DE532291C - Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern

Info

Publication number
DE532291C
DE532291C DEI36655D DEI0036655D DE532291C DE 532291 C DE532291 C DE 532291C DE I36655 D DEI36655 D DE I36655D DE I0036655 D DEI0036655 D DE I0036655D DE 532291 C DE532291 C DE 532291C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phenols
cresol
gas water
water
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEI36655D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Gerhard V D Bruck
Dr Curt Schoenburg
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by IG Farbenindustrie AG filed Critical IG Farbenindustrie AG
Priority to DEI36655D priority Critical patent/DE532291C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE532291C publication Critical patent/DE532291C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C37/00Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C37/005Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up
    • C07C37/009Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up from waste water

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswässern Die Gaswässer der Kokereien, Schwelereffen und Gasfabriken, allgemein aller Betriebe, in .denen Stein- oder Braunkohle teilweise oder gänzlich vergast wird, enthalten neben Ammoniak und anderen Stoffen basischer Natur (Amine, Pyridin und Homologe und andere Stickstoffverbindungen) in der Hauptsache Neutralöle und gelöste oder suspendierte Phenqle. Unter dem Ausdruck Phenole sollen im folgenden alle die organischen Verbindungen verstanden werden, die mindestens eine phenolische Hydroxyl.gruppe enthalten, also neben dem gewöhnlichen Phenol auch die Kresole, Xylenole, Diphenole, Triph .enole, Phenolcarbonsäuren, Kreosote, Kresotinsäuren usw., und die auf Grund ihrer Phenolnatur .in Ätzalkalien löslich sind. Diese phenolhaltigen Abwässer sind wegen ihrer Giftigkeit und wegen der von ihnen verbreiteten Gerüche ein großer Übelstand, und ihre Beseitigung ist eine in verschiedener Hinsicht wichtige Aufgabe. Trotz vielfacher Bestrebungen, die Verluste der wertvollen Stoffe in ,den Gaswässern zu vermeiden, ist es bis jetzt nicht gelungen, ein technisch brauchbares und wirtschaftliches Verfahren zur Gewinnung dieser Phenole aus den Gaswässern ausfindig zu machen.
  • Es ist zwar vorgeschlagen worden, diese Abwässer mit Benzol oder seinen Homologen auszuwaschen, um auf diese Weise die Phenole zu gewinnen (vgl. z. B. Rascbig; Zeitschrift für angewandte Chemie, Band 40 [19:271, Seite 897). Infolge der Flüchtigkeit und anderer für .den vorliegenden Verwendungszweck ungünstiger Eigenschaften dieser organischen Lösungsmittel ist jedoch dieses Auswaschverfahren unwirtschaftlich.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich die flüssigen Trialkyl- und Triarylpho-sphate vorzüglich zur Auswaschung der Phenole aus dem Gaswasser eignen. Als Hauptvertreter dieser Körperklasse kann wegen seiner leichten Zugänglichkeit das Trikresylphosphat bezeichnet werden, auf welches im vorliegenden im wesentlichen Bezug genommen wird. Das Trikresylphosphat hat vor dem Benzol und seinen Homologen zunächst den Vorteil der Nichtflüchtigkeit; ferner ist es in Wasser vollkommen unlöslich, und infolge seines hohen spezifischen Gewichtes trennt es sich nach der Vermischung sehr leicht wieder von der behandelten Flüssigkeit. Der größte Vorteil des Trikresylphosphats besteht jedoch darin, daß es im Vergleich zu Benzol und seinen Homologen eine viel höhere Aufnahmefähigkeit, für ,die Phenole aufweist. Versuche ergaben, daß eine gegebene Menge Trikresylphosphat die mehr als zehnfache Menge Kresol aus einer wäBrigen Lösung aufnahm als die gleiche Menge Toluol unter denselben Bedingungen. Durch die größere Lösefähigkeit des Trikresylphosphats für Phenole wird die Menge-des zu verwendenden Lösungsmittels sehr stark vermindert; durch die Nichtflüchtigkeii, Wasserunlöslichkeit und das hohe spezifische Gewicht wird der Verlust an Trikresylphosphat auf einen solch niedrigen Betrag herabgesetzt, daß die Gewinnung von Phenolen aus Gaswässern wirtschaftlich durchführbar wird.
  • Die Abscheidung der von dem Trikresylphosphat aufgenommenen Phenole kann auf den üblichen Wegen der Abtrennung ,der Phenole erfolgen. Man kann die Phenole vom Trikresylphosphat abdestillieren, mit oder ohne Zuhilfenahme von Wasserdampf bei gewöhnlichem oder vermindertem Druck. Noch zweckmäßiger kann es gegebenenfalls sein, die Phenole mit Alkalilaugen aus dem Trikresylphosphat auszuwaschen, da auf diese Weise auch die teerigen, durch Destillation nicht zu entfernenden Bestandteile zugleich aus dem Trikresylphosphat herausgewaschen werden, so daß dasselbe sogleich zur weiteren Auswaschung wieder verwendbar ist. Beispiele: 1. 50 Raumteile Gaswasser mit einem Gehalt von etwa 0,249, Phenolen läßt man, gegebenenfalls nach vorhergehender Entfernung der Hauptmenge des Ammoniaks, unter geeigneter Verteilung durch drei Waschtürme, .die je ein Raumteil Trikresylphosphat enthalten, hindurchlaufen. Das hinter dem dritten Turm ablaufende Gaswasser ist praktisch frei von Phenolen. Eine Probe von je i kg der drei Waschflüssigkeiten wurde zur Analyse abgezogen, aus der sich für die Phenolaufnahme eine Verteilung auf die Waschtürme im Verhältnis von rund 70 :20 : 1o ob ergab. Die Proben wurden dann vereinigt und dreimal mit je 1 1 3 o/oiger Natronlauge bei etwa 50° ausgeschüttelt. Aus der Natronlauge wurden durch Säure die Phenole ausgeschieden und dann mit Benzol aufgenommen. Nach Abtreiben des Benzols hinterblieben, auf .den Liter angewandtes Trikresylphosphat umgerechnet, als Durchschnittsgehalt 40 g Rohphenole; die 35,7 g eines reinen Phenol-Kresol-Gemisches vom Siedepunkt 18o bis 22o° und mit einem Gehalt von 30 % Reinphenol neben 70 % Kresol ergaben. An Stelle von Waschtürmen können auch beliebige andere bekannte Mittel zur gründlichen Vermischung von Waschflüssigkeit und Waschmittel angewendet werden.
  • Bei der betriebsmäßigen Durchführung kann man mit wesentlich geringeren Mengen Waschöl auskommen, da in vorstehendem Beispiel die Aufnahmefähigkeit desselben bei weitem nicht in vollem Umfang ausgenutzt wurde Da das .Trikresylphosphat neben den Phenolen auch .die im Gaswasser enthaltenen Amine, wie Pyridin usw., in Lösung aufnimmt, so können diese gegebenenfalls aus der alkalischen Waschlauge vor dem Ansäuern :durch Einblasen von Wasserdampf für sich gewonnen werden. Die Trennung der Neutralöle vom phenolfrei gemachten Trikresylphosphat kann durch Erhitzen oder Verblasen mit Wasserdampf bewirkt werden.
  • 2. 31 einer wäßrigen Kresollösung mit einem Gehalt von o,32 % Kresol werden drei Minuten mit 300 ccm Tri-n-Butylphosphat geschüttelt. Nach .der Trennung der Schichten sind in dem Wasser nur noch o,ooi8 °1" Kresol enthalten; die Absorption durch das Butylphosphat, d. h. der Wascheffekt, beträgt also 99e4 0/0# Das gleiche Butylphosphat wird nochmals mit 3 1 der Kresollösung durchgeschüttelt; im Wasser blieben noch 0,007'/" Kresol; Wascheffekt 97,7 °/o; das gleiche Butylphosphat wird zum drittenmal mit 3 1 der Kresollösung durchgeschüttelt; im Wasser waren noch o,o63 0%o Kresol; Wascheffekt 80,4 0/0.
  • Von den in den 91 Kresollösung enthaltenen 28,8 g Kresol blieben also nach dem Ausschütteln mit 300, ccm Butylphosphat noch 2,i54 9 im Wasser zurück; 26;65g Kresol wurden extrahiert; der Wascheffekt war nach dreimaligem Ausschütteln 92,5 % bei einem Verhältnis Kresolwas'ger : Butylphosphat wie 9000 : 300 --. 30 : 1.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswässern, dadurch gekennzeichnet, daß zum Auswaschen der organischen Bestandteile wasserunlösliche flüssige Trialkyl- oder Triarylphosphate verwendet werden.
DEI36655D 1929-01-04 1929-01-04 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern Expired DE532291C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI36655D DE532291C (de) 1929-01-04 1929-01-04 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI36655D DE532291C (de) 1929-01-04 1929-01-04 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE532291C true DE532291C (de) 1931-08-26

Family

ID=7189306

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEI36655D Expired DE532291C (de) 1929-01-04 1929-01-04 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE532291C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE764490C (de) * 1939-03-21 1953-12-14 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zur Gewinnung von Phenolen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE764490C (de) * 1939-03-21 1953-12-14 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zur Gewinnung von Phenolen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE532291C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Gaswaessern
DE570675C (de) Verfahren zur Entfernung von Pyridinbasen aus Phenolen oder phenolhaltigen Kohlenwasserstoffoelen
DE752645C (de) Verfahren zur Abscheidung von Phenolen, organischen Basen u. dgl. aus Industrieabwaessern
DE552761C (de) Verfahren zur Reinigung von Phenolen oder phenolhaltigen Kohlenwasserstoffoelen, welche Pyridinbasen enthalten
DE763626C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus phenolhaltigen Waessern
DE888700C (de) Verfahren zum Abscheiden niedrigmolekularer Phenole aus Gemischen
DE549400C (de) Verfahren zur Entphenolierung phenolhaltiger Kohlenwasserstoffe beliebiger Herkunft und zur Gewinnung reiner Phenole
DE704530C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus OElen und Abwaessern
DE406150C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Teeren oder Teeroelen aller Art
DE744284C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus OElen
DE760862C (de) Verfahren zur Abscheidung von Phenolen aus phenolhaltigen Waessern
DE481306C (de) Verfahren zum Nutzbarmachen von Abwaessern
DE939268C (de) Verfahren zur Entphenolung von Industrieabwaessern
DE574805C (de) Verfahren zum Reinigen von Benzol- und Benzinkohlenwasserstoffen
DE697313C (de) erstoffs von Chlorbenzol und Wasser
DE948870C (de) Verfahren zur Reinigung von Schwefelsaeure, die als Abfallsaeure bei der Raffination des aus Gasreinigungsmasse stammenden Rohschwefels anfaellt
DE529321C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenoloelen aus Braunkohlenteerdestillaten
DE708767C (de) Verfahren zur Reinigung von zur Extraktion von Phenolen aus Abwaessern verwendetem Trikresylphosphat
DE2051170C (de) Verfahren zur Extraktion von Phenolen aus phenolhaltigen Wässern, insbesondere Abwässern
DE886457C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus OElen
DE555157C (de) Verfahren zur Ausscheidung der Phenole aus Waessern von Gasanstalten und Kokereien
AT60604B (de) Verfahren zur Aufarbeitung der Säureharze von der Erdölreinigung.
DE574998C (de) Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoff durch Druckzerlegung von Koksofengas
DE910302C (de) Verfahren zur Gewinnung neutraloelfreier oder neutraloelarmer Phenole
DE860060C (de) Verfahren zur Reinigung von Phenolgemischen