersichtlich ist. Der Biegearm ist mit B bezeichnet und demselben wird eine
Bewegung ertheilt, wie man dieselbe von Hämmern ausführen läfst, und zwar kommt
er in demselben Moment zur Wirkung, wo bei den bekannten Maschinen der Hakenbilder
(crocheteur) in Thätigkeit tritt. Dieser Biegeapparat ist, wie aus Fig. 5 ersichtlich, aus zwei
Theilen hergestellt, damit man die Form der beiden Schenkel oder Arme eines Zahnes, und
zwar die jedes einzelnen für sich verändern kann.
Mit A ist eine Schraube bezeichnet, welche den Biegearm festhält und die Verstellbarkeit
desselben ermöglicht, mit C1 hingegen eine solche, welche ein Vor- und Rückwärtsschieben
des Apparates gestattet. Mit D sind Körnerspitzen bezeichnet, um welche der Biegeapparat
schwingt.
Sobald ein umgebogener Zahn durch die in dem Beschlagstoff hergestellten Löcher geschoben
ist, schlägt das hammerförmig gestaltete Ende des Biegearmes gegen den Draht
und prefst denselben in den Beschlagstoff hinein, indem die Spitze des Zahnes nach
oben gekrümmt wird. Die bekannten seitlichen und senkrechten Bewegungen des Beschlagstoffes
bewirken, dafs regelmäfsig ein neuer Zahn vor diesen Hammer geführt wird.
Die besondere Form, welche dieser Biegearm oder Hammer erhalten hat, bezweckt eine unbeabsichtigte
Berührung zwischen dem Hammer und der Reihe eben eingeschobener Zähne zu verhindern. Der obere-Theil dieses Biegearmes
ist convex gebogen; hierdurch wird erreicht, dafs, nachdem einmal das freie Ende des Biegearmes
unter einen Zahn der oberen Reihe getreten ist, derselbe sich von dem letzteren sofort
wieder entfernt und infolge dessen dieser convexe Theil des Biegearmes sich unter den
oberen Theil dieses Zahnes legt, indem dieser convexe Theil des Biegearmes und der obere
Theil des Zahnes unter sich parallel sind, also eine gleiche Neigung besitzen. Dem convexen
Theil des Biegearmes entspricht ein concaver Theil, welcher den Zweck hat, für den Zahn
in demjenigen Augenblick, wo derselbe einem Druck seitens des hammerartigen Theiles des
Biegearmes ausgesetzt ist und sich nach rückwärts und aufwärts bewegt, einen Raum zu
schaffen, wo derselbe nicht mehr berührt wird, also seine Form nicht geändert werden kann.
Diese Gestaltung des Biegearmes bewirkt endlich, dafs, wenn der Biegearm oder Hammer
sich rückwärts bewegt, um auf den nächst ■folgenden Zahn einzuwirken, derselbe auf den
eben hergestellten Zahn nicht mehr einwirken kann.
Die Fig. 7 stellt die Form des Hammers und der Matrize dar, welche dieselben erhalten,
wenn ein Zahn mit mehreren Biegungen hergestellt werden soll. Die Form der Zähne
kann natürlich je nach den Umständen den. gerade vorliegenden Fällen angepafst werden.
Die zur Bewegung des Hammers B, sowie die zur Einführung des Drahtes in das Leder etc.
benutzten Mechanismen können beliebiger Natur sein. Am zweckmäfsigsten wird man die Ge-
sammtanordnung der Kratzensetzmaschine in der Weise . treffen, dafs man, wie dies in den
Fig. .8 und 9 der beiliegenden Zeichnung in einem Grundrifs bezw. einer Seitenansicht dargestellt
ist, sämmtliche Mechanismen auf einer horizontalen Tischplatte derart anordnet, dafs
die zum Zuführen, Zerschneiden und Biegen des Drahtes dienenden Hebel etc. auf der einen
Seite dieser Platte, die zum Setzen der Kratzen dienenden Vorrichtungen dagegen auf der gegenüberliegenden
Seite liegen. Das Gewebe oder das Leder A 1 wird hier zwischen den Führungsrollen H H, Fig. 8 und 9, hindurch und hinter
dem Gesenk C vorbei nach oben über geeignete Tragrollen geleitet und an dem freien
Ende mit einem Gewicht / beschwert, so dafs die Geschwindigkeit des Vorschubes beliebig
geregelt werden kann.
Der Antrieb sämmtlicher Mechanismen erfolgt durch ein Handrad oder von der Schnurscheibe
S und einer an der Rückseite der Tischplatte liegenden Welle W aus, .und zwar
wird die Zuführung des Drahtes durch die auf der letzteren sitzende Curvenscheibe N und
den schwingenden Hebel M bewirkt, währepd das zum Abschneiden des Drahtes dienende
Messer R, sowie die zum Durchbiegen des Drahtes dienenden Klauen O P von den gleichfalls
auf der Welle W befestigten Curvenscheiben T T' T" T"' bewegt werden. Die
Curvenscheibe T'" wirkt hierbei der bequemeren räumlichen Anordnung wegen erst mittelbar
durch den Hebel P1 auf die zum Rückwä'rtsziehen und Durchbiegen des Stahldrahtes L
dienende Klaue P ein. Die specielle Einrichtung der Zuführungs-, Abschneide- und Biegevorrichtung
kann beliebig getroffen werden.
Mit Q sind Stifte bezeichnet, welche das Leder oder Gewebe behufs Einführung des Stahldrahtes
L lochen.
Auf der entgegengesetzten Seite des Tisches befindet sich die mit einem Zahnrad D1 versehene,
den Hammer B tragende Welle D, welche mittelst der Zwischenstange E und der
Curvenscheibe F von der Welle W aus in oscillirende Bewegung gesetzt wird, so dafs der
Hammer B in regelmäfsigen Zwischenräumen behufs Umlegung der Stahldrä'hte L gegen das
Gesenk C geprefst und unter Vermittelung der Feder G selbsttätig wieder von demselben
zurückgezogen wird.
Claims (3)
1. Das Verfahren, den Elasticitätsgrad der in Kratzen beschlagen (insbesondere für Kratzenscheiben)
vereinigten Drahthäkchen dadurch zu erhöhen, dafs man denselben in gröfserer oder geringerer Entfernung vom Kratzenleder
und über demselben mehrere Biegungen (nicht blos eine solche) ertheilt.
2. Eine Kratzensetzmaschine, in welcher zur Ausführung dieses Verfahrens die erforderliche
Gestaltung der Drahthäkchen unmittelbar nach dem Einsetzen durch Prägen erfolgt.
3. Ein nach diesem Verfahren hergestellter Kratzenbeschlag.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE60104C true DE60104C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT60104D Expired - Lifetime DE60104C (de) | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung einer neuen Art Kratzenbeschlag |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE60104C (de) |
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- DE DENDAT60104D patent/DE60104C/de not_active Expired - Lifetime
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