DE58409C - Verfahren zur Darstellung eines Jodderivates des Phenacetins - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines Jodderivates des Phenacetins

Info

Publication number
DE58409C
DE58409C DENDAT58409D DE58409DA DE58409C DE 58409 C DE58409 C DE 58409C DE NDAT58409 D DENDAT58409 D DE NDAT58409D DE 58409D A DE58409D A DE 58409DA DE 58409 C DE58409 C DE 58409C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
iodine
phenacetine
preparation
solution
phenacetin
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT58409D
Other languages
English (en)
Original Assignee
J. D. RIEDEL in Berlin N., Gerichtstr. 12/13
Publication of DE58409C publication Critical patent/DE58409C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C233/00Carboxylic acid amides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT. \A
Versetzt man eine Lösung von Phenacetin in Wasser, Essigsäure oder Alkohol mit einer Lösung von Jod in Jodkalium oder einem anderen Lösungsmittel, so bleibt die Flüssigkeit klar; auf Zusatz von Säuren jedoch, namentlich von Salzsäure, zu der Lösung erfolgt sofort reichliche Abscheidung von braunroth schillernden feinen Nädelchen.
Von den zahlreichen Versuchen, welche unter den angeführten Bedingungen stets zu dem in Rede stehenden Körper führten, seien zwei in ihrem quantitativen Verlauf mitgetheilt.
Zu einer Lösung von 300 g Phenacetin in 2250 g Eisessig wurden 450 g Salzsäure (von 38 pCt.) und 1500 g Wasser, sowie weiter eine Lösung von 340 g Jod in 650 g Jodkalium und 650 g Wasser gegeben. Hierbei schied sich der Körper in schönen braunrothen, nadeligen Krystallen ab, die abgesaugt und mit Wasser abgewaschen und darauf getrocknet wurden. Die Ausbeute an Jodproduct betrug 58° g·
Ferner gab eine Lösung von 300 g Phenacetin in 600 g Alkohol beim Versetzen mit einer Lösung von 300 g Jod in 600 g Jodwasserstoffsäure von 50 pCt. denselben Körper. Die Ausbeute betrug hier 530 g.
Das erhaltene Product bildet getrocknet ein aus feinen Nädelchen bestehendes, chocoladenbraunes Pulver, das unter Zersetzung bei 1300 schmilzt. Der Körper ist leicht löslich in Eisessig, etwas schwerer löslich in 5oprocentiger Essigsäure, ziemlich löslich in Alkohol, schwer löslich in Benzol und Chloroform, fast unlöslich in Wasser. Die Substanz ist jodhaltig und ausgezeichnet durch die grofse Leichtigkeit, mit der sie ihr Jod abgiebt. Beim Erwärmen und mehr noch beim Kochen mit den genannten Lösungsmitteln erfolgt langsame Zersetzung unter Freiwerden von Jod. Kocht man das Jodderivat anhaltend mit Wasser, so entweichen fortwährend Joddämpfe, bis schliefslich reines Phenacetin hinterbleibt. Letzteres wurde identificirt durch den Schmelzpunkt und die Bildung des Amidophenetols nach dem Kochen mit Salzsäure und Behandeln mit Natronlauge.
Besonders energisch erfolgt die Spaltung des Körpers in Jod und Phenacetin unter der Einwirkung von Alkalien, von Natriumthiosulfat; schon sehr schwach alkalische Flüssigkeiten, wie Wundsecrete, zersetzen den Körper langsam und scheiden Jod ab. Die grofse Leichtigkeit, mit welcher der Körper sein Jod abgiebt, spricht dafür, dafs nicht ein im Kern jodsubstituirtes Product vorliegt, sondern Addition von Jod an Stickstoff des Phenacetins stattgefunden kat.
Das Umkrystallisiren des Körpers gelingt am besten aus Essig, wobei man ihn in grofsen, grünroth schillernden Säulen erhält. Etwas kleinere Krystalle erhält man aus Chloroform, dem 5 bis 10 pCt. Alkohol zugesetzt worden sind. Die Analysen, vor allem zahlreiche Jodbestimmungen ergeben, das ein Körper vorliegt, der auf 2 Mol. Phenacetin 3 Atome Jod enthält, seine empirische Formel ist also
Qo -"25 "2 O4-J3.
Die aus dieser Formel berechnete Procent-
zahl für das Jod ist 51,55. Gefunden wurden die Werthe 50,3, 50,8, 51,4 pCt.
Die Stickstoff bestimmung ergab: Berechnet 3,79 pCt. Gefunden 3,64 pCt.
Der aus Phenacetinlösung durch eine Jodlösung in Gegenwart .von Säuren gefüllte Körper, ein Trijoddiphenacetin (kurzweg Jodophenin genannt), ist wegen der Leichtigkeit, mit der er sein Jod abgiebt, für therapeutische Anwendung bestimmt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung eines Jodderivats des Phenacetins durch Versetzen einer Lösung von Phenacetin mit einer Lösung von Jod in Gegenwart freier Säuren.
DENDAT58409D Verfahren zur Darstellung eines Jodderivates des Phenacetins Expired - Lifetime DE58409C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE58409C true DE58409C (de)

Family

ID=332713

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT58409D Expired - Lifetime DE58409C (de) Verfahren zur Darstellung eines Jodderivates des Phenacetins

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE58409C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE58409C (de) Verfahren zur Darstellung eines Jodderivates des Phenacetins
DE1518289A1 (de) Neue quaternaere Ammoniumsalze mit desinfizierender Wirkung und Verfahren zur Herstellung derselben
DE189838C (de)
DE1174327B (de) Verfahren zur Herstellung eines den Blut-cholesterinspiegel senkenden Derivats der 3, 5-Dijod-4-(3'-jod-4'-hydroxyphenoxy)-benzoesaeure
DE1468862C (de) O-Methyl-N-methyl-heparinamid und dessen Alkalimetallsalze sowie Verfahren zu deren Herstellung
DE1470240C (de) Adrenochrom monoguanylhydrazon und seine Salze mit anorganischen Sauren, Car bonsauren und Sulfonsäuren und Verfahren zu deren Herstellung
DE613125C (de) Verfahren zur Darstellung von wasserloeslichen Verbindungen der Oxydiphenylaether und deren Substitutionsprodukten
DE1193938B (de) Verfahren zur Herstellung des Racemats und der Stereoisomeren einschliesslich des Mesoisomeren von Butan-1, 2, 3, 4-tetrol-1, 4-di-(methansulfonat)
DE1271667B (de) Verfahren zum Widerstandsfaehigmachen von Textilien aus Cellulose gegenueber Mikroorganismen
DE631097C (de) Verfahren zur Herstellung von Saeureabkoemmlingen kohlenstoffalkylierter oder -arylierter Barbitursaeuren
DE234741C (de)
DE261229C (de)
AT227258B (de) Verfahren zur Herstellung von Nitro-3-hydroxy-thiopen-2-carbonsäureestern
DE268451C (de)
DE2159163C3 (de) Polymere Stoffe aus p-Aminobenzoesäure-beta-Diäthylaminoäthylesterund Celluloseglykolsäure, Verfahren zu deren Herstellung und diese Stoffe enthaltende Arzneimittel
AT247519B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Additionsverbindungen von Antibiotika
DE1468862B1 (de) O-Methyl-N-methyl-heparinamid und dessen Alkalimetallsalze sowie Verfahren zu deren Herstellung
AT216687B (de) Verfahren zur Herstellung von Testosteronderivaten
DE1643440C (de) 2,4,6 Tnjod 3 (N 2 hydroxyathyl) carbamyl 5 acetaminobenzoesaure und deren Salze sowie Verfahren zu ihrer Herstellung
DE949436C (de) Unkrautbekaempfungsmittel
AT128866B (de) Verfahren zur Darstellung von Celluloseestern.
DE111790C (de)
AT228199B (de) Verfahren zur Herstellung eines neuen Imidazolinderivates und seiner Salze
CH229982A (de) Verfahren zur Darstellung von 5,7-Dichlor-8-oxychinaldin.
DE1470240B (de) Adrenochrom monoguanylhydrazon und seine Salze mit anorganischen Sauren, Car bonsauren und Sulfonsäuren und Verfahren zu deren Herstellung