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Eingebautes mechanisches Musikwerk Bei eingebauten mechanischen Musikwerken
ist es bekannt, zum Spannen der Antriebsfeder die Bewegung von Schlüsseln, Kurbeln,
Ratschen, Hebeln oder eines Teils des Zweckgegenstandes zu verwenden und zwei Übertragungsvorrichtungen
vorzusehen, von denen die eine die beim Aufziehen der Feder von der Aufziehvorrichtung
auf den Federmotor wirkenden Kräfte und die andere die den Musikapparat treibende
Federkraft überträgt.
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Beim Aufziehen der Feder in dieser Weise müssen aber die genannten
Ratschen, Hebel oder Teile des Zweckgegenstandes je nach dem Übersetzungsverhältnis
mehr oder weniger oft aus der einen Endlage in die andere bewegt werden, und die
Aufziehbewegung wechselt in mehreren Punkten die Richtung. Daraus entsteht aber
der Nachteil, daß einfache Bewegungen, wie z. B. das Offnen eines Dosendeckels oder
die Bewegung eines Gliedes einer Figur, nur bei Zwischenschaltung besonderer Getriebe
zum Aufziehen solcher Musikapparate verwendet werden können.
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Eine bestimmte scharfe Abgrenzung der aufzuspeichernden wie auch der
zu entnehmenden Energiemenge findet nicht statt. Dies hat zur Folge, daß z. B. ein
Lied nicht mehr von Anfang bis zu Ende durchgespielt wird, sondern von einer Stelle
mitten im Lied bis zum Schlüß und vom Anfang wieder bis zur selben mittleren Stelle.
Die Erfindung besteht nun darin, daß die Teilung des Triebwerkes der Nadelwalze
des Musikwerkes ein ganzes Vielfaches der Teilung des vom Gehäusedeckel bewegten
Triebwerks der Aufziehvorrichtung ist und daß die Walzenantriebsvorrichtung durch
einen Anschlagstift derart angehalten wird, daß sie immer nach vollendetem Abspielen
eines Musikstücks stillgesetzt wird.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung an Hand verschiedener
schematisch gezeichneter Ausführungsbeispiele dargestellt. Es zeigen Fig. z eine
Musikdose nach Entfernen des vorderen Dosendeckels in Ansicht, Fig.2 eine Draufsicht
auf die Musikdose nach Fig. z, Fig. 3 einen Trinkglasuntersetzer, Fig.4, 5 und 6
eine weitere Anwendungsmöglichkeit der Erfindung auf in Dosen eingebaute Musikapparate,
Fig. 7 und 8 eine mit dem Gegenstand der Erfindung ausgerüstete menschliche Figur.
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In der Dose z ist ein einen Federmotor 2, eine Nadelwalze 3 und einen
Stabkamm 4 aufweisender Musikapparat eingebaut. Der Federmotor enthält eine nicht
gezeichnete, in der Kapsel 5 eingeschlossene Feder, welche durch den Hebel 6 gespannt
werden kann. Gegen den Hebel 6 schlägt der Winkelhebel ? mit dem einen Schenkel
an, während sein
anderer Schenkel durch das Gestänge 8 mit dem Dosendeckel
9 in Verbindung steht.
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Die in den Fig. i und 2 ausgezogene Lage entspricht der nicht gespannten
Stellung des Federmotors, in welcher der Dosendeckel 9 geöffnet ist. Wird der Dosendeckel
geschlossen, so geht der Hebel 8 in seine gestrichelt gezeichnete Lage
8,1 über, wodurch der Hebel 7 in die gestrichelt gezeichnete Lage
7a gebracht wird. Dabei wird der Hebel 6, welcher unmittelbar auf der Federwelle
io sitzt, in die gestrichelt gezeichnete Lage 6a gedrückt, in welcher die Feder
des Federmotors gespannt ist. Beim Abspielen des Musikstückes bewegt sich der Hebel
aus seiner Lage 6a langsam wieder in die Lage 6 und wird durch den Stift 21 so angehalten,
daß der Musikapparat mit dem fertigen Abspielen des Musikstückes zum Stillstand
gelangt.
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Bei der Aufziehbewegung bewegt sich das eine Ende des Hebels 8 auf
dem Kreisbogen ii, das andere Ende auf dem Kreisbogen 12 und der Hebel 6 auf dem
Kreisbogen 13. Sämtliche Punkte der Kreisbögen ii bis 13 werden durch die entsprechenden
Hebel bei jeder Aufziehbewegung nur einmal beschrieben, im Gegensatz zu einer mehrfach
sich wiederholenden Aufziehbewegung, wie es beim Aufziehen mittels Schlüssel der
Fall ist. Diese Kreisbögen werden beim Erfindungsgegenstand bei jeder Aufziehbewegung
nur in einer Richtung beschrieben, sie wechseln in keinem Punkt ihre Bewegung.
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Durch eine solche Gestaltung der von den Spannelementen ausgeführten
Bewegungsbahnen wird der Vorteil erreicht, daß auch aus einfachen Bewegungen, wie
solche beispielsweise durch die Schließbewegung des Dosendeckels 9 dargestellt werden,
ohne besondere Hilfsmittel, wie Räderübersetzung oder ähnliche Getriebe, die Aufziehbewegung
für Federn von Federmotoren abgeleitet werden kann.
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Der in Fig.3 dargestellte Untersetzer, beispielsweise Bierglasuntersetzer,
enthält in seinem Innern einen Federmotor 2, eine Nadelwalze 3 und einen hinter
der Walze angeordneten, nicht gezeichneten, aus einem Stabkamm bestehenden Musikapparat.
Der Hebel 6 des Federmotors, der durch die Welle io die Feder spannt, schlägt gegen
den Winkelhebel 14 an, welch letzterer mittels des Hebels 15 mit dem über das Fußstück
16 gestülpten Deckel 17 in Verbindung steht.
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Wenn auf die Oberfläche 18 des Deckels 17 beispielsweise ein Bierglas
gestellt wird, wird dieser in seine gestrichelt gezeichnete Lage i72 niedergedrückt,
in welcher Stellung der Hebel i5 die Stellung i5a und der Hebel 14 die Stellung
14a einnimmt. Dadurch wird aber der Hebel 6 in die gestrichelt gezeichnete Lage
6a gedrückt, in welcher die Feder gespannt ist. Wird das Trinkglas abgehoben, so
wird der Deckel 17 durch eine Feder 58 mittels des Winkelhebels 14 und des Hebels
15 wieder hochgedrückt. Dabei wird der Federmotor 2 des Musikapparates ausgelöst,
so daß durch die Walze 3 auf dem Stabkamm ein bestimmtes Musikstück von Anfang bis
zu Ende durchgespielt wird, worauf der Musikapparat durch eine besondere Einrichtung
wieder angehalten wird.
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Der in den Fig. 4, 5 und 6 dargestellte Musikapparat 2, 3, 4 ist in
eine Dose i derart eingebaut, daß dessen Federmotor 2 bei einem Druck auf den Drücker
34 gespannt werden kann. Die Feder 25 des Federmotors 2 sitzt, auf der Welle io,
auf welcher das Kegelrad 26 und die Sperrklinke 27 unbeweglich befestigt sind. Das
Kegelrad 28 sitzt drehbar auf der Welle io und treibt das Kegelrad 29 und damit
die Nadelwalze 3 an. Am Kegelrad 28 sind drei Sperrnuten 30, r 30a, 3o b angebracht,
in welche der äußere Teil der Sperrklinke 27 eingreifen kann. In das Kegelrad 26
greift das Zahnsegment 31 ein, welches seinerseits mit dem Hebel 6 und dadurch mittels
Übertragung des Hebels 32 und des Druckstiftes 33 mit dem Drücker 34 in Verbindung
steht. Der Druckstift 33 ist in der Führung 35 des Dosendeckels 36 so geführt, daß
er nur eine geradlinige Bewegung in seiner Längsachse ausführen kann.
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Dieser Musikapparat arbeitet wie folgt: Beim Niederdrücken des Knopfes
34 in seine gestrichelt gezeichnete Lage 34a nehmen die Hebel 33, 32 und 6 ihre
gestrichelt gezeichneten Stellungen 33a bzw. 32a bzw. 6a ein. Bei der Bewegung des
Hebels aus der Lage 6 in die Lage 6a wird durch Übertragung des Zahnsegmentes 31
das Kegelrad 26 um etwas mehr als i2o °, also um rund eine Dritteldrehung, gedreht,
wodurch auch die Feder 25 um denselben Betrag gespannt wird. Beim vollständigen
Niederdrücken des Drückers 34 klinkt also die Sperrklinke 27 in die nächst zurückgelegene
Nut 30b ein. Beim Loslassen des Drückers in der Lage 34a kann die Feder 25 sich
wieder entspannen, wobei sie mittels der in der Nut 30b eingeklinkten Sperrklinke
27 die Zahnräder 28 und 29 und damit die Nadelwalze 3 antreibt.
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Das Zahnrad 29 besitzt nur den dritten Teil der Zähnezahl des Zahnrades
28, so daß vom Federmotor auf die Nadelwalze eine Übersetzung von i zu 3 stattfindet.
Der Stift 37 ist derart im Zahnsegment 31 vorgesehen, daß er nach Beendigung eines
Musikstückes am Anschlag 38 anschlägt. Wird nun bei einer Aufziehbewegung die Feder
des Federmotors um i2o ° gespannt, so wird die Nadelwalze beim Entspannen der Feder
gemäß der zwischen Feder und Walze eingeschalteten Übersetzung von i zu 3 um dreimal
i2o °, d. h. um 36o', oder um eine volle Umdrehung gedreht. Bei dieser
vollen
Umdrehung wird das Musikstück abermals von Anfang bis zu Ende durchgespielt, wobei
am Ende wiederum der Stift 37 am Anschlag 38 anschlägt und dadurch die Nadelwalze
zum Stehen kommt.
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Infolge, der Anordnung zweier einseitig wirkender Übertragungsvorrichtungen
und der Wahl der Teilung der Nadelwalze des Musikwerkes, derart, daß sie ein ganzes
Vielfaches der Teilung des vom Gehäuseteil bewegten Triebwerks der Aufziehvorrichtung
-(im vorliegenden Beispiel r zu 3) ist, sowie dadurch, daß die Walzenantriebsvorrichtung
durch den Anschlag 37 immer nach vollendetem Abspielen mindestens eines Musikstücks
angehalten und stillgesetzt wird, kann die Aufziehbewegung von einer einfachen einseitigen
Bewegung abgeleitet werden.
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An Stelle eines einzigen auf der Nadelwalze verteilten Musikstückes
kann die Nadelwalze auch zwei oder mehrere Musikstücke oder Teilmelodien erhalten.
Diese Vorrichtung eignet sich besonders bei Scherzartikeln und Spielzeugen, bei
denen in Verbindung mit dem Druckstift 34 eine menschliche oder tierische Figur
bewegt werden kann.
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Im Beispiel der Fig.7 und 8 ist ein entsprechender, wie in den vorigen
Beispielen beschriebener Musikapparat in die Fig. 5o eingebaut. ])er Hebel 6 steht
durch die weiteren Hebel 41 und 42 mit dem AA 43 derart in Verbindung, daß
beispielsweise durch das Niederdrücken des Armes in die Lage 43a der Federmotor
des Musikapparates gespannt wird. Beim Loslassen des Armes hebt sich dieser in die
ursprüngliche Lage 43, wobei ein Musikstück von Anfang bis zu Ende ertönt.
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Es wird durch diese Erfindung der Vorteil erreicht, daß die Aufziehbewegung
und die Auslösung durch einfachste Mittel ohne besondere Getriebe von anderen einfachen
Bewegungen, beispielsweise Offnen oder Schließen eines Dosendeckels, abgeleitet
werden können. Dieselbe kann auch bei anderen Gegenständen angewendet werden, beispielsweise
bei Sparkassen, Zigaretten- oder Zigarrendosen oder Spendern usw. Schließlich können
auch andere Musikapparate, beispielsweise Apparate mit Pfeifen, Drehorgeln oder
Grammophone, welche durch Federmotoren angetrieben werden, gemäß der Erfindung gebaut
werden.