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Vorrichtung zum vollständigen Trocknen von Zementformlingen Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Nachbehandeln von Formlingen aus Zement und Sand,
wodurch sie außergewöhnliche Härte und Festigkeit erhalten sollen. Die Vorrichtung
besteht insbesondere aus einem Trockner und einem Bad, welche in vorteilhafter Weise
die Eigenschaften der Zementformlinge in der angedeuteten Weise zu beeinflussen
gestatten.
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Als Ausgangsmaterial verwendet man zweckmäßig ein Zement-Sand-Gemisch,
welches mit einer wässerigen Lösung von Eisenchlorid. angefeuchtet und darauf gut
durchgeknetet wird, wobei das Eisenchlorid den Zweck hat, das Abbinden und Erhärten
des Gemisches zu beschleunigen.
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Die übliche natürliche Trocknung genügt jedoch nicht, um die Formlinge
für ihre spätere Tränkung genügend vorzubereiten. Aus diesem Grunde erfahren die
Formlinge nach dem vorläufigen Abbinden eine zusätzliche, allmählich fortschreitende
Austrocknung, indem die Formlinge für eine angemessene Zeit in eine Reihe von aufeinanderfolgenden
Trockenkammern eingebracht werden, deren Temperaturen verschieden, und zwar allmählich
anwachsend sind. Die Heizung dieser Kammern wird durch Umlauf warmer Luft bewirkt.
Das so auf den gewünschten Trockenheitsgrad gebrachte Material wird darauf in das
Tränkebad, zweckmäßig von geschmolzenem Schwefel, eingeführt, um auf diese Weise
die Erhärtung des Zementformlings zu vervollständigen. Versuche mit vier Kammern,
wobei"die Formlinge in jeder dieser Kammern ungefähr i Stunde lang bleiben, haben
gezeigt, daß die Formlinge in der Kammer i durchschnittlich 6o °/a ihres Feuchtigkeitsgehalts,
in der Kammer 2 25 °/o, in der Kammer 3 io°/o und in der Kammer q. 5 % verlieren
und somit vollständig trocken und mit einer Temperatur von ungefähr loo° in die
Kammer 5 gelangen, in der sie mit Schwefel getränkt werden. Übrigens ergibt sich
aus der Verwendung von geschmolzenem Schwefel, in welchen die erhaltenen Formstücke
eingetaucht werden, noch der Umstand, daß das in dem Zement enthaltene Eisen sich
mit dem Schwefel zu einem Eisensulfid verbindet. Diese Umsetzung vollzieht sich
in zwei Zeiten: Zuerst vereinigt sich der Schwefel mit dem Kalk, der sich ,während
des Abbindens des Zements durch die Einwirkung des Wassers auf das Tricalciumsilikat
gebildet hat, und bewirkt die Entstehung von Calciumsulfid. Das Calciumsulfid wirkt
auf das Eisensilikat gemäß folgender Gleichung ein: Ca S+FeSi03=CaSi03+FeS.
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Das Calciumsulfid vermehrt noch den Widerstand, welcher in der ersten
Stufe des Verfahrens erzielt worden ist, und zwar dadurch, daß dieser Körper .die
Eigenschaft besitzt, die Poren und alle Kapillaröffnungen zu verschließen, welche
in der Zementmasse vorhanden sind, und so das Eindringen des Schwefels verhindert.
In diesem Augenblick wirkt das Eisensilikat
auf das Calciumsulfid
unter Bildung von Eisensulfid und Calciumsilikat; dies hat zur Folge, daß die Poren
und Kapillaröffnungen der Masse von der Gegenwart des Calciumsulfids befreit werden
und so dem Schwefel den Zutritt in das Innere der Zementmasse ermöglichen.
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Die zu trocknenden bzw. späterhin mit einer Tränkung zu versehenden
Formlinge werden zweckmäßig in folgender Weise hergestellt: Geeignete-Zement- und
Sandmengen werden unter Zufügung einer etwa 2o°/oigen Eisenchloridlösung in einer
passenden Vorrichtung gemischt und geknetet; hierauf wird das erhaltene pastenartige
Gemisch in die Form gebracht und in üblicher Weise entweder ohne oder unter Druck
weiterbehandelt. Nach dem Herausnehmen aus den Formen werden die Formlinge an feuchte
Orte gestellt, und dort wird ihnen genügend Zeit für das Abbinden und Trocknen gelassen.
Diese vorgetrockneten Formlinge werden sodann auf geeigneten Gestellen aufgestapelt
und zur Vollendung der Austrocknung in die aufeinanderfolgenden Trokkenkammern gefahren.
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In der Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform der Trockenvorrichtung
mit unabhängigen, aufeinanderfolgenden Trockenkammern schematisch dargestellt, an
deren Ende eine mit einem beckenartigen, zurAufnahme des Tränkungsmaterials dienenden
Behälter versehene Kammer sich befindet. In dieses Tränkebad werden die getrockneten
Formlinge eingetaucht.
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Abb. i ist ein Längsschnitt durch die gesamte Trocken- und Tränkevorrichtung.
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Abb.2 stellt einen waagerechten Schnitt nach A-B der Abb. i dar.
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Die Abb.3 und q. sind Querschnitte nach C-D bzw. E-F der Abb. i.
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Die gezeigte beispielsweise Ausführung der Trockenvorrichtung besitzt
vier Kammern i, 2, 3, 4.; diese Anzahl kann jedoch entsprechend den besonderen Bedürfnissen
schwanken. Auf die erwähnten Kammern folgt eine besondere Kammer. 5 mit einem Becken
6 für die Aufnahme des Schwefelbades. Alle Kammern sind durch die Anordnung von
wärmeisolierten Querwänden 7 voneinander getrennt. Im unteren Teile der Kammern
sind Verbindungstüren 8 angebracht, die sich von außen nach innen öffnen. Die äußeren
Kammern i und 5 sind mit Türen g bzw. 1o versehen, die sich von innen nach außen
öffnen. Um Wärmeverluste zu vermeiden, sind die Türen 7, g und 1o vollkommen dicht
schließend angeordnet. Eine :Metallschiene i1 geht durch sämtliche Kammern hindurch
und wird an ihren Enden, und zwar vor und hinter der Trockenvorrichtung, durch Träger
12 derart gestützt, daß sie in Richtung der Kammer 5 leicht abfällt. Die Heizung
der Kammern T bis q. erfolgt durch umströmende warme Luft, wie in Abb. _ dargestellt
ist. Zu diesem Zweck wird die atmosphärische Luft durch ein durch einen nicht dargestellten
Elektromotor angetriebenes Gebläse 14 angesaugt und in passende Radiatoren 15 gedrückt,
in welchen hochgespannter Dampf (z. B. von 6 bis 8 kg) umläuft. Die auf diese Weise
hocherhitzte Luft wird dann zuerst in den oberen Teil der Kammer q. mittels einer
Reihe von Rohren, die von einem Sammler 16 ausgehen und in 17 münden, geleitet.
Die heiße Luft füllt diese Kammer an und entweicht dann am unteren Teil der Querwände
durch die Öffnungen 18 der Heizzüge, die in 1g am unteren Teile der vorhergehenden
Kammer 3 münden. Aus dieser nun ihrerseits von der heißen Luft angefüllten Kammer
3 entweicht diese am oberen Teile durch die Leitungen 2o, welche in einen Sammler
21 münden. Der Sammler 2i weist eine zweite Reihe von Leitungen auf, die wiederun
bei 2a in den oberen Teil der Kammer 2 auslaufen, die Luft in dieser Kammer verteilen
und unten durch entsprechende Öffnungen in die Kammer i strömen. Schließlich entweicht
die Luft oben aus der ersten Kammer i durch die Leitungen 24 in den Schlußsammler
25. Von diesem Sammler aus wird sie zweckmäßig durch eine in der Zeichnung nicht
angegebene Leitung zu den Radiatoren 15 zurückgeführt.
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Es ist leicht ersichtlich, daß infolge des Umlaufs der warmen Luft
durch die Kammern q. bis i in der Kammer q. die höchste, in Kammer i die niedrigste
Temperatur vorhanden sein wird, während die Temperatur in den Kammern 3 und 2 Mittelwerte
aufweist. Auf diese Weise wird eine allmählich fortschreitende Trocknung der in
Kammer i eingeführten und nacheinander die Kammern 2, 3 und q. durchlaufenden Formlinge
erzielt, um schließlich in das in der letzten Kammer 5 befindliche Schwefelbad völlig
getrocknet einzutauchen.
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Wie aus der Abb. i ersichtlich, wird die Schiene =i außer durch die
Endstützen 1a noch durch Zwischenstützen getragen, die z. B. durch die Querwände
7 gebildet werden; auf diese Weise wird die Unterteilung der Schiene entsprechend
der Länge des die Kammer 5 durchquerenden Stückes ermöglicht. Die Abb. i zeigt zwei
Einteilungen bei 26, die angeordnet sind, um das Schienenstück 27 beweglich zu machen
und es an Seilen oder Ketten 28 aufzuhängen, die über Leitrollen 29 gehen und auf
einer Winde 3o atfgewickelt werden können; diese beispielsweise durch einen Motor
31 angetriebene Winde befindet sich vorn an der Trockenvorrichtung (s. Abb. i).
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Das Schmelzen des Schwefels in dem Behälter 6 und die Aufrechterhaltung
der erforderlichen Temperatur im Bade werden durch
Rohrbündel oder
Rohrschlangen bewerkstelligt, die in den Wänden dieses Behälters angebracht sind;
durch diese Rohre strömt Dampf aus einem besonderen Generator oder auch Dampf oder
Luft, die unter Zuhilfenahme des Radiators 15 erzeugt wurden. Die Rohrbündel bzw.
Rohrschlangen sind auf der Zeichnung nicht dargestellt.
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Nach dem Befeuchten und Durchkneten des Gemisches mit der Eisenchloridlösung
und nach Beendigung des Formens, des Abbindens und der natürlichen Vortrocknung
werden die Formlinge auf ein Gestell 32 gebracht, welches bestimmte, den
Trockenkammern angepaßte Abmessungen besitzt, damit es in diese hineingebracht,
durch die Kammern hindurchgeführt und schließlich ohne besondere Schwierigkeit wieder
daraus entfernt werden kann. Das Gestell ist mit Haken versehen, damit seine Aufhängung
und sein Gleiten an der Schiene i= unter Zuhilfenahme von beispielsweise einem Zugseil
ermöglicht wird.
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In Abb. 3 ist das Gestell 32 mit den Formlingen 33 an der Schiene
=i aufgehängt und in die Kammer i hineingebracht dargestellt. Abb. q. zeigt das
gleiche Gestell, welches an dem Teilstück 27 der Schiene i= hängt; das Schienenstück
27 ist genügend weit herabgelassen, so daß das erwähnte Gestell mit den Formlingen
ganz in. das in dem Behälter 6 befindliche Schwefelbad eingetaucht wird.