DE122800C - - Google Patents

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DE122800C
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carbon tetrachloride
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Entfettung und Reinigung von Rohwolle hat man sich bisher fast ausschliefslich der Seife, der Soda und des Benzins bedient.
Das Entfetten der Rohwolle mittels Seife und Soda hat aber den grofsen Nachtheil, dafs die Gewinnung des Fettes aus den Abwässern mit grofsen Kosten verbunden ist und nur unter Verwendung von Säuren vorgenommen werden kann, wodurch die gewonnenen Fette alle mehr oder minder säurehaltig sind und somit an Qualität verlieren.
Um diesem Uebelstand abzuhelfen und die Fettgewinnung billiger zu gestalten, hat man es versucht, zum Entfetten von Rohwolle Benzin zu verwenden,, wodurch die Gewinnung der in der Wolle enthaltenen Fette sehr vereinfacht und verbilligt wird. Die grofse Menge des hierbei verwendeten Benzins ist aber infolge seiner grofsen Feuergefährlichkeit und Explosionsfähigkeit für den Betrieb gefährlich, so dafs das Entfetten der Wolle mit Benzin, was nur für den Grofsbetrieb infolge der theueren Anlagekosten ausführbar ist, nur in alleinstehenden, vom Hauptbetrieb abgesonderten Gebäuden vorgenommen werden darf, wodurch der eigentliche Waschprocefs der Rohwolle infolge Zeitverlust vertheuert und zu keinem continuirlichen gestaltet wird. Da nun das Benzin nur in trockene und nicht in nasse Wolle eindringt, so mufs die zu reinigende Wolle vor dem Hineinbringen in das Benzin vollkommen trocken sein. Das Entfetten mit Benzin findet infolge dessen in der Weise statt, dafs zuerst mittels Benzin das Entfetten der Rohwolle und hierauf erst das Auswaschen der Salze vorgenommen wird, wobei aber durch die directe Einwirkung der in der Wollfaser verbliebenen Salze ,(Kalisalze) auf die Wollfaser nach dem Entfettungsprocefs eine gelbliche Färbung der letzteren verursacht und hierdurch die Qualität der gewaschenen Wolle beeinträchtigt wird.
Wollte man dagegen die in der Wolle enthaltenen Salze erst in Wasser auflösen und hierauf mit Benzin entfetten, so müfste die Wolle nach dem ersten Waschprocefs aus dem oben angegebenen Grunde noch getrocknet werden, was aber einem Zeit- und Arbeitsverlust gleichkäme.
Nach der vorliegenden Erfindung werden nun alle diese Uebelstände dadurch gehoben, dafs zum Entfetten von Rohwolle Tetrachlorkohlenstoff verwendet wird, welcher gegenüber dem Benzin nicht brennbar und explosiv und somit für den Betrieb selbst von keinem Nachtheil ist. Man kennt allerdings wohl die fettlösende Eigenschaft des Tetrachlorkohlenstoffs und seine Vorzüge (vergl. z. B. die Patentschriften 53571 und 74432 der Kl. 23) und man hat ihn auch zur Reinigung wollener Gewebe vorgeschlagen (vergl. z. B. Leipziger Färberzeitung 1896, Bd. 45, S.i 19/120, 504, 519), wobei ebenfalls in den eben genannten Veröffentlichungen von seiner gefahrlosen Handhabung, seinem guten Lösungsvermögen für Fette und Harze die Rede ist. Indessen zur Reinigung von Rohwolle auf industriellem Wege hat man ihn noch nicht benutzt. Aber gerade hier machen sich die genannten Vorzüge am meisten geltend, indem der Tetrachlorkohlenstoff insbesondere für die Reinigung der Wolle einen besonderen Vortheil aufweist,

Claims (2)

nämlich die Möglichkeit, welche, wie oben näher ausgeführt, der Industrie bisher fehlte, auch nasser Wolle Fette und Harze zu entziehen , wodurch der Waschprocefs zu einem continuirlichen gestaltet und die Wiedergewinnung des Fettes gleichzeitig in sehr einfacher Weise vorgenommen wird. Es steht zu erwarten, dafs der Tetrachlorkohlenstoff eine sehr grofse Rolle in der Wollreinigung spielen wird, sobald nur einmal der Anfang damit gemacht ist. Das Verfahren zum Entfetten von Rohwolle auf industriellem Wege mittels Tetrachlorkohlenstoffs gestaltet sich wie folgt: Die zu entfettende und zu reinigende Wolle, aus der man zuvor die in Wasser löslichen Salze und erdigen Bestandtheile durch Wasser entfernt hat, wird in einen mit Tetrachlorkohlenstoff gefüllten Behälter hineingebracht. In diesem Behälter findet sich der Tetrachlorkohlenstoff, weil schwerer als Wasser, unter Wasserabschlufs, oder der Behälter selbst ist gegen die äufsere Atmosphäre derart luftdicht abgeschlossen, dafs ein Entweichen des verdunsteten Tetrachlorkohlenstoffs verhindert und der letztere zwecks Wiedergewinnung in einen Condensationsapparat übergeführt werden kann. Nachdem das in der Wolle befindliche Fett in diesem Behälter durch den Tetrachlorkohlenstoff gelöst ist, wird die so entfettete Wolle in einen zweiten, nur mit Wasser gefüllten Behälter weitergeführt, um von den in der Wolle noch verbliebenen Unreinlichkeiten und zum Theil vom Tetrachlorkohlenstoff befreit zu werden. Der das gelöste Fett enthaltende Tetrachlorkohlenstoff sowie das Fett selbst werden hierbei in der Weise wiedergewonnen, dafs der am Boden der Waschbehälter sich ansammelnde Tetrachlorkohlenstoff einem Destillationsapparat zugeführt wird. Nach Passiren des zweiten Waschbehälters wird die so entfettete und gereinigte Wolle in einen geheizten, geschlossenen Raum gebracht, um von dem ihr noch anhaftenden Tetrachlorkohlenstoff befreit zn werden, welcher durch Condensation wiedergewonnen wird. Die Verwendung des Tetrachlorkohlenstoffs zum Entfetten von Rohwolle hat den grofsen Vortheil, dafs man zu den hierzu nöthigen Apparaten die bisher in der Wollewäscherei gebräuchlichen Maschinen, wie Leviathan u. s.w., verwenden kann, ohne die letzteren einem grofsen Umbau unterziehen zu müssen. Patenτ-AnSprüche:
1. Verfahren zum Entfetten und Reinigen von Rohwolle, darin bestehend, dafs die nasse Wolle mit Tetrachlorkohlenstoff entfettet und das Fett von dem Tetrachlorkohlenstoff durch Destillation getrennt wird.
2. Eine Ausführung des im Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens in der Weise,
-" dafs die zu entfettende und zu reinigende Wolle durch einen mit Tetrachlorkohlenstoff gefüllten, unter Wasserabschlufs befindlichen oder durch einen geschlossenen, mit Tetrachlorkohlenstoff gefüllten Behälter und alsdann durch einen nur mit Wasser gefüllten Behälter geführt wird, um hierauf in einem geheizten Raum von dem Tetrachlorkohlenstoff befreit zu werden, welcher durch Condensation wiedergewonnen wird, während der das gelöste Fett enthaltende Tetrachlorkohlenstoff sowie das Fett selbst durch Destillation wiedergewonnen werden.
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