DE548656C - Verfahren zur Veredelung rezenter Naturharze - Google Patents

Verfahren zur Veredelung rezenter Naturharze

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DE548656C DEC34301D DEC0034301D DE548656C DE 548656 C DE548656 C DE 548656C DE C34301 D DEC34301 D DE C34301D DE C0034301 D DEC0034301 D DE C0034301D DE 548656 C DE548656 C DE 548656C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G81/00Macromolecular compounds obtained by interreacting polymers in the absence of monomers, e.g. block polymers

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Description

  • Verfahren zur Veredelung rezenter Naturharze Es ist bereits bekannt, rezente Naturharze, im besonderen Kolophonium und kolophoniumhaltige Körper, durch Zusammenschmelzen und längeres Erhitzen mit Kondensationsprodukten aus Phenolen und Carbonylverbindungen zu veredeln. Es ist ferner bekannt, daß Kolophonium oder kolophoniumartige Körper sich weitgehend im Vakuum destillieren lassen. Reines amerikanisches Kolophonium, das zum überwiegenden Teil saure Bestandteile enthält, liefert nach L. Rucicka und Jules Meyer (Helv. chim. Acta 5, 315 bis 34q.; Chem. Zentr. 1922, 111, 363 bis 366) bei der Destillation in einem Vakuum unter I mm bei Zoo bis 210' in go°/oiger Ausbeute ein Destillat, das fast ganz aus reiner Abietinsäure besteht.
  • Man hat auch schon vorgeschlagen, eine Veredelung rezenter Naturharze durch Zusammenschmelzen und gemeinsames längeres Erhitzen mit Kondensationsprodukten aus Phenolen mit Aldehyden, Ketonen u. dgl. vorzunehmen. Es gelingt aber auf diese Weise nicht ohne weiteres oder jedenfalls nur unvollkommen, zu befriedigenden Ergebnissen zu gelangen.
  • Diese Übelstände lassen sich vermeiden, wenn man einen erheblichen Überschuß an rezentem Naturharz zur Anwendung bringt. Dann kann die Gesamtmenge der angewandten Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte mit den Naturharzen zur chemischen Vereinigung gebracht werden, und zwar bevor die innere Kondensation der Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte vor sich geht bzw. zu weit fortschreitet. Hier wird dann aber der verbliebene Überschuß an rezenten Naturharzen stören, weil er die lacktechnisch günstigen Eigenschaften des erhaltenen Produkts herabdrückt. Deswegen ist es wichtig, den zunächst zugesetzten Überschuß an rezenten Naturharzen nachträglich wieder zu entfernen.
  • Demgemäß kommt es bei der vorliegenden Erfindung darauf an, die Naturharze in unveränderter oder bereits mehr oder weniger chemisch veränderter Form im Überschuß mit kristallinischen, öligen oder festen, evtl. harzartigen Kondensationsprodukten, die aus Phenolen und Körpern mit wenigstens einer Carbonylgruppe durch Kondensation gewonnen wurden, in Reaktion zu bringen und alsdann den nicht in Reaktion getretenen Anteil der Naturharze sowie etwa sonst vorhandene flüchtige Bestandteile ganz oder zum Teil im Vakuum, zweckmäßig einem solchen von weniger als 3 mm Quecksilberdruck, abzudestillieren. Man erhält auf diese Weise nebeneinander zwei verschiedene, aber je für sich wertvolle Produkte: I. einen Destillationsrückstand, aus dem mehr oder weniger alle vorher noch frei vorhandenen oder nur locker gebundenen destillierbaren Bestandteile des Kolophoniums oder der kolophoniumartigen Körper entfernt sind und der dadurch gegenüber den bisher bekannten Kondensationsprodukten aus kolophoniumartigen Körpern und Phenol-Carbonyl-Verbindungen abweichende und für die Verwendung als Lackrohstoff vorteilhafte Eigenschaften zeigt, und 2. ein Destillat, das aus dem nicht gebundenen, destillierbaren Anteil des kolophoniumartigen Körpers besteht; das sich in den Eigenschaften anders, aber besser zeigt als gewöhnliches Kolophonium oder ganz allgemein besser als der jeweils benutzte kolophoniumartige Ausgangsstoff, das bei vorsichtig geleiteter Destillation von einer außergewöhnlich hellen Farbe ist, die im Licht eine beachtenswerte Beständigkeit zeigt, und das, wenn verhältnismäßig reine Kolophoniumprodukte zur Anwendung gelangten, eine hohe Kristallisationsfähigkeit zeigt, demnach weitgehend aus reiner Abietinsäure bestehen muß.
  • Der Chemismus der Reaktion zwischen Kolophonium und Phenol-Carbonyl-Kondensationsprodukten ist noch nicht geklärt. Anscheinend tritt nur ein ganz bestimmter Teil des Kolophoniums in Reaktion; der weniger reaktionsfähige Anteil wird durch die Destillation entfernt. Dadurch ist die Verbesserung des Rückstandes bedingt, während alle bisher bekannten ähnlichen Kombinationen durch den darin noch vorhandenen schwer reaktionsfähigen Kolophoniumanteil gestört und in ihren Eigenschaften verschlechtert wurden. Andererseits besteht das Destillat weitgehend aus einem solchen schwer reagierenden Kolophoniumanteil und zeigt dadurch in bezug auf Beständigkeit und Widerstandskraft besondere Eigenschaften. Es hat sich durch Vergleichsversuche herausgestellt, daß von der Phenol-Carbonyl-Verbindung um so mehr des kolophoniumartigen - Körpers gebunden wird, je größer der Überschuß des letzteren genommen wird. Je nach den angewandten Kolophoniumkörpern und Phenol-Carbonyl-Verbindungen und ferner je nach den angewandten Mengenverhältnissen sind natürlich die Endprodukte mehr oder weniger verschieden.
  • Wenn es auch, wie eingangs erwähnt, bereits bekannt war, daß man Kolophonium im Hochvakuum destillieren kann, so war doch keineswegs vorauszusehen, daß die Entfernung des überschüssigen Kolophoniums durch Hochvakuumdestillation auch aus dem Reaktionsprodukt möglich sein würde, welches durch die Einwirkung von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten auf einen Überschuß rezenter Naturharze erhalten wird.
  • Zwar hat man auch schon vorgeschlagen, Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte mit einem Überschuß von Naturharzen zu behandeln. An eine Entfernung des überschüssig angewandten Naturharzes durch nachträgliche Destillation im Hochvakuum war dabei aber nicht gedacht. Soweit eine nachträgliche Destillation überhaupt ins Auge gefaßt war, sollten dadurch nur leichter flüchtige Bestandteile entfernt werden, aber nicht solche, deren Entfernung nur bei Anwendung des Hochvakuums praktisch möglich ist. Andererseits hat man auch schon vorgeschlagen, bei Verarbeitung rezenter Naturharze mit Glycerin erstere im Überschuß anzuwenden und dann die weicheren Anteile bis auf 350' zu evakuieren. Abgesehen davon aber, daß auch in diesem Falle von der Anwendung eines Hochvakuums nicht die Rede war, durch das allein die Entfernung des überschüssig zugesetzten Naturharzes praktisch möglich gewesen wäre, können die durch Vereinigung rezenter Naturharze mit Glycerin erhaltenen Produkte in ihren Eigenschaften nicht mit denjenigen verglichen werden, die gemäß vorliegender Erfindung durch die Vereinigung von rezenten Naturharzen mit Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten u. dgl. erhalten werden. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die nach dem ersteren bekannten Verfahren gewonnenen Produkte in lacktechnischer Beziehung noch mannigfache Mängel aufweisen.
  • Die nach dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung als Destillationsrückstand gewonnenen Produkte zeichnen sich namentlich durch ihren besonders hohen Schmelzpunkt aus, der sich vielfach sogar über die Schmelzpunkte der besten ausgeschmolzenen Kopale erhebt. Infolgedessen lassen sich die so gewonnenen Produkte, die den ausgeschmolzenen Kopalen im übrigen in ihren Eigenschaften ähneln, mit viel mehr Öl verarbeiten, als dies bei den bisher bekannt gewesenen, aus der Vereinigung von Naturharzen mit Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten entstandenen Massen der Fall war.
  • Unter rezenten Naturharzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind hier alle rezenten Koniferenharzprodukte zu verstehen, also nicht nur das von flüchtigen Bestandteilen befreite Harz der Bäume der Gattung Pinus, sondern auch der Balsam selbst oder Zwischenprodukte desselben, wie z. B. Galipot. Bei Verwendung solcher noch Wasser und Terpentinöl enthaltender Rohprodukte treten geringe Nebenreaktionen ein, durch welche die Endprodukte aber nur so weit verändert werden, wie es nach dem Ausgangsmaterial zu erwarten war. In der Hauptsache werden alle flüchtigen Bestandteile bei der Destillation restlos entfernt. Da aber die Destillation unter besonderen Umständen vorgenommen wird, so wird meist auch der Rückstand in einer besonders hellen und damit wertvollen Farbe erhalten.
  • Statt der unveränderten Harzprodukte kann man auch vorher mehr oder weniger veresterte oder mehr oder weniger mit Metallsalzen, Formaldehyd, Luft oder auf andere Weise vorgehärtete Produkte verwenden. Unter Kondensationsprodukten aus Phenolen und Carbonylverbindungen sollen folgende verstanden werden: i. schmelzbare, harzartige Kondensationsprodukte aus Phenolen und Aldehyden, allgemeiner bekannt unter dem Namen Phenol-Aldehyd-Harze, hergestellt aus Phenol und bzw. oder irgendeinem Homologen und einem gasförmigen, flüssigen oder festen, monomeren oder polymeren Aldehyd; 2. schmelzbare, harzartige Kondensationsprodukte aus Phenolen und Ketonen jeder Art; 3. schmelzbare, harzartige Kondensationsprodukte aus Phenolen jeder Art und Gemischen von Aldehyden und Ketonen wie in den beiden ersten Gruppen; q. unschmelzbar werdende oder bereits mehr oder weniger, ganz oder teilweise unschmelzbar gewordene harzartige Kondensationsprodukte aus Phenolen, Aldehyden und Ketonen von der unter i bis 3 gekennzeichneten Art (die unschmelzbaren oder auch nur aufquellenden Produkte werden erst in bekannter Weise von dem kolophoniumartigen Körper mehr oder weniger aufgeschlossen); 5. Anfangs- und Zwischenkondensationsprodukte der Gruppen i bis .¢ (diese Produkte enthalten unter Umständen noch mehr oder weniger freies Phenol oder Homologe bzw. Aldehyde oder Ketone) ; 6. Phenolalkohole jeder Art, wie z. B.: a) in kristallinischer Form: p-Kresoldialkohol, b) in öliger Form: Phenolalkoholgemische; 7. kristallinische Diphenylverbindungen aus Phenolen jeder Art und Carbonylverbindungen, wie z. B. Diphenylolmethan, Diphenylolpropan, Dikresylolpropan,kurzum alle die Verbindungen, die als Zwischenprodukte bei der Gewinnung künstlicher Harze aus Phenolen und Carbonylverbindungen in Frage kommen.
  • Die Kombination der kolophoniumartigen Körper mit den Kondensationsprodukten aus Phenolen und Carbonylverbindungen geschieht in der einfachsten Form durch einfaches Verschmelzen und sofortige Destillation im Vakuum. Der Destillation kann aber auch ein vorheriges Erhitzen mit oder ohne Druck, mit oder ohne Rühren und mit oder ohne Zusatz neutraler, saurer oder alkalischer Katalysatoren oder Zusätze vorausgehen. Die Destillation des nicht gebundenen Anteils der kolophoniumartigen Produkte führt man am besten im Hochvakuum, und zwar möglichst bei einem Druck von unter 3 mm Quecksilber durch. Die Destillation kann durch Einleiten von Wasserdampf, Lösungsmitteldampf oder Durchblasen von Luft oder inerten Gasen beschleunigt werden. Unter Umständen ist auch Rühren oder irgendeine andere Art der Bewegung der Massen von Vorteil.
  • Der Destillationsrückstand kann nach Belieben so gelassen oder mit Glycerin oder einem beliebigen anderen Alkohol oder mit Metalloxyden weiter neutralisiert oder sonstwie nach bekanntenMethoden chemischverändertwerden. Der destillierte Harzanteil kann überall dort angewendet werden, wo Kolophonium oder kolophoniumartige Produkte Verwendung finden. Es ist aber darauf Rücksicht zu nehmen, daß er in verschiedener Hinsicht in seiner Reaktionsfähigkeit dem gewöhnlichen Kolophonium nachsteht. Dafür ist seine Lichtbeständigkeit bedeutend erhöht.
  • Aus der untenstehenden Reihe von Beispielen, die noch sehr weit ausgedehnt werden könnte, gehen zur Genüge die außerordentlichen Variationsmöglichkeiten des Verfahrens je nach den angewendeten Rohstoffen hervor. Eine weitere Variationsmöglichkeit liegt darin, daß man nicht alles Abdestillierbare des Kolophoniumproduktes abdestilliert, sondern einen Teil in dem Rückstand läßt und so Produkte erhält, die in den Eigenschaften zwischen den bisher bekannten und den nach dem neuen Verfahren hergestellten liegen. Durch Zusätze saurer, alkalischer oder neutraler Natur vor oder während der Destillation kann man weitere Änderungen in den Eigenschaften der Endprodukte herbeiführen.
  • Als saure Stoffe kommen dabei alle Verbindungen in Betracht, die für die Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden bekannt geworden sind, wie z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Borsäure, Essigsäure, Oxalsäure, Phthalsäure usw. Neutrale Zusätze dienen lediglich zur Verdünnung der Massen. Sie erleichtern die Entfernung destillierbarerBestandteile,soweit sie nicht selbst dabei überdestillieren, und verändern das Endprodukt je nach ihrer Eigenart in vorauszusehender Weise. An sich bekannt sind als Zusatz entweder neutrale Ester, wie z. B. Triphenylphosphat, Phthalsäureäthylester oder auch neutrale Öle, wie z. B. Leinöl, Holzöl oder Anthracenöl. An alkalischen Verbindungen finden die Ätzalkalien, Ammoniak und Amine Verwendung. Die Herstellung der in der Hitze härtbaren Kondensationsprodukte aus Phenol und Formaldehyd geschieht in an sich bekannter Weise unter Zusatz derartiger Stoffe. Falls sie nicht restlos aus den Kondensationsprodukten entfernt werden, sind sie bei der Weiterverarbeitung mit sauren Naturharzen noch vorhanden.
  • Beispiel = ioo g spanisches Kolophonium, Marke Excelsior, werden mit 2o g eines aus Kresol und Formaldehyd gewonnenen Kunstharzes vom Schmelzpunkt no bis i2o° und einem Verlust von 0,7 °/o bei 1:50 ' verschmolzen und in 2o Stunden langsam auf 25o' erhitzt. Der Rückstand wird im Vakuum unter i bis 1,5 mm Quecksilberdruck bis zu schließlich ?,55" abdestilliert. Man erhält neben einem öligen Vorlauf von 14 g ein Destillat von 56,5 g eines sehr hellen kolophoniumartigen Körpers vom Schmelzpunkt 55 bis 65' und einer Säurezahl von 174,5 und 45,5 g Rückstand. Dieser bildet ein noch sehr schön helles Harz vom Schmelzpunkt 11o bis 12o ° mit einer Säurezahl 42. Der Rückstand ist entgegen den beiden Ursprungsharzen in Spiritus unlöslich. Er löst sich in Benzol klar; in Benzin ist er in gleichen Teilen in der Wärme klar, in der Kälte trüblöslich. Leinöl löst den Rückstand sofort klar auf. Die Leinöllösungen geben mit Trockenstoff Lacke von hervorragender Härte und vielseitiger Verwendungsmöglichkeit.
  • Je nachdem, ob man vor der Destillation das Gemisch aus Kolophonium und Phenolharz kürzere oder längere Zeit oder niedriger oder höher erhitzt, erhält man mehr oder weniger Rückstand, weil die Vereinigung zwischen Kolophonium und Phenolharz üm so weiter geht, je länger und je höher man zusammen erhitzt. Beispiel 2 Zoo Teile fast völlig abgesättigter Harzester, aus Kolophonium und Glycerin in bekannter Weise hergestellt, mit einer Säurezahl von 15,1 werden mit ioo Teilen eines normalen Kresolformaldehydharzes wie in Beispiel i verschmolzen und, wie in Beispiel i angegeben, erhitzt und destilliert. Man erhält infolge der weitgehenden Veresterung des Kolophoniums nur etwa i8 Teile Destillat in Form eines öligharzigen Produktes und 282 Teile eines Rückstandes mit dem vorzüglichen Schmelzpunkt von 113 bis 123 °, der Säurezahl 11,2 und einer klaren, noch ziemlich hellen Farbe. Er ist unlöslich in Spiritus, löslich in Benzol und Tetralin, etwas trüb in Leinöl. In Benzin ist der Rückstand nicht klar löslich.
  • Beispiel 3 Zu einer Verschmelzung von Zoo Teilen spanischem Harz Excelsior und ioo Teilen eines normalen Kunstharzes aus Kresol und Formaldehyd, noch löslich und schmelzbar, werden 7,4 Teile gepulvertes Calciumhydroxyd unter Umrühren zugegeben; nachher wird io Stunden bis auf schließlich etwa 250' erhitzt. Man erhält dabei ein Harzgemisch vom Schmelzpunkt ioo bis iio °. Durch Destillation im Vakuum bei 1,5 bis 2,5 mm lassen sich bis 25o° etwa 4o g eines zähen, harzartigen Öles abdestülieren. Es hinterbleibt ein Rückstand von 26o g eines noch schön hellen Harzes mit der Säurezahl 16,8 und einem Schmelzpunkt von 136 bis 147'. Das Produkt ist in Spiritus ganz unlöslich, in Benzol, Tetralin und Leinöl löslich, in Benzin nur in der Wärme. Es kann überall dort verwendet werden, wo man bisher Hartharz anwandte, hat aber eine bedeutend größere Widerstandskraft.
  • Beispiel ¢ 15o g spanisches Harz Excelsior werden mit 125 g eines Harzes verschmolzen, das aus Kresol und Acetaldehyd unter Benutzung saurer Kontaktmittel hergestellt wurde. Man erhitzt wie im Beispiel i angegeben und destilliert im Vakuum von i bis 2 mm Quecksilberdruck ab. Zunächst geht ein zähes Öl über, dann folgen bei 22o bis 230' die destillierbaren Bestandteile des Kolophoniums. Man erhält ungefähr 12o g Destillat mit den üblichen Eigenschaften eines destillierten Kolophoniums und etwa 185 g Rückstand, noch klar rotbraun durchsichtig, vom Schmelzpunkt 98 bis io6 °, einer Säurezahl von 48,2, löslich in Spiritus und Benzin nur in konzentrierter Form, unbeschränkt in Benzol, Tetralin und Leinöl.
  • Beispiel 5 Zoo Teile spanisches Harz Excelsior werden mit ioo Teilen eines aus Kresol und Aceton unter Verwendung von Salzsäure als Kondensationsmittel gewonnenen Harzproduktes verschmolzen und wie in Beispiel i erhitzt und zur Destillation gebracht. Man erhält 246 g eines harzartigen Destillates aus destillierbaren Kolophoniumanteilen und destillierbaren Zwischenkondensationsprodukten aus Kresol und Aceton vom Schmelzpunkt 54 bis 6o' und der Säurezahl iig,8, löslich in Spiritus, Benzol, Benzin und Tetralin, und 54 Teile Rückstand. Dieser zeigt den Schmelzpunkt io7 bis 116', die Säurezahl 22,4 und eine leidlich helle Farbe. Er ist unlöslich in Spiritus, löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, in Benzin nur in konzentrierter Form. Beispiel 6 Zoo Teile spanisches Harz Excelsior werden mit 5o Teilen eines gemischten Kondensationsproduktes aus Kresol, Formaldehyd und Aceton wie in Beispiel i erhitzt und zur Destillation gebracht. Es ergeben sich: ein Destillatvon 79 % vom Schmelzpunkt 48 bis 56', der Säurezahl 115,4 von sehr schön heller Farbe und Löslichkeit in Spiritus, Benzol, Benzin und Tetralin und ein Rückstand von 210/, mit dem Schmelzpunkt 8i bis 9o °, der Säurezahl 22,4 und klar rotbrauner Farbe. Er ist löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, trüblöslich in Spiritus und in Benzin nur in konzentrierter Form.
  • Beispiel 7 Zoo Teile spanisches Kolophonium Excelsior werden mit 4o Teilen eines unschmelzbar werdenden Kondensationsproduktes aus Kresol und Formaldehyd verschmolzen und wie in Beispiel i erhitzt und zur Destillation gebracht. Man erhält 2o °/o Destillat und 8o °/a Rückstand mit den üblichen Eigenschaften. Die Farbe des Rückstandes ist noch klar braunrot. Er zeigt den Schmelzpunkt 112 bis i2: z' und die Säurezahl 71,7, ist unlöslich in Spiritus, löslich in Tetralin, Benzol und Leinöl und konzentriert auch in Benzin.
  • Beispiel 8 400 g amerikanisches Kolophonium FG werden mit 52 g eines Gemisches von Polyalkoholen aus Kresol und Formaldehyd io Stunden bis auf 17o ° erhitzt und sodann destilliert. Nach Übergang eines geringen Vorlaufs destillieren etwa 50°/o Harzbestandteile über. Das Destillat zeigt den Schmelzpunkt 65 bis 73 °, die Säurezahl 162,4 und ist in der Farbe etwa 15mal heller als das angewandte Kolophonium. Der Rückstand zeigt den Schmelzpunkt 134 bis 142', die Säurezahl 117,6 und eine noch gut helle Farbe. Im Gegensatz zu beiden Ausgangsmaterialien wird er von Spiritus nur noch wenig angegriffen, ist leicht löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, schwer löslich in Benzin.
  • Beispiel 9 157 g spanisches Harz Excelsior werden mit 117,5 g Kresol und 52 g Formaldehyd (3o°/oig) 15 Stunden am RückfluBkühler gekocht. Dann wird das Wasser abdestilliert, der Rückstand noch einige Stunden auf Zoo bis 250' erhitzt und dann der Destillation unterworfen. Aus Zoo g des Harzes erhält man 30 g Destillat von den vorzüglichen Eigenschaften eines destillierten Kolophoniums wie in Beispiel i und 70 g Rückstand vom Schmelzpunkt 118 bis 128' mit einer Säurezahl von 49,3 und einer noch guten Helligkeit. Er ist in Spiritus bis auf starke Verdünnungen löslich, ebenso in Benzol, Tetralin und Leinöl ohne Einschränkung, dagegen in Benzin nur in der Wärme und in konzentrierter Lösung.
  • Beispiel io 5 Teile spanisches Kolophonium werden mit i Teil p-Kresoldialkohol vom Schmelzpunkt 118 bis 125' verschmolzen, io Stunden bis 25o erhitzt und dann wie in den vorigen Beispielen destilliert. Man erhält etwa i Teil Destillat mit den üblichen Eigenschaften eines destillierten Kolophoniumproduktes und etwa 5 Teile Harzrückstand. Dieser hat den Schmelzpunkt 133 bis 144°, die Säurezahl 52,6 und eine klare gelbbraune Farbe. Er ist in Spiritus unlöslich, in Benzol, Tetralin und Leinöl löslich, in Benzin nur in konzentrierter Form.
  • Beispiel 11 5 Teile spanisches Harz Excelsior werden mit i Teil kristallinischem Diphenylolpropan mehrere Stunden verschmolzen. Dann wird im Hochvakuum destilliert. Man erhält ein Destillat mit dem Schmelzpunkt 56 bis 66 `, der Säurezahl 153,4 von sehr heller Farbe, löslich in Spiritus, Benzol, Benzin und Tetralin. Der Destillationsrückstand ist noch klar durchsichtig gelbbraun, hat den Schmelzpunkt 105 bis 115', die Säurezahl 56 und ist unlöslich in Spiritus, dagegen löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, in Benzin nur in konzentrierter Form.
  • Beispiel 12 250 g Kolophonium und 5 g Paraformaldehyd werden verschmolzen und mit 125 g Kresolharz, wie in Beispiel i gewonnen, io Stunden auf 25o° erhitzt, dann im Vakuum destilliert. Man erhält etwa 150 g eines Destillates mit den üblichen Eigenschaften der destillierten Kolophoniumprodukte und etwa 22o g eines hellbraunen Harzrückstandes mit dem Schmelzpunkt 135 bis 142 ° und der Säurezahl 44,8. Er ist weitgehend löslich in Spiritus, Benzol, Tetralin und Leinöl, nicht ganz klar in Benzin, auch nicht in der Wärme.
  • Beispiel 13 48o Teile rohes deutsches Fichtenharz mit einem Gehalt von 740/, Kolophonium und 26 °/o leicht flüchtigen Bestandteilen, darunter etwa 23 °/o Terpentinöl, werden geschmolzen, durchgesiebt und mit 435 Teilen eines Gemisches von Polyalkoholen aus Kresol und Formaldehyd etwa 2o Stunden bis auf 250' erhitzt. Dabei geht bei den höheren Temperaturen das Wasser und später das Terpentinöl als Destillat über. Der Rückstand von 409 Teilen wird der Destillation im Hochvakuum unterworfen. Man erhält 156 Teile eines wunderschön hellen Destillates vom Schmelzpunkt 54 bis 62', der Säurezahl 162,4, löslich in Spiritus, Benzol, Benzin und Tetralin, und 253 Teile Rückstand. Dieser zeigt alle bekannten Eigenschaften, wie sie die in den vorhergehenden Beispielen beschriebenen Destillationsrückstände haben. Er schmilzt bei 113 bis 123', hat die Säurezahl 67,2, ist unlöslich in Spiritus, löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, auch in Benzin bei Konzentrationen, bei denen nicht über 5 Teile Benzin auf i Teil Rückstand kommen.
  • Beispiel 14 25o g spanisches Kolophonium werden mit 32,5 g eines aus Phenol, Aceton und Formaldehyd gewonnenen kondensierten, öligen, beim Erhitzen unschmelzbar werdenden Harzproduktes und etwas Spiritus verschmolzen und wie in Beispiel i erhitzt und zur Destillation gebracht. Das Destillat, etwa 47 °/o, ist fast wasserhell, hat den Schmelzpunkt 6o bis 68 ° und die Säurezahl 165,7 und ist löslich in Spiritus, Benzol, Benzin und Tetralin. Der Destillationsrückstand in Höhe von 53°(o hat den Schmelzpunkt 158 bis z68° und die Säurezahl 24,1. Er ist von schön heller Farbe, unlöslich in Spiritus, löslich in Benzol, Tetralin und Leinöl, konzentriert auch in Benzin.
  • Die Eigenschaften der Endprodukte, insbesondere derjenigen, welche nach den Beispielen i, 9, io und ii erhalten werden, ändern sich nur wenig, wenn man während der Destillation Mineralsäuren oder organische Säuren zugegen sein läßt. Bei Zusatz von alkalischen Mitteln erreicht man unter Umständen durch deren Einwirkung auf die Phenolkondensationsprodukte ein etwas härteres Endprodukt. Man muß aber den Zusatz sehr vorsichtig wählen und die Destillation schnell zu Ende führen. Neutrale Zusätze dienen entweder als Verdünnungsmittel mit dem Vorteil dieser, die Destillation leichter zu gestalten oder das Endprodukt entsprechend weicher und elastischer zu machen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI: Verfahren zur Veredelung rezenter Naturharze durch Zusammenschmelzen und gemeinsames längeres Erhitzen mit Kondensationsprodukten aus Phenolen mit Aldehyden, Ketonen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß man die Naturharze in unverändeter oder bereits mehr oder weniger chemisch veränderter Form im Überschuß mit kristallinischen, öligen oder festen, evtl. harzartigen Kondensationsprodukten, die aus Phenolen und Körpern mit wenigstens einer Carbonylgruppe durch Kondensation gewonnen wurden, in Reaktion bringt und alsdann den nicht iri Reaktion getretenen Anteil der Naturharze sowie etwa sonst vorhandene flüchtige Bestandteile ganz oder zum Teil im Vakuum, zweckmäßig einem solchen von weniger als. 3 mm Quecksilberdruck, abdestilliert.
DEC34301D 1924-01-03 1924-01-03 Verfahren zur Veredelung rezenter Naturharze Expired DE548656C (de)

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