DE564784C - Verfahren zur Herstellung von Ammoniumrhodanid bzw. Thioharnstoff - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Ammoniumrhodanid bzw. Thioharnstoff

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DE564784C DEK121791D DEK0121791D DE564784C DE 564784 C DE564784 C DE 564784C DE K121791 D DEK121791 D DE K121791D DE K0121791 D DEK0121791 D DE K0121791D DE 564784 C DE564784 C DE 564784C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/20Thiocyanic acid; Salts thereof

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Ammoniumrhodanid bzw. Thioharnstoff Es ist bekannt, daß durch Einwirkung von Ammoniak auf Schwefelkohlenstoff, der in Spiritus gelöst ist, je nach den Arbeitsbedingungen ein Gemisch verschiedener Substanzen entsteht, unter denen dithiocarbaminsaures Ammonium vorwiegt; daneben entsteht noch trithiokohlensaures Ammonium, wenig Thiurainsulfid und etwas Ammoniumrhodanid, das aber in Spiritus gelöst bleibt und sich nicht ausscheidet.
  • Nach dem vorliegenden Verfahren wird die Bildung der in Spiritus schwer löslichen Verbindungen dadurch herbeigeführt, daß man in an sich bekannter Weise in die alkoholische Lösung des Schwefelkohlenstoffs Ammoniak einleitet, bis der Schwefelkohlenstoff quantitativ umgesetzt ist. Das entstandene Gemenge wird vom Lösungsmittel durch Filtration getrennt und erfindungsgemäß durch Erhitzen mit Wasser unter Abspaltung von Schwefelwasserstoff in Ammoniumrhodanid übergeführt. Das Ammoniumrhodanid kann dann durch Erhitzen in an sich bekannter Weise zum Teil in Thioharnstoff übergeführt werden, der vom unverändert gebliebenen Ainnioniumrhodanid getrennt wird. Beispiel 255o Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff werden in 51 oo Gewichtsteilen Alkohol gelöst. In die Lösung wird bei niedriger Temperatur, z. B. bei 3o bis 5o°, so lange Ammoniak eingeleitet, bis eine Probe der Flüssigkeif bzw. des gebildeten Kristallbreis beim Verdünnen mit Wasser keine oder fast keine Trübung mehr zeigt, sondern sich klar oder fast klar löst. Fast das ganze Volumen der ursprünglichen Lösung ist jetzt mit einem Kristallbrei von gelben Nadeln durchsetzt. Diese werden abfiltriert, und das Filtrat kann wiederholt zum Lösen von Schwefelkohlenstoff verwendet werden. Man erhält in dieser Weise das Ammoniumrhodanid in vorzüglicher Reinheit und mit fast theoretischer Ausbeute.
  • Der abgeschiedene Kristallbrei, aus dem der noch in ihm enthaltene Spiritus durch Verdampfen wiederge-,vonnen werden kann, wird nun mit Wasser versetzt und langsam erhitzt. Es genügt der Zusatz von wenig Wasser, z. B. verwendet man auf 3oo Gewichtsteile des isolierten Gemenges 5o Gewichtsteile Wasser. Beim Erhitzen entweicht, bei etwa 7o° beginnend, Schwefelwasserstoff in stürmischer Reaktion, und die Kristallnadeln des Gemenges gehen bei längerem Erhitzen in Lösung. Bei Eindampfen der Lösung bilden sich schwach gelblich gefärbte Kristalle, welche aus Ammoniumrhodanid bestehen. Man dampft zur Trockne ein, und man kann schließlich in demselben Gefäß durch Erhitzen bis zum oder über den Schmelzpunkt Thioharnstoff im Gleichgewicht mit Ainmoniumrhodanid in an sich bekannter Weise herstellen und ihn vom Ammoniumrhodanid trennen.
  • Es ist bereits bekannt, auf Schwefelkohlen- Stoff in Gegenwart von Alkohol wäßrige Ammoniaklösung einwirken zu lassen. Bei dieser Arbeitsweise wird der Alkohol mit Wasser stark verdünnt. Es"ist ferner vorgeschlagen worden, in Schwefelkohlenstoff unter Zusatz von ölen oder höherwertigen Alkoholen Ammoniakgas einzuleiten, wobei primär Thiosulfocarbonat in flüssiger Form entsteht. Bei Ausführung des vorliegenden Verfahrens entsteht dagegen in vorzüglicher Reinheit und praktisch ohne Substanzverlust dithiocarbaminsaures Ammonium, das infolge seiner Schwerlöslichkeit in Form einer Kristallmasse ausfällt und vom Alkohol leicht getrennt werden kann. Dieser kann unmittelbar zur Umsetzung neuer Schwefelkohlenstoffmengen benutzt werden, während das dithiocarbaminsaure Ammonium in einfacher ZVeise in reines Ammoniumrhodanid übergeführt wird.
  • Bei den bekannten Verfahren muß nach jeder Operation das Endprodukt durch Eindampfen einer großen Menge Lösungsmittel, sei es nun Wasser oder wäßriger Alkohol, gewonnen werden, und diese Verfahren müssen zum Teil mit komplizierten Apparaturen arbeiten, wie sie beispielsweise in U 1 1 -m a n n , Enzyklopädie der technischen Chemie, i. Auflage, Band III, Seite 623 beschrieben sind. Im Gegensatz hierzu kann das vorliegende Verfahren in einfachen offenen oder mit einem losen Deckel versehenen Apparaturen in der Kälte ausgeführt werden. Dabei bildet sich ein Kristallbrei, der vom Lösungsmittel leicht getrennt werden kann und durch Erwärmen mit geringen Mengen des Zersetzungsmittels leicht und fast quantitativ in das gewünschte Endprodukt übergeht, so daß das vorliegende Verfahren gegenüber den bekannten Arbeitsweisen sowohl technisch als auch wirtschaftlich eine wesentliche Vereinfachung und Vervollkommnung bedeutet.

Claims (1)

  1. PATENTANTSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Ammoniumrhodanid bzw. Thioharnstoff, dadurch gekennzeichnet, daß man in eine alkoholische Lösung von Schwefelkohlenstoff in an sich bekannter Weise Ammoniak einleitet, bis der Schwefelkohlenstoff quantitativ umgesetzt ist, das entstehende Verbindungsgemenge von der Lösung mechanisch trennt und mit Wasser oder ähnlich wirkenden Zersetzungsmitteln erhitzt, bis keine Schwefelwasserstoffabspaltung mehr stattfindet, worauf das gebildete Ammoniumrhodanid durch Eindampfen vom Wasser befreit und in bekannter Weise durch Erhitzen auf Temperaturen bis zum oder über den Schmelzpunkt in Thioharnstoff im Gleichgewicht mit Ammoniumrhodanid umgewandelt werden kann.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2560596A (en) * 1947-10-02 1951-07-17 Koppers Co Inc Preparation of thiourea

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US2560596A (en) * 1947-10-02 1951-07-17 Koppers Co Inc Preparation of thiourea

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