DE49024C - Feuersicherer und wasserdichter Abschlufs für Stockwerksbalkenlagen - Google Patents
Feuersicherer und wasserdichter Abschlufs für StockwerksbalkenlagenInfo
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Classifications
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Description
I U
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 37: Hochbauwesen.
Bei eintretender Feuersgefahr bleiben die Stockwerksbalkenlagen durch mangelhaften Abschlufs
nach unten, wie auch nach oben nicht vor Zerstörungen verschont und geben zufolge
. dieses Umstandes vielfach Anlafs zur Ausdehnung von Bränden.
Der nachfolgend beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Abschlufs von derartigen
Gebäudetheilen schützt nach jeder Richtung hin, indem er seine Lage in der Glut nicht
ändert, nicht abbröckelt und gegen Feuer, sowie gegen Wassereinflüsse vollkommene Sicherheit
bietet. Derselbe besteht in der Hauptsache in folgendem und ist in Bezug auf einen Abschlufs
für eine Balkenlage dargestellt.
Unter den Balken wird zunächst eine poröse, nagelbare Mörtelisolirplatte H befestigt. Sodann
werden quer unter die Balken B oder auf über letztere zuvor gestreckte Querlatten
dreieckige, kurze, etwa 1 m lange, aus geeignetem
Material hergestellte Mörtellatten α auf an ersteren befestigte Drähte oder Bandeisen D
gelegt, dergestalt, dafs die Schneiden (Kanten) dieser dreieckigen Mörtellatten α nach oben,
also gegen die Balken B gerichtet sind. In die durch diese Latten α gebildeten dreieckigen
Zwischenräume werden Latten b, ebenfalls aus Mörtel, aber in umgekehrter Lage so eingebracht,
dafs einmal eine Latte a ~ mit der Schneide nach oben und eine Latte b in entgegengesetzter
Lage, also mit der Kante nach unten, abwechselnd zur Verlegung bezw. Nebeneinanderreihung
kommt.
Die Latten α bestehen aus einem feuerfesten
Material, dessen Grundmaterial Chamotte, Cement, Thon, Lehm, Gyps oder ein anderes
zweckdienliches Material sein kann; die Latten b dagegen werden aus einem porösen, die Wärme
schlecht leitenden, also isolirenden Material hergestellt, dessen Grundmaterial Infusorienerde,
Asche, Chamottepulver, Thon oder auch ein beliebiges anderes hierzu geeignetes Material
ist. Beide Latten α und b werden zur Erhöhung ihrer Festigkeit mit einer beliebigen
versteifenden Einlage oder mit Steifdrähten (hier drei angenommen) d versehen.
Auf die Isolirlatten α bezw. b wird zur
Ausfüllung der zwischen den einzelnen Latten sich etwa bildenden Zwischenräume noch besonders
lockeres, schlecht Wärme leitendes Isolirmaterial (Asche, Infusorienerde oder dergleichen)
von oben eingefüllt. Es kann auch die Latte b durch Ausfüllung von schlecht die
Wärme leitendem, lockerem Material ersetzt werden.
Mit dem Verlegen der Mörtellatten ist die ganze Decke fertig und auch gleich trocken.
Sie kann dann je nach Belieben mit feinem MöftelUberzug oder mit Tapezierung versehen
werden.
Die /\- Latten α müssen einen gewissen,
nach ihrer freitragenden Länge bezw. nach der Entfernung ihrer Auflagepunkte, das sind die
Drähte oder Bandeisen, sich richtenden Querschnitt haben.
Soll eine Balkenlage gegen Feuer - und Wasserdurchdringen zugleich geschützt sein,
so ist es nothwendig, dafs nicht nur die Decke unter den Balken, sondern auch die
Abdeckung auf den Balken, der Fufsboden, feuerfest und zugleich wasserdicht hergestellt
wird.
Zu diesem Zwecke werden an Stelle der oben beschriebenen Mörtelleisten α solche
ebenfalls von dreieckigem Querschnitt aus Holz c gewählt, die zwecks Aufnahme und
Verbindung mit den darauf kommenden feuerfesten Mörtellatten d1 mit einer unlöslichen
Leim - oder Mörtelschicht y bekleidet werden. Auf solche Fufsbodenunterlage wird der Fufsboden
F,. d. i. entweder geeigneter Mörtelestrich E (Gyps), Asphalt, Chamotte, Cement
oder auch Fufsboden aus Brettern gebracht. Bei Anwendung von Fufsbodenbrettern erfolgt
die Nagelung etwas schräg gegen die Latten, also dergestalt, dafs auch durch die
Nagellöcher ein Durchdringen von Wasser nicht möglich ist; der Nagel greift nicht durch.
Der Fufsboden kann auch zweckdienlich aus Riemen, in Asphalt gelegt, bestehen.
Soll eine Deckenbildung vermehrten Feuerschutz erfahren, so wird die Lattenlage unter
den Balken verdoppelt, und zwar wird dann die zweite quer über die erste nach Art der
doppelten Rohrdecken verlegt bezw. befestigt, und wenn auf eisernen Bautheilen, Säulen
(s. Fig. 5) und Pfeilern eine feuerfeste Decke gebildet werden soll, so erfolgt die Anwendung
der dreieckigen Leisten α und b ebenso wie bei Bildung der Decken unter Holzbalken, nur
ihre Befestigung geschieht dann mit durch Putz verdeckter Drähtumwickelung.
Die Ausdehnung der aus so vielen einzelnen schmalen Leisten α gebildeten und sehr leichten
Decke ist so gering, dafs ihre Wirkung an den ohnedies schrägen, also ein geringes Ausweichen
der Latten unter einander ermöglichenden Berührungsflächen nicht sichtbar auftreten, keinesfalls
aber bei noch so grofser Feuerwirkung eine totale Störung des Gesammtzusammenhanges
der Decke herbeiführen kann.
Wirkt Feuer auf eine so gebildete Decke, so können sich die mit ihrer Schneide gegen
den Balken gerichteten Latten α alle in völliger Glut befinden, und doch wird diese Glut niemals
auf die Balkenlage übertragen werden, weil die Isolatoren C dies verhindern; es findet
auch seitlich eine Uebertragung der Glut von einer Latte, welche etwa durch Stichflammen
besonders in Anspruch genommen sein sollte, auf die nebenanliegende Latte α nicht statt: es
verhindert dies ebenfalls die erwähnte poröse Isolirung b.
Die unter den Balken befestigten porösen und nagelbaren Mörtelplatten H bewirken nur
eine vermehrte Isolirung gegen die Balken und dadurch erhöhte Sicherheit gegen Feuerübertragung.
Ihre Anordnung ist nicht unbedingt nöthig.
Die Latten- bezw. Mörtelschicht d1 d1, welche
eine feuerschützende und zugleich auch wasserfeste Ausfüllung zwischen den Fufsbodenlatten
c c ist, dient entweder selbst schon als Fufsboden oder einem Estrich- oder Holzfufsboden F
als Aufnahmeschicht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Zwecks Erzielung eines feuerfesten und' zugleich wasserdichten . Abschlusses für Stockwerksbalkenlagen, welchem aufser der ausdehnenden Wirkung, der Feuersglut zu widerstehen, auch noch diejenige Eigenschaft verliehen ist, nicht durch und durch glühend zu werden und die Uebertragung und Fortpflanzung von Feuer auf stützende oder tragende Bautheile zu verhindern, die Herstellung desselben nach unten, also nach der Decke hin, aus in der Weise unter den Balken, auf Drähten oder Bandeisen wechselweise neben und zwischen einander angeordneten /\-kantigen, mit drei Steifdrähten durchzogenen Leisten a und b aus Mörtel, und zwar aus einem wassersicheren und feuerfesten Material, dafs dieselben eine feuersichere untere Schicht α und eine isolirende bezw. wasserundurchlässige obere Schicht b bilden, während der nach oben, also auf den Balken liegende Balkenabschlufs in gleicher Weise hergestellt wird aus neben und zwischen einander auf den Balken liegenden ^-Leisten c und d, von denen hier die zwecks Befestigung und Bindung der darauf kommenden Schicht mit unlöslichem Leim und Sand überzogenen dreikantigen /\-Leisten c die untere Schicht; die zwischen den Leisten c eingebrachten Leisten aus Mörtel aber die isolirende bezw. wasserundurchlässige und zugleich feuerfeste obere Schicht bilden, auf der in geeigneter Weise der Fufsboden befestigt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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| DENDAT49024D Expired - Lifetime DE49024C (de) | Feuersicherer und wasserdichter Abschlufs für Stockwerksbalkenlagen |
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