DE53264C - Einrichtung zur Herstellung von Hufeisen - Google Patents
Einrichtung zur Herstellung von HufeisenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
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- B22C9/00—Moulds or cores; Moulding processes
- B22C9/06—Permanent moulds for shaped castings
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 31: Giesserei und Formerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. November 1889 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Hufeisen,
gemäfs welchem die Hufeisen in einer Operation fix und fertig gemacht werden, also
die Bildung der Nagellöcher, der Schnebbe, der Stollen und anderer Vorsprünge oder Vertiefungen,
welche erforderlich sein mögen, nicht einzeln, wie bisher, nach der Herstellung des
Hufeisenkörpers, sondern gleichzeitig bei der Anfertigung des letzteren erfolgt. \
Zur Ausführung dieser Erfindung bedient man sich des Giefsprocesses und des Processes
zum Weichmachen (Adouciren) von Gufseisen und Gufsstahl. Man benutzt eine Form, welche
gestattet, ein Hufeisen von der gewünschten Gestalt in einer einzigen Operation durch
Giefsen zu erzeugen, und macht darauf das in dieser Form gegossene Hufeisen durch den
bekannten Adoucirprocefs für den Gebrauch tauglich.
. Die Form, welche man verwendet, ist auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Fig. ι zeigt eine Seitenansicht und Fig. 2 eine von der linken Seite der Fig. 1 aus gesehene
Stirnansicht der Form.
Fig. 3 veranschaulicht in perspectivischer Ansicht die Anordnung der Form in einem
Block.
Die Form oder Schale besteht vorzugsweise aus Gufsmetall und kann mit feuerfestem Thon,
Graphit oder einem anderen geeigneten Material ausgefüttert sein. Sie ist aus zwei Theilen
zusammengesetzt, einem festen Hintertheil A und einem beweglichen Vordertheil oder
Deckel A1. Der hintere Theil A ist gemäfs
der Gestalt, welche das Gufsstück erhalten soll, ausgenommen, der Deckel A1 dagegen eben,
mit Ausnahme der Vertiefung für die Schnebbe oder den Vorschuh des Hufeisens und der
Aussparungen für die Gegenstofskissen (anti- concussion pads), wenn das Hufeisen mit letzteren
versehen werden soll. Zwischen den beiden Theilen der "Form befindet sich oben das
Gufsloch B, durch welches das flüssige Metall in die Form einläuft.
Der feststehende oder hintere Theil A der Form, welcher in einen Metallblock eingesetzt,
wie Fig. 3 veranschaulicht, oder in anderer geeigneter Weise unterstützt wird, trägt ein Paar
Führungsstangen C C, auf welchen der Deckel A1 vor- und zurückbewegt werden kann.
Hinter ,dem festen Theil A ist ein Mechanismus
angebracht, welcher zum Bewegen einer Gruppe von Kernen oder Stiften d dient, die
durch den Theil A hindurchgehen und dazu bestimmt sind, die Nagellöcher in dem Gufsstück
zu bilden.
Dieser Mechanismus wird von Führungsstangen E E, welche an dem Theil A befestigt
sind, getragen und besteht aus einer Platte D, an deren Vorderseite die Kerne oder Stifte d
drehbar angebracht sind, und an deren hinteren Seite vorspringende Ohren d1 d1 sitzen, mit
Hülfe welcher die Platte D mit den Kernen d auf den Stangen E vorgeschoben oder zurückgezogen
werden kann. Zu letzterem Zweck geht durch Langlöcher der Ohren dl d1 eine
Welle F hindurch, Fig. 4 und 5, welche innerhalb jedes der genannten Langlöcher eine
Curvenscheibe f trägt und zwischen den Ohren d1 in einem Lager drehbar ruht, das
von dem auf den Führungsstangen EE ange-
brachten Querhaupt e getragen wird. Die Welle F wird durch einen auf dieselbe aufgesteckten
Schlüssel oder Hebel F1 in der erforderlichen
Weise bewegt.
Zwischen dem Querhaupt e und der Platte D sind auf den Stangen E Druckfedern e1 e1 angeordnet,
welche das Bestreben haben, die Platte D gegen die Form zu drücken und die Kerne d in der dargestellten Lage zu erhalten.
Zum Andrücken des Deckels A1 gegen den
festen Theil A dient ein Schliefshebel H, welcher in der Mitte des Deckels A1 drehbar angebracht
und so gestaltet ist, dafs er mit den Köpfen der Stifte a* a*, welche von dem
hinteren Theil A getragen werden und durch den Deckel Αλ hindurchgehen, in Eingriff gebracht
werden kann.
Der hintere Theil A der Form trägt ferner einen in waagrechter Richtung verschiebbaren
Meifsel /, welcher, wenn er vorgeschoben wird, den Angufs von dem Gufsstück abschneidet.
Das Vorschieben und Zurückziehen des Meifsels geschieht mittelst einer Curvenscheibe i, welche
an dem unteren Ende einer kurzen, senkrechten Welle i1 sitzt und durch einen an
dem oberen Ende der letzteren befestigten Hebel I1 gedreht werden kann.
Zum Oeffnen der Form bezw. Auslösen des Schliefshebels H, Fig. 3, wird passend ein Hebel J benutzt, welcher an dem Träger der
Form drehbar angebracht ist.
Aufserdem ist es vortheilhaft, in dem die Form tragenden Block oder Tisch unterhalb
der Form einen Hohlraum auszusparen, um in denselben ein erhitztes Eisen (Fig. 3) einsetzen
und dadurch die Form vor ihrer Benutzung erwärmen zu können.
Zum Giefsen eines Hufeisens von gegebener Gröfse wird eine entsprechende Form genommen
und diese wie dargestellt geschlossen; das in den Eingufs B gegossene geschmolzene
Metall fliefst rund um die Nagellochkerne herum und füllt die Form aus. Gerade bevor
das Metall erstarren will, wird der Meifsel / vorgeschoben, um den Angufs über dem Griff
des Hufeisens abzuschneiden. Nachdem das Metall erstarrt ist, wird die Form durch Lösen
des Schliefshebels und Zurückziehen des Deckels geöffnet und darauf die an der Platte D sitzenden
Kerne d durch Drehen der Daumenwelle F aus dem Guststück herausgezogen. Das Gufsstück
fällt nun aus der Form auf den Boden und wird von hier nach dem Adoucirofen gebracht,
um dem Adoucirprocefs unterworfen zu werden, durch welchen es für den Gebrauch tauglich wird.
Vortheilhaft ist es, eine oder mehrere Reihen von Gufsformen an einer Werkbank anzuordnen,
und zwar in solcher Weise, dafs die Formen einzeln abgenommen und durch andere ersetzt werden können, wenn Hufeisen von verschiedener
Gestalt und Gröfse gemacht werden sollen.
Der hintere Theil A der Form wird, wie beschrieben, vorzugsweise durchbohrt, um den
Durchgang einer zur Bildung der Nagellöcher dienenden Gruppe von Kernen zu gestatten;
in einigen Fällen indessen können die beweglichen Kerne durch solche von Sand oder
Lehm ersetzt werden, welche in die Form in der richtigen Stellung nach Art der gewöhnlichen
Kerne eingesetzt und nachher in üblicher Weise ausgestoßen werden. In jedem Fall
bilden die in der Form gemachten Löcher Marken für das richtige Einsetzen der Kerne
und sichern . auf diese Art den Nagellöchern die richtige Neigung in dem Hufeisen.
Claims (2)
1. Eine Gufsform für Hufeisen, gekennzeichnet
durch die Anordnung beweglicher Kerne in dem hinteren Theil der Form in der Weise, dafs die Kerne nach vollendetem
Gufs zurückgezogen werden können, um das Losmachen des Hufeisens zu gestatten.
2. In Verbindung mit der im Anspruch 1. gekennzeichneten
Einrichtung die Anordnung eines im hinteren Theil der Form verschiebbar gelagerten Meifsels /, welcher,
wenn er vorgeschoben wird, den Angufs von dem Gufsstück abschneidet.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE53264C true DE53264C (de) |
Family
ID=327927
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT53264D Expired - Lifetime DE53264C (de) | Einrichtung zur Herstellung von Hufeisen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE53264C (de) |
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0
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