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Verfahren zum Färben und Drucken von organischen Faserstoffen Gegenstand
des Patents 727 697 ist, ein Verfahren zum Herstellen vtin Derivaten schwer bis
unlöslicher, , mindestens eine Hydroxylgruppe enthaltender Azofarbstoffe, dadurch
gekennzeichnet, daB man auf diese Azofarbstoffe orga-' nische Acylierungsmittel
einwirken läBt, die neben der die Acylierung bewirkenden Gruppe mindestens einen
Substituenten enthalten, der, gegebenenfalls nach geeigneter Umwandlung, die Löslichkeit
des Azofarbstoffes,bedingt hzw. erhöht.
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In dem Patent 748 553 ist ferner gezeigt' worden, daB dieses Verfahren
auf andere Farbstoffe übertragen werden kann.. Es wurde nun gefunden, daB diese
neuen Farbstoffderivate zur Herstellung echter Töne auf der Faser verwendet werden
können, und zwar in der Weise, daß sie auf der Faser mit Verseifungsmitteln behandelt
werden, wobei der schwer bis unlösliche Ausgangsfarbstoff auf der Faser regeneriert
wird. ' Die neuen Farbstoffderivate können nach den verschiedensten Arbeitsweisen
des Druckens und des Färbens auf die Faser gebracht werden, und zwar kommen hier
sowohl tierische Fasern, wie Wolle oder Seide, als auch pflanzliche Fasern, wie
Baumwolle, Jute, Ramie oder Leinen, als auch künstliche Fasern, wie Kunstseide aus
regenerierter
Cellulose, z. B. Viscose- oder Kupferkunstseide, als auch Kunstfasern aus Celluloseestern
oder Äthern, z. B. Acetatkunstseide, ferner Mischungen derartiger Faserstoffe unter:
einander, z. B. Mischungen von Wolle oder Naturseide mit Viscose- oder Acetatkunstseide,
in Betracht. Beim Färben der pflanzlichen Fasern werden vorzugsweise Farbstoffderivate
verwendet, die Affinität zur pflanzlichen Faser besitzen. Diese Affinität kann durch
geeignete Vorbehandlung der Faser erhöht werden. Dies kann z. B. dadurch erreicht
werden, daß das zu färbende Fasergut tierischen, pflanzlichen oder künstlichen Ursprungs
mit Hilfsstoffen, die durch ein Kation oberflächenwirksam sind, z. B. Verbindungen,
die eine längere aliphatische Kette besitzen und deren Löslichkeit durch die Gegenwart
einer basischen Aminogruppe oder einer quartären Ammoniumgruppe bedingt ist, vorbehandelt
wird.
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Die Verseifung kann durch Behandeln mit organischen Säuren bei erhöhter
Temperatur während längerer Zeit durchgeführt werden. Sie wird jedoch zweckmäßig
mit Alkalien durchgeführt. Geeignete Alkalien sind z. B. Ätzalkalien, wie verdünnte
Lösungen der Hydroxyde der Alkalimetalle oder der Erdalkalien, ferner ihre alkalisch
reagierenden Salze, z. B. Alkalicarbonate, -borate oder -phosphate.
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Das neue Verfahren läßt sich insbesondere mit Vorteil im Zeugdruck
anwenden. Dank der außerordentlichen Einfachheit der Rückverwandlung der Farbstoffderivate
in die eigentlichen Farbstoffe ist es möglich, das neue Verfahren mit den verschiedensten
Zeugdruckverfahren insbesondere für Küpen- und Chromfarbstoffe zu verbinden. Das
neue Verfahren ist auch besonders dadurch wertvoll, daß die Rückverwandlung der
Farbstoffderivate zu den Farbstoffen ohne Säurebehandlung erfolgen kann, so daß
die Herstellung von Drucken zusammen mit Küpenfarbstoffen außerordentlich erleichtert
ist.
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Falls die den neuen Azofarbstoffderivaten zugrunde liegenden Ausgangsfarbstoffe
einer Farbstoffgruppe angehören, die durch Reduktions-oder Oxydationsmittel leicht
zerstört werden kann, so kann diese Eigenschaft im Reserve- oder Ätzdruck verwendet
werden. Schließlich können neue Wirkungen dadurch erzielt werden, daß die neuen
Azofarbstoffderivate im Gemisch mit anderen Farbstöffderivaten entwickelt werden,
die mit Alkalien die Ausgangsfarbstoffe regenerieren. Man erhält dann Mischtöne.
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Die folgenden Beispiele erläutern das neue Verfahren. Beispiel i 0,3
Teile des durch Eimvirkung von Benzoli-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid auf den
Azofarbstoff aus diazotiertem i-Aminonaphthalin-und 2-Oxynaphthalin erhältlichen
Farbstoffderivates «-erden in ioo Teilen Wasser kochend gelöst. Man bestellt das
Färbebad mit io Teilen Wolle, -2oo Teilen Wasser, io % Natriumsulfat krist.,
gibt den gelösten Farbstoff zu und stellt das Ganze auf 40o Teile. Bei 6o= setzt
man 4 ofo Essigsäure (4oo%ig) zu, erwärmt innerhalb 30 Minuten zum Kochen und färbt
i Stunde kochend. Hierauf wird gespült und, wie folgt, nachbehandelt Im Flottenverhältnis
i : 4o in einem Bade, das 20 g Kochsalz sowie 2o ccm Ammoniaklösung (25ojoig) je
Liter enthält. Man geht bei 5o° ein, erwärmt langsam auf 80° und zieht bei dieser
Temperatur i Stunde um. Hierauf wird gespült und getrocknet. Die `Volle ist echt,
insbesondere waschecht, tief bordorot gefärbt. Dasselbe Ergebnis wird mit dem Farbstoffderivat
erzielt, das entsteht, wenn der Azofarbstoff aus diazotiertem i-Aminonaphthalin
und 2-Oxynaphthalin mit 4-Chlormethyl-i-benzoylchlorid in Gegenwart von Pyridin
behandelt wird. Beispiel 2 0,4 Teile des. durch Einwirkung von Benzol-=-carbonsäure-3,
5-disulfonsäuredichlorid auf den Azofarbstoff aus i IN-Zol tetrazotiertem 4, 4'-Diaminodiphenyl
und 2 Mol 2-Oxynaphthalin erhältlichen FarbstoffderivatesWerden in ioo Teilen Wasser
gelöst. Man bestellt das Bad mit io Teilen Baumwolle, ioo Teilen Wasser, setzt den
gelösten Farbstoff zu und stellt das Ganze auf 25o Teile; Temperatur 6o2. Hierauf
setzt man 2 ojo Natriumcarbonat zu, erwärmt innerhalb 3o Minuten -auf g5°, setzt
hierauf 40 0,'o Natriumsulfat krist. zu und färbt i Stunde bei dieser Temperatur.
Hierauf kühlt man innerhalb 1(a Stunde bis auf a5° ab, quetscht ab, behandelt 2
:Minuten kalt mit einer ätzalkalischen Lösung, die ioo g Natriumhyäroxyd je Liter
enthält, wäscht, säuert 2 Minuten kalt mit i g Schwefelsäure 66° B6 je Liter ab,
spült und seift schließlich mit 3 g Seife im Liter Wasser io Minuten kochend. Die
Baumwolle ist echt violett gefärbt. Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt man, wenn
man das Farbstoffderivat verwendet, das erhalten wird durch Behandeln des Diazofarbstoffes
aus i Mol tetrazotiertem 4, 4'-Diaminodiphenyl und 2 Mol 2-Oxynaphthalin mit 4-Chlormethyl-i-benzoylchlorid
in Gegenwart von Pyridin. Beispiel 3 io Teile Acetatkunstseide werden in einem Färbebade,
bestehend aus o,2 Teilen des durch Einwirkung von Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid
auf den Azofarbstoff aus diazotiertem i-Amino-4-methoxybenzol und i-Oxy-4-methylbenzol
erhältlichen Farbstoffderivates und 3oo Teilen Wasser, während i 1& Stunden
bei
4o bis 8o° gefärbt, indem man nach 1/2stündigem Färben dem Färbebade
i ccm einer so/oigen Arpmoniaklösung zusetzt. Die Acetatkunstseide. ist echtgelb
gefärbt. -. Beispiel 4 8 Teile des durch Einwirkung von Benzoli=earbonsäure-3, 5-disulfonsäuredichlorid
auf den Azofarbstoff aus dianotiertem i-Aminonaphthalin und 2-Oxynaphthalin erhältlichen
Farbstoffderivates werden mit 25 Teilen Wasser, 6o Teilen neutraler Stärke-Tragant-Verdickungund7Teilen
Essigsäure zu einer Druckpaste verarbeitet. Diese wird 'auf ein Baumwollgewebe gedruckt.
Hierauf wird getrocknet, gedämpft während 1/$ bis i Stunde bei 1/4 atü und entwickelt
durch Hindurchziehen des Gewebes durch eine ioo/oige Natriumhydroxydlösung bei Raumtemperatur.
Sodann wird gewaschen und kochend geseift. Man erhält tiefe bordorote Drucke: Beispiel
g 8 Teile des durch Einwirkung von Benzoli-ca.rbonsäure-3-sulfonsäurechlorid auf
den Azofarbstoff aus dianotiertem i-Amino-2-methyl-5-chlorbenzol und - i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methyl-4-methoxybenzol
erhältlichen Farbstoffderivates, 33 Teile Wasser, 54 Teile neutrale Stärke-Tragant-Verdickung,
i Teil Natriumchlorat und 4 Teile Butylglykol werden zu einer Druckpaste verarbeitet..
Man verfährt wie im vorigen Beispiel und erhält reine, echte rote Drucke. Durch.
Drucken des durch Einwirkung von Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid auf den
Azofarbstoff aus dianotiertem i-Amino-2-oxy-5-cltlorbenzol und i-Oxy-4-methylbenzol
erhältlichen Farbstoffderivates und Behandeln des Druckes mit alkalischer Kupferoxydlösung
findet auf der Faser gleichzeitig Rückbildung des Ausgangsfarbstoffes und die-.
Bildung von dessen Kupferverbindung statt. '" Beispiel 6 In ein Färbebad, enthaltend
o,2 Teile des mit Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid veresterten Farbstoffes
aus dianotiertem i-Amino-2-methoxy-5-chlorbenzol - und 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methoxybenzol,
40o Teile Wasser und 3 Teile =oo/oige Essigsäure, geht man bei 6o` mit io Teilen
abgekochter Naturseide ein, erhitzt während 2o Minuten von 6o auf 8o° und färbt
hierauf i Stunde bei 9ä bis 95°. Nach Zugabe von o,8 Teilen Natriumacetat zum auf
7o bis 8o° abgekühlten Färbebade wird während 1/2 Stunde die Färbung fertig entwickelt.
Die Färbung wird, hierauf .gespült und getrocknet. Man erhält eine kräftige blaustichigrote
Färbung, die sich durch ausgezeichnete Waschechtheit auszeichnet. Beispiel 7 Es
wird ein Färbebad hergestellt, bestehend aus o,3 Teilen des mit Benzol-i-carbonsäüre-3-sulfonsäurechlorid
veresterten Azofarbstoffes aus dianotiertem i Amino-2-methyl-5-nitrobenzol und 2',
3'-Oxynaphthoylaminobenzol, 40o Teilen Wasser, i Teil Natriumsulfat krist. und o,4
Teilen 4oo/oiger Essigsäure. Bei 6o° wird mit io Teilen Wolle eingegangen, innerhalb
2o Minuten zum Kochen erwärmt und während i Stunde kochend gefärbt. Hierauf setzt
man o,8 Teile Nätriumacetat hinzu und kocht noch i Stunde weiter. Die 'Volle wird
dann gespült und getrocknet. Sie ist echt, insbesondere wasch- und walkecht, rot
gefärbt.
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Beispiel 8 Es wird ein Färbebad hergestellt, bestehend aus o,3 Teilen
des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid und dem Azofarbstoff aus
dianotiertem i-Amino-2, 5-diäthoxy-4-benzoylaminobenzol und 2', 3'-Oxynaphthoylaminobenzol,
25o Teilen Wasser, 2 Teilen Natriumsulfat und i Teil 4oo/oiger Essigsäure. Bei 5o°
geht man mit io Teilen Baumwollgarn in das Färbebad ein, steigert die Temperatur
innerhalb 1/2 Stunde bis zur . Siedetemperatur und färbt i Stunde weiter, indem
man nochmals 2 Teile Natriumsulfat hinzufügt. Das Färbebad wird annähernd ausgezogen.
Nun fügt man zur Entwicklung der Färbung i Teil Natriumcarbonat zur Färbeflotte
und hält noch etwa 15 Minuten bei Siedetemperatur. Hierauf wird gespült und kochend
geseift. Die Baumwolle ist echtblau gefärbt. . Beispiel 9 Man stellt folgende zwei
Druckpasten her:
| a) 8o g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure- |
| 3-sulfonsäurechlorid und dem Azo- |
| farbstoff aus dianotiertem i-Amino- |
| 3-chlorbenzol und 2', 3'-Oxyniaph- |
| thoylaminobenzol, |
| 27o g Wasser, |
| 5o g Harnstoff, |
| 5o g Resorcin, |
| 55o g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung |
| 1000 g |
| b) 15o g einer 2oo/oigen Paste von Tetrabrom- |
| indigo, |
| 65o g Pottascheverdickung, |
| 8o g Natriumsulfoxylatformaldehyd, |
| So g Harnstoff, |
| 409 Wasser |
| iooo g |
Die oben wen ;endete Pottascheverdickung ist folgendermaßen zusammengestellt
| ifo g Weizenstärke, |
| 1709 Wasser, |
| 25o g Tragantv erdickung (6o/iooo), |
| Zoo g Britisch-Gummi, |
| 1709 Kaliumcarbonat, |
| ioo g Glycerin |
| iooo g |
Man druckt die beiden Druckpasten gleichzeitig auf einer Zweiwalzenmaschine auf
Baumwollstoff, trocknet, dämpft im iHatherplatt 5 bis io Minuten und zieht die bedruckte
Ware durch eine Lösung, die 6 0% Natriumhydroxyd und 0,5 % Ferricyankalium enthält,
so hindurch, daß die Einwirkung etwa 45 Sekunden dauert. Sodann wird gründlich gewaschen,
gegebenenfalls abgesäuert, und nochmals gewaschen und kochend geseift.
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Man erhält einen sehr echten, leuchtenden orangen -und blauen Zweifarbendruck.
- Beispiel io Man stellt folgende zwei Druckpasten her:
| aj 8o g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure- |
| 3-sulfOnsäurechIorid und dem Azo- |
| farbstoff aus diazotiertem 4, 4'-Di- |
| " chlor -2-amino-i, i'-diphenyläther |
| und i-(2', 3'-OxynaphthoyIamino)- |
| benzol, |
| 270 g Wasser, |
| 150 g Thiodiglykoläther, |
| 50o g neutrale Stärke-Tragant Verdickung |
| 1000 g |
| b) i50 g Cibanongrün G Teig dopp. |
| (Schultz, Farbstofftabellen, 7.Auf- |
| Iage, Nr.1281), |
| 6509 Pottascheverdickung (hergestellt, |
| wie im Beispielg angegeben), |
| 8o g Natriumsulfoxylatformaldehyd, |
| Sog Harnstoff, |
| 4o g Wasser |
| idoo g |
Man druckt beide Druckpasten gleichzeitig auf Baumwollstoff, trocknet, dämpft im
Matherplatt 5 bis io Minuten und zieht den Druck bei Raumtemperatur durch eine Lösung,
die 6 0,'o Natriumhydroxyd und -o,5010 Ferricyankalium enthält, so hindurch, daß
die Einwirkung etwa 45 Sekunden dauert. Sodann wird gründlich gewaschen, gegebenenfalls
abgesäuert, nochmals gewaschen und kochend geseift.
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Man erhält einen sehr echten, leuchtenden grünen und roten Zweifarbendruck.
Beispiel ii
| Man stellt zwei Druckpasten her: |
| a) So g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure- |
| 3-sulfonsäurecWorid und dem Azo- |
| farbstoff aus diazotiertem i-Amino- |
| 2, 5-dichlorbenzol und 1-(2', 3'-OxY- |
| naphthoylamino)-2-methoxybenzol, |
| 270 g Wasser, |
| 150 g Thiodiglykoläther, |
| 50o g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung |
| iooo g |
| b) 50 g Indigosol 04B (Schultz, Farbstoff- |
| tabellen, 7. Auflage, Nr. 1314), |
| 30 g Glycerin, |
| 370 g Wasser, |
| 45o g neutrale Stärke-TragantVerdickung, |
| 4o g Rhodanammoniumlösung (50%ig), |
| 4o g Natriumchloratlösung (33%ig), |
| io g Ammoniumvanadatlösung (fo/oig), |
| . io g Ammoniaklösung (250%ig) |
| fooo g |
Man druckt die beiden Farbstoffpasten gleichzeitig und behandelt den Druck, wie
im Beispiel 9 beschrieben worden ist.
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Man erhält einen sehr schönen, scharlachroten und blauen Zweifarbendruck.
. Beispiel 12 Man stellt folgende zwei Druckpasten her:
| a) Druckpaste, wie im Beispiel 9 unter a) be- |
| schrieben worden ist, |
| b) Sog Rapidogenviolett B (vgl. L. Dise- |
| rens: 2)Die neuesten Fortschritte in |
| der Anwendung der Farbstoffe«, |
| Basel 1941, S. 29,3, Zeile ix bis 9 |
| von unten), |
| 310 g Wasser, |
| 30 g Natriumhydroxydlösung (3o°1oig), |
| 30 g Türlischrotöl, |
| 55o g neutrale Stärke-Tragant Verdickung |
| 1000 g |
Man druckt die beiden Pasten gleichzeitig, trocknet, unterwirft den Druck während
5 Minuten einer Säuredämpfung und zieht denselben bei Raumtemperatur durch eine
60%ige Natriumhydroxydlösung, so daß die Einwirkung 45 bis 6o Sekunden dauert. Nun
wird gewaschen und kochend geseift. Man erhält einen echten orangen und violetten
Zweifarbendruck.
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Beispiel 13 Man stellt folgende Druckpaste her:
| So g des Farbstoffderivates, wie es im Beispiel |
| fi unter a) verwendet worden ist, |
| 2709 Wasser, |
| 150 g Thiodiglykol, |
| 400 g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung, |
| ioo g Zinkoxyd |
| xooo g |
Man druckt die Paste auf weißem Baumwollstoff und trocknet. Hierauf
wird das Gewebe mit einer Anilinschwarzlösung, die je Liter 84 g Anilinhydroch,lorid,
.l0 g Tragantverdickung (6o/iooo), 5 g Anilin, -- 54 g Ferrocyankalium,
30 g Natriumchlorat enthält, geklotzt, dann getrocknet (gegebenenfalls während
3 Minuten im Matherplatt gedämpft) und bei Raumtemperatur durch eine Lösung, die
6 % Natriumhydroxyd und 10110 Ferricyankalium enthält, während 45 Sekunden gezogen.
Hierauf wird gut gespült, warm mit verdünnter Essig- oder Ameisensäure abgesäuert,
nochmals gespült und kochend geseift. Man erhält einen leuchtenden scharlachroten
Reservedruck auf schwarzem Grunde. - -Beispiel 14 Man stellt eine Druckpaste her,
die folgende Zusammensetzung besitzt: . .
| 8o g des* Esters aus Benzol-i-carbonsäuie- |
| 3-sulfonsäurechlorid und dem Azofarb- |
| stoff aus diazotiertem 1-Amino-2, 5-di- |
| chlorbenzol und 1-(2', 3'-Oxynaphthoyl- |
| amino)-2-methoxybenzol, |
| 320 g Wasser, |
| ioo g Buttersäureamid, |
| 5oo g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung |
| 1000 g |
Man behandelt den Druck nach dem Trocknen, wie im Beispiel 9 beschrieben worden
ist. Man erhält einen vollen scharlachroten Druck.
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Es können auch gute Drucke erhalten werden, wenn das Buttersäureamid
nicht in die Druckpaste hineingegeben, sondern das Gewebe vor dem Druck damit behandelt
wird. Man verfährt dann folgendermaßen Man klotzt Baumwollgewebe mit einer wäßrigen,
5 % Buttersäureamid enthaltenden Lösung und trocknet. Sodann wird folgende Druckpaste
aufgedruckt: 8o g des oben angegebenen Farbstoffderivates, 320 g Wasser,
ioo g Thiodiglykol, 5oo g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung.
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Der bedruckte Stoff wird, wie im Beispiel 9 beschrieben, nachbehandelt.
Man erhält einen sehr schönen und echten scharlachroten Druck. Beispiel 15 Mercerisiertes
Baumwollgewebe wird mit einer wäßrigen, 5 °/o Piperazin enthaltenden Lösung geklotzt
und dann getrocknet. Auf das Gewebe wird eine Druckpaste, wie sie im Beispiel io
unter a) beschrieben ist, aufgedruckt und getrocknet. Dann wird 5 bis 10 Minuten
im Matherplatt gedämpft, gewaschen und geseift. Man erh#l lt einen kräftigen und
echten roten Druck.
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Beispiel 16 Baumwollstoff wird 1/ Z Stunde in einer Lösung, die je
Liter 5 g der quartären Ammoniumverbindung aus Dimethylsulfat und i-Stearoylamino-4-dimethylaminobenzol
enthält, bei 35 % umgezogen, abgequetscht und dann getrocknet.
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Auf das so vorbehandelte Gewebe wird eine Druckpaste, wie sie im Beispiel
g unter a) beschrieben worden ist, aufgedruckt und getrocknet. Nach dem Durchgang
durch Alkalilauge und Weiterbehandlung des Gewebes, wie im Beispiel 9 beschrieben
worden ist, erhält man einen kräftigeren Druck als auf nicht vorbehandeltem Gewebe.
-Beispiel 17 Man fouladiert . ein gebleichtes Baumwoll-;ewebe in einer Lösung von
| 5o g des Esters, den man durch Einwirkung |
| von Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäure- |
| chlorid auf den Azofarbstoff aus diazo- |
| tiertem i-Amino-2, 5-dichlorbenzol und |
| 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-meth- |
| oxybenzol erhält, |
| 5o g Thiodiglykol, |
| 85o g Wasser, |
| 5o g Tragant , |
| iooo g |
Man trocknet auf der Hotflue, dämpft 5 lsinuten im Matherplatt und führt die Ware
hierauf auf dem Foulard durch ein Bad, das 6 % Natriumhydroxyd enthält, gibt einen
Luftgang von 45 bis 6o Sekunden und spült breit, worauf man in eine Lösung von 5
ccm Salzsäure konz. je Liter geht, gut spült und kochend seift. Man erhält in dieser
Weise eine echte scharlachrote Unifärbung.
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Beispiel 18 Weiße Muster auf farbigem Grunde werden in der Weise erhalten,
daß man gebleichtes Baumwollgewebe mit der im Beispiel 17 gekennzeichneten Lösung
tränkt, auf der Hotflue trocknet und dann mit einer Druckpaste bedruckt, welche
Zoo g Natriumsulfoxylatformaldehyd je Kilogramm Druckpaste enthält. Man dämpft dann
die bedruckte Ware im Matherplatt _ und entwickelt, wie im Beispiel 17 angegeben.
Man erzielt in dieser Weise weiße Muster auf rotem Grunde. Je nach Wahl des Azofarbstoffderivates
kann die Färbung des Grundes beliebig geändert werden.
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Beispiel ig Bunte Muster auf farbigem Grunde erhält man in der Weise,
daß man gebleichtes Baumwollgewebe
auf dem Foulard mit einer lilotzbrühe
tränkt, die der im Beispiel 17 beschriebenen entspricht. Man trocknet auf der Hotflue
und bedruckt die Ware mit folgender Druckpaste:
| Zoo g einer 2o°%igen Paste von Tetrabrom- |
| indigo, |
| 47o g Britisch-Gummi i : i, |
| 6o g Glycerin, , |
| 15o g Pottasche, warm lösen, kalt dazu, |
| mo g Natriumsulfoxylatformaldehyd |
| 1000 g |
Man dämpft im Matherplatt und entwickelt, wie im Beispiel 17 gekennzeichnet. Man
erhält so blaue Muster auf rotem Grunde. Je nach Wahl des Azofarbstoffderivates
und des Küpenfarbstoffes können die verschiedensten Muster erzielt werden.
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Beispiel 2o Man stellt folgende zwei Druckpasten her: a) Dieselbe
Druckpaste, wie sie im Beispiel ga) beschrieben worden ist, b) 2o g Eriochromazurol
S (Schultz, a.a.0., Nr. 84i), a50 ccm Wasser, 60o g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung,
30 g Essigsäure (4o °/a), ioo g Chromacetatlösung 2o° B6. Man druckt die
beiden Druckpasten gleichzeitig auf Baumwollstoff, trocknet, dämpft während 45 Minuten
bei 1/4 atü und entwickelt den Druck, wie in dem folgenden Beispiel angegeben ist.
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Man erhält einen schönen orangen und blauen Zweifarbendruck. Beispiel
21 Man stellt folgende Druckpaste her: 40 g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid
und dem Azofarbstoff aus diazotiertem i-Amino-4-(4'-methyl)-phenoxyacetylamino-2,
5-diäthoxybenzol und 2', 3'-Oxynaphthoylaminobenzol, 4o g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid
und dem Azofarbstoff aus diazotiertem i-Amino-3-chlorbenzol und 2', 3'-OxynaphthoyIaminobenzol,
270 ccm Wasser, ioo g Thiodiglykol, 550 g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung.
Man druckt die Druckpaste auf Baumwollstoff, trocknet, dämpft im Matherplatt 5 bis
io Minuten und zieht die bedruckte Ware bei Raumtemperatur durch eine Lösung, die
6 °% Natriumhydroxyd enthält. Sodann wird gespült, abgesäuert, nochmals gespült
und kochend geseift. Man erhält einen echten braunvioletten Druck.
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Beispiel Man stellt folgende Druckpaste her: 16 g des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3,
5-disulfonsäuredichlorid und i, 5-Dibenzoyldiamino-4, 8-dioxyanthrachinon, 64 g
des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfOnsäurechlorid und dem Azofarbstoff aus
diazotiertem i .Amino-3-chlorbenzol und 2', 3'-Oxynapl;thoylaminobenzol,
270 ccm Wasser, ioo g Thiodiglykol, 550 g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung.
Man druckt und entwickelt, wie im Beispiel 21 angegeben worden ist. Man erhält einen
sehr echten braunen Druck. Beispiel 23 Man stellt folgende Druckpaste her: 16 g
des Esters aus .Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid auf Indigo, 64 g des Esters
aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid und dem Azofarbstoff aus diazotiertem
i-Amino-3-chlorbenzol und 2', 3'-Oxynaphthoylaminobenzol, 270 ccm Wasser,
ioo g Thiodiglykol, 55o g neutrale Stärke-Tragant-Verdickung. :Plan druckt und entwickelt,
wie im Beispiel 21 angegeben worden ist. Man erhält einen sehr echten, braunen Druck.
Beispiel 24 In einem Färbebade, enthaltend 0,4 Teile des mit 4-Chlörmethylbenzoylchlorid
in Pyridinlösung veresterten Triazofarbstoffes aus tetrazotiertem 2 - Methyl - 4,
4'-diamino-5-methoxyi, i'-azobenzol und 2-Oxynaphthalin und 4 Teile Natriumchlorid,
werden bei go bis ioo' io Teile Baumwolle während i Stunde gefärbt. Man erhält ein
gelbliches Braun, das durch Entwickeln in einem Bade von 5- bis 6%iger Natronlauge
während io Minuten ein violettstichiges Blau liefert. Die Färbung wird hierauf gut
gespült und getrocknet. Beispiel 25 Man bestellt ein Färbebad, indem man in 60o
Teilen Wasser 1,5 Teile des Esters aus Benzoli-carbonsäure-3, 5-disulfonsäuredichlorid
und dem Azofarbstoff, den man durch Einwirkung von diazotiertem i-Amino-2, 5-dimethylbenzol
auf 2-(3'-Amino)-benzoylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfOnsäure und nachherige Diazotierung
und Kupplung mit 2-Oxynaphthalin erhält, auflöst. In das so hergestellte Färbebad
geht man mit 3o Teilen vorher in Wasser genetzter Baumwolle
ein,
erwärmt innerhalb 2o Minuten auf go bis g5°, setzt 15 Teile Natriumsulfat zu und
färbt r Stunde bei dieser Temperatur: Hierauf läßt man die Baumwolle i Stunde im
erkaltenden Bade nachziehen. Die Fixierung der Färbung bewirkt man in der Weise,
daß man das Färbegut in 40o Teilen einer 5°/oigen Natriumhydroxydlösung während
io Minuten in der Kälte nachbehandelt. Dann wird gewaschen und bei mäßiger Temperatur
geseift. Man erhält eine echte rote Färbung.
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Beispiel 26 In ein Färbebad, bestehend aus 40o Teilen Wasser, 0,5
Teilen des mit Benzol-i-carbonsäure-3, 5-disulfonsäuredichlorid veresterten Azofarbstoffes
aus i-Amino-2, 5-diäthoxy-4-benzoylaminobenzol und i-Oxy-4-methylbenzol, S Teilen
kristallisiertem Natriumsulfat und 0,4 Teilen Essigsäure, wird mit 2o.Teilen eines
Viscosekunstseide-Wolle-Mischgewebes bei 5o bis 6o° eingegangen, innerhalb 2o Minuten
auf go° getrieben und während i Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Hierauf wird
mit Wässer zweimal gewaschen (Flotte i : So) und die Färbung in einem Bade, enthaltend
io ccm Ammoniaklösung (25°/oig) je Liter, 3/4 Stunden bei 4o bis 8o° entwickelt
(Flotte 1: 40). Das Gewebe wird dann gewaschen und getrocknet. Man erhält auf diese
Weise eine Färbung, bei der die Wolle gelb gefärbt ist und die Viscose weiß reserviert
bleibt.
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Braune Ton-in-Ton-Färbungen erhält man mit dem Ester aus 2 Mol Benzol-i-carbonsäure-3,
5-disulfonsäuredichlorid und dem Trisazofarbstoff aus i Mol tetrazotiertem 4, 4'-Diamino-2-methyl-5-methoxy-i,
V-azobenzol und 2 Mol i-Oxy-4-methylbenzol.
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In Mischgeweben aus Baumwolle und Wolle wird bei der Verwendung des
Esters aus i Mol Benzol-i-carbonsäure-3, 5-disulfonsäuredichlorid und i Mol des
Azofarbstoffes aus i Mol diazotiertem 4-Amino-3'-methoxy-i, i'-azobenzol und i Mol
i-Oxy-4-methylbenzol nur die Wolle gefärbt, während in Mischgeweben aus Naturseide
und V iscosekunstseide der Ester aus i Mol Benzol-i-carbonsäure-3,5-disulfonsäuredichlo..d
und i Mol des Azofarbstoffes aus diazotiertem 4-Amino-2-methyl-5-methoxy-4'-chlor-z,
i'-azobenzol und 2-Oxynaphthalin die Naturseide allein färbt (aus saurem Färbebade).
Beispiel 27 Man stellt in bekannter Weise eine Anilinschwarzklotzung her durch Vermischen
von 12o Teilen Anilinhydrochlorid, io Raumteilen Anilin, io Raumteilen 85°/oiger
Ameisensäure, 432 Teilen Wasser, 325 Teilen einer 23°/oigen Ferrocyankaliumlösung
und 103Teilen Natriumchloratlösung (4o°/oig).
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Baumwollgewebe wird durch diese Klotzbrühe hindurchgeführt und dann
getrocknet, wobei zu beachten ist, daß die Ware nicht vergrünt. Auf den so behandelten
Stoff werden folgende Reserven aufgedruckt:-a) go Gewichtsteile des Esters aus Benzol-i-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid
und dem Azofarbstoff aus diazotiertem i-Amino-3-chlorbenzol und 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methylbenzol,
13o Raumteilen heißem Wasser, 150 Raumteilen Thiodiglykol, i2o Gewichtsteilen einer
So°/@gen Calciumcarbonatpaste, 4.5o Gerichtsteilen Stärke-Tragant-Verdickung und
6o Raumteilen einer -o°/oigen Trinatriumphos-' phatlösung, b) 8o Gewichtsteile des
Esters aus Benzoli-carbonsäure-3-sulfonsäurechlorid und dem Azofarbstoff aus diazotiertem
i-Amino-2-methoxy-5-chlorbenzol und i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methoxybenzol,
13o Raumteilen Wasser, iSo Raumteilen Thiodiglykol, i2o Gewichtsteilen einer 5o°/oigen
Zinkoxydpaste; 46o Teilen Stärke-Tragant-Verdickung und 6o Raumteilen einer 2o°/oigen
Trinatriumphosphatlösung.
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Die zeit den beiden Reserven bedruckte Ware wird getrocknet und 7
Minuten im Matherplatt gedämpft. Nach dem Dämpfen wird die Ware 5 Minuten in einem
Bade entwickelt, das je Liter 30 ccm einer 3o°/oigen Natriumhydroxydlösung
enthält. Nach der Entwicklung wird kalt gespült, darauf bei 6o° mit einer Lösung,
die i g Natriumbichromat und 5 ccm Essigsäure (4o°/oig) im Liter enthält, abgesäuert,
gespült, gemälzt, kochend geseift; heiß und kalt gespült.
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Man erhält auf diese Weise leuchtende orange und leuchtende rote Buntreserven
auf schwarzem Grunde.