DE45998C - Verfahren der Anwendung von chromsaurem Chromoxyd oder Chromchromat als Beizmittel in der Färberei und Zeugdruckerei - Google Patents

Verfahren der Anwendung von chromsaurem Chromoxyd oder Chromchromat als Beizmittel in der Färberei und Zeugdruckerei

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DE45998C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/36General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using mordant dyes ; using metallisable dyes

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Description

KAISERLICHES PATENTAMT.
der Färberei und Zeugdruckerei.
Die bisher als Beizen für Baumwolle verwendeten Chrombeizen leiden an dem Uebelstande, dafs sie ihr. Chromoxyd auch nach langwierigen Operationen nur schwer und unvollständig an die Faser abgeben, dafs es ferner schwer ist, beim Flatschen von Geweben gleichmäfsig gebeizte Flächen zu erhalten, und unmöglich, Baumwollstrang durch einmaliges Einhängen in eine Beizflüssigkeit und -darauf folgende Fixation mit der für einigermafsen ' dunkle Töne ausreichenden Menge von Chromoxyd zu imprägniren. Es mufste in letzterem Falle das Garn mehrmals, wie man zu sagen pflegt, »umgesteckt« werden, d. h. aus dem Fixirbade (z. B. Sodalösung) in das Beizbad (z.B. Chromalaünlösung) und umgekehrt zurück- ■ gebracht werden, wodurch bedeutender Material- und Zeitverlust entstand. Gefiatschte Stücke mufsten lange Zeit »verhängt« und 2 bis 3 Stunden lang gedämpft und mit sehr concentrirten Bädern fixirt werden. Ebenso war es bisher schwierig, auf mit Chromsalzen mordancirten Stoffen weifse Muster durch Citronen- oder Weinsäure zu reserviren oder zu ätzen. Der Erfinder suchte daher nach einer Chrombeize (oder einem Chrommordant), die -ihr Chromoxyd leicht und vollständig an die Faser abgiebt,' stets gleichmäfsige Resultate und durch Reserviren oder Aetzen mit organischen Säuren scharfe Muster mit gutem Weifs liefert, d. h. ein Chromoxydsalz zu finden, das, in Lösung auf die Faser gebracht, sich schnell in der Weise zersetzt, dafs die die Lösung vermittelnde Säure frei wird, .während das Chromoxyd quantitativ auf dem Stoff unlöslich abgeschieden wird.
Die Eigenschaft der neuen Chrombeize, mittelst organischer Säuren weifse Muster durch Enlevage oder Reservage auf dem Stoff erzielen zu können, ist von hervorragender, ausschlaggebender Bedeutung. Mit Hülfe dieser Eigenschaft ist man in den Stand gesetzt, auf dem .Gebiete des Zeugdruckes eine Reihe der mannigfaltigsten echten neuen Artikel herzustellen. .
Wie Erfinder gefunden hat, ist das normale Ghromat des Chromoxyds, Cr2(CrOJ3 + gaq, welches durch Auflösen eines Molecüls Chromoxydhydrat in 3 Molecülen Chromsäure, vor-' sichtiges Abdampfen dieser Lösung und mehrmaliges Umkrystallisiren in langen Krystallnadeln erhalten wurde, besonders geeignet, den obigen Anforderungen zu entsprechen. Die verdünnte wässerige Lösung dieses Körpers zersetzt sich bei andauerndem Kochen, indem das gesammte Chromoxyd in unlöslicher Form abgeschieden wird; auf die Faser gebracht und nur 15 Minuten gedämpft, zersetzt sich diese Beize in der Weise, dafs sämmtliches Chromoxyd unter Abspaltung von Chromsäure fixirt wird. Beim blofsen Spülen mit Wasser oder besser in verdünnter Sodalösung erhält man eine sich sehr gleichmäfsig anfärbende Chrombeize. Der Corrosion der Faser läfst sich durch Zusatz molecularer Mengen von Natrium- oder besser Magrfesiumacetat in wirksamster Weise begegnen. · .
Obgleich sich die neue Verbindung infolge der grofsen Menge unbenutzt bleibender Chromsäure weniger zum Beizen der Baumwolle eignet, so empfiehlt sich diese Beize trotz ihres hohen Preises sehr wohl zum Beizen der Seide, welche mit Alizarinfarben gefärbt werden soll, da sie dann Effecte liefert, welche mit keiner anderen Beize zu erreichen sind.
Auch zum Beizen der Schafwolle ist diese Beize mit Vortheil zu verwenden, da sich das gesammte als Chromoxyd (Cr2 O3) und Chromtrioxyd (Cr O3) im Trichromat vorhandene Chrom leicht und vollständig fixirt. und der sonst übliche Weinstein sich dabei ersparen läfst.
Das basischeChromchromat Cr2(CrO4J2(OH)2 ist ebenfalls eine gute Beize, sobald sie in frisch bereitetem Zustande verwendet wird. Die Lösung ist jedoch nicht haltbar und der Preis würde ebenfalls ein noch zu hoher sein.
Dagegen, ist ein in jeder Richtung zufriedenstellendes Product das Sulfatchromat Cr2 · Cr Oi- SOt(OH)2, wie man es durch Auflösen von ι Molecül Chromhydroxyd in ι Molecül Schwefelsäure und ι Molecül Chromsäure erhält. Geradeso verhalten sich die analogen Körper,, welche man erhält, wenn man die Schwefelsäure durch die äquivalenten Mengen von Salz-, Salpeter- oder Essigsäure ersetzt.
Da die Chromsäure als solche zu theuer ist, so wurde versucht, lösliche Chromchromatverbindungen auf dem Wege doppelter Umsetzung darzustellen. Es wurde gefunden,- dafs sowohl normale als auch basische Chromoxydsalzlösungen (z. B. Cr2 (SOJ2 (OH)2 etc.) beim Versetzen mit molecularen Mengen löslicher Chromate oder Bichromate Beizflüssigkeiten ergeben, die selbst nach mehrwöchentlichem Stehen ohne Ausscheidung eines Niederschlages klar verblieben und sich beim Mordanciren der Fasern ganz analog den reinen, aus Chromhydroxyd und den Säuren (Chromsäure allein oder unter Zusatz von Schwefelsäure, Salzsäure etc.) erzeugten Chromchromatbeizen verhalten.
Die durch Auflösen von Chromhydroxyd in Chromsäure unter Zusatz von Schwefelsäure, Salzsäure etc., oder durch doppelte Umsetzung erhaltenen Chromchromatkörper sind vermöge ihres Gehaltes an Chromsäure sehr labile chemische Verbindungen, die ihr gesammtes Chromoxyd durch kurzes Dämpfen in einer mit den Farbstoffen sich gut anfärbenden Form an die Fasern, Baumwolle, Schafwolle, Seide abgeben. Bei ihrer Anwendung auf Mischgewebe erhält man demnach durch einmaliges Anheizen gute Resultate.
Nachfolgende Beispiele erläutern die Darstellung einiger der in Rede stehenden Beizen. Darstellung der Trichromatbeize
- Cr2(CrOJ3.
Aus ι ooo g Chromalaun (ι Molecül) wird das Chromhydroxyd mittelst 860 g Krystall- oder 318g Ammoniaksoda , (3 Molecule) gefällt und der gut gewaschene, ausgepreiste Chromoxydteig mit 300 g Chromsäure (3 Molecule) in der Wärme gelöst.
Darstellung der Sulfatchromatbeize
Cr2 -SO1-GrOi (OH)2.
Der aus 1000 g Chromalaun erhaltene Chromoxydteig wird in 100 g Chromsäure (1 Molecül) und 98 g Schwefelsäure H2 SO11 (1 Molecül) unter Anwendung gelinder Wa'rme gelöst.
Darstellung der Sulfatchromatbeize Cr2 SOiCr O4 (OH)2 durch doppelte Umsetzung.
Der aus 1000 g Chromalaun erhaltene Chromoxydteig wird in 196 g concentrirter Schwefelsäure (2 Molecule) gelöst und der erhaltenen Lösung 342,5 g Natriumchromat Na2 Cr O4 -\- 10 aq (1 Molecül) oder 194,5 g Kaliumchromat K2 Cr O4 oder 150 g Natriumbichromat Na2 Cr2 O7 + 2 aq (1J2 Molecül) zugesetzt.
Die folgenden Angaben veranschaulichen- die Anwendung dieser Beizen zum Färben und Bedrucken von Baumwollgeweben.
Anwendung der Chromchromatbeizen zum Färben und Bedrucken von Geweben.
Zur -Erzielung der geforderten dunkelsten Nuancen ist es nöthig, die Faser mit ca. 3, pCt. ihres Gewichtes an Chromoxyd (Cr2 O3) zu imprägniren. Dieser Anforderung wird entsprochen, wenn man die Concentration der Beizflüssigkeiten und Beizdruckfarben mit einem vergleichsweisen Gehalt von 200 g Chromalaun (dem Ausgangsmaterial) pro Liter wählt.
Durch Verdünnen mit Wasser bezw. Verschneiden der Farben, mit Verdickung kann man aus diesen Stammbeizen alle möglichen zur Herstellung heller Nuancen erforderlichen Beizen und Beizdruckfarben bereiten.
Klotzbeizen für Garne und Gewebe,
i.. Trichromatbeize.
Chromtrichromat wird aus 200 g Chromalaun durch Auflösen des gefällten. Chromoxydhydrats in Chromsäure bereitet,. 15.0 g Magnesiumacetat von i.6° B. werden zugesetzt und das Ganze wird mit Wasser auf 1 1 eingestellt.
2. Sulfatchromatbeize.
Sulfatchromat Cr2 SO4 Cr O4 (OH)2 wird aus 200 g Chromalaun mittelst Cr O3 und
H2 SO4 bereitet, ioo g Magnesiumacetat von 16° B. werden zugesetzt und das Ganze mit Wasser auf ι 1 eingestellt.
Beide Beizen können auch durch doppelte Umsetzung, wie oben angegeben, erhalten werden.
3. Druckfarbe aus Sulfatchromat.
25g Mehl, 75g Weizenstärke, ι ο ecm . Olivenöl, 1 1 Sulfatchromat (Cr2 S O4 Cr O4 (OH)2) — aus 200 g Chromalaun mit Gr O3 und H2 SO4 bereitet — sowie 100 g Magnesiumacetat.
Das Ganze wird gekocht und kaltgerührt.
.4. Druckfarbe aus Sulfatchromat doppelter Umsetzung.
25g Mehl, 75g Weizenstärke, ι ο ecm Olivenöl, 900 ecm basisches Chromsulfat Cr2 (SOJ2 (OH)2, aus 200 g Chromalaun bereitet, werden gekocht, nicht zu stark abgekühlt und dann lauwarm mit 39 g gelbem chromsaurem Kali und 100 g Magnesiumacetat von 160B. versetzt. ' .
Diese Farben drucken sich gut und sind unbeschränkt haltbar.
Ver
Enlevage Reservagestechu-ng
g g g
4400 6000 6000
7 000
4000
2666
Leiogomme ....
Wasser
Citronensäure . . .
Weinsäure
Schwefelsäure 660B.
7 000
3 000
2 000
10 000
65.
Die mit diesen Beizen oder Beizfarben imprägnirten oder bedruckten Gewebe werden behufs Fixirung des Chromoxyds nach dem Trocknen 15 Minuten im Niederdruckdämpfapparat gedämpft (oder 24 Stunden in einen etwa 300R. warmen Raum gehängt). Hierbei wird durch die Wirkung des Dämpfens bezw. Hängens das gesammte in der Beize vorhandene Chromoxyd als stark basisches Chromat in unlöslicher Form in der Faser gefällt. Man passirt nun durch Sodalösung (1 pCt. Krystallsoda, 3 Minuten bei 600R.), wäscht oder »kuhkothet« eventuell gründlich und färbt nach bekannter Methode aus. Die auf das Dämpfen folgende Passage durch eine schwache Sodalösung hat also nicht den Zweck (wie bei den meisten der bis jetzt in Anwendung stehenden Chrombeizverfahren), durch Anwendung heifser, cohcentrirter alkalischer Bäder (Alkalicarbonate) das Chromoxyd unlöslich auszufällen, sondern soll nur ein leichteres Benetzen der Faser, sowie bei aufgedruckten Enlevage- bezw. Reservagefarben ein Absättigen der überschüssigen organischen Säuren (und dadurch Vermeidung von Flufs) bewirken.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren der Anwendung von chromsaurem Chromoxyd oder Chromchromat als Beizmittel in der Färberei und Zeugdruckerei, bestehend in der Anwendung von:
    a) einer Lösung von reinem krystallisirten , Chromchromat, oder
    b) einer Lösung von Chromchromat, hergestellt durch Lösen von Chromoxydhydrat in der äquivalenten Menge Chromsäure oder durch doppelte Umsetzung aus Chromoxyd^· salzen mit äquivalenten Mengen chromsaurer Alkalien, für sich allein oder in Mischung mit neutralen oder basischen Chromoxydsalzen.
DENDAT45998D Verfahren der Anwendung von chromsaurem Chromoxyd oder Chromchromat als Beizmittel in der Färberei und Zeugdruckerei Expired - Lifetime DE45998C (de)

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