DE523271C - Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen

Info

Publication number
DE523271C
DE523271C DEL57651D DEL0057651D DE523271C DE 523271 C DE523271 C DE 523271C DE L57651 D DEL57651 D DE L57651D DE L0057651 D DEL0057651 D DE L0057651D DE 523271 C DE523271 C DE 523271C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
solution
minus
weight
solutions
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEL57651D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE523271C publication Critical patent/DE523271C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B1/00Preparatory treatment of cellulose for making derivatives thereof, e.g. pre-treatment, pre-soaking, activation
    • C08B1/003Preparation of cellulose solutions, i.e. dopes, with different possible solvents, e.g. ionic liquids

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture Of Macromolecular Shaped Articles (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Celluloselösungen Es ist bekannt, daß Cellulose bei der Einwirkung wässeriger Alkalilösungen von sehr tiefen Temperaturen vorübergehend Zustandsänderungen erleidet, die den Eindruck von Pseudolösungen erwecken. Solche Pseudolösungen sind jedoch technisch unverwendbar, einesteils, weil sie keine Lösungen, sondern nur gelatinöse. Magmen sind, andernteils, weil es unmöglich ist, sie in ihrem ohnehin unzureichenden flüssigen Zustand zu erhalten. Sie verwandeln sich in irreversible Gele in der Kälte, noch rascher bei Zimmertemperatur.
  • Es wurde zwar vorgeschlagen, den gelatinösen Charakter solcher Magmen dadurch zu vermeiden, daß man statt Celll(lO5e mit Nlineralsäuren vorbehandelte Cellulose verwendet. Man erhielt dann zwar nach Angab--n von B e 1 t z e r schleimige Flüssigkeiten, welche man an Stelle von Viskoselösungen zur Bereitung plastischer Massen oder künstlicher Gespinste verwenden kann. Diese Angabe trifft jedoch nicht unter allen Umständen zu, sondern hat zur Voraussetzung die B e 1 t z e r unbekannte Bedingung, daß man die Kälte-Z, rechtzeitig unterbricht. Ist dies nicht der Fall, sondern wird die Kälteeinwirkung längere Zeit, nachdem die hydratisierte Cellulose in Lösung gegangen ist, aufrechterhalten, so erhält man beim Auftauen einen grießlichen, schuppigen Brei, der zur Aufarbeitung auf Filme u. dgl. gänzlich ungeeignet ist.
  • Das vorliegende Verfahren gründet sich auf die Erkenntnis, daß die Regelung, insbesondere die rechtzeitige Unterbrechung der Kälteeinwirkung von .ausschlaggebendem Eint' auf die Beschaffenheit der Lösungen von Cellulose bzw. Celluloseumwandlungsprodukten in Alkalilauge und der aus diesen Lösungen hergestellten Produkte ist.
  • Unterbricht man die Einwirkung der tiefen "Temperaturen alsbald nach Eintritt der Lösung, dann erzielt man vollkommene Lösungen, die nicht koagulieren, wenn sie auf Zimmertemperatur gebracht werden, die sich vielmehr bei Zimmertemperatur verhältnismäßig lange halten und sich auf glänzende, durchsichtige, biegsame technische Produkte, wie Filme, künstliche Fäden aller Art (Kunstseide, Kunstbaumwolle, Stapelfaser), Schichten auf Papier, Textilstoffen, Leder, Appreturen und Füllungen von Geweben u. dgl., ohne Schwierigkeiten verarbeiten lassen.
  • Schon Temperaturen unterhalb 5' C entfalten wahrnehmbare Wirksamkeit. Als besonders geeignet haben sich solche zwischen o" tttid minus 25' C und in manchen Fällen selbst noch niedrigere erwiesen. Der Lösungsvorg,rig geht mit großer Geschwindigkeit vor sich und bringt Lösungen hervor, die klar und von ungelösten Bestandteilen praktisch frei sind.
  • Die Untersuchungen des Erfinders haben ferner ergeben, daß die richtig bemessene Kältewirkung in Gegenwart von Allkali die Folgen eines bereits stattgefundenen Abbaues des Cellulosemoleküls in gewissen Fällen zu mildern, in anderen unwirksam zu machen vermag. Dies konnte einwandfrei an bei Zimmertemperatur alkalilöslichen, insbesondere durch Abscheidung aus Celluloselösungen in Mineralsäuren, Chlorzink o. dgl. gewonnenen Celluloseumwandlungsprodukten durch Vergleichsversuche festgestellt werden, deren merkwürdiges Ergebnis war, daß bei Zimmertemperatur hergestellte Lösungen solcher Celluloseumwandlungsprodukte zu im nassen Zustande wenig festen, im trockenen spröden Gebilden (z. B. Filmen) führen, während ihre bei niedriger Temperatur bereiteten oder auf niedrige Temperatureh gekühlten Lösungen im nassen Zustande feste, im trockenen bemerkenswert biegsame Produkte geben. Die durch die Kälte hervorgerufene, handgreifliche Verbesserung ihrer Eigenschaften bleibt den Lösungen bzw. den gelösten Substanzen erhalten, nachdem sie auf Zimmertemperatur gebracht werden.
  • Diese Kompensation der schädlichen Wirkungen des Abbaues ist im Hinblick auf die sonst wertvollen Eigenschaften solcher CellulosP.abbauprodukte von technischer Bedeutung. Sie kommt aber auch solchen Celluloseumwandlungsprodukten zugute, die (z. B. durch Lösen von Cellulose in Mineralsäuren oder Chlorzink o. dgl. und Abscheiden des gebildeten Körpers im geeigneten Zeitpunkt) nicht bis zur vollständigen Alkalilöslichkeit, sondern bloß bis zur mehr oder weniger unvollständigen Löslichkeit oder bis zur vollständigen Unlöslichkeit in Alkalien abgebaut sind.
  • Die Verwendbarkeit des vorliegenden Verfahrens für in Alkalien bei Zimmertemperatur unlösliche, schwer lösliche oder lösliche. Körper aus der Cellulosegruppe hat zur Folge, daß die Reihe der für das vorliegende Verfahren in Betracht kommenden Ausgangsstoffe groß ist. Folgende sollen beispielsweise genannt werden: gebleichte oder ungebleichte Cellulose jeder Art, cellulosehaltige Materialien, auf mechanischem Wege (z. B. durch Mahlen von Cellulose mit Wasser) oder chemischem Wege (z. B. durch Behandeln von Cellulose mit starker Mineralsäure in der Hitze oder mit Zinkhaloiden für sich oder in Gegenwart von Säuren oder mit Kupferoxyd ainmoniak) hydratisierte oder hydrolysierte Cellülösen, Oxycellulose, mercerisierte Cellulose mit oder ohne nachträglicher Auswaschung und mit oder ohne nachträglicher Behandlung mit einer verdünnten Säure,. aus Cellulose oder Celluloseumwandlungsprodukten oder Celluloseabköinmlinge hergestellte Fäden, somit auch Kunstseideabfälle, Cellulosederivate, in denen das Cellulosemolekül zwecks Löslichwer den in löslichen Alkalien durch Addition oder Substitution fremde Radikale aufgenommen hat usw.
  • Die vorstehend genannten Umwandlungsprodukte können im trockenen, lufttrockenen, feuchten oder nassen Zustande zur Verwendung gelangen. In dem nachfolgenden Teile der Beschreibung und den Ansprüchen soll überall, wo es der Sinn zuläßt, der Ausdruck »Körper aus der Cellulosegruppe« oder »Ausgangsstoff« alle in dem vorhergegangenen Absatz genannten Stoffe umfassen.
  • Die Ausführung des Verfahrens besteht darin, daß man den zu lösenden Ausgangsstoff mit der Alkalilösung bei einer für die Auflösung geeigneten Temperatur bis zum Stattfinden der Lösung hält.
  • Das Zusammenbringen des Ausgangsstoffes mit der Alkalilösung kann bei Zimmertemperatur oder bei einer zwischen Zimmer-und Auflösungstemperatur liegenden oder bei der Auflösungstemperatur selbst erfolgen. In jedem Falle kann man den Ausgangsstoff in die Alkalilösung eintragen oder umgekehrt vorgehen.
  • In bezug auf" die Stärke der Alkalilösung konnte festgestellt werden, daß Cellulose (insbesondere in aufgeschlossenem Zustande` unter der Einwirkung niedriger Temperaturen schon in a foiger Natronlauge Neigung zur Lösung zeigt, in 3 ooiger Natronlauge schon recht weit in Lösung geht und noch in i 6%-iger Natronlauge und darüber Merkmale des Gelöstseins aufweist. Nach dem heutigen Stande des Verfahrens können Alkalilaugen, welche einer Natronlauge unter etwa i6o,ö, z. B. einer ¢- bis ioo'oigen Natronlauge entsprechen, als zweckmäßig bezeichnet werden.
  • Zur Auflösung selbst dient ein Gefäß, welches von außen oder innen oder von außen und innen kühlbar ist und vorteilhaft mit einer Rühr- oder Knetvorrichtung versehen ist.
  • Die für die Herbeiführung möglichst vollkommener Lösungen geeignete Temperatur hängt zum Teil von der Stärke der Alkalilösung und zum Teil von der besonderen Art des Ausgangsstoffes ab. In dieser Beziehung können folgende Angaben gemacht werden: Bei gleichem Ausgangsstoff kommt das Lösungsvermögen stärkerer Alkalilösung bei höheren Temperaturen zur Wirkung als dasjenige schwächerer.
  • Bei gleich starker Alkalilauge löst sich aufgeschlossene Cellulose bei höheren Temperaturen als wenig oder nicht aufgeschlossene. Zur weiteren Erläuterung möge folgendes Beispiel angeführt werden: Mercerisierte C.'ell.ulose löst sich in q.0'oiger Natfonlauge erst bei minus 9 bis Derselbe Ausgangsstoff löst sich in 5- bis 6o''oiger NatronJauge bei minus ; bis minus 8' C erst nach langer Zeit, hingegen bei minus 9 bis minus i i -' C oder darunter rasch und glatt. In ioo"iger Natronlauge löst sich dieselbe mercerisierte Cellulose, wenn auch unvollständig, schon bei o°, etwas besser bei minus 2-' C und so gut wie vollständig bei minus 5 bis minus 7° C.
  • Mit fortschreitendem Abbau der Cellulose steigen auch die Temperaturen, bei denen die Auflösung erfolgt. So lösen sich' z. B. die durch Abscheidung aus Celluloselösungeti (z. B. in starker Schwefelsäure) gewonnenen Celluloseumwandlungsprodukte ( demnach auch Kunstseide bzw. Kunstseideabfall) oder energisch gebleichte oder gebleichte und mercerisierte Cellulosen z. B. in iof)oiger Natronlauge, selbst wenn sie in ihr bei Zimmertemperatur nicht oder unvollständig löslich sind, bei o°, sogar bei o° bis plus 5' C schon bis zu einem bemerkenswerten Grade. .
  • Die Tatsache allein, daß bei einer bestimmten, innerhalb der hier beanspruchten Grenzen liegenden Temperatur eine mehr oder weniger vollständige Lösung entstanden .ist, bietet noch keine Gewähr für die volle technische "Brauchbarkeit einer solchen Lösung. Es konnte in vielen Fällen festgestellt werden. daß solche bereits recht klar und vollständig aussehende Lösungen, wenn auf einer Glasplatte ,ausgebreitet und mit einem Fällbad, z. B. verdünnter Schwefelsäure, behandelt, noch einen trüben oder wenig zugfesten Film geben und daß sie erst bei weiterem Abkühlen auf noch tiefere Temperaturen zu durchsichtigen und festen Häuten führen.
  • Iin allgemeinen hat sich gezeigt, daß man in den allermeisten Fällen, wenn nicht mit einer höheren, dann mit einer zwischen minus 5 und minus i5@ C liegenden Temperatur das gewünschte Ergebnis, d. i. eine vollkommene, wertvolle technische Produkte liefernde Lösung in möglichst kurzer Zeit erzielt. Bei Temperaturen unter minus 8 bis minus 9- C pflegen die Reaktionsmassen, insbesondere wenn die Alkalilauge recht verdünnt (z. B. 6o')ig) ist und kräftig gerührt wird, Kristallbildung zu zeigen bzw. zu gefrieren. Bei Anwendung stärkerer Alkalilaugen (z. B. i o- bis i 2 @"oiger Natronlauge) frieren bzw. kristallisieren die Massen wohl nicht ganz so leicht, aber bei minus 9 bis minus i 2" C und kräftiger Rührung häufig. Diese Erscheinung beeinträchtigt die Güte des Endergebnisses in keiner Weise. In sehr vielen Fällen empfiehlt es sich sogar, die Kälte -wrhung bis zum Frieren bzw. Kristallisieret. zu treiben und die Masse eine Zeitlang in diesem Zustande zu halten.
  • Für die Dauer der Kältewirkung gilt als Regel, daß der Kühlvorgang beendet werden soll, sobald oder kurz nachdem eine entnommene Probe zeigt, daß vollkommene Lösung vorliegt, und daß ein rasch hergestellter kleiner Probefilm (z. B. durch Ausbreiten der Lösung auf einer Glasplatte und Behandeln mit einem geeigneten Fällbad, z. B. io- bis 2oo;uiger Schwefelsäure') die gewünschte Klarheit und Festigkeit aufweist.
  • Es ist zweckmäßig, während des Kühlprozesses zeitweilig oder fortwährend zu rühren oder zu kneten oder die Masse in Bewegung zu halten.
  • Nachdem der in der Kälte stattgefundene Lösungsvorgang vollzogen ist, oder kurze Zeit nachher, wird die Kältewirkung ausgeschaltet und die Lösung des Cellulosekörpers entweder kalt, d. i. bei einer zwischen Auflösungs- und Zimmertemperatur liegenden Temperatur, auf technische Produkte verarbeitet oder auf Zimmertemperatur gebracht.
  • Die fertigen Lösungen sind durch Salze, Säuren, Alkohole, Hitze u. dgl. fällbar bzw. koagulierbar. Auch Alkohole, Hitze und Dampf wirken in diesem Sinne. Die Verarbeitung der Lösungen auf die obenerwähnten technischen Produkte ist demzufolge leicht. Die Haltbarkeit der Lösungen bei Zimtflertemperatur ist, je nach ihrem Cellulosegehalt, der Laugenstärke, der Temperatur bei dem Kühlvorgang, insbesondere aber seiner Dauer, verschieden.
  • Man kann die Lösungen auch dazu verwenden, um die in ihnen gelösten Cellulosekörper durch Fällung mit Säuren oder Salzen oder Alkoholen o. dgl., in manchen Fällen selbst Wasser ,allein, oder durch Wärme oder andere geeignete Abscheidungsmittel in fester, vorteilhaft fein verteilter Form zu gewinnen. Ihre physikalische und chemische Beschaffenheit macht sie als Ausgangsmaterial für chemische Verfahren, z. B. Darstellung von Celluloseestern u. d-1., wertvoll.
  • Ausführungsbeispiele 1. a) i o Gewichtsteile Verbandwatte oder fein verteilte Sul-fitcellulose oder io Gewichtsteile bzw. eine i o Gewichtsteilen entsprechende Menge einer durch Zerkleinern von Cellulose in. Gegenwart von Wasser dargestellten Hydratcellulose oder i o Gewichtsteile bzw. eine i o Gewichtsteilen entsprechende Menge einer mercerisierten Cellulose werden mit i 5o bis 2.1o Gewichtsteilen 8- bis i o -?-oiger Natronlauge bzw., wenn der Ausgangsstoff nicht trocken angewendet wird, mit Natronlauge entsprechender Konzentration so versetzt, dal5 die Mischung auf i o Gewichtsteile lufttrockenen Ausgangsmaterials i 5o bis 24o Gewichtsteile 8- bis ion/oiger Natronlauge enthält, bei Zimmertemperatur, zweckmäßig unter Rühren oder Kneten, bis zur Gleichmäßigkeit vermischt. Die Zeit der Vermischung bzw. Verrührung kann insbesondere dann, wenn der Ausgangsstoff die Natronlauge leicht aufnimmt oder sich in ihr rasch verteilt, nur i o bis 15 Minuten dauern. Man kann aber das Gemisch auch Stunden rühren oder sich selbst überlassen, um eine gleichmäßige Durcbtränkung des Ausgangsstoffes mit der Natronlauge zu erreichen. Dann wird das Reaktionsgemisch in einem Gefäß, das mit einer von außen oder innen oder von außen und innen wirkenden, die Erzielung tiefer Temperaturen gewährleistenden Kühlvorrichtung versehen ist, gekühlt und während dieses Vorganges gerührt, geknetet, geschüttelt oder anders bewegt. Nachdem die Masse minus, g° bis minus i o° C erreicht hat, was, von dem Beginn der Kühlung angefangen, etwa 8 bis i o Minuten dauert, ist sie leicht gefroren und erinnert in Konsistenz und Aussehen an ein dünnes Schmalz. Jetzt wird die Kühlung unterbrochen und die Lösung schnell auf eine höhere Temperatur gebracht. Dies kann unter Rühren entweder bei Zimmertemperatur oder, um den Vorgang zu beschleunigen, unter Zufuhr gelinder Wärme erfolgen. Schon bei etwa minus 5 bis minus 3° C pflegt die Lösung vollkommen frei von Kristallen und daher gebrauchsfertig zu sein. Sie kann entweder bei dieser Temperatur auf technische Produkte verarbeitet oder vorher auf Zimrrertemperatur gebracht werden. Sie pflegt praktisch frei von ungelösten Bestandteilen zu sein: enthält sie noch welche, dann kann sie durch Filtrieren oder Kolieren von ihnen befreit werden. Auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit verdünnter (z. B. i o- bis 20-('oiger) Schwefelsäure behandelt, gibt die Lösung einen durchsichtigen und biegsamen Film. Während einer i 4tägigen Beobachtungsdauer bei Zimmertemperatur ist an der Lösung keine sichtbare Veränderung wahrzunehmen.
  • b) i o Gewichtsteile bzw. eine i o Gewichtsteilen entsprechende Menge eines der unter a) genannten Ausgangsstoffe werden mit Natronlauge geeigneter Stärke, so daß die Mischung auf io Gewichtsteile lufttrockenen Ausgangsmaterials Zoo bis 24o Gewichtsteile 6()oiger Natronlauge enthält, vermischt.. Dann wird die Mischung unter Rühren auf minus i i ° C gekühlt, i bis 3 Minuten bei minus io' bis minus 11° C gehalten und hierauf rasch zum Auftauen gebracht. Bei minus 5° bis minus 3° C stellt sie eine von ungelösten Bestandteilen praktisch freie Lösung vor, welche entweder bei dieser Temperatur, oder nachdem sie auf Zimmertemperatur gekommen ist, auf technische Produkte verarbeitet werden kann.
  • Die in diesem Ausführungsbeispiel verwendete Cellulose oder Hydratcellulose oder mercerisierte Cellulose kann vor der Auflösung mit Bleichmitteln (wie Chlorkalklösung oder elektrolytischer Bleichflüssigkeit oder Natriumsuperoxyd o. dgl.) gebleicht werden. i i.
  • Diesem Ausführungsbeispiel liegt als Ausgangsstoff ein sulfolydsches Abbauzwischenprodukt der Cellulose zugrunde, welches in verdünntem Allkali bei Zimmertemperatur unlöslich oder wenig löslich ist. Zu solchem Ausgangsstoff kann man z. B. folgendermaßen gelangen i oo Gewichtsteile fein verteilte Sulfitcellulose werden in iooo bis 2ooo Gewichtsteile auf minus 12° C gekühlter Schwefelsäure von 6o' Be in kleinen Portionen unter Kneten, Reiben oder Mischen und fortwährendem Kühlen eingetragen. Das Eintragen dauert etwa zo Minuten. Die Temperatur der Masse während des Eintragens hält sich bei etwa minus i o° bis minus i i ° C. Nachdem die ganze Sulfitcellulose der Schwefelsäure einverleibt ist, liegt ein sehr zäher Teig vor, der sich auf einer Glasplatte auswalzen läßt und in dünner Schicht durchsichtig erscheint. Dieser Teig wird unter fortwährender Kühlung noch 1,<., bis i Stunde unter Kneten bei minus i o° bis minus 12° C gehalten und dann mit Eiswasser, welches in kleinen Portionen zugesetzt wird, angeknetet, bis er gänzlich zerfallen ist. Das ausgefallene Produkt wird (gegebenenfalls nach vorheriger Abpressung zwecks Wiedergewinnung der Schwefelsäure) mit Wasser so lange gewaschen, bis sich in dem Waschwasser keine Schwefelsäure mehr nachweisen läßt und bis eine Probe des Körpers, mit Wasser aufgekocht, an das Wasser keine Schwefelsäure mehr abgibt. Der ausgewaschene Körper wird nun ausgepreßt und entweder im nassen oder getrockneten Zustande nach dem vorliegenden Verfahren gelöst.
  • a) Eine i o Gewichtsteilen Trockenrückstand entsprechende Menge des oben beschriebenen Ausgangsstoffes wird mit Natronlauge entsprechender Konzentration so versetzt, daß die Mischung auf i o Gewichtsteile Trockenrückstand i go Gewichtsteile 8- bis i o @ oiger Natronlauge enthält. Nach einer etwa iIo bis 15 Minuten dauernden Anrührung bei Zimmertemperatur quillt der Cellulosekörper glasig auf. Die gequollene Masse, auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, gibt keinen zusammenhängenden Film, sondern eine beim Reiben oder Zug zerfallende Schicht. Die Mischung wird dann unter Rühren gekühlt. Sobald sie etwa minus i' C erreicht hat, liegt eine schon beinahe vollständige Lösung vor, die bei minus 3'C vollkommen wird und schon bei dieser Temperatur einen vollkommen klaren und festen Film gibt. Die Lösung wird auf minus 4.° C gekühlt (was insgesamt etwa 10 Minuten dauert= und bei dieser Temperatur io Minuten gehalten. Es resultiert eine vollkommen klare, von ungelösten Bestandteilen praktisch freie, viskose, aber leicht fließende Lösung, welche einen im nassen Zustand klaren und festen, im trockenen durchsichtigen und biegsamen Film gibt. Während einer Beobachtungsdauer von 14 Tagen bei Zimmertemperatur sind an der Lösung keine sichtbaren Merkmale einer Veränderung wahrzunehmen.
  • b) Arbeitsweise genau wie bei a ,i, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Lösung bis minus 8° C gekühlt und bei dieser Temperatur, bei der sie von Kristallen etwa wie ein dünnes Schmalz durchsetzt ist, i Minute gehalten wird. Das Ergebnis unterscheidet sich nicht wesentlich von demjenigen bei Ha) erzielten. Auch hier liegt eine klare, von ungelösten Bestandteilen praktisch freie Lösung vor, welche tadellose Filme gibt und welche etwa so haltbar ist wie die Lösung II a).
  • III. ioo Gewichtsteile fein verteilte Suliitcellulose werden in 5oo Gewichtsteile Schwefelsäure von 6o° Be, welche auf minus 5`' bis minus 6" C gekühlt ist, unter fortwährendem Kneten rasch eingetragen, was etwa 8 bis i o Minuten dauert. -\Vährend dieser Zeit steigt die Temperatur auf plus 6' C, und nur Anteile der Cellulose sind gelöst bzw. verteigt. Dann wird die Masse unter entspreckender Kühlung 3 5 Minuten bei plus s`' bis plus 5- C geknetet und der resultierende Teig, der noch einige wenige Inselchen unveränderter Cellulose enthält, mit Eiswasser, welches portionsweise zugesetzt wird, angeknetet. Die in Fetzen und Klümpchen ausgefallene )lasse wird (gegebenenfalls nach vorherigem Auspressen zwecks Wiedergewinnung der Schwefelsäure) mit Wasser schwefelsäurefrei gewaschen, ausgepreßt bz,w. abgeschleudert, wenn nötig nochmals zerrieben bzw. zermahlen und entweder im nassen Zustande nach dem vorliegenden Verfahren gelöst oder vorher im Vakuum oder an der Luft getrocknet.
  • Eine i o Gewichtsteilen Trockenrückstand entsprechende Menge des oben beschriebenen Körpers wird mit Natronlauge entsprechender Konzentration so versetzt, daß die Mischung io Gewichtsteile Trockenrückstand und i cao Gewichtsteile 8- bis i o o,'oiger Natronlauge enthält und die Mischung bis zur Gleichmäßigkeit angerührt. Hierbei geht der Körper bis auf ganz geringe Anteile in Lösung. Die klare Lösung gibt, auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, einen wohl klaren, aber im nassen Zustande sehr wenig festen, im trokkenen Zustande spröden Film. Die Lösung wird jetzt unter Rühren auf minus 8° C gekühlt, was etwa i o bis 15 Minuten dauert. Sie gewinnt dabei das Aussehen einer an dünnes Schmalz erinnernden Masse, welche nach dem Auftauen bei etwa minus 5° bis minus 3'C zu einer klaren, von ungelösten Bestandteilen praktisch freien Lösung auftaut, die einen im nassen Zustande klaren und festen, im trockenen durchsichtigen und sehr biegsamen Film gibt. Zur Erläuterung möge dienen, daß der trockene, aus der nicht gekühlten Lösung hergestellte Film in einer Dicke von o,q.mm schon bei einer Umbiegung bricht, während der aus der gekühlten Lösung hergestellte Film, in derselben Zeit und 'eise getrocknet wie der vorhergehende, in derselben Dicke sich i o bis 15 Male hin und her biegen läßt, ohne zu brechen. Die Lösung hält sich bei Zimmertemperatur während einer vierwöchentlichen Beobachtungsdauer, ohne sichtbare Merkmale einer Veränderung zu zeigen.
  • In den Ausführungsbeispielen II und III kann man an Stelle der Schwefelsäure auch andere Mineralsäuren (wie Salzsäure oder _P:hoDhorsäure) verwenden. Verwendet man z. B. Phosphorsäure vom spezifischen Gewicht 1,85, dann empfiehlt es sich, nicht zu kühlen, sondern die Knetung bei Zimmertemperatur durchzuführen und so lange zu leiten, bis ein von ungelösten Bestandteilen freier, gleichmäßiger Teig entstanden ist.
  • IV. Eine Rohviskose, dargestellt durch Tränken von Cellulose mit 15- bis i 8 o-oiger Natronlauge, Abpressen auf das Zwei- bis Dreieinlia.lbfache des Cellulosegewichtes, Zerfasern, etwa dreitägiges Reifen bei Zimmertemperatur, Behandeln mit einem Zehntel bis einer Hälfte des Cellulosegewichtes an Schwefelkohlenstoff, Lösen in Wasser -oder verdünnter Natronlauge und evtl. drei- bis viertägiges Stehen bei plus i o' C, wird mit 'Wasser so verdünnt, daß eine z @:oige Lösung, auf das Gewicht der. zur Herstellung der Natroneellulose verwendeten Sulftcellulose gerechliet, entsteht und diese Lösung mit verdünnter Schwefelsäure (z. B. 5- bis ioooig) unter kräftigem Rühren in kleinen Portionen so lange versetzt, bis nichts mehr ausfällt. Der Niederschlag wird abfiltriert bzw. abgeschleufiert, mit Wasser so lange gewaschen, bis er an Wasser keine Schwefelsäure mehr abgibt, und ausgepreßt bzw. abgeschleudert.
  • Eine i o Gewichtsteilen Trockenrückstand entsprechende Menge dieses Ausgangsstoffes wird mit Natronlauge entsprechender Konzentration so versetzt, daß die Mischung auf i o Gewichtsteile Trockensubstanz i 9o Gewichtsteile 8- bis io%iger Natronlauge enthält. Hierbei gehen nur Anteile des feuchten Niederschlages in Lösung. Die Masse wird nun auf minus g' bis minus i i ° C gekühlt, was etwa 6 bis i o Minuten dauert, wobei sie zu einer an ein dünnes Schmalz gemahnenden Masse gesteht. Nach dem Auftauen resultiert eine klare, von ungelösten Bestandteilen praktisch freie Lösung, die einen im nassen Zustande klaren und festen, im trockenen durchsichtigen und biegsamen Film gibt. Während einer Beobachtungsdauer von 1 4. Tagen sind an der Lösung keine sichtbaren Merkmale einer Veränderung wahrzunehmen.
  • An Stelle der Viskoselösung kann man in diesem Ausführungsbeispiel auch das Einwirkungsprodukt von Schwefelkohlenstoff auf Alkalicellulose vor dessen Auflösung mit Schwefelsäure ankneten, das ausgefallene Cellulosehydrat auswaschen und lösen.
  • In analoger Weise kann auch gebleichte oder urigebleichte Viskoseseide, Viskoseseideabfall oder Kupferozydammoniakseide in Lösang gebracht und auf biegsame Filme aufgearbeitet werden. ' Eine nach einer beliebigen -Methode hergestellte Viskose, welche durch langes Stehen bereits-zu einer Gallerte erstarrt ist, wird auf minus S=' bis minus i i" C gekühlt. Hierbei verflüssigt sie sich und läßt sich, nachdem sie auf etwa minus 3° C gekommen ist, wieder auf einen klaren Film verarbeiten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Celluloselösungen durch Behandlung von Cellulose u. dgl. mit verdünnter Alkalilauge bei Temperaturen, welche 5° nicht wesentlich übersteigen; vorteilhaft bei Temperaturen unter o', dadurch gekennzeichnet, daß man die Einwirkung der niedrigen Temperatur alsbald nach Eintritt der Lösung unterbricht, so daß die erhaltenen Lösungen, auf Zimmertemperatur gebracht, nicht gelatinieren. a. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man an Stelle von Cellulose selbst cellulosehaltige Produkte und Celluloseumwandlungsprodukte verwendet. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i und 9-, gekennzeichnet durch Anwendung von Temperaturen zwischen minus 3' C und minus 15-- C.
DEL57651D 1923-03-15 1923-03-27 Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen Expired DE523271C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT523271X 1923-03-15

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE523271C true DE523271C (de) 1931-04-24

Family

ID=3675937

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEL57651D Expired DE523271C (de) 1923-03-15 1923-03-27 Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE523271C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE523271C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen
DE516461C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE807439C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstschwaemmen aus Viskose
DE524560C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE1570091A1 (de) Kollagendispersion und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE898947C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden aus Erdnussglobulin
DE443095C (de) Verfahren zur Herstellung von Loesungen der Cellulose und ihrer Umwandlungsprodukte sowie alkaliloeslicher Cellulosederivate
DE19603491A1 (de) Fasriger zelluloser Stoff
DE449432C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen
DE345314C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellulose aus Pflanzenstoffen auf kaltem Wege ohne Anwendung von Druck
CH122788A (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstfäden aus Viskose.
DE476255C (de) Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose fuer die Gewinnung von Viskose
DE935934C (de) Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Schwaemme aus Viscose
AT101001B (de) Zelluloselösung und Verfahren zu deren Herstellung.
DE1470945C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Hydroxy athylcellulose Losungen
DE671562C (de) Verfahren zur Herstellung von Staerkepraeparaten
DE110012C (de)
DE749082C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen
DE493585C (de) Herstellung von neuen alkaliloeslichen, wasserunloeslichen Cellulosederivaten
DE1694509C (de) Verfahren zur Herstellung einer Kollagendispersion als Ausgangsma tenal fur strangahnhche Kollagen erzeugnisse Ausscheidung aus 1417368
DE685685C (de) Verfahren zur Herstellung von Geweben, Gespinsten und anderen Textilien aus tierischen Hautfasern
AT159449B (de) Verfahren zur Herstellung von wollähnlichen Spinnfasern aus Mischlösungen von Keratin und Zellulose.
DE580198C (de) Kolloidale Aktivkohle
AT119117B (de) Verfahren zur Herstellung einer alkalifreien Zellulose.
DE496978C (de) Verfahren zur Herstellung neuartiger Cellulosederivate