DE48595C - Anwendung einer neuen Beizflüssigkeit beim Schwarzfärben - Google Patents

Anwendung einer neuen Beizflüssigkeit beim Schwarzfärben

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DE48595C
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CH. F. X. NOROY in Paris, Boulevard de Strasbourg
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/36General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using mordant dyes ; using metallisable dyes

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Beize, mit welcher man alle Textilstoffe pflanzlichen, oder thierischen Ursprungs sowie auch Felle u. s. w. schwarz färben kann. Der Hauptbestandtheil • der erwähnten Beize ist eine Substanz, welche man erhält, wenn man Stärke, Cellulose, Dextrin, Gummi oder dergleichen mit Salpetersäure behandelt und die Reaction unterbricht, ehe sich Oxalsäure gebildet hat.
Bei der Herstellung dieser Substanz operirt man in folgender Weise:
In einer Schale von Porcellan, Eisenblech oder emaillirtem Gufs wird 1 Theil Weizen-, Reis-, Kartoffelstärke oder irgend eine andere stärkehaltige Substanz mit 2 Theilen Salpetersäure übergössen und das Gemisch mäfsig erwärmt. Sobald die Stärke aufgelöst ist und sich rothbraune Dämpfe entwickeln, wird das Gefäfs vom Feuer genommen, und durch die nun erfolgende heftige Reaction, welche beim Aufhören der Entwickelung von rothbraunen Dämpfen beendet ist, erhält man die besagte Substanz in flüssigem Zustande. Diese Flüssigkeit zeigt die Eigenschaft, dafs sie die Oxyde fast aller Metalle, wie Aluminium, Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen, Mangan, Nickel, Kobalt, Zinn, Antimon, Arsen u. s. w., auflöst, und dafs eine weitere chemische Veränderung der entstandenen Salze verhindert wird, wenn man Alkalien, wie Kali, Natron, Ammoniak oder die kohlensauren Salze dieser Basen, im Ueberschufs hinzufügt.
Unter Benutzung dieser Eigenschaft kann man in leicht alkalisch reagirenden Bädern Wolle, Baumwolle, Seide, Felle u. s. w,, in verschiedenen Nuancen schwarz färben.
Man setzt zu diesem Zwecke der besagten Substanz Metalloxyde hinzu, welche in derselben aufgelöst werden, worauf die Beize mit Kali, Natron, Ammoniak oder den entsprechenden kohlensauren Salzen neutralisirt wird.
Die verschiedensten Metalloxyde können in sehr verschiedenen Mengen angewendet werden. Im Nachstehenden sollen nur einige derselben in drei Beispielen von verschiedenen Beizen Erwähnung rinden.
I. Beize.
ι 000 Theile Wasser, 130 Theile mit Salpetersäure behandelte Stärke, 24 Theile schwefelsaures Kupferoxyd oder eine entsprechende Menge Kupferoxyd, 40 Theile schwefelsaure Thonerde oder eine entsprechende Menge Aluminiumoxyd, 12 Theile arsenige Säure, aufgelöst in 6 Theilen Kalilauge, eine zum Neutralisiren genügende Menge Ammoniak und 5 Theile kohlensaures Natron zum Alkalisiren der Beize.
II. Beize.
ι 000 Theile Wasser, 72 Theile mit Salpetersäure behandelte Stärke, 24 Theile schwefelsaure Thonerde oder entsprechende Mengen Aluminiumoxyd, 92 Theile schwefelsaures Eisenoxyd oder entsprechende Mengen Eisenoxyd, Antimonchlorür (aus 4 Theilen Antimonoxyd erhalten), eine zum Neutralisiren genügende-Menge Ammoniak und 6 Theile kohlensaures Natron zum Alkalisiren der Beize.
III. Beize.
ι 000 Theile WTasser, 120 Theile mit Salpetersäure behandelte Stärke, 20 Theile schwefelsaure Thonerde oder entsprechende Mengen
Aluminiumoxyd, ίο Theile schwefelsaure Magnesia oder eine entsprechende Menge Magnesia, 20 Theile schwefelsaures Eisenoxyd oder eine entsprechende Menge Eisenoxyd, io Theile Zinnchlorid, eine zum Neutralisiren hinreichende Menge Ammoniak und 5 Theile kohlensaures Natron, um das Bad alkalisch zu machen.
Die schwarzen Farbstoffe, welche durch die oben beschriebene Beize haltbar gemacht werden sollen, sind dieselben, wie die beim gewöhnlichen Färben gebräuchlichen (Campeche-Holz, Gelbholz, Curcuma, alle anderen Gerbstoffextracte, wie z. B. von Galläpfeln, Kastanien u. s. w.). Zu einer Auflösung von Extracten aus diesen Färbemitteln setzt man ein Kupfersalz, Sulfat, Chlorür, Nitrat, Acetat oder dergl., sowie eine gewisse Menge irgend einer Säure. Man kann auch das Kupfersalz ganz oder zum Theil durch ein anderes Salz ersetzen, um verschiedene Nuancen in Schwarz zu erzielen.
Als Beispiele für die Zusammensetzung der Färbebäder, die natürlich wie die der Beize sehr wechseln kann, seien hier zwei angeführt:
1. Blauschwarz.
ι 000 Theile Wasser, 30 bis 40 Theile Campeche-Holz-Extract. ;
Den CampSche-Holz-Extract löst man unter Erwärmen auf und läfst die Lösung erkalten; zu dieser wird dann eine ebenfalls erkaltete Lösung einer Kupferverbindung (Sulfat, Chlorür, Nitrat oder Acetat) hinzugesetzt.
Man nimmt z. B. 6 bis 8 Theile schwefelsaures Kupferoxyd, 20 bis 30 Theile Wasser, 4 bis 5 Theile Salzsäure und 12 bis 15 Theile Essigsäure.
2. Tiefschwarz.
Dieselben Mengen derselben Bestandtheile wie für Blauschwarz, unter Hinzufügung von 4, 5 oder 6 Theilen Gelbholz-Extract oder von 2 bis 3 Theilen Curcuma oder irgend einem anderen hochgelben Färbemittel, dazu dieselben Kupfersalzlösungen.
Um einen kräftigeren Ton zu erzielen, ist es vortheilhaft, mit dem CampSche- Holz -Extract noch 5 bis 6 pCt. japanische Erde hinzuzusetzen. Man kann selbst geringe. Mengen von Anilinfarben, wie Blau und Gelb, die neben den Gerbstoffen bestehen können, hinzufügen; auch Indigo kann verwendet werden.
Die zu färbenden Stoffe, Garne, Gewebe, Felle werden in eins der auf beschriebene Weise bereiteten Bäder hineingelegt und bei Lufttemperatur 1 oder 2 Stunden in demselben belassen, oder sie werden auch nur von Zeit zu Zeit mit der Flüssigkeit befeuchtet. Nach Verlauf dieser Zeit werden sie herausgenommen und ungefähr 4 bis 5 Stunden der Einwirkung der Luft ausgesetzt, damit schon eine theilweise Oxydation und ein Trocknen stattfindet.
Wenn es sich darum handelt, Fasern, Garn oder Gewebe von grofser Dicke oder bereits einmal gefärbte Gewebe zu färben, ist es zweckmäfsig, das Bad etwas zu erwärmen; indessen reicht eine Temperatur von 50 bis 6o° C. stets aus, und es lassen sich leichte Garne oder Gewebe sehr gut kalt färben.
Aus diesem ersten Bade kommen die zu färbenden Stoffe in die Beize, mit der sie gleichmäfsig befeuchtet oder in die sie wie beim ersten Bade 1 bis 2 Stunden eingetaucht werden.
Damit die Färbung haltbar wird, mufs man Sorge tragen, dafs die Beize stets alkalisch reagirt, zu welchem Zwecke man, wenn nöthig, kohlensaures Natron hinzufügt. Man mufs vermeiden, dafs die aus dem ersten Bade herrührende Säure nicht im zweiten Bade zur Wirkung gelangt, dadurch, dafs sie im Ueberschufs vorhanden ist. Nachdem die gefärbte Waare aus. dem zweiten Bade genommen ist, wird sie wieder einige Stunden hindurch der. Luft ausgesetzt und darauf in vielem Wasser gewaschen, getrocknet und endlich auf bekannte Weise appretirt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Anwendung einer bei Einwirkung von Salpetersäure auf Stärke erhaltenen, mit Metalloxyden versetzten und hierauf alkalisch gemachten Flüssigkeit als Beize beim Schwarzfärben.
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