DE58232C - Entfettungs- und Waschverfahren für Wolle und ähnliche Stoffe - Google Patents
Entfettungs- und Waschverfahren für Wolle und ähnliche StoffeInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zum -Entfetten, und Waschen von
roher oder bearbeiteter Wolle oder anderen ähnlichen Materialien, bei welchen Kohlensäure,
Fett lösende Mittel und Wasser (die Fettlösungsmittel rein oder mit einem Gehalt
an Fettkörpern) verwendet werden.
Die bisher zu einer methodischen Entfettung und Auswaschung von roher und bearbeiteter
Wolle und anderen ähnlichen Materialien angewendeten Verfahren, welche einerseits in der
Anwendung verschiedener Fett- und Wollwachslösungsmittel und andererseits in der
Anwendung von Wasser bestehen, haben nach Ansicht des Erfinders im gewerblichen Gebrauch
nur zu unvollkommenen Ergebnissen geführt. Besonders war es nach Meinung des Erfinders bisher nicht möglich, sämmtliche
Wollarten, ohne Unterschied auf ihren Ursprung, Zustand und Alter, von' den in ihnen enthaltenen
Fett- und Wollwachsarten mit Hülfe von Schwefelkohlenstoff, Aether, Chloroform, Alkohol, den verschiedenen Kohlenwasserstoffen
aus Steinkohlentheer und Petroleum und anderen Lösungsmitteln für die verschiedenen Fett-
und Wachsarten praktisch befriedigend zu befreien.
Die Verunreinigungen der Wolle bestehen i. aus verschiedenen Fett- und Wachsarten,-welche
in den oben genannten Lösungsmitteln löslich sind; 2. aus klebrigen pechartigen
Körpern, welche in denselben, sowie in Wasser nicht löslich sind; 3. aus in Wasser löslichen
Körpern (Kalisalzen und anderen Salzen), und 4. aus Sand und Erde. Von diesen verschiedenen
Körpern ist nach Ansicht des Erfinders der klebrige, pechartige Körper noch nicht «erkannt
worden, aber gerade er ist es, welchem die oben genannten Mifserfolge zuzuschreiben
sind. Er löst sich in der Hauptsache weder in Fettlösungsmitteln, noch in Wasser auf und
haftet auf der Wolle so fest, dafs selbst heifse Seifenbäder ihn nicht einmal in geringen
Mengen zu ziehen vermögen. Die sogenannte entfettete Wolle enthält daher diesen klebrigen
Stoff immer noch in solchen Mengen, dafs er für die. Krempeln und demzufolge für die
Kämmmaschinen schlechte Ergebnisse liefert.
Bei näherer Untersuchung dieses klebrigen, pechartigen Körpers hat der Erfinder nach
seiner Angabe gefunden, dafs . der Körper dennoch zu einem geringen Theil in Fett-■lösungsmitteln,
welche rein oder mit einem Gehalte an Fettkörpern verwendet werden
können, löslich ist, ferner (und das ist der Hauptpunkt), dafs er sich durch Säuren leicht
in verschiedene Salze und Fette zersetzen läfst. Von diesen Säuren hat der Erfinder als vortheilhafteste
Kohlensäure gewählt, weil sie weder die Wolle, noch die Fette, noch den
Wollschweifs verändert. Eine Behandlung durch Kohlensäure und reine Lösungsmittel,
d.h. solche ohne Gehalt an Fettkörpern, giebt immer ausgezeichnete Ergebnisse; um aber
sehr oft sich wiederholende Destillationen der Lösungsmittel zu vermeiden, ist es praktischer,
Lösungsmittel mit einem Gehalt an Fettkörpern, also solche, welche schon verwendet gewesen
sind, zu benutzen; bei gewissen Wollarten können dieselben sogar schon allein genügen.
Um nun auch ganz sicher zu sein, dafs die ununterbrochene Entfettung vollkommen und
regelrecht verläuft, empfiehlt es sich, die Anwendung von Lösungsmitteln mit einem Gehalt
von Fettkörpern mit der Anwendung von Kohlensäure zu vereinigen, und zwar kann
man die Kohlensäure unter oder nicht unter Druck anwenden oder vor genannten Lösungsmitteln
oder gleichzeitig mit ihnen einwirken lassen. ■ ' ■
Da nach. Angabe des Erfinders der pechartige, klebrige Stoff durch diese combinirte
Anwendung in verschiedene Salze und Fette zerlegt wird, wird die Wolle durchaus vollkommen
von jedwedem Fett und Wollwachs befreit. Uebrigens mufs selbstverständlich die
Behandlung der Wolle durch eine Waschung mit Wasser vervollständigt und beendet werden,
um die Kalisalze und anderen Salze, sowie die Schmutztheile zu entfernen. Die Fett- und
Wollwachsarten und die Salze werden so ohne Veränderung vollständig gewonnen.
Die nach diesem Verfahren entfettete Wolle soll nach Angabe des Erfinders viel weicher
im Griff als die nach anderem Verfahren entfettete Wolle sein, sich auf den Krempeln
besser verarbeiten lassen und infolge dessen bei ihrer Kämmung eine gröfsere Ausbeute und
weiterhin feinere Gespinste liefern.
Claims (1)
- Pa te nt-Anspruch:Verfahren zur Entfettung und Auswaschung von Wolle und ähnlichen Stoffen, gekennzeichnet durch die gemeinsame Anwendung von Kohlensäure, Fett lösenden Mitteln und Wasser, wobei man die Kohlensäure unter Druck oder ohne Druck, sowie vor oder gleichzeitig mit jenen Mitteln und die Lösungsmittel entweder rein oder mit einem Gehalt an Fettkörpern verwenden kann.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT58232D Expired - Lifetime DE58232C (de) | Entfettungs- und Waschverfahren für Wolle und ähnliche Stoffe |
Country Status (1)
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