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Zapfvorrichtung für Öl oder andere Flüssigkeiten in abgemessenen Mengen
Zum Ausgeben von Flüssigkeiten, beispielsweise Öl, Benzin o. dgl., dienen häufig
feststehend oder beweglich angeordnete Vorrichtungen, welche aus einem Vorratsbehälter
für die auszugebende Flüssigkeit mit an- oder eingebauter Förderpumpe bestehen,
deren vorzugsweise durch Handkurbel zu bedienende Antriebsvorrichtung mit einem
Anschlag für die zur Förderung einer bestimmten Mengeneinheit der Flüssigkeit erforderliche
Handkurbelbewegung ausgestattet und mit einem die Zahl der ausgegebenen Mengeneinheiten
angebenden Zählwerk verbunden ist.
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Bei den bekannten Flüssigkeitsausgabevorrichtungen der obigen Art
ist nun ein erheblicher Nachteil, daß die Förderpumpe auch bei geleertem Vorratsbehälter
bewegt werden kann, wodurch das mit der Antriebsvorrichtung verbundene Zählwerk
in Unordnung gerät und so die Kontrolle der ausgegebenen Flüssigkeitsmengen unmöglich
wird.
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Diese Nachteile sind bei der Ausgabevorrichtung nach der Erfindung
vermieden. Der die für eine bestimmte Fördermengeneinheit erforderliche Handkurbelbewegung
begrenzende Anschlag ist in bekannter Weise in Form einer mit einem am Kurbeltrieb
vorgesehenen Anschlag zusammenwirkenden Klinke ausgebildet, welche selbsttätig nach
Förderung einer Mengeneinheit in Tätigkeit tritt und vor Beginn einer neuen Ausgabe
von außen, beispielsweise durch Druckknopfbetätigung, ausgerückt werden muß. Im
Bereich der Anschlagklinke ist nun ein Sperrhebel vorgesehen, welcher durch Führungsgestänge
o. dgl. mit einem im Innern des Vorratsbehälters angeordneten Schwimmer in Verbindung
steht und beim Sinken des Flüssigkeitsspiegels unter die untere zulässige Grenze
die Anschlagklinke gegen Auslösen sperrt, wodurch die Bewegung des Kurbelantriebs
der Förderpumpe bis zur Wiederauffüllung des Behälters verhindert und so ein einwandfreies
Arbeiten des Zählwerks und die zuverlässige Kontrolle der ausgegebenen Flüssigkeitsmengen
ermöglicht wird.
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Auf der Zeichnung ist eine der Erfindung entsprechende Ausgabevorrichtung
in Abb. z in senkrechtem Schnitt durch den Ausgabebehälter dargestellt.
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Abb. 2 zeigt teils in Ansicht, teils im Schnitt nach einer senkrecht
zu der den Förderkolben bewegenden Kurbelwelle stehenden Ebene die Fördervorrichtung,
Abb. 3 eine Schnittansicht durch dieselbe Vorrichtung nach einer zur Kurbelwelle
parallelen Ebene, Abb. q. eine der Abb. z entsprechende Teilansicht in anderer Stellung
der Teile.
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Abb. 5 stellt im einzelnen eine Oberansicht des Ausgaberohres dar.
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Die Ausgabevorrichtung ist in einen Vorratsbehälter von beispielsweise
viereckigem Querschnitt eingebaut, dessen Seitenwände z unten durch einen ebenen
Boden 2 und oben durch eine Deckelwand 3 verbunden sind, die zum Teil in Form eines
in den Behälter eingesenkten Einstelltroges q. in bekannter Weise ausgebildet ist,
der mit einer Füll- und Rücklauföffnung 5
versehen ist. Der Innenraum
des Einstelltroges kann außer Gebrauch durch den Klapphebel 6 abgeschlossen werden.
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Neben dem Einstelltrog ist an der Unterseite des geraden Teils 3 der
Deckelwand eine Gestenplatte 7 befestigt, von der abwärts ragende Stützwangen 8,
g ausgehen, die unten zu einem Tragring io vereinigt sind. An der Unterseite dieses
Tragrings ist der für sich ausgebildete Körper des Zylinders ii, welcher unten durch
das Bodenstück 12 abgeschlossen wird, mittels der durch die überragenden Ränder
des Tragrings io und des Bodenstücks 12 gesteckten Verbindungsschrauben 13 befestigt.
Der innerhalb des Zylinders ii bewegliche Kolben 14 hat einen Querzapfen 15, an
welchem der untere Kopf 16 einer Schubstange 17 angreift, deren oberer Kopf 18 auf
dem Kurbelzapfen ig sitzt, der durch den Kurbelarm 2o mit der Welle 21 verbunden
ist. Die letztere ist in der Lagerbüchse 22 mittels der Handkurbel 23 drehbar, welche
außerhalb der von der Lagerbüchse 22 durchsetzten Seitenwand des Behälters leicht
zugängig angebracht ist.
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Auf der Kurbelwelle 21 sitzt neben dem inneren Ende der Lagerbüchse
ein Sperrad-24,-in das eine Sperrklinke 25 eingreift, die mittels des Zapfens 26
an der Innenseite der Stützwange g befestigt ist und durch ihr Eigengewicht oder
eine Feder mit den Zahnlücken des Sperrades 24 in Eingriff gehalten wird. Dieser
Eingriff der Sperrklinke hindert die Drehung der Kurbel in einer Drehrichtung und
gibt nur die Drehbewegung der Handkurbel 23 im Sinne des Uhrzeigers frei. Hierdurch
wird die Zwangläufigkeit der Bewegung des Kurbelzapfens ig in dem Sinne erreicht,
daß ohne Möglichkeit von Zwischenbewegungen der Kolben unter der Wirkung der Handkurbel
23 abwechselnd seinen vollen Saughub und Druckhub ausführen muß.
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Der Abschluß jedes aus Saug- und Förderhub bestehenden Arbeitsganges
wird dadurch bestimmt, daß eine am oberen Kopf 18 der Schubstange 17 sitzende Anschlagnase
27 gegen das Ende einer Anschlagklinke 28 stößt, die um den am Gestellarm 2g angebrachten
Zapfen 30 drehbar ist und durch eine Feder 31 in den Bereich der Anschlagnase
27 vorgeschwungen gehalten wird. Das andere Ende der zweiarmigen Anschlagklinke
trägt oben- einen Druckknopf 32, der durch ein Loch der Gestellplatte 7 und der
Deckelwand 3 von außen so eingedrückt werden kann, daß das Anschlagende dieser Klinke
aus dem Bereich der Anschlagnase 27 kommt und dadurch die weitere Drehbewegung der
Kurbel für einen neuen Kolbenhub freigibt.
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Damit der Druckknopf nicht bis zum Vorübergehen der Anschlagnase 27
an den Enden der Klinke von Hand festgehalten werden muß, ist ein Sperrhebel
33 vorgesehen, der um den Zapfen 34 an der Seitenfläche des Gestellarmes2g
schwingbar ist und durch die Feder 35 für gewöhnlich durch Anschlag an passender
Stelle so festgehalten wird, daß sich der am oberen Arm dieses Hebels angebrachte
Sperrhaken 36 im Bereich eines seitlichen Vorsprungs 37 der Anschlagklinke befindet.
Beim Niederdrücken der letzteren gelangt der Vorsprung 37 unter den Sperrhaken 36,
so daß dadurch die Anschlagklinke in Freigabestellung festgehalten wird. Der untere
Arm des doppelarmigen Sperrhebels 33 liegt jedoch im Bewegungsbereich der Anschlagnase
27 oder eines andern mit der Schubstange 17 verbundenen Teils, so daß beim Vorübergehen
dieser Schubstange während des ersten Teils des Förderhubes des Kolbens der Sperrhebel
33 aus seiner Sperrlage zurückgedrückt und dadurch die Anschlagklinke 28
freigegeben wird. Diese nimmt dann unter der Einwirkung ihrer Feder 3r die- Sperrlage
wieder ein.
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Das den unteren Abschluß des Zylinders bildende Bodenstück i2 ist
mit einem doppelten Anschlagstutzen 38 versehen, an dessen eine Öffnung -sich das
bis zum Boden des Behälters reichende Saugrohr 39 anschließt, in das oben
-ein Saugventil 40 eingebaut ist. Mit der anderen Öffnung des Anschlagstutzens ist
das Druckventilgehäüse 41 verbunden; welches das unter Federwirkung stehende Druckventil
4a enthält und an dessen unteremAusgang sich das Förderrohr 43 anschließt. Dieses
ist im Bogen bis zur unteren Wand des Einstelltroges 4 geführt, durchdringt diese
und ist oberhalb derselben durch ein Klappgelenk 44 mit dem Ausgaberohr 45 verbunden,
das mittels einer Halteschelle 46 an der Innenseite des Deckels so befestigt ist,
daß sich dieses Rohr beim Schließen des Deckels mit diesem in den Einstelltrog umlegen
läßt. Der Auslaufschenkel 47 des Ausgaberohrs setzt sich zunächst mit rückwärts
gegen den Deckel gerichteter Abdeckung an das obere Ende des geraden Teils des Ausgaberohrs
45 an und ist an diesem Rohr vorbei nach vorn gerichtet. Diese Anordnung hat den
Zweck, zu verhindern, daß sich das Ausgaberohr beim Umlegen mehr oder weniger weit
entleeren kann, weil dadurch die Menge der beim nächsten Hub ausgegebenen Flüssigkeit
vermindert werden würde.
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Wie leicht ersichtlich, wird bei jeder Umdrehung der Handkurbel das
durch Durchmesser und Hub des Kolbens bestimmte Flüssigkeitsmaß aus dem Auslaufschenkel
4,7 des Auslaufrohrs zum Auslauf gebracht, so daß es durch einen untergestellten
Behälter aufgefangen werden kann. Bei Ausgabe von Öl wird zweckmäßig das Volumen
des Förderhubes auf 11 oder ein Vielfaches davon bestimmt. Die Zahl derKurbeldrehungen
wird durch ein im Innern des Behälters angebrachtes Zählwerk 48 gezählt, dessen
Schalthebel 49 in die Bahn des oberen Schub-
Stangenkopfes 18 kurz
vor der oberen Hubgrenze hineinragt.
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Um zu verhüten, daß bei nahezu vollständiger Entleerung des Vorratsbehälters
durch die untere Öffnung des Saugrohrs statt 01 Luft in den Meßzylinder eingesaugt
werden kann, ist in diesem Behälter ein Schwimmer 50 angeordnet, welcher
am Ende eines Führungshebels 51 sitzt, der durch eine an ihn angreifende Hubstange
52 mit einem Hebel 53 verbunden ist, welcher am unteren Ende des Gestellarmes 29
um den Schwingzapfen 54 drehbar ist und einen nach oben gerichteten Winkelarm 55
hat. Das obere Ende dieses Winkelarmes ist so angeordnet, daß es in den Bereich
des den Druckknopf tragenden Endes der Anschlagklinke 48 vorschwingt, wenn der Schwimmer
bei gesunkenem Flüssigkeitsstand seine tiefste, zulässige Grenzlage erreicht. Hierdurch
wird die Auslösungsbewegung der Anschlagklinke und dadurch die Weiterdrehung der
Handkurbel sowie die Ausgabe weiterer Flüssigkeitsmengen unmöglich gemacht.
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Statt durch einen Kurbelantrieb die Größe des Förderhubes des Kolbens
eindeutig zu bestimmen, kann man dasselbe auch bei Verwendung des bekannten Zahnstängenantriebes
oder der Bewegung des Kolbens durch einen Hebel erreichen, wenn man bei Begrenzung
der Hublänge mittels Anschläge die Einrichtung so trifft, daß durch geeignete Sperrvorrichtungen
die Bewegungsumkehr des Kolbens außer an den Hubgrenzen ummöglich gemacht wird.
Die Sperrung der Rückwärtsbewegung kann hierbei entweder durch in die Lücken von
Sperrzahnreihen eingreifende, jeweilig in der Totpunktstellung umgelegte Sperrklinken
oder auch durch hydraulische Sperrung des Förderkolbens selbst erreicht werden,
beispielsweise indem die Bewegung des Saug- und Druckventils des Förderkolbens zwangläufig
so gesteuert wird, daß während des Saughubes das selbsttätige Öffnen des Druckventils
der Förderpumpe nicht möglich ist.