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Zeichenvorrichtung mit zwei Lenkparallelogrammen DieErfindung bezieht
sich auf eineZeichenvorrichtung mit zwei hintereinandergeschalteten Lenkparallelogrammen,
von denen das eine an dem mit dem Reißbrett verschraubten Ankerbock angelenkt ist
und das andere zwei den Zeichenwinkel bildende Maßstäbe trägt.
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Die bisher bekannt gewordenen Ausführungen solcher Zeichenvorrichtungen
haben meistens den Nachteil, daß die Lenkpar allelogramme und Maßstäbe auf der Zeichenebene
genau ausgerichtet werden müssen, was die Vorrichtung durch die dazu erforderlichen
besonderen Mittel verteuert und ihren Verwendungsbereich einschränkt. Bei der Bauweise
gemäß der Erfindung sollen diese Nachteile dadurch vermieden werden, daß das den
Zeichenwinkel tragende L enkparallelogratnm gegenüber dem verankerten nicht nur
in der Parallelogrammebene, sondern auch senkrecht und schief dazu, d. h. allseitig
beweglich ist, wodurch das bisherige Erfordernis des Ausrichtens der Zeichenvorrichtung
auf der Zeichenebene vermieden wird und der Zeichenwinkel über Gegenstände, die
sich auf der Zeichenebene befinden (wie z. B. Zirkel, Gummi usw.), hinweggehoben
werden und auch auf Gegenstände in verschiedener Höhenlage zum Anker (wie z. B.
auf Blocks) gezeichnet werden kann. Auch wild eine große Handlichkeit und vielseitige
Verwendungsmöglichkeit der Zeichenvorrichtung erzielt.
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In den Abb. i und 2 ist die neue Zeichenvorrichtung schematisch dargestellt,
in Abb. i an einem beweglichen Ankerbock, in Abb. 2 mit Gewichtsausgleich an einem
stehenden Reißbrett. In den übrigen Abbildungen sind Einzelheiten herausgezeichnet.
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Die Parallelogrammlängsarme i, 2, 3, 4 sind aus rundem, vollem, gezogenem
Werkstoff hergestellt. Die Gelenke r2 und 13, die an verhältnismäßig langem
Hebelarm das Gewicht der beiden Parallelogramme zu tragen haben, bestehen aus zylindrischen
oder kegeligen Bolzen 12, 13, die an den Längsarmen i und 2 nach Abb. 8 befestigt
oder nach Abb. 7 an die Enden angebogen sind und sich mit den Armen i und 2 drehen.
Die Bolzen sind in entsprechenden Löchern des Ankers verhältnismäßig lang geführt;
der Axialdruck wird, um die Reibung möglichst gering zu halten, unten durch eine
zentrale Spitze aufgenommen. Beim Entfernen der Zeichenvorrichtung vom Reißbrett
sind die Bolzen nur aus den Führungslöchern herauszuziehen.
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Der Querarm 5 (Abb. i, 2, 3, 4) besteht aus zwei Flachstäben, die
zu beiden Seiten der Längsarme liegen und mit diesen durch Stifte 271, 272, 273,
274 gelenkig verbunden sind. Die beiden Flachstäbe werden durch die Schraube 24
(Abb. 3 und 4) auf das Maß des Zwischenringes 23 zusammengezogen. Dieser ist etwas
dicker als die Längsarme, so daß dieselben nicht zwischen den Flachstäben festgeklemmtwerden,
Mit der Schraube 24 wird gleichzeitig der Querarm 6 des allseitig beweglichen Lenkparallelogrammes
mit dem Querarm 5 leicht lösbar und verstellbar verbunden. Diese leichte Verstellbarkeit
der
Parallelogramme zueinander ermöglicht es, die Zeichenvorrichtung
in jede beliebige Lage zum Zeichenblatt zu bringen, was besonders bei Verwendung
eines sogenannten Gewichtsankers (Abb. 1, 8, 9) von Vorteil ist. Das Querarmkreuz
5, 6 ist nach Lösen der Schraube 24 vollständig zerlegbar. Die Querarme 6, 7 (Abb.
1, 2, 3, 4) des allseitig beweglichen Parallelogrammes bestehen aus gezogenem Vierkanteisen
mit von der Stirnseite eingearbeiteten Schlitzen 25 (Abb.4). Die Kugelsitze werden
durch die Ränder der senkrecht zu den Schlitzen gebohrten und in einer Richtung
liegenden Löcher 30 gebildet. Die Schrauben 26 dienen zum Schließen bzw.
Nachstellen des Kugelsitzes. Die Längsarme 3, .4 sind im Durchmesser so bemessen,
daß die Kugeln angedreht werden können. Da es technisch schwierig ist, an einem
Stück zwei Kugeln mit genauer Mittenentfernung anzudrehen, so ist die Kugel der
einen Seite aufgesetzt und verbohrt (Abb.3, 4, 5, 6). Es können aber auch beide
Kugeln aufgesetzt werden. Die allseitige Beweglichkeit des den Zeichenwinkel tragenden
Parallelogrammes kann auch durch Doppelgelenke erreicht werden.
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Die Verbindung des Zeichenkopfes mit dem Querarm 7 erfolgt ummittelbar
durch den Griff B. Als Zeichenmaßstäbe 9, io werden der Billigkeit wegen die handelsüblichen
verwendet. Ihr Anschluß erfolgt so, daß sie rechtwinklig zueinander mit der Platte
i i (Abb. 1, 2, 5, 6) verstiftet und verschraubt werden. Das Maßstabverbindungsstück
i i ist durch den Gewindebolzen 32 (Abb. 5) und die Schraube 33 am Griff dreh- und
einstellbar befestigt. Der .Griff trägt bei 34 eine Gradeinteilung. Das Abheben
der Maßstäbe vom Zeichenblatt zum Ausziehen mit Tusche erfolgt auf einfache Weise
durch Befestigen von drei entsprechend hohen Knöpfen an den unteren, äußersten Stellen
des Zeichenwinkels. Die durchgehende Leiste 35 am Mäßstabverbindungsstück i i verhindert
ein Kippen des Zeichenwinkels durch das Gewicht des angeschlossenen Parallelograinines.
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In den Abb. 8 und 9 ist der Gewichtsanker dargestellt, der seine Standfestigkeit
durch ein entsprechend bemessenes Gewicht erhält, das durch Auflegen weiterer Gewichte
noch erhöht werden kann. Am Gewichtsanker sind aus zwei zurückziehbaren Spitzen
bestehende Halter 15, 16 angebracht. In ein daruntergelegtes Zeichenblatt 17 (Abb.
i) drücken sich die Spitzen ein, so daß das Blatt ohne anderweitige Befestigung
zum Zeichnen genügend festgehalten wird. An Stelle des Zeichenblattes kann auch
ein Block oder eine als Reißbrett dienende Holz- oder Kartontafel unter die Spitzen
gelegt werden; in jedem Falle erfolgt durch das Eindrücken der Spitzen eine feste
Verbindung mit dem daruntergelegten Gegenstand, die durch einfaches Heben des Ankers
wieder gelöst werden kann. Um eine stets genau wiederherstellbare Lage des Ankers
zu der Unterlage zu erzielen, werden an derselben Metallrasten angebracht, in welche
die Spitzen des Ankers eingreifen. Die Rasten können die Form von Reißnägelkopfplatten
haben, die in der Mitte ein Loch aufweisen, in das die Spitzen eingreifen. Der in
den Abb. i o, ii dargestellte Anker zur Befestigung der Zeichenvorrichtung am Reißbrett
muß von demselben einen gewissen Abstand 36 haben, damit die Schraube 24 (Abb. 3,
4) das Brett nicht berührt. Irgendein Ausrichten des Ankers ist nicht erforderlich,
deshalb kann er auch auf einfache und zuverlässige Weise von unten befestigt werden
(Abb. 2, io, i i).
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Der Gewichtsausgleich am stehenden Reißbrett (Abb. 2) erfolgt durch
die beiden verstellbären Gewichte 18, i9, die unmittelbar in der Fortsetzung der
Parallelogrammlängsarme angreifen. Die Gewichtshebelarme sind durch die Klemmen
2o, 21 abnehmbar eingerichtet. Zum Ausgleich des Gewichtes des Zeichenwinkels mit
dem damit verbundenen Parallelogramm dient die Feder 22, von deren Stützpunkten
einer leicht verschiebbar ist.
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Mit dem Zeichenwinkel 9, io kann in verschiedener Höhenlage zum Anker
gearbeitet werden, so daß auf Blätter, Blocks, in Hefte, auf untergelegte Tafeln
usw. gezeichnet werden kann, was seinen besonderen Wert noch dadurch erhält, daß
auf einfachste Weise eine feste, leicht lösbare, stets genau wiederherstellbare
Verbindung zwischen Zeichenvorrichtung und zu bezeichnendem Gegenstand erreicht
wird.