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Ab- und Aufwicklungsvorrichtung für den Papierstreifen an Selbstschreibern
mit Schreibtrommel Ein wichtiges Glied eines Selbstschreibers ist eine zuverlässige
Ab- und Aufwicklung des Papierstreifens. Man erzielt bisher zuverlässige Papiervorschübe
entweder durch Festklemmen des Papierstreifens auf der Schreibtrommel oder durch
Vorschubstifte bei gelochtem Papierband. Die erste Ausführung läßt selbst bei großem
Trommeldurchmesser nur geringe Papierlängen zu und bedingt außerdem ein beiderseitiges
Anklemmen und Straffziehen des Papierstreifens. Das Aufziehen des nur kurzen Streifens
war also außerdem umständlich. Die zweite Ausführung bedingt die Anwendung vorgelochter
Papierstreifen und gibt nur bei ganz genauer Lochung und bei gleichmäßiger Spannung
des Papierstreifens zufriedenstellende Ergebnisse.
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Die Erfindung sieht eine Lösung vor, bei welcher ein ungelochter Streifen
nur mit einem Ende derart an der Schreibtrommel befestigt wird, daß dieses Streifenende
durch einen Schlitz, der nicht weiter zu sein braucht, als daß er den Papierstreifen
gut durchläßt, nach dem Trommelinnern geführt wird und dort etwa durch eine Klemmfeder
gehalten wind. Der freie Teil des Streifens hängt lose oder befindet sich zwecks
-Raumersparnis in einem Papierbehälter mit federnder Bremsklappe, aus dem er bei
der Trommeldrehung herausgezogen wird. Der Streifen wird dadurch trotz -der nur
einseitigen Befestigung auf der Trommel straff gehalten, so daß er beim Auslaufen
aus dem Papierbehälter dicht beim Schreibstift von einer Bremsklappe auf die Trommel
angedrückt wird.
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Das Befestigen des Papierstreifens geht also sehr schnell und einfach,
und das Straffziehen über die Trommel erfolgt selbsttätig. Dazu kommt der große
Vorteil, daß man bei dieser Einrichtung nicht nur eine Papierlage auf der Schreibtrommel
beschreiben kann, sondern auch mehrere übereinander. Zwar wird jede folgende Lage
etwas länger als die vorhergehende, aber bei zwei bis drei Lagen und auch bei noch
einigen mehr spielt das praktisch kaum eine Rolle, da diese Fehler sich innerhalb
der allgemeinen Beobachtungsfehler halten. Bei einem Trommeldurchmesser von 8o mm
und einer Stärke des Papierstreifens von o,o6 mm wird die erste Lage 8o # w und
die zweite Lage (8o z # o,o6) #7r. Während also die erste Lage etwa 25o mm lang
ist, wird die zweite Lage 2 5 0 -j- o,38 mm lang. Der Längenfehler macht
demnach nur 0,15 °/o aus. Ein solcher Fehler ist also in zwei Lagen
praktisch belanglos. Bei der dritten Lage wird er doppelt so groß und bei einer
vierten Lage dreimal so groß. Auch diese Fehler können je nach dem Aufnahmezweck
zulässig sein. Man kann bei der Auswertung gegebenenfalls sogar diese Fehler vollkommen
ausschalten, wenn man mit einem Maßstab mißt, der diesem Teilungszuwachs Rechnung
trägt. Man erhält -so bei einem
Trommeldurchmesser von 8o mm Durchmesser
bei zwei Lagen schon 500 mm Papierlänge, was bei einfacher Lage einen Trommeldurchmesser
von 16o mm bedingen würde.
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Der kleinere Trommeldurchmesser hat wichtige Vorteile. Einmal ist
der Raumbedarf des Selbstschreibers dadurch kleiner zu halten, vor allem wird aber
der Antrieb durch Uhrwerk vorteilhafter, weil die zu beschleunigenden Massen viel
geringer ausfallen.
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Der enge Schlitz in der Trommel stört nicht, da er von dem Papierband
selbst bereits überdeckt wird, wenn er unter den Schreibstift gelangt.
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Die Erfindung ist im folgenden beispielsweise beschrieben und dargestellt.
Es zeigen Abb. i eine Ansicht von vorn mit eigezogenem Papierstreifen, Abb. 2 Draufsicht
ohne eingezogenen Papierstreifen.
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In den Abbildungen sind die Teile weggelassen, die zum Verständnis
der Erfindung nicht erforderlich sind.
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Vom Uhrwerk wird die Schreibtrommel i in Richtung des eingezeichneten
Pfeiles in bekannter Weise gedreht. Ein Schreibstift :2 am Schreibstifthalter 3
wird gleichfalls in bekannter Weise bewegt und schreibt dabei auf den Papierstreifen
q., der mit der Schreibtrommel i bewegt wird, die entsprechenden Schaubilder auf.
Die Schreibtrommel i ist mit einem Schlitz 5 versehen, der so weit ist, daß das
Papierband leicht hindurchgeht. In den Abbildungen ist der Schlitz weiter gezeichnet,
um ihn genügend sichtbar zu machen. In Wirklichkeit genügt eine Schlitzweite von
21"o mm. Das Papierband reicht von außen her durch den Schlitz 5 in das Trommelinnere
hinein, ist im Innern zurückgebogen und wird durch eine Feder 6 gegen das Trommelinnere
angedrückt und dadurch festgehalten. Bei der Bewegung der Trommel i vom Uhrwerk
wird also der Papierstreifen q. sicher mitgezogen.
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Der Papierstreifen könnte lose herunterhängen; es ist aber wegen Raumersparnis
und sicherer Führung des Papierstreifens besser, wenn man ihn in einem Papierbehälter
7 aufgewickelt unterbringt. Von dem Papierbehälter 7 aus geht eine Klappe 8, welche
um den Befestigungsbolzen 9 des Papierbehälters drehbar gelagert ist. Eine Feder
1o zieht die Klappe 8 in Richtung auf die Schreibtrommel, so daß das Papierband
q. von der Klappe 8 gegen die Schreibtrommel i angedrückt wird. Auf die Weise ist
es nicht notwendig, das Papierband bei seinem zweiten Ende an der Papiertrommel
festzumachen. Der Papierstreifen wird trotzdem immer straff anliegen. Die Klappe
8 hat eine nach vorn und unten gehende Verlängerung i i, welche . verhindert, daß
der Papierstreifen seitlich von der Trommel abläuft.
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Der Papierbehälter kann beliebig ausgeführt werden. Wichtig ist nur,
daß vom Papierbehälter aus der Papierstreifen frei vorgezogen werden kann, wobei
die Bremsklappe 6 das Papier straff hält.
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Bei dieser Einrichtung ist es möglich, das Papier in zwei oder mehreren
Lagern auf die Schreibtrommel aufzuwickeln. Wählt man das Papier dünn genug, so
spielt praktisch die Vergrößerung des Durchmessers und damit die Veränderung der
Längenteilungen in der Zeiteinheit keine Rolle. Der Schreibstift wird beim Schreiben
über den Schlitz hinweg nicht gestört, weil der Papierstreifen den Schlitz 5 überdeckt,
sobald der Schlitz unter den Schreibstift :2 gelangt.
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In der Vorderwand der Trommel i befindet sich eine Öffnung, so daß
man bequem an das nach innen ragende Stück des Papierbandes und an die Feder 6 herankommen
kann.