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Verfahren zur Herstellung von Chromgelbfarben Es ist bekannt, Chromgelbfarben
in der Weise herzustellen, daß man Mischkristalle von Bleichromat und Bleisulfat
durch gemeinsame Fällung erzeugt. Fernerhin ist es bekannt, daß sich der Dispersitätsgrad
dieser Farben dadurch wesentlich beeinflussen läßt, daß man sie auf die verschiedensten
anorganischen Substrate niederschlägt. Dabei tritt indessen der Nachteil auf, daß
die Chromgelbfarben nach Maßgabe der verwendeten Mengen an Substrat in Farbstärke
und Deckkraft nachlassen.
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Es wurde nun gefunden, daß man den bekannten Chromgelbfarben hinsichtlich
der Beständigkeit gegen Licht und chemische Einflüsse völlig gleichwertige und hinsichtlich
Farbstärke und Deckkraft überlegene Chromgelbfarben dadurch herstellen kann, daß
man durch gemeinsame Fällung von Bleichromat zusammen mit Strontium- oder Bariumchromat
oder durch Umsetzung von Bleiglätte oder anderen schwerlöslichen Bleiverbindungen
mit den entsprechenden Erdalkalichloriden und nachfolgende Fällung mit Chromat,
gegebenenfalls in Gegenwart von Schwefelsäure oder löslichen Sulfaten, Mischkristalle
erzeugt, in denen ein Teil des Bleis durch Barium und bzw. oder Strontium, gegebenenfalls
auch ein Teil des Chromats durch Sulfat, isomorph ersetzt ist, und die erhaltenen
Pigmente evtl. mit Substraten oder Füllstoffen verschneidet. Man erhält auf diese
Weise Mischkristalle, die bezüglich ihrer chemischen und vor allem ihrer Farbeigenschaften,
wie Leuchtkraft, Deckfähigkeit und Farbstärke, gegenüber rein mechanischen Mischungen
bedeutende Vorteile besitzen.
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Bei isomorphem Ersatz eines Teiles des Chromats durch Sulfat werden
Mischkristalle gewonnen, deren Farbe eine betdeutend größere Ausgiebigkeit und Leuchtkraft
besitzt, als sie Mischungen von reinem Bleichromgelb mit beispielsweise Schwerspat
besitzen. Die so erhaltenen Mischkristalle kommen in ihren farbtechnischenEigenschaften
den reinen handelsüblichen Chromgelbfarben nahezu gleich.
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Es ist auf diese Weise möglich, einen großen Teil ,des giftigen Bleis
durch das bedeutend weniger giftige Barium oder Strontium und einen sehr großen
Teil des empfindlichen und teueren Chromats durch das wesentlich billigere -Sulfat
zu ersetzen.
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Bei vorliegendem Verfahren kann, wie oben erwähnt, als Ausgangsmaterial
auch Bleiglätte benutzt werden, wobei diese mit den Erdalkatichloriden direkt umgesetzt
und danach der
Farbstoff durch Fällung mit einer Sulfatchromatlösung
nach vorheriger oder unter gleichzeitiger Neutralisation ohne weiteres gewonnen
werden kann. Dies bringt gegenüber dem sonst üblichen Verfahren der Umsetzung von
Bleiglätte mit Kochsalz den Vorteil mit sich, daß das Filtrieren der Reaktionsmasse
und das starke Auswaschen zu.r Entfernung der Fremdsalze unter gleichzeitigem Materialverlust
vermieden wird.
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Es besteht ferner noch die Möglichkeit, beim Ausfällen des Farbstoffs
aus alkalischer Reaktionslösung ein orangefarbenes Gelb zu erzielen. Diese Chromorangefarben,
die einen erheblichen Teil Strontium- bzw. Bariumchrornat enthalten, sind besonders
vorteilhaft für Zementfärbung, da sie infolge ihres geringeren Bleigehalts weniger
.ein Ausblühen des Zements verursachen. Die nach vorstehender Beschreibung hergestellten
Chromgelbfarben können, da sie sehr farbkräftig sind, weitgehend mit Substraten
oder Füllstoffen verschnitten werden. Beispiel i Chromgelb von der Zusammensetzung
Pbö,2 Sro,8 C104 . Man löst 66 g Bleinitrat und 227 g Strontiumnitrat (krist.) in
21/2 1 Wasser. Dazu gibt man eine Lösung von 342,2 g Natriumchromat in gleichfalls
21/21 Wasser. Nach mehrmaligem Dekantieren wird filtriert und getrocknet. Man erhält
einen zitronengelben Farbstoff von außerordentlich feiner Verteilung (Schüttgewicht
0,4 kgll). Beispiele Chromgelb von der Zusammensetzung Pbo,4 Sro,o (Cro,1 So.s)
04 132 g Bleinitrat und 127 g wasserfreies Strontiumnitrat werden in 21/21 Wasser
gelöst, worauf durch Zugeben einer Lösung von 34 g Natriumchromat und 29o g Glaubersalz
in 21/21 Wasser der Farbstoff ausgefällt wird. Der Niederschlag wird dekantiert,
filtriert und getrocknet. Man erhält ein schönes feuriges Gelb von sehr guter- Beständigkeit.
Beispiel 3 Chromgelb von der Zusammensetzung Pbo.2 Baos (Cros So.z) 04. 446,4 g
Bleiglätte werden unter Erwärmen mit einer konzentrierten Lösung von 1956 g Bäriumchlorid
verrührt. Nach Neutralisierender Lösung oder auch unter gleichzeitiger Neuträlisation
fällt man alsdann den Farbstoff durch Zugeben einer Lösung von 1030 g Natriumchromat
und 225o g Glaubersalz in 25 1 Wasser. Nach öfterem Dekantieren wird filtriert
und getrocknet. Man erhält ein schönes grünstichiges Gelb von guten Farbeigenschaften.
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Beispiel ¢ Zur Herstellung eines Chromgelbs aus Mischkristallen 'der
Zusammensetzung-Pb"4 Sr. s (So,", Cr....) 04 vereinigt man eine Lösung von
141,6g Bleizucker und 126,9 g Strontiunmitrat in 3 1 Wasser mit einer Lösung
von 301,3 g Glaubersalz und 17,1g Natriumchromat in 41 Wasser. Der Niederschlag
wird abfiltriert, gewaschen und an der Luft getrocknet. Man erhält ein zitronengelbes
Pigment von außerordentlich feiner Verteilung, guter Deckkraft und großer Ausgiebigkeit.
Beispiels Chromorange der Zusammensetzung Pb 0 # (Pb", Sr",) C104 . 128o g Bleiglätte
werden mit 24o g Strontiumchlorid und 330 g Kochsalz unter Zugabe von Wasser
zu einem dicken Brei verrührt. Nach Beendigung der Umsetzung wird auf ioo° erhitzt
und mit einer Lösung von 635 g Natriunichromat in 21 Wasser versetzt. Man gewinnt
ein schönes leuchtendes, gelbstichiges Chromorange. Beispiel 6 Gelber Farbstoff
der Zusammensetzung Pbo,8Bao.2(Cro4 S0,4) 04. 2o75 g Bleiweiß .und. 395 g Bariumcarbonat
werden mit Wasser gut angerührt und -portionsweise in eine Lösung von 1,o81 Salpetersäure
(8o °/o) in 5o 1 Wasser eingetragen. Man fällt mit einer Lösung von 58o g Natriumsulfat
(wasserfrei) und 1165 g Kaliummonochromat in ebenfalls so 1 Wasser. Der Niederschlag
wird abgepreßt, auf der Filterpresse gut ausgewaschen und bei etwa ioo° getrocknet.
Man erhält ein gelbes Pigment von außer- -ordentlicher Farbstärke und sehr guter
Deckkraft.