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Vorrichtung zur mechanischen Ermittlung der Kosten von Arbeitsleistungen
für verschiedene Lohnsätze Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur mechanischen
Ermittlung der Kosten von Arbeitsleistungen für verschiedene Lohnsätze. Sie bezweckt
die Schaffung einer verbesserten Vorrichtung, mit deren Hilfe sich die Kostenermittlung
wesentlich einfacher und zuverlässiger gestaltet als bisher, wobei gleichzeitig
die ermittelten Kosten in die Konten der einzelnen Arbeiter gebucht werden und ein
Kontrollbeleg geschaffen wird, welcher die Nachprüfung der Kosten ermöglicht. Es
sind bereits Vorrichtungen zur Ermittlung von Lohnbeträgen bekannt geworden, bei
denen auf einer oder mehreren drehbaren Walzen Umrechnungstabellen für unterschiedliche
Lohnsätze angeordnet sind. Über jeder Walze ist ein Zeiger längs einer Zahlenreihe,
die die Arbeitssunden angibt, verschiebbar. Bei einer dem jeweiligen Lohnsatz entsprechenden
Winkelstellung der Walze gibt der auf die betreffende Stundenzahl .eingestellte
Zeiger in der von der Walze getragenen Umrechnungstabelle den gesuchten Kostenbetrag
an. Eine derartige Vorrichtung, die auch zur Ermittlung von Zinsbeträgen gegebräuchlich
ist, dient somit lediglich als Rechenmaschine. Die ermittelten Beträge müssen noch
ganz getrennt von der Vorrichtung gebucht werden, wodurch sich eine Fehlerquelle
ergibt. Eine weitere Fehlerquelle ist dadurch bedingt, daß außer der Stundenzahl
auch der jeweilig in Anwendung kommende Lohnsatz von je einer Zahlenreihe abgelesen
werden muß, um die Einstellung des Zeigers und der Walze zu bestimmen. Bei einer
anderen bekannten Vorrichtung wird der Beginn und das Ende der Arbeitszeit auf einem
Papierstreifen markiert, der sich je nach dem Lohnsatz mit größerer oder geringerer
Geschwindigkeit vorschiebt. Zur Ermittlung des Lohnbetrages müssen danach die Abstände
zwischen den einzelnen Markierungen auf dem Papierstreifen gemessen werden.
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Bei der Vorrichtung nach der Erfindung kommt ebenfalls eine drehbare
Walze mit einer Umrechnungstabelle für unterschiedliche Lohnsätze und ein längs
dieser Walze verschiebbarer Zeiger in Anwendung. Diese Walze ist erfindungsgemäß
vor einer zur Aufzeichnung der Arbeitsleistungen. in zeitlicher Folge dienenden
und entsprechend der Arbeiterzahl in mehrere Spalten unterteilten Bahn quer verschiebbar
und wird in jeder Stellung ihres Verschiebungsweges mittels eines Anschlages in
der den Lohnsatz für die von denn: Zeiger angegebene Spalte der Aufzeichnungsbahn
sichtbar machenden Winkelstellung festgehalten, wobei die Aufzeichnungsbahn längs
der Walze verschiebbar ist.
Die Anwendung unterschiedlich langer
Anschläge zur Begrenzung der Drehung einer mit Zahlentabellen versehenen Walze ist
an sich bereits bekannt, und zwar bei einer Vorrichtung zur Ermittlung von Zinsbeträgen.
Hierbei wirken jedoch die in :ihrer Anwendung unveränderlichen Anschläge mit zum
Antrieb der Walze dienenden unterschiedlich langen Zahnstangen zusammen, von denen
jede einer bestimmten Geldsumme, deren Zinsbeträge ermittelt werden sollen, .entspricht
und eine Taste mit der Angabe dieser Geldsumme trägt. Zum Unterschied hiervon sind
bei der Vorrichtung nach der Erfindung die Anschläge die Maßstäbe für die unterschiedlichen
Lohnsätze mehrerer Arbeiter oder Arbeitergruppen.
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Vorzugsweise wird bei. der Vorrichtung nach der Erfindung die Drehbewegung
der @,'Valze mittels eines Schraubengetriebes von der Bewegung einer längs der Walze
verschiebbaren Stange hergeleitet in ähnlicher Weise, wie dies bereits für Rechenmaschinen
vorgeschlagen worden ist. Dadurch gestalten sich die Mittel zur Einstellung der
Walze vor den einzelnen Spalten der Aufzeichnungsbahn. entsprechend den unterschiedlichen
Lohnsätzen besonders einfach, und zwar werden nach der Erfindung die zum Feststehen
der Walze in verschiedenen Winkelstellungen dienenden Anschläge durch mehrere entsprechend
der Spalteneinteilung der Aufzeich@1ungsbahn verteilte und mit dem freien Ende der
unter Federwirkung stehenden Antriebsstange zusammenwirkende verstellbare Schraubenbolzen
gebildet. Diese als Anschläge dienenden Schraubenbolzen sind zweckmäßig in einem
parallel zur Laufbahn der querverschiebbaren Walze sich erstreckenden Träger gelagert.
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In einer weiteren Ausbildung der Erfindung wird die in bekannter Weise
durch eine selbsttätige oder von Hand zu bedienende Antriebsvorxichtung verursachte
Verschiebung der Aufzeichnungsbahn durch eine Anzeigevorrichtung in Zeiteinheiten
angegeben. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, die ermittelten Arbeitskosten
auf der Aufzeichnungsbahn derart untereinander zu buchen, daß die Abstände zwischen
den einzelnen Buchungen einen Maßstab für die Arbeitszeit darstellen. Da man den
zu jeder Spalte der Aufzeichnungsbahn gehörenden Lohnsatz kennt, kann man aus diesem
Lohnsatz und den Abständen zwischen den Buchungen die ermittelten Arbeitskosten
zwecks Nachprüfung ausrechnen. -Um .ein schnelles Einstellen der Walze auf die jeweils
auszufüllende Spalte der Aufzeichnungsbahn zu ermöglichen, trägt der zur Verschiebung
der Walze dienende Schlitten ein sich vor einem Streifen mit den Spaltenbezeichmungen
der Aufzeichnungsbahn bewegendes Fenster. Der Streifen kann beispielsweise mit den
Nummern der Arbeiter bedruckt sein. Wenn die gesuchte Nummer durch das .von dein
Schlitten getragene Fenster sichtbar wird, ist die Walze auf die zu der Nummer ge:iörende
Spalte der Aufzeichnungsbahn eingestellt.
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Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt.
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Abb. i zeigt die Vorrichtung in Draufsicht.
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Abb. z ist ein Schnitt nach der Linie 2-z der Abb. i.
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Abb. 3 ist ein Schnitt nach der Linie 3-3 der Abb. i.
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Abb.4 zeigt in Draufsicht eine Umrechnungstabelle in verkleinertem
Maßstabe. Innerhalb eines zylindrischen :Mantels i ist eine drehbare Walze 3 angeordnet,
die eine Umrechnungstabelle z für unterschiedliche Lohnsätze trägt. Der Mantel i
ist mit einem Längsschlitz 4 versehen, durch den stets ein schmaler Streifen der
von der Walze 3 getragenen Umrechnungstabelle sichtbar ist. In eine axiale Bohrung
der Walze 3 ist eine Hülse G mit Innengewinde eingesetzt, in die ein steilgängiges
Schraubengewinde 7 einer Stange 8 eingreift. Letztere steht unter der Einwirkung
einer Feder io und ist in Lagern 9 in Längsrichtung der Walze 3 verschiebbar. Diese
Lager g bilden gleichzeitig die stirnseitigen Abschlußwiinde des zylindrischen Mantels
i. Die Stange 8 ist auf einem oberhalb des Gewindes 7 befindlichen Abschnitt mit
Längsnuten i i versehen, welche mit in der Zeichnung nicht dargestellten, in den
Lagern 9 eingesetzten Federkeilen o. dgl. in Eingriff stehen. Wird die Stange 8
gegen die Einwirkung der Feder i o in ihrer Längsrichtung verschoben, so wird durch
den Eingriff des Gewindes 7 in das Innengewinde der Hülse 6 eine Drehung der Walze
3 mit der Umrechnungstabelle z in der einen Richtung und bei der Rückkehr der Stange
8 in der anderen Richtung verursacht. Am oberen Ende der Stange 8 ist ein rechtwinklig
abstehender Handgriff i z angeordnet. Der Verschiebungsweg der Stange 8 bestimmt
den Längsstreifen der Umrechnungstabelle, der durch den Schlitz 4 des Mantels i
sichtbar wird. Zur Einstellung der Umrechnungstabelle auf verschiedene Lohnsätze
dient eine Reihe von Anschlagschrauben 13, die in einem mit entsprechenden Gewindebohrungen
versehenen stabfömigen Träger 14 gelagert sind. Diese Anschlagschrauben
13 werden entsprechend der in Betracht kommenden Lohnsätze auf verschiedene
Höhen eingestellt. Eine verschiebbar auf dem zylindrischen Mantel i gelagerte
Hülse
15 trägt einen Zeiger 16, der über dem durch den Schlitz 4 des Mantels. i sichtbaren
Streifen der Umrechnungstabelle spielt. Ein zweiter an der Hülse 15 angeordneter
Zeiger 17 ragt über eine zur Buchung der Lohnbeträge dienende Aufzeichnungsbahn
18. Diese wird von einer an dem oberen Ende der Vorrichtung angeordneten Walze i9
abgewickelt und auf einer am unteren Ende angeordneten Walze 20 unter Einwirkung
einer Feder aufgewickelt. Die Walze 20 ist mit einer Handhabe 21 versehen. Die Führungsrollen
22, 23 und die Spannrolle 2o sorgen dafür, daß die zweckmäßig aus Papier bestehende
Aufzeichnungsbahn 18 stets in Spannung gehalten wird. Diese Aufzeichnungsbahn ist
in ebenso viele Spaltei eingeteilt, wie Arbeiter oder Gruppen von Arbeitern mit
gleichen Lohnsätzen in Betracht kommen. Der zylindrische Mantel i ist an beiden
Enden mit Schlitten 25a und 25b versehen, welche auf Führungsschienen 26 laufen.
Der obere Schlitten 25b trägt vor einem mit den Spaltenbezeichnungen, beispielsweise
den Nummern der Arbeiter, versehernen Streifen 28 ein Fenster 27. Gegebenenfalls
können auf diesem Streifen 28 noch unter den Nummern der Arbeiter die betreffenden
Lohnsätze aufgezeichnet sein. Der Zeiger 17 ist senkrecht unter dem Fenster 27 angeordnet,
so daß dieser Zeiger stets über derjenigen Spalte sich befindet, dessen Bezeichnung
durch das Fenster 27 sichtbar ist. Die Anordnung der Anschlagschraub en 13 ist so
gewählt, daß sich stets diejenige Anschlagschraube mit der Stange 8 in Eingriff
befindet, die dem Lohnsatz entspricht, welcher zu der von dem Zeiger 17 und dem
Fenster 27 angezeigten Spalte gehört. In den Spalten der Aufzeichnungsbahn 18 werden
die Arbeiten, beispielsweise die Auftragsnummern, übereinander eingetragen, und
zwar derart, daß der Abstand zwischen zwei Eintragungen in der gleichen Spalte ein
Maß für den Zeitaufwand bildet. Die Aufzeichnungsbahn 18 kann mittels einer in Abb.
i gestrichelt angedeuteten Welle 28-4 eines Uhrwerks, welche mittels eines Zwischengetriebes
die Papierwalze 24 antreibt, in Richtung der Achse der Walze 3 vorgeschoben werden,
wobei die Aufzeichnungsbahn auf der Walze 20 aufgewickelt wird. Die Vorschubeinrichtung
für die Aufzeichnungsbahn kann auch mittels eines Zwischengetriebes 29, 30, 31,
32 mit einer Anzeigevorrichtung für die Arbeitszeitverbunden sein.. In dem Falle
wird mit der Anzeigevorrichtung die Vorschubeinrichtung zweckmäßig mittels eines
Räderpaares 33, 34 und einer Handkurbel 3 5 in Betrieb gesetzt. Die Handkurbel 35
wird jedesmal so lange gedreht, bis die Anzeigevorrichtung die Zeit der Beendigung
.einer Arbeitsleistung angibt. Das Zifferblast der Anzeigevorrichtung kann in volle
Arbeitsstunden oder auch in Viertelstunden unterteilt sein. Ferner kann auch eine
für Überstunden gültige Unterteilung vorgesehen sein, wobei dann noch besondere
Kupplungen für die Umschaltung des Getriebes der Anzeigevorrichtung eingebaut sein
müßten. Als Umrechnungstabelle kann eine schaubildliche Darstellung (Abb.4) verwendet
werden. Die Höhe des diese Darstellung tragenden Blattes entspricht in einem geeigneten
Maßstab einem Arbeitstag. Die sämtlich nach einem Punkt zusammenlaufenden Linien
dieses Schaubildes sind die Linien gleicher Lohnsätze. Die beiden Seitenränder des
Schaubüdblattes werden durch die Linien gleicher Lohnsätze in einzelne Abschnitte
unterteilt. Am linken Seitenrand entfällt auf die Längeneinheit eine geringere Anzahl
Linien öder Abschnitte wie an dem rechten Seitenrand. Ersterer versinnbildlicht
daher die niedrigeren und letzterer die höchsten Lohnsätze. Durch Drehen der diese
schaubildliche Darstellung tragenden Walze kann jeder beliebige Lohnsatz in dem.
Schlitz 4 des zylindrischen Mantels i isichtbar gemacht werden.
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Zur Ermittlung der Arbeitskosten wird in der folgenden Weise verfahren:
Es sei beispielsweise angenommen, .daß von dem Arbeiter 107 (vgl. Abb. i)
eine Arbeit Nr. 7862 um 4i/2 Uhr fertiggestellt ist und daß eine neue Arbeit Nr.
7853 registriert werden ,soll. Um die Kosten für die fertige Arbeit 7862 zu ermitteln,
wird das Handrad 35 so lange gedreht, bis die Anzeigevorrichtung die Zeit 41/2 Uhr
angibt. Damfit wird dIe Aufzeichnungsbahn 18 so weit vorgeschoben, daß die darauf
aufgezeichnete Arbeitsnummer 7862 die in Abb. i dargestellte Lage erhält. Durch
die zu der Spalte des Arbeiters 107 gehörende Anschlagschraube 13 und die damit
zusammenwirkende Stange 8 wird die Walze 3 in einer derartigen Winkelstellung festgehalten,
daß durch den Schlitz ¢ des Mantels i der Lohnsatz des Arbeiters 107
sichtbar
ist. Nachdem die neue Arbeit 7853 über dem Arm 17 der Zeigerhülse 15 eingetragen
ist, wird diese Zeigerhülse so weit nach unten verschoben, bis sich der Arm 17 unter
der Nr. 7862 befindet. In dieser Stellung gibt der Arm 16 der Zeigerhülse
15 in der durch den Schlitz 4 sichtbaren Umrechnungstabelle die Kosten der Arbeit
7862 an (bei dem dargestellten Beispiel 7, 6). Danach wird die Zeigerhülse wieder
in ihre höchste Stellung zurückgeschoben.
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Für den Fall, daß eine große Anzahl von Arbeitern vorhanden ist, kann
an Stelle der Walze 3 mit der Umrechnungstabelle auch die Aufzeichnungsbahn in seitlicher
Richtung
verschiebbar und zu dein Zweck auf einem drehbaren Zylinder
aufgezogen sein, dessen Achse parallel zu der Achse der drehbaren Walze 3 verlaufen
muß.