DE581707C - Verfahren zur Herstellung von Reisseffektmusterungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Reisseffektmusterungen

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DE581707C
DE581707C DEN32872A DE581707DA DE581707C DE 581707 C DE581707 C DE 581707C DE N32872 A DEN32872 A DE N32872A DE 581707D A DE581707D A DE 581707DA DE 581707 C DE581707 C DE 581707C
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TEERPRODUCTENINDUSTRIE TOUWEN
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D5/00Coating compositions, e.g. paints, varnishes or lacquers, characterised by their physical nature or the effects produced; Filling pastes
    • C09D5/28Coating compositions, e.g. paints, varnishes or lacquers, characterised by their physical nature or the effects produced; Filling pastes for wrinkle, crackle, orange-peel, or similar decorative effects
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B05SPRAYING OR ATOMISING IN GENERAL; APPLYING FLUENT MATERIALS TO SURFACES, IN GENERAL
    • B05DPROCESSES FOR APPLYING FLUENT MATERIALS TO SURFACES, IN GENERAL
    • B05D5/00Processes for applying liquids or other fluent materials to surfaces to obtain special surface effects, finishes or structures
    • B05D5/06Processes for applying liquids or other fluent materials to surfaces to obtain special surface effects, finishes or structures to obtain multicolour or other optical effects
    • B05D5/061Special surface effect
    • B05D5/062Wrinkled, cracked or ancient-looking effect

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Description

Man kennt bereits sogenannteReißlacke aus Celluloseester, die aber außerordentlich schnell auftrocknen und mit einer Spritze verteilt werden müssen. Derartige Lackauftragungen sind sehr beschränkt anwendbar und für die Arbeiter bei der Anwendung schädigend. Sodann sind Reißeffektmusterungen durch Übereinanderlagerung zweier oder mehrerer Schichten bekannt, welche im wesentlichen aus
ίο einem Harzlack, einem trocknenden Öl, Farbstoffen und Lösungsmitteln bestehen.
Die vorliegende Erfindung unterscheidet sich vom Bekannten dadurch, daß die aufzutragende reißende Oberschicht in der Haupt-
»5 sache aus einer tonartigen Masse, wie z. B. Pfeifenton, und einem Bindemittel aus stark oxydiertem Leinöl, Harz und Terpentin besteht, die mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von Farbstoffen, angerührt werden.
ao Man kann nach diesem Verfahren in einfacher Weise und ohne gesundheitliche Schädigung jede Fläche aus Holz, Stein, Kunststein, Papier usw. mit den Farbschichten versehen, die durch die Verwendung verschiedener Farben und durch die beliebige Anwendung der Mischstoffe und der Ubereinanderschichtungen · außerordentlich wechselnde Muster erzielen lassen. So kann man auch unmittelbar auf Tapeten bewohnter Räume das Verfahren anwenden, ohne eine Störung der Arbeiter oder Bewohner befürchten zu müssen.
Solche Schichten lassen sich auch mehrfach in gleicher oder ähnlicher Zusammensetzung übereinanderlegen, wobei die einzelnen Anstriche übereinander aufgebracht werden können, solange die darunterliegende Schicht noch nicht trocken ist, wodurch infolge der gegenseitigen Beeinflussung eigenartige Reißeffekte erzielt werden.
Während man mit den bekannten Reißlakken von der willkürlichen Rißbildung in der Hauptsache abhängig ist, kann man bei dem vorliegenden Verfahren die Rißbildung durch die Art des Auftragens selbst, d. h. durch den Pinselstrich beispielsweise, beeinflussen und so auch ganz bestimmte Reißmuster nach Wahl erzielen.
Wesentlich für die Erfindung ist auch die Tatsache, daß ein durch Wasser auf schwemmbares Mittel, wie Pfeifenton, in der Hauptsache zur Bildung der reißenden Oberschicht benutzt wird. Pfeifenton ist ein Verwitterungsprodukt aus Felsspatgestein und besteht hauptsächlich aus Aluminiumoxyd, Siliciumoxyd und Wasser. Durch Vermischen fein gemahlenen Pfeifentones und Wasser erhält man eine Paste, die mit einem sogenannten kraftgebenden Bindemittel, wie z. B. Harzlack und Trockenöl, und gegebenenfalls Farben, gemischt wird. Die Art solcher Binde- oder kraftgebenden Mittel, die dem Pfeifenton zugesetzt werden, ist ziemlich gleichgültig, und man kann beispielsweise auch Kartoffelmehl
und Trockenöl oder Dextrin und Trockenöl oder Mischungen eines sogenannten Flattinglackes mit Standöl u. dgl. verwenden (Flattinglack ist eine Mischung von Holzöl, Standöl, künstlichen Harzen, Terpentin und Trokkenöl).
Die Reißfiguren gemäß vorliegender Erfindung entstehen ohne weiteres an der Luft, unabhängig von der Art der Unterschicht, die ίο zwar die Spaltungsart beeinflussen kann. In der Hauptsache ist aber die Art der Rißbildung von der Pinselführung abhängig. Gemäß der vorliegenden Erfindung lassen sich nach Belieben Muster bilden und in den Musterungen die verschiedensten Abwechslungen erzeugen, weil im wesentlichen die Risse im Sinn der Pinselführung verlaufen. Statt eines Pinsels kann man auch ein Grundiermesser zum Aufbringen benutzen.
ao Im folgenden sollen einige Ausführungsbeispiele näher beschrieben werden, wobei unter den zur Verwendung kommenden Stoffen bedeuten:
Standöl = stark eingedicktes Leinöl, as Trockenöl = stark oxydiertes Leinöl mit Terpentin aufgenommen.
Leinöl wird beispielsweise mit Braunstein und Goldglätte (Bleiglätte) erwärmt und nachher mit Terpentin aufgenommen. Im allgemeinen werden Goldglätte, Braunstein und rohes Leinöl im Verhältnis von 3 : 1 : 10 gemischt und etwa 3 bis 4 Stunden lang bei einer Temperatur von 200 bis 2500 gehalten. Lithopone = 30 °/o Zinksulfid und 70 °/o Bariumsulfat,
Novelitweiß = eine der Lithopone ähnliche weiße Farbe,
Harzlack = durchsichtiges Harz, Terpentin und Kalkstein. Diese Stoffe werden im Verhältnis von 17 : 12 : 1 gemischt und so lange erwärmt, bis eine vollkommene Lösung der löslichen Teile erfolgt ist, worauf das ganze einige Tage zum Absetzen stehenbleibt. Die Mischungen von Trockenöl und Harzlack sind für Unter- und Oberschicht gleich oder ziemlich gleich.
Zur Herstellung der Unterschicht werden Harzlack, Standöl und Trockenöl im Verhältnis von 10 : 2 : ι vermählen. Eine andere Mischung für die Unterschicht besteht aus durchsichtigem Harzlack, Terpentin, Standöl, Zinkweiß und Novelitweiß oder Lithopone,dieim Verhältnis von 6,5:2,5:3 :6:3 miteinander vermählen werden. Beispiele für die Oberschicht:
Pfeifenton, Wasser, Trockenöl und durchsichtiger Harzlack werden im Verhältnis von 3:5:2:1 zusammen vermählen.
Eine andere Oberschichtmischung besteht aus obiger Mischung mit Zinkweiß und Wasser im Verhältnis von 4 : 1,5 :0,5 gemischt.
Der Zusatz beliebiger Farben in beliebigen Mengenverhältnissen steht je nach Art der gewünschten Schicht frei.
Für die Unterschicht wird durchsichtiger Reißlack, Reißweißlack oder gefärbter Reißlack gebraucht, der je nach den gewünschten Farben in folgender Weise zusammengesetzt sein kann:
a) durchsichtiger Harzlack, Standöl und Trockenöl im Verhältnis von 10 : 2 : 1 durch Vermählen gemischt,
b) durchsichtiger Harzlack, Terpentin, Standöl, Novelitweiß oder Lithopone im Verhältnis von 6,5 : 2,5 : 3 : 6 : 3 durch Vermah-Ien vermischt,
c) der Masse nach a wird trockener Farbstoff oder >eine sonstige Farbe hinzugefügt, und das Ganze wird durch Mahlen mit Harzlack vermischt.
Für die Oberschicht wird Reiß farbe, Reißweiß oder gefärbte Reißfarbe gebraucht, die je nach der gewünschten Farbe etwa in folgender Weise zusammengesetzt sein kann:
a) Pfeifenton, Wasser, Trockenöl und durchsichtiger Harzlack im Verhältnis von 3 :5:2:1 gut vermischt,
b) Mischung nach a mit Zinkweiß und Wasser im Verhältnis von 4 : 1,5 : 0,5 gemischt,
c) Mischung nach a mit einem trockenen Farbstoff oder einer sonstigen Farbe vermischt und gemeinsam vermählen.
Auf die zu behandelnde Fläche wird mit der Bürste zunächst eine Farbschicht, wie sie der Unterschicht entspricht, aufgebracht. Auf diese Farbschicht wird die zweite Schicht, die Oberschicht, aufgestrichen, und zwar solange die Unterschicht noch nicht trocken ist. Man kann nun beliebige derartig verschieden gefärbte Schichten übereinanderfügen, um so die verschiedensten Muster zu erhalten. Die Fläche wird zunächst mit einer Unterschichtfarbe angestrichen, und nach einer Trocknungszeit von 20 bis 30 Minuten wird die Ober- schicht so darübergelegt, daß von der Unterschicht im allgemeinen überhaupt nichts mehr zu sehen ist.
Während die Oberschicht trocknet, was im allgemeinen einige Stunden dauert, zieht sie sich so zusammen, daß die Unterschicht durch verschiedene Flächenteilchen abgerissener sprungartiger Form sichtbar wird.
Die Größe und Form der Risse ist, abgesehen von den Mischungsstoffen und den Mischungsverhältnissen, auch von der Dicke der Oberschicht sowie davon abhängig, wie weit die Trocknung der Unterschicht vorgeschritten ist, wenn die Oberschicht aufgetragen wird. Eine dünne Oberschicht gibt im allgemeinen kleinere Risse und eine dickere Oberschicht größere Risse. Ist die Unterschicht
beim Aufbringen der Oberschicht noch wenig getrocknet, so werden die Risse größer als bei weiter vorgeschrittener Trocknung.
Form und Verlauf der Risse ist in hohem Maße von der Art und Weise abhängig, in welcher die Oberschicht mit einer Bürste ausgestrichen wird. Bringt man Unter- und Oberschichten in vielen Farben auf die Fläche, so erhält man unbeschränkte Verschiedenheit von Farben in verschiedenen Formabstufungen. Zweckmäßig wird die Oberschicht sodann mit einem durchsichtigen Lack überdeckt.
Wenn die Oberschicht auf bereits anwesende andere Anstriche aufgebracht wird, bilden sich keine Risse, wohl aber ist dies der Fall, wenn mit demselben durchsichtigen Lack vorgestrichen wird, der für die Unterschichtreiß farbe benutzt wird.
Will man den Unterschichtreißlack in verschiedenen Farben und Figuren anbringen, so daß diese Arbeit mehr als 20 bis 30 Minuten in Anspruch nimmt, so ist eine besondere Eile trotzdem nicht erforderlich, denn nach dem Trocknen der Unterschicht kann man noch eine Schicht durchsichtigen Unterschichtreißlacks aufbringen und diese nach 20 bis 30 Minuten mit der Oberschicht anstreichen. Im allgemeinen werden die Aufstriche unmittelbar auf Pappe, Asbestzement, Holz, Glas, Eisen, verzinntes Blech usw. aufgebracht. Sind aber die Körper, wie z. B. Papier oder Holz, etwas porös, so läßt man zweckmäßig einen Anstrich mit Leinöl o. dgl. vorangehen.

Claims (1)

  1. Patentanspruch :
    Verfahren zur Herstellung von Eeißeffektmusterungen unter Verwendung einer lackartigen Grundschicht, dadurch gekennzeichnet, daß die aufzutragende reißende Oberschicht in der Hauptsache aus einer tonartigen Masse, wie z.B.Pfeifenton, und einem Bindemittel aus stark oxydiertem Leinöl, Harz und Terpentin besteht, die mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von Farbstoffen, angerührt werden.
DEN32872A 1930-11-01 Verfahren zur Herstellung von Reisseffektmusterungen Active DE581707C (de)

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