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Schreibrechenmaschine Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an Schreibrechenmaschinen,
die bei Betätigung der Ziffernrechentasten an der Kommastelle selbsttätig ein Springen
des Wagens unter :Mitwirkung eines am Zählwerk angeordneten Steuerkörpers auslöst,
und besteht darin, daß bei Betätigung der Ziffernschreibtasten der Steuerkörper
auf die das Springen des Wagens veranlassende Vorrichtung unwirksam bleibt. Hierdurch
wird eine Maschine erhalten, bei welcher es überflüssig ist, beim Schreiben die
Vorrichtung zum Überspringen der Kommastelle besonders auszuschalten, so daß Unregelmäßigkeiten
beim Schreiben infolge -Vergessens des Au;sschaltens der Springvorrichtungen vermieden
werden. Vorteilhaft stellen die an Vertikalzählwerken angeordneten Steuerkörper
eine Verbindung zwischen den Ziffernrechentasten und der losen Sclialtzahnsteuervorrichtung
her, indem ein Kupplungsglied durch die Steuerkörper in Wirklage gebracht wird.
Dieses gibt eine besonders einfache, sicher wirkende Vorrichtung.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht einer Schreibrechenmaschine, bei der
alle nicht zur Erfindung gehörenden Teile weggelassen sind.
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Abb.2 zeigt eine Vorderansicht der in Abb. i dargestellten Maschine,
in Richtung des Pfeiles A gesehen.
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Abb. 3 zeigt eine Ansicht des in Abh. i gezeigten Schaltschlosses,
in Richtung des Pfeiles C gesehen. Das Vertikalzählwerk 3, welches auf der am Wagenrahmen
i angeordneten Zählwerktragschiene 2 angeordnet ist und mit dein Wagen mitbewegt
wird, trägt an seiner vorderen Seite ein Steuerglied 31, _welches mit Aussparungen
30, 32, 34 und Vorsprüngen 3 5 versehen ist und auf ein Abtästglied 28 wirkt, welches
je nach seiner Lage über die Glieder 25, 2,2, i9 und 9 eine Sperrung der Ziffernrechentasten
7, 7a bewirkt. Das Steuerglied ist dabei so ausgebildet, daß die Zifferntasten
dann gesperrt sind, wenn sich eine Kommastelle oder eine Seitenwand des Zählwerkes
in Arbeitsstellung befindet, dagegen niedergedrückt werden können, sobald eine Zählstelle
in der Arbeitsstellung steht.
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Um von der Kommastelle in die nächste Rechenstelle des Zählwerkes
zu gelangen, bedarf es dabei, wie bekannt, des Anschlagens der Kommataste, oder,
wenn das Schreiben des Kommas nicht gewünscht wird, des Anschlagens der Leertaste.
Die letztere Arbeitsweise ist aber insofern zeitraubend, als der Bedienende zunächst
die Sperrung der Rechentasten wahrnehmen muß, um dann die Leertaste niederzudrücken.
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Um diesen Zeitverlust zu vermeiden, ist eine Einrichtung vorgesehen,
mittels deren die Maschine so eingestellt werden. kann, daß der Papierwagen bzw.
das Zählwerk gar nicht erst in der Kommastelle stehenbleibt. sondern dieselbe gleich
überspringt. Dies wird durch eine im folgenden beschriebene Einrichtung
bewirkt,
die, vom Vertikalzählwerk aus gesteuert, den mit dem Schaltrad zusammenwirkenden
losen Schaltzahn so beeinflußt, daß nach dem Anschlagen einer Rechentaste in den
links neben dem Komma liegenden Zählwerksstellen ein doppelter Wagenschritt erfolgt.
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An der Schiene 31, die zur Steuerung des Sperrhebels 28 dient, sind
zur Steuerung des Wagenschrittes nach vorn ragende Nasen 95, 95a angeordnet, die
in der Ebene der links neben den jeweiligen Kommastellen liegenden Zählwerksstellen
liegen. Mit diesen Nasen 95 wirkt der Abfühlhebel 96 zusammen, der
mittels derselben Achse 27 wie der A'bfühlhebel 28 am Maschinengestell angelenkt
ist und durch die Feder 97 dauernd entgegen dem Sinne des Uhrzeigers beeinflußt
wird, so daß er sich in seiner Ruhelage gegen den ortsfesten Anschlagstift
98 legt.
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In der Rechenwerksvorderwand ist der mit dem Zeiger 99 versehene
Einstellknopf ioo drehbar gelagert, an dessen hinterem Ende der Hebel ior fest angeordnet
ist, welcher einen nach hinten ragenden Lappen io2 besitzt. Dieser Lappen io2 ist
mit einer Bohrung versehen, in der die Stange 103 axial verschiebbar gelagert ist,
welche durch die Feder 10d. stets in einer bestimmten Lage zum Hebel ioi bzw. dessen
Lappen io2 gehalten wird. Der in der Stange io3 angeordnete Stift io5 legt sich
von hinten gegen den Lappen io2; gegen den sich von der anderen Seite die Feder
log. legt, die andererseits gegen die mittels des Stiftes io6 auf der Stange io3
befestigte Scheibe 107 drückt und dadurch die Stange io3 dauernd im Sinne
des Pfeiles io8 beeinflußt. Die Stange 103 ist an ihrem linken Ende in einem Loch
log des am Maschinengestell (Abb. i) durch den Stift Toga schwenkbar angeordneten
Winkelhebels i io ebenfalls axial verschiebbar gelagert, während sie, wie oben erwähnt,
mit ihrem anderen Ende in dem Lappen io2 des Hebels ioi gelagert ist. Wird nun der
Hebel ioi durch Drehen des Knopfes ioo verschwenkt, so schwenkt er den Hebel um
das durch das Loch log gebildete Auflager. Die Bohrung log des Winkelhebels iio
und des Lappens io2 des Hebels toi ist, um dieses Ausschwenken ohne Klemmung zu
ermöglichen, von beiden Seiten etwas ausgesenkt und um ein geringes größer bemessen
als der Durchinesser der Stange 103.
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Der Winkelhebel i io ist mittels der Stange i i i mit dem am Hinterteil
der Maschine mittels des Bolzens 112 schwenkbar angeordneten Winkelhebel i 13 verbunden,
an dessen nach hinten ragendem Schenkel die Stange 115 mittels des Bolzens 114 angelenkt
ist. Diese ist mit der Stange 116 gelenkig verbunden (Abb. 3), die an ihrem in der
Zeichnung nicht dargestellten rechten Ende am Maschinengestell schwenkbar gelagert
ist und mit ihrem freien gabelförmig ausgebildeten Ende den Stift 117 des Steigklotzes
i 18 umgreift.
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Beim Anschlagen einer Schreibtaste 63 zieht bekanntlich der Tastenhebel
65 durch den an ihm befestigten Mdtnehinerhebel 76 den Zughaken 77 in Eingriff
mit der dauernd in Pfeilrichtung rotierenden Nockenwelle 78, wodurch der Typenhebe18o
gegen die Schreibwalze 81 geschleudert wird. Hierbei wirkt bekanntlich der Typenhebel
8o auf die sämtlichen Typenhebeln gemeinsame Schaltschwinge Boa ein, deren verstellbarer
Anschlag ßob so auf den Hebel 8oe einwirkt, daß dieser um seine Drehachse Sod schwenkt
und über die Stange 80e die Schaltschwinge Sof um ihre Achse 8o9 schwenkt.
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Hierdurch kommt der lose Schaltzahn i 19 außer Eingriff mit dem Schaltrad
i2o, wodurch die Feder 121 auf ihn einwirken kann und ihn so weit um seine Achse
i22 verschwenkt, daß er mit seiner Kante 1a3 an dem Steigklotz 118 anliegt. Diese
Schwenkbewegung des Schaltzahnes rig unter dem Zuge der Feder iai ist so groß, claß
derselbe mit seiner Fangnase in die nächste Zahnlücke eingreift, so daß dann bei
Vollendung des Schaltschrittes der Schaltzahn i ig mit dem nächsten Zahn 124 des
Schaltrades in Eingriff kommt.
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Wird nun der Steigklotz 118 in die durch gestrichelte Linien dargestellte
Lage gehoben, so schwingt der Schaltzahn i ig so weit aus, daß er mit seiner Kante
125 an dem Steigklotz 118 anschlägt. Diese Schwenkbewegung ist so groß, daß der
Schaltzahn in die übernächste Zahnlücke 126 eintritt und bei Vollendung des Schaltschrittes
mit dem übernächsten Schaltradzahn 127 in Eingriff kommt.
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Der Arbeitsgang ist folgender: Steht beispielsweise die Hunderttausenderstelle
des Zählwerkes 3 in der Arbeitsstelle der Maschine und schlägt man eine dein Wert
7 entsprechende Rechentaste 7 an, so wird der entsprechende Betrag im Zählwerk verrechnet
und der die Zählwerke tragende Wagen springt um einen Schritt nach links. so daß
die Zehntausenderstelle des Zählwerkes in die Arbeitsstelle der Maschine tritt.
Schlägt man jetzt abermals eine Rechexitaste 7, beispielsweise die dem Wert>,« entsprechende,
an und erfolgt hiernach der Wagenschritt, so kommt. die Tausendersten; des Zählwerkes
in Wirklage. Hierbei läuft gleichzeitig die Nase 95 auf den Abfüh.lhebel 96 auf
und verschwenkt ihn entgegen der Wirkung der an ihm angreifenden Zugfeder 97, wobei
derselbe mit dein an ihm angearbeiteten,
nach hinten ragenden Lappen
96a auf die Stange io3 einwirkt. Hierdurch wird die Stange 1o:3 nach links verschoben
und tritt dadurch aus dem Loch 1o9 des Hebels 11o heraus in die Bewegungsbahn des
Ansatzes 19v der Stange i9. Schlägt man nun abermals eine Rechentaste 7, beispielsweise
die der Zahl6 entsprechende, an, so wird, wie bekannt, der Betrag verrechnet. Bei
diesem Vorgange trifft die aufwärts wandernde Stange i9 mit der an ihr angearbeiteten
Schulter i g" (Abb. i) gegen die in ihre Bewegungsbahn hineinragende Stange 103
und bewegt dieselbe nach oben, wodurch ein Verschwenden des Winkelhebels i io entgegen
dem Sinne des Uhrzeigers hervorgerufen wird. Dieses hat mittels der Verbindungsstange
111 ein Verschwenden des Winkelliebels 113 um die Achse 112 zur Folge, wodurch wiederum
die Stange 115 gehoben wird, die über den Hebel 116 das Heben des Steigklotzes 118
in die durch gestrichelte Linien dargestellte Lage bewirkt.
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Hierdurch schwingt der lose Schaltzahn bis zur Anlage seiner Kante
125 an dem Steigklotz 118 aus, welcher Schwingbewegung zwei Schaltradzahnteilungen
entsprechen, so daß nicht ein Springen des Wagens um nur einen Wagenschritt, sondern
um zwei Wagenschritte erfolgt. Der `'Vagen bzw. das Zählwerk wird also unmittelbar
aus der Tausenderstelle über die Kommastelle hinweg in die Stelle der Hunderter
springen. Hierbei wird der Hebel 96 durch den Nocken 95 wieder freigegeben, so daß
er unter dem Einflu.ß seiner Feder 97 wieder in die in A bb. 2 dargestellte Lage
zurückkehrt. Durch diesen Vorgang gibt auch der Lappen 96a die Stange
103 frei, so daß sie durch ihre Feder 104 aus dem Bereich der Schulter 19v
der Stange 19 gezogen wird, wodurch auch der Steigklotz i 18, veranlaßt durch das
Eigengewicht seines' Gestänges, in die in Abb. 3 in ausgezogenen Linien dargestellte
normale Lage herunterfällt.
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Wenn dann im weiteren Verlauf der Rechnung das Zählwerk von der Zehner-
in die Einerstelle übergeht, wird ebenfalls, wie oben beschrieben, der Hebel 96
durch den Stift 95a ausgeschwenkt und die Stange 103 nach links in die Bewegungsbahn
der Schulter igv der Stange i9 verschoben, so daß dann beim Anschlagen der Rechentaste
in der Einerstelle auf oben beschriebene Weise der Steigklotz 118 gehoben und dadurch
wieder ein doppelter Wagenschritt hervorgerufen wird. Das Zählwerk springt also
mitsamt dein Wagen von der Einerstelle direkt über die Kommastelle hinweg in die
erste Dezimalstelle.
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Durch Anordnung entsprechender Nasen 9; und entsprechende Einrichtung
des den Steigklotz steuernden Gestänges kann auf ähnliche `t'eise auch ein Dreifachschritt
des Wagens h rv orgerufen werden, so daß ein Überspringen von der niedrigsten Stelle
des einen Zählwerkes in die höchste Stelle des anderen Zählwerkes möglich ist.
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Wie bereits oben erwähnt, ist der Einstellknopf Zoo in der Rechenwerksvorderwand
drehbar gelagert. Normalerweise nimmt er die in Abb. 2 dargestellte Lage ein, wobei
der an ihm angebrachte Zeiger 99 auf »ohne Komma« zeigt. Verdreht man den Knopf
aber so, daß sein Zeiger auf »mit Komma« zeigt, so wird gleichfalls der mit ihm
fest verbundene Hebel 1o1 verschwenkt und wirkt dadurch so auf die mit ihrem einen
Ende in dem Hebel 11o gelagerte Stange 103, daB dieselbe um die durch das
Loch 1o9 gebildete Schwingachse aus der Bewegungsbahn des Hebels 96 schwenkt. Dadurch
ist die Möglichkeit gegeben, nach Belieben das automatische Überspringen der Kommastellen
beim Anschlagen der Zifferntasten, d. h. beim ,tSchreiben und Rechnen<<, abzustellen.
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Es sei noch besonders hervorgehoben, daß die Einrichtung zum Überspringen
der Kommastellen infolge des Ableitens der Bewegung zum Heben des Steigklotzes von
der Stange i9 nur beim Anschlagen der Rechentasten wirksam wird, während sie beim
Anschlagen der normalen Schreibtasten 63 vollständig unwirksam ist. Das "Zählwerk
bzw. die an ihm angearbeiteten \Tasen k<innen beim Ablaufen des Wagens in üblicher
Weise auf den Hebel 96 einwirken, ohne daß dabei der Steigklotz in irgendeiner
Weise beeinflußt wird, gleichgültig ob der Knopf Zoo auf »init« oder »ohne Komma«
eingestellt ist. Geht also der Bedienende von den Zifferntasten 7 auf die Schreibtasten
über, so bedarf es keiner besonderen Unwirksammachung der Doppelschritt- bzw. Kommaü.berspringeinrichtung,
sondern diese Einrichtung bleibt beim Anschlagen der Schreibtasten wirkungslos.