DE166351C - - Google Patents

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DE166351C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/02Material containing basic nitrogen
    • D06P3/04Material containing basic nitrogen containing amide groups
    • D06P3/14Wool
    • D06P3/20Wool using mordant dyes using metallisable dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

fäi/naetüat bet.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bekannt, daß Chromsäure und chromsaure Salze auf alle auf die Wollfaser aufgebrachten Farbstoffe sauren Charakters eine starke Wirkung ausüben, die sich in verschiedener Weise äußert. In manchen Fällen tritt eine Oxydation des Farbstoffs ein, wobei entweder eine ziemlich weitgehende Zerstörung der Farbstoffe erfolgt oder vom Ausgangsfarbstoff in der Nuance völlig abweichende Chromlacke der Oxydationsprodukte entstehen. Bei der großen Gruppe der Orthooxyazofarbstoffe, den Salicylsäureazofarbstoffen und ihren Homologen, den beizenziehenden Azofarbstoffen, die sich von den 1 · 8-, 1 · 2-, 2 · 3-Dioxynaphtalinen und deren Sulfosäuren ableiten, ferner bei vielen beizenziehenden Anthrachinonfarbstoffen usw. tritt bei dem Nachchromieren eine Lackbildung ein, an der die im Molekül enthaltenen Hydroxyl- und Carboxylgruppen Anteil nehmen. Bei einer sehr großen Zahl von Farbstoffen, besonders den meisten Säurefarbstoffen, vielen Azofarbstoffen und gewissen arylierten Säurefarbstoffen ' der Anthrachinonreihe schließlich ist nur eine einfache Chromoxyd - Salzbildung anzunehmen, an der wohl die Sulfogruppen im Farbstoffmolekül beteiligt sind. In allen diesen Fällen tritt eine wesentliche Steigerung der Echtheitseigenschaften der Färbungen ein, die sich in einer verbesserten Wasser-, Wasch-, Walk- und Blutechtheit bei denjenigen Farbstoffen äußern, bei denen einfache Salzbildung erfolgt. Bei den Farbstoffen aber, bei denen durch das Nachchromieren Lackbildung oder Oxydation und Lackbildung erfolgt, tritt nicht nur eine bedeutende Vergrößerung der Wasser-, Wasch-, Walk- und Blutechtheit, sondern auch meistens noch eine wesentliche Steigerung der Alkali- und Lichtechtheit ein. Der Grad dieser beim Nachchromieren eintretenden Echtheitssteigerung ist so gut wie ausschließlich von der Konstitution des angewendeten Farbstoffs abhängig und läßt sich nur durch die Menge des angewendeten Chroms in engen Grenzen etwas steigern.
Es wurde nun gefunden, daß bei allen Farbstoffen im Nachchromierverfahren eine weitere, bedeutende Steigerung der Echtheitseigenschaften dadurch erreicht werden kann, daß neben dem Farbstoff und dem Chrom noch gewisse der Lackbildung oder der Oxydation fähige, nicht sulfurierte Stoffe der aromatischen Reihe, wie Tannin, Gallussäure, Anthranilsäure, Hydrochinon, 2 «3-, ΐ·5~ Dioxynaphtalin, α-Naphtol, 2·Ι-, ΐ·2-, ι · 4-, ι · 8-Amidonaphtol usw. auf der Faser niedergeschlagen werden. Die Wirkung dieser Stoffe auf die Echtheitseigenschaften der erzielten Färbungen ist eine ganz außerordentliche und äußert sich bei allen Farbstoffen, die dem Nachchromierverfahren unterworfen werden, durch eine wesentliche Steigerung der Blutechtheit in Walke und Wäsche, sowie durch eine unverhältnismäßig geringere
Einbuße an Farbkraft bei starken Einwirkungen von Alkalien und Seifenwasser in Walke, Wäsche und im Pottingprozeß. Die genannten Stoffe können entweder dem Farbbad beim Auffärben von vornherein zugesetzt werden, oder sie können auch nachträglich, nach der Einwirkung des Chroms, in demselben oder einem zweiten Bade zur Wirkung gebracht werden. Diese zweite Arbeitsweise
ίο ist in vielen Fällen vorzuziehen, weil öfters die Nuance der angewendeten Farbstoffe durch nachträgliche Behandlung weniger beeinflußt wird. Es ist bemerkenswert, daß die Mengen von Tannin, Hydrochinon, Anthranilsäure, 2 · 3-Dioxynaphtalin usw. nicht im Überschuß zur Anwendung gebracht werden dürfen, weil sonst statt einer günstigen gar keine oder eine weniger gute Steigerung der Echtheitseigenschaften hervorgerufen wird.
Wird die Menge der genannten Stoffe erhöht, dann muß auch in demselben Maße die Menge des Chroms erhöht werden, sonst tritt die beabsichtigte Steigerung in den Echtheitseigenschaften nicht ein.
Tannin ist schon in Verbindung mit anderen Metallsalzen, aber noch nicht in Verbindung mit Chromat zur Hervorbringung von Färbungen angewendet worden. Von den übrigen zur Erhöhung der Echtheit in Anwendung gebrachten Stoffen ist die Verwendung von a-Naphtol, Dioxynaphtalinen und Amidonaphtölen zur Herstellung von Oxydationsfärbungen auf der Wollfaser mit Chromat durch die Patentschrift 77552 bekannt geworden. Neu ist jedoch die Kombination dieser, helle bräunliche Drapfarben ergebenden Körper mit satten Farben im Chromentwicklungsverfahren zum Zweck der Hervorbringung höherer Echtheitsgrade. Indem man den Farbstoffen beim Ausfärben oder nach ihrer Fixierung mittels Chrom diese Substanzen zufügt, wird die Löslichkeit der Farblacke in Wasser und Alkali herabgedrückt, wahrscheinlich dadurch, daß Doppelverbindungen (Doppellacke) entstehen.
Daß diese Substanzen, wie Tannin, Dioxy-
naphtaline, Amidonaphtole usw., gleichzeitig durch Oxydation oder Lackbildung selbst eine gewisse Farbe auf Wolle liefern, ist eine lästige Zugabe, die nicht das Ziel des Verfahrens bildet. Es handelt sich hier nicht um die handwerksmäßige Kombination von Farbstoffen, wie z. B. Schwarz und Violett für Dunkelblau, die der Färber in Ausübung seines Berufes als selbstverständliche Handlung ausführt, weil der praktische Fachmann niemals das aus jenen Substanzen entstehende gelbliche oder rötliche Drap mit satten Farben, wie Bordeaux, Rot, Blau, Grün, Braun, Schwarz kombinieren würde. Das Drap wird nämlich durch die satten Farben völlig ausgelöscht bezw. es werden die satten Farben durch das Drap in koloristischer Beziehung nicht gefördert. Die günstige Wirkung aller dieser Körper im Nachchromierverfahren konnte aus dem Bekannten nicht vorhergesehen werden.
Die Arbeitsweise sei an folgenden Beispielen erläutert:
Beispiel I: Für 100 kg lose Wolle wird das etwa 3000 1 fassende Farbbad mit 4 kg Schwefelsäure 66° B., 15 kg Glaubersalz und 3 kg Chromotrop F4B bestellt; man geht mit der gereinigten und genetzten Wolle bei etwa 40° C. ein, treibt zum Kochen, kocht ι Stunde, setzt hierauf 4 kg Chromkali zu und kocht eine weitere Stunde; hierauf wird dem Farbbad die Lösung von 1 kg Tannin zugegeben und noch 1J2 Stunde nahe bei Kochhitze hantiert. Das erzielte Dunkelblau weist einen noch höheren Grad von Blutechtheit in Walke, Wäsche und in der Dekatur auf als die gemäß Patent 66838 ohne Tanninzusatz erzielte Farbe.
Beispiel II: Für 100 kg Kammzug wird das Farbbad eines Obermaierapparates mit 4 kg Schwefelsäure, 15 kg Glaubersalz, 4 kg Säure-Alizarinschwarz R und 1,5 kg 2-3-Dioxynaphtalin bestellt; man läßt die Flotte zirkulieren, treibt in etwa 20 Minuten zum Kochen, kocht 3/4 Stunden und entwickelt nach Zutropfenlassen einer Lösung von 4 kg Chromkali durch weiteres 3/4 stündiges Kochen. Das erzielte Schwarz widersteht allen Einwirkungen von Wasser, Soda, Seife, der Wäsche, dem Entgerbern, der Walke und der Naßdekatur unverhältnismäßig besser als das ohne Zusatz von 2 · 3 - Dioxynaphtalin unter sonst gleichen Umständen erhaltene Schwarz. Die so erhaltene Färbung kann z. B. Y2 Stunde mit 5 g Seife im Liter kochend behandelt werden, ohne daß sie wesentlich an Intensität einbüßt, während eine mit Säure-Alizarinschwarz R unter sonst gleichen Umständen ohne weitere Zusätze hergestellte Färbung bei dieser Behandlunggut die Hälfte an Farbkraft verliert.
Beispiel III: Für 25 kg Kammgarn wird das Farbbad mit 1 kg Schwefelsäure 66° B. 2,5 kg Glaubersalz, 300 g Patentblau A, 225 g Echtsäureviolett R, 100 g Säureviolett 5 BF und 375 g Gallussäure bestellt; es wird bei etwa 40° C. eingegangen, zum Kochen getrieben, 1 Stunde gekocht, dann 1 kg Chromkali zugesetzt und noch weitere 3/4 Stunden gekocht. Das so gefärbte Marineblau widersteht der Walke und Wäsche weit besser als eine unter sonst gleichen Umständen ohne Gallussäure hergestellte Farbe.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Erhöhung der Echtheit von Färbungen, die mit Chromierungsfarbstoffen erzielt werden, dadurch gekennzeichnet, daß neben den Farbstoffen und einem Chromsalz gewisse, der Oxydation bezw. der Lackbildung fähige, nicht sulfurierte Körper, wie Tannin, Gallussäure, Anthranilsäure, Hydrochinon, a-Naphtol, Dioxynaphtaline, Amidonaphtole u. dgl., auf der Wollfaser niedergeschlagen werden.
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