DE584541C - Verfahren zur Veredlung von vegetabilischen Gerbstoffextrakten - Google Patents

Verfahren zur Veredlung von vegetabilischen Gerbstoffextrakten

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DE584541C DESCH93340D DESC093340D DE584541C DE 584541 C DE584541 C DE 584541C DE SCH93340 D DESCH93340 D DE SCH93340D DE SC093340 D DESC093340 D DE SC093340D DE 584541 C DE584541 C DE 584541C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/10Vegetable tanning
    • C14C3/12Vegetable tanning using purified or modified vegetable tanning agents

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Description

  • Verfahren zur Veredlung von vegetabilischen Gerbstoff extrakten Diej enigenvegetabilischlen Gerbstoffextrakte, welche für die Gerberei von größter Wichtigkeit sind, weil sie dem Leder Gewichst und Festigkeit geben, zeigen im allgerneinerä den Nachteil, daß sie von Natur stark ge-. färbt sind. Bei ihrer unmittelbaren und ausschließlichen Verwendung erhält man daher. ein dunkles Leder, das in der Mehrzahl der Fälle nicht erwünscht ist. Beispiele für derartige Extrakte sind die aus dem Holz des argentinischen Quebracho, aus Holz und Rinde des brasilianischen angico do campo sowie aus Mangroverinde gewonnenen.
  • Um diesen Nachteil zu vermeiden oder wenigstens zu verringern, ist man schon seit längerer Zeit vielfach dazu übergegangene, die gefärbten Extrakte mit anderen, helleren zu mischen, insbesondere mit solchen von gelblicher Farbe oder mit diesen letzteren'. vor- oder nachzugerben. Auf diese Weise erreicht man bekanntlich eine gewisse Aufhellung der Lederfarbe; indessen hat diese Art der Gerbung folgende Nachteile: ungenügender Aufhellungseffekt bei stark g.efäXbten Extrakten, Verringerung der Festigkeit des Leders (besonders unerwünscht bei Sohlleder) durch den Einfluß, der aufhellenden Extrakte, die für sich ein weiches Leder zu geben pflegen, schließlich Komplizierung des Gerbprozesses durch die Anwendung verschiedener Extrakte in verschiedenen Mengenverhältnissen und nacheinander. Ein anderes. bekanntes Mittel zur Aufhellung ist die Sulfitierung der Extrakte, die aber leicht zu einem Abbau des Gerbstoffmoleküls und damit zu einer Wertverminderung des betreffenden Extraktes führt.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur Aufhellung farbiger vegetabilischer Gerbstoffextrakte, welches die leben genannten Nachteile vermeidet und darüber hinaus einer erweiterten Anwendung fähig ist. Es wurde die überraschende Beobachtung gemacht, daß . kleinste Mengen von Diazoniumverbindungen, beispielsweise von Benzoldiazoniumsalzen, wenn sie zu farbigen flüssigen Gerbstoffextrakten hinzugefügt werden, einen völligen Farbenumschlag bewirken, wobei der neu auftretende Farbton von der Art der Diazoniumverbindung 'abhängt. Die Diazoniumverbindungen des Anilins, seiner Homologen (Toluidine usw.) und kernsubstituierten Derivate (Chlor-, Nitro-, Alkoxyderivate, Sulfonsäureri usw.) ergeben eine gelbe, orange bis rote Färbung; a-naphthylamin und seine Derivate geben ein Rot. Im Prinzip sind alle diazotierbaren Amine für das neue Verfahren geeignet; doch haben für den praktischen Zweck der Lederaufhellung vor allem diejenigen Diazoniumverbindungen Wichtigkeit, welche dem Extrakt die im allgemeinen für das Leder erwünschte gelbliche Farbe verleihen. Dies schließt aber nicht die Möglichkeit aus, in besonderen Fällen ein rotes, violettes oder sonstwie gefärbtes Leder zu erzeugen, indem man die Gerbextrakte beispielsweise mit den Diazoniumverbindungen der Naphthylamine und ihrer Derivate, der Benzidinbasen oder diazotierbarer Farbstoffe behandelt. Man kann natürlich auch zur Erzielung bestimmter Farbtöne zwei oder mehrere Diazoniumverbindungen miteinander kombinieren. Auch Gerbextrakte, deren natürliche Farbe im allgemeinen den Anforderungen genügt, wie z. B. Kastanienholz- oder Fichtenrindeextrakt, können nach vorliegendem Verfahren umgefärbt werden, wenn ein Bedürfnis dafür auftreten sollte. Da Gerbextrakte vielfach auch in der Textilfärberei insbesondere als Beizenfarbstoffe verwendet werden, hat vorliegendes Umfärbeverfahren auch für diesen Industriezweig Bedeutung. Als besonders lichtecht haben sich hier mit Kupfersalzen und Chromaten nachbehandelte Färbungen solcher Gerbextrakte erwiesen, die mit diazotierten aromatischen O-aminooxyverbindungen, wie Pikraminsäure oder i, 2, 4-Aminonaphtholsulfonsäure, behandelt worden waren.
  • Es ist zwar bereits in der britischen Patentschrift 243 144 vorgeschlagen worden, Gerbstoffextrakte durch Zusatz wasserlöslicher Teerfarbstoffe zu färben; doch hat dies den Nachteil, däß die Farbstoffe Fremdkörper im Extrakt sind, vielfach nicht gleichmäßig mit dem Gerbstoff ins Leder Feindringen, sondern an der Oberfläche fixiert werden und sich zudem erheblich teurer stellen als die aus den aromatischen Aminen gewöhnlich unmittelbar vor dem Gebrauch hergestellten Diazoniumverbindungen. Diese letzteren verbinden sich mit Bestandteilen des Gerbextraktes zu Azofarbstoffen, welche zugleich Gerbstoffcharakter besitzen und daher das Leder völlig gleichmäßig durchfärben.
  • Daß Diazoniumverbindungen mit Gerbstoffen Azofarbstoffe zu bilden vermögen, ist zwar an sich bereits bekannt. Man hat auch schon daran gedacht, die Einwirkung von Diazoniumverbindungen auf Gelbholzextrakt oder auf Lignin- und Lignonsulfonsäuren zur Darstellung von Azofarbstoffen zu verwerten. Nicht bekannt war es aber, daß. durch einfache Zugabe einer ganz geringen Menge von Diazoniumverbindung, die nur einen Bruchteil der zur völligen Verwandlung des Gerbstoffes in Azofarbstoff nötigen Menge darstellt, ein völliger Farbenumschlag bei dem Extrakt bewirkt werden kann, dergestalt, daß beim Gerben mit einem so vorbehandelten Extrakt ein Leder erhalten wird, das sich in seiner Färbung gänzlich von dem mixt unbehandeltem Extrakt hergestellten Leder unterscheidet. Es erklärt sich dies vielleicht dadurch, daß die Diazoniumverbindung in erster Linie die farbigen Bestandteile des Extraktes, Phlobaphene genannt, angreift und in Azofarbstoffe verwandelt. Versuche haben ergeben, daß die anzuwendende Menge Diazoniumverbindung im allgemeinen den Betrag von einem Grammäquivalent, also z. B. von 140,5 g Benzoldiazoniumchlorid für 2o kg Extrakt, berechnet auf den Trockengehalt, nicht zu übersteigen braucht. Wegen dieses geringfügigen Zusatzes an Fremdsubstanz werden die Eigenschaften des Extraktes, mit Ausnahme der Farbe, durch die Behandlung nicht nennenswert verändert, höchstens im günstigen Sinne. Die mit diazotierten Aminosulfonsäuren der Benzol- oder Naphthalinreihe behandelten Extrakte gerben etwas rascher durch und sind löslicher als vor der Behandlung.
  • Das Verfahren wird zweckmäßig bei gewöhnlicher Temperatur ausgeführt; doch steht der Ausführung bei erhöhter Temperatur, besonders bei Anwendung hitzebeständiger Diazoniumverbindungen, nichts im Wege. Die Konzentration der zu behandelnden Gerbstoffextraktlösung kann in weiten Grenzen, schwanken und ist nach oben hin nur begrenzt durch die Viskosität, die nicht zu groß werden darf, damit eine gute Durchmischung gewährleistet ist. Lösungen von 2o bis 25° B6 sind im allgemeinen noch gut anwendbar. Beispiel i 2 kg Anilin werden in bekannter Weise in konzentrierter salzsaurer oder schwefelsaurer Lösung diazotiert, und die Diazolö sung wird langsam und unter kräftigem Rühren einlaufen gelassen in i5oo 1 klar in kaltem Wasser löslichen, sulfitierten Angicoextrakt von 25° B6, entsprechend iooo kg festem Extrakt. Nach der Zugabe ist der Extrakt unmittelbar gebrauchsfertig; er kann aber auch vorher noch in der üblichen Weise im Vakuum bis zur dickflüssigen Konsistenz eingedampft werden, so daß er beim Erkalten erstarrt. Beispiel 2 Man diazotiert in bekannter Weise und vorteilhaft in einem kleinen Volumen 5 kg Metanilsäure und fügt die Diazoverbindung unter gutem Rühren zu 2ooo 1 eines natürlichen argentinischen Quebrachoextraktes von 2o° B6, was etwa ioookg festem Extrakt entspricht. Auch in diesem Falle kann der behandelte Extrakt unmittelbar zum Gerben dienen oder nach vorheriger Eindampfung im Vakuum.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE': r. Verfahren zur Veredlung von vegetabilischen Gerbstoffextrakten, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die flüssigen Extrakte eine oder mehrere Diazoniumverbindungen einwirken läßt, und zwar in einer Menge, die ein Grammäquivalent, berechnet auf 2o kg festen Extrakt, nicht übersteigt und ungenügend ist, um die gesamten kupplungsfähigen Bestandteile des Extraktes in Azofarbstoffe überzuführen, und dann gegebenenfalls die Extrakte in bekannter Weise in feste Form überführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, gekennzeichnet durch die Verwendung der Diazoniumverbindungen des Anilins, seiner Homolog enoder Kernsubstitutionspro dukte, insbesondere der Aminobenzolsulfonsäuren.
DESCH93340D 1930-02-26 1931-02-25 Verfahren zur Veredlung von vegetabilischen Gerbstoffextrakten Expired DE584541C (de)

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