DE4669C - Wirkmaschine für Herstellung von Farbmustern mit vielen Fäden in regulären doppelflächigen Waaren - Google Patents

Wirkmaschine für Herstellung von Farbmustern mit vielen Fäden in regulären doppelflächigen Waaren

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DE4669C
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J. A. ST. BlERNATZKI in Hamburg
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04BKNITTING
    • D04B7/00Flat-bed knitting machines with independently-movable needles
    • D04B7/04Flat-bed knitting machines with independently-movable needles with two sets of needles

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  • Textile Engineering (AREA)
  • Knitting Machines (AREA)

Description

1878.
Klasse 25.
J. A. ST. BIERNATZKI in HAMBURG.
Wirkmaschine für Herstellung von Farbmustern mit vielen Fäden in regulären
doppelflächigen Waaren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. Mai 1878 ab. |: .4'y /J £.,- '· <*7/7 ;■ ί/ij
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Die vorliegende Wirkmaschine gehört zu den flachen Ränder- oder Fangstühlen, welche mit zwei Nadelreihen die doppelflächigen Waaren (Ränder- und Fangwaaren u. s, w.) arbeiten. Ihre eigentümliche Einrichtung eignet sich sowohl für Stühle mit Hand-, als auch für solche mit mechanischem Betrieb, und ist mit ersterem bereits versuchsweise in Thätigkeit.
Die beiliegenden Zeichnungen geben in Fig. 1 und 5 Querschnitte, in Fig. 2 und 7 Vorderansicht, in Fig. 6 Seitenansicht, in Fig. 8 Grundrifs und in den Fig. 3 und 4 Details der Einrichtung an.
Die Stuhlnadeln a, Fig. 1, sind Zungennadeln, und liegen in Schlitzen einer schrägen Platte c, welche von zwei Stützen C1 getragen wird. Diese Nadeln haben am unteren Ende einen einfachen Haken a,, mit welchem sie von der ,Winkelschiene k alle gemeinschaftlich durch die Hebel k„ k 3 abwärts gezogen werden. Etwas weiter nach oben sind sie zu einem Haken «, von doppelter Breite rechtwinklig ausgebogen, welcher ebenso wie «2 über die Führungsnuth in c hinaus reicht, und an welchen das Keilstück ι (ähnlich einem Schlofsdreieck der Lamb'schen Strickmaschine) der Schubstange 0, Fig. ι und 7, so anstöfst, dafs es die Nadeln a einzeln herabzieht, wenn sich 0 in ihrer Längsrichtung verschiebt. Diese Stange ο ist in Lagern der Gestellwände C1 beweglich, wird von zwei Schnuren 2,1 und 22, Fig. 6 und 8, erfafst' und abwechselnd nach links und rechts gezogen. Die Zugschnuren gehen über Rollen 29, Fig. 2, und 7, Fig. 1, und sind am Gestell bei S2 befestigt; die Rollen sind mit den Fufstritthebeln J^Jy1 verbunden, deren je einer auf jeder Seite der Maschine liegt. Werden nun diese Hebel abwechselnd links und rechts mit den Füfsen herabgedrückt, so ziehen sie die Stange ο seitlich fort und deren Keilstücke 1 (für jede Abtheilung der Nadelreihe ist ein solches vorhanden) ziehen die hinausgeschobenen Nadeln a, auf welche der Faden gelegt worden ist, einzeln nach einander herab, so dafs dieselben aus dem Faden die neuen Maschen bilden, indem sie ihn in Schleifenform durch jede alte Masche der Waare 19 einzeln hindurchziehen bis unter die obere Kante von c.
Die Nadeln α sind also durch k gemeinschaftlich und durch 1 und 0 einzeln abwärts zu bewegen; sie sind ferner mittelst der Winkelschiene / und der Hebel I1 I1 I3 gemeinschaftlich wieder zu heben, wenn / an die Haken a., anstöfst. Bei letzterer Bewegung aufwärts wird zugleich durch die Arme »/, die Stange in mit hinaufgeschoben, dieselbe legt sich auf die zurückgeklappten Zungen von α und verhindert, dafs diese wieder nach vorn auf die Haken springen, wenn die alten Maschen von ihnen abgleiten. Vor Beginn einer Maschenreihe wird die ganze Nadelreihe α hinausgeschoben, wie Fig. 3 zeigt, so dafs sicher alle alten Maschen hinter den Zungen hängen, dann wieder so weit zurückgezogen, Fig. 4, dafs die Zungen as über den letzten Maschen stehen und die Nadeln nur noch eine kurze Strecke herabzuziehen sind, um neue Maschen zu bilden. Dabei ist m wieder tief hinabgerückt und dem nachfolgenden Umschlagen der Zungen nicht mehr hinderlich. Die Lage der Schiene 0 bestimmt die Tiefe, bis auf welche die Nadeln a herabgezogen werden, also die Länge der Maschen; man kann dieselbe durch die Schrauben Ci, Fig. 6, verstellen, welche die Lager von 0 hinabdrücken, während beim Zurückdrehen von Ci die Federn C3 diese Lager wieder emporziehen.
Da die Winkelschienen k und / in gewisser Stellung gegen einander sich befinden müssen, wenn sie rechtzeitig die Haken a% erfassen sollen, so sind die Hebel I3 und k3, von denen sie bewegt werden, durch die Schleppstange i, Fig. i, mit einander verbunden.
Die Maschinennadeln b sind ebenfalls Zungennadeln; jede derselben liegt in der Nuth einer Schiene d, welche auf eine andere Schiene e geschraubt ist. Sie sind an den unteren Enden zu Haken 6, umgebogen, und werden dadurch an d e festgehalten, dafs eine dritte Schiene g sich von unten gegen diese Endhaken anlegt, d und e bilden also die Nadelbarre der Rändermaschine, welche mittelst der Stäbe ea auf einer Welle e-,, Fig. 1 und 2, steht; diese Welle liegt drehbar in den Armen es einer zweiten Welle e9, und von dieser reicht ein Arm <?10 rückwärts an den Haken 5
und 6, welcher ihn an dem Stift 4 hält, so dafs die Maschinennadeln b in mittlerer Höhe zwischen den Stuhlnadeln α stehen.
Die Schiene g. wird von zwei Armen ^1, welche um die Endzapfen der Welle h2 sich drehen, getragen und durch Federn gegen die Stäbe e ee hin gedrückt.
Die ganze Rändermaschine, um <?9 drehbar, kann man so hoch heben, dafs ihre Nadeln mit den Zungen bis über die alten Maschen hinaus gelangen; dabei verhindert die Platte ex und e 3, welche mit et, Fig. 5, bis an die Nadeln b reicht, ein Zurückspringen der Zungen. Wird die Maschine wieder gesenkt (beim Hinabziehen der Schleifen durch die alten Maschen), so drückt sie mit dem Stab e$, Fig. 5 und 2, auf den Bolzen 25, hebt dadurch den Arm 26, 24 und dieser schiebt If1 aufwärts in die punktirt angegebene Lage, so dafs die Zungen der Nadeln nun umgeklappt werden können. Beim nächsten Heben der Maschine wird der Hebel 25, 26, Fig. 5, durch eine Feder 27 so lange gehalten, bis die Schleppstange 28, welche eb mit 25 verbindet, ihn bewegt und dadurch 24 senkt, damit die Kante ex nicht zu früh nach b hin gelangt, sondern erst dann ankommt, wenn die alten Maschen auf b über die Zungen hinabgleiten.
Behufs des Senkens der Rändermaschine wird der Haken 5 dadurch vom Stift 4 weggezogen, dafs der Hebel k3 A2 mit dem Arm /, und der Stange / ihn bei 6 erfafst und vom Zapfen 4 entfernt. Erst wenn die Maschenreihe auf den Stuhlnadeln α vollendet ist, senken sich die Maschinennadeln b gemeinschaftlich und stellen die Maschenreihe her. Eine Feder 8, Fig. i, drückt die Rändermäschine von c ab, damit ihre Maschen auch vollständig abgeschlagen werden und nicht wieder auf die Nadeln b kommen. Durch eine nicht gezeichnete Schleppstange ist der Hebel es e9 mit I1 I3 verbunden, um zu geeigneter Zeit die beiden Nadelreihen ab gleichzeitig in die richtige Stellung zu einander zu bringen.
Soll eine Nadel der Reihe α oder b aufser Thätigkeit gesetzt werden (beim Mindern der Waarenbreite), so wird sie in der Stuhlreihe, wie Fig. ι zeigt, abwärts gezogen, und zwar so weit, dafs ihr unterster Haken a2 unterhalb der Schiene /, also bei 2 steht. Man hebt zu dem Zweck / mit Hülfe des Hebels 36 empor. In der Maschinenreihe b erfolgt das Herabziehen so weit, bis der Haken bx unterhalb g bei 3 steht, nachdem man vorher g ein Stück von e abgerückt hat.
Das Abschlagblech h liegt im allgemeinen in bestimmter Höhe mit den Stiften g auf den Armen h.·,, Fig. 1 und 2; diese drehen sich um die Bolzen 35 und sind durch die Stange hb so mit einander verbunden, dafs sie beide gleichzeitig ein- oder auswärts gedreht werden können; eine Feder A6 hält sie in richtiger Stellung fest. Durch die Arme A1 und die
Hebelverbindung A2 A3 kann das Blech h beim Abschlagen der Maschinenmaschen gehoben werden.
Diese Einrichtung der Ränderwirkmaschine erfüllt alle Bedingungen zur Herstellung ganz gleichmäfsiger Maschenlagen in Rechts- und Rechtswaare, welche mit anderen Maschinen, auch den flachen Handstühlen und Strickmaschinen, nicht zu erlangen ist; sie ist auch ohne weiteres zur Herstellung der Fang- und Perlfangwaare geeignet. Soll sie einfarbig arbeiten, so benutzt man für jede ihrer Abtheilungen einen Fadenführer ρ (in Fig. 2 auch /,), welcher durch p2 auf einer Schiene /& /c, Fig. 8, befestigt ist. Letztere verschiebt sich auf der Stange q, wird aber durch Reibung von Federn darauf mit gewisser Kraft festgehalten. Durch den Einleger O2 und Mitnehmer ox wird die Stange q mit der Schiene ο verbunden und seitlich verschoben; sie nimmt dabei die Fadenführer / /, mit fort, bis dieselben mit /5 oder p6 ari den Stiften 38 anstofsen, welche ihren Weg begrenzen. Dieser kann je nach der Waarenbreite verändert werden durch Verschieben der Zahnstangen 37, welche eine Feder 10 aufwärts in die Haken 40 drückt. Die Röhrchen p pt legen die Fäden, wie Fig. ι zeigt, zwischen die sich kreuzenden Nadeln α und b. Die Tragarme p stemmen sich mit pA, Fig. 1, auf die Schiene n, und gleiten auf derselben hin und her.
Sollen die Waarenstücke nicht einfarbig mit den Fäden 17 neben einander gearbeitet werden, so ist der Fadenführerapparat r zu benutzen. Eine Anzahl Röhrchen r bringen eben so viele Fäden von den Spulen herab zu den Nadeln, sie sind an der Schiene r, befestigt und diese hängt mittelst r2 r3 verschiebbar auf dem Stab r4. Zur Erhaltung einer bestimmten verticalen Lage liegt noch ein Arm r5 auf der Stange r6, Fig. 1, wenn sich alle Führer r aufserhalb der Nadelreihen befinden. Dieselben können indefs auch durch die Nadelreihen hindurch nach innen schwingen und auch seitlich verschoben werden, so dafs jeder Faden 17 sich auf alle diejenigen Nadeln legt, welche in der Breite einer Theilimg r bis r stehen. Soll dieser Apparat nicht benutzt werden, so hängt man ihn, da er um 12 drehbar ist, am Haken 30, Fig. 2, auf, damit die Führer r aus dem Bereich der Nadelreihe kommen. Die nöthige Spannung aller Fäden 17 zur Erzielung guter Maschen wird durch folgenden Apparat erreicht. Jeder Faden ist durch eine Oeffnung der Schiene s, dann unter der unteren Schiene t herum und durch das Oehr oder den umgebogenen Ring eines Drahtstiftes u geführt, bevor er zum eigentlichen Führerrohr r gelangt. Die Schiene ί wird von zwei Hebeln s S1 s.2 getragen, und jeder Draht u ist an einen Hebel «, und u% gelöthet, welcher in einer Scheere u,, sich dreht. Zu beiden Seiten des Gestelles, Fig. 2, sind zwei Hebel »5 wc auch in Scheeren eingelagert, sie tragen eine Querstange uh und
können mit derselben von einer Zugstange 32 und 33 gehoben und gesenkt werden. Gewöhnlich hängen die Hebel mit u6 abwärts und 33 steht auf der Schiene o, welche mit ihren Dreiecken 1 die Maschenbildung der Stuhlnadeln veranlafst. Ist diese Maschenbildung vollendet, so gelangt eine der beiden Erhöhungen ό>3 oder i>4, Fig. 8, unter die Stange 33, hebt diese und mit ihr die Schiene U6, und nun tritt die Anspannung sämmtlicher Fäden 17 ein. Denn wenn U6 sich hebt und U0 sich senkt, so sinkt auch das Gewicht S3 eines jeden Hebels s.2 Si und die Schiene s tritt zwischen die Schienen t und klemmt die Fäden 17 fest. Gleichzeitig sinken die Enden u3 durch eigene Schwere und U1 mit u heben sich bis in die punktirt angegebene Lage Fig. 1. Jeder Drahtring u zieht dann seinen Faden mit nach oben und spannt ihn folglich an.
Sollen dann die Fadenführer r zur neuen Reihe seitlich verschoben werden, so zieht sich jeder Faden wieder entsprechend herab, indem er zum Theil U3 hebt. Beginnt endlich die Maschenbildung der Stuhlnadeln aufs neue, so rückt die Schiene ο zur Seite fort, O3 geht unter 33 hinweg und 33 und uh sinken nieder. Dabei legt sich die Schiene U6 auf sämmtliche Drahtstäbchen und bringt sie in die horizontale Lage; ue aber zieht mit i4 die Gewichte s3 empor und die Stange ί schwingt endlich aus / heraus, so dafs die Fäden wieder frei herab in die Nadeln gelangen können.
Für verschiedene Waarenbreiten der Fäden 17 sind auch verschiedene Schienen r, mit anderer Theilung der Röhrchen r r anzuwenden.
Die fertige Waare 19, Fig. 1, wird in gewöhnlicher Weise auf eine Waarenrolle ν gewunden, und zwar dadurch, dafs eine Schnur V0, Fig. 2, um diese Rolle geschlungen ist, und wie Fig. ι andeutet, im Stuhlgestell fort über eine Rolle geführt ist, endlich ein Gewicht trägt, welches ο immer zu drehen sucht. Neu hierbei ist folgender Mefsapparat:
Eine Schnur v6 geht von υ über die Rolle v.t auf eine gröfsere Schnurscheibe tv und von letzterer eine zweite Schnur wt im Stuhlgestell fort über eine Leitrolle, welche ein Fallgewicht trägt. Wird nun Waare gearbeitet und durch V0 auf ν aufgewunden, so wickelt sich auch die Schnur V6 mit auf, dieselbe zieht die Scheibe w rückwärts, indem sie das Gewicht an w, hebt, und nach gewisser Zeit trifft ein vorstehender Arm W2 oder wz an den Winkelhebel W4 wit senkt Wi und läfst darauf durch eine Feder den Hammer W8 an eine Glocke χ schlagen, zum Zeichen, dafs eine gewisse Waarenlänge fertig ist. Die Arme w% W3 kann man beliebig einstellen, nachdem man dies für irgend welche Waarenstücke vorher ausprobirt hat. Der Arm W4 und W6 dreht sich auf dem Winkelhebel um w 5 und drückt mit W4 auf W6, wenn er von w.z am Stift 20 gesenkt wird. Dreht man w aufwärts, so gehen die Vorsprünge W1 w3 leicht an 20 vorbei, indem sie W4 heben ohne den Hammer zu bewegen. Statt zwei Vorsprüngen kann man auch drei und mehr verwenden, wodurch entsprechend häufigere Glockenzeichen gegeben werden.

Claims (6)

  1. Patent-Ansprüche:
    In der angegebenen Construction:
    ι. Die Einrichtung, dafs die Stuhlnadeln α sowohl gemeinschaftlich als auch einzeln beweglich, die Maschinennadeln b aber gemeinschaftlich beweglich angeordnet sind.
  2. 2. Die Vorrichtung kl u. s. w. zur gemeinschaftlichen Bewegung der Stuhlnadeln auf- und abwärts.
  3. 3. Die Vorrichtungen m und et <?3, um das Zurückspringen der Zungen der Stuhl- und Maschinennadeln zu verhindern.
  4. 4. Die Einrichtung, um diejenigen Stuhl- und Maschinennadeln, welche nicht arbeiten sollen, durch Herabziehen unter die übrige Nadelreihe aufser Thätigkeit zu setzen.
  5. 5. Die Vorrichtung zum Anspannen vieler Fäden durch Klemmschienen und Abzugshebel, welche gleichzeitig wirken und alle Fäden einzeln für sich anspannen.
  6. 6. Den Mefsapparat für die gearbeiteten Waarenlängen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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