DE51429C - Verfahren und einrichtung zur herstellung von smyrna-teppichen auf mechanischem wege - Google Patents
Verfahren und einrichtung zur herstellung von smyrna-teppichen auf mechanischem wegeInfo
- Publication number
- DE51429C DE51429C DE188951429D DE51429DA DE51429C DE 51429 C DE51429 C DE 51429C DE 188951429 D DE188951429 D DE 188951429D DE 51429D A DE51429D A DE 51429DA DE 51429 C DE51429 C DE 51429C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- pile
- thread
- threads
- chain
- base fabric
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 108091092920 SmY RNA Proteins 0.000 title claims description 8
- 241001237710 Smyrna Species 0.000 title claims description 8
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 title claims description 6
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 5
- 239000004744 fabric Substances 0.000 claims description 20
- 230000008569 process Effects 0.000 claims description 2
- 238000005452 bending Methods 0.000 claims 1
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 description 4
- 230000007246 mechanism Effects 0.000 description 4
- 238000005520 cutting process Methods 0.000 description 3
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 description 3
- 230000008878 coupling Effects 0.000 description 2
- 238000010168 coupling process Methods 0.000 description 2
- 238000005859 coupling reaction Methods 0.000 description 2
- 210000000056 organ Anatomy 0.000 description 2
- 244000025254 Cannabis sativa Species 0.000 description 1
- 235000012766 Cannabis sativa ssp. sativa var. sativa Nutrition 0.000 description 1
- 235000012765 Cannabis sativa ssp. sativa var. spontanea Nutrition 0.000 description 1
- 235000011777 Corchorus aestuans Nutrition 0.000 description 1
- 240000004792 Corchorus capsularis Species 0.000 description 1
- 235000010862 Corchorus capsularis Nutrition 0.000 description 1
- 235000014676 Phragmites communis Nutrition 0.000 description 1
- 229910000831 Steel Inorganic materials 0.000 description 1
- 230000005540 biological transmission Effects 0.000 description 1
- 230000000903 blocking effect Effects 0.000 description 1
- 235000009120 camo Nutrition 0.000 description 1
- 235000005607 chanvre indien Nutrition 0.000 description 1
- 230000002996 emotional effect Effects 0.000 description 1
- 210000003746 feather Anatomy 0.000 description 1
- 239000011487 hemp Substances 0.000 description 1
- 239000000463 material Substances 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 230000000384 rearing effect Effects 0.000 description 1
- 230000008707 rearrangement Effects 0.000 description 1
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 description 1
- 230000007480 spreading Effects 0.000 description 1
- 238000003892 spreading Methods 0.000 description 1
- 239000010959 steel Substances 0.000 description 1
- 238000009941 weaving Methods 0.000 description 1
- 210000002268 wool Anatomy 0.000 description 1
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D39/00—Pile-fabric looms
- D03D39/02—Axminster looms, i.e. wherein pile tufts are inserted during weaving
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Stnyrna-Gewebe besteht aus einem ein-· fachen (leinwandbindigen) Grundgewebe und
einem Florgewebe, welches letztere nach einem Doppelschufs (hin und her durch je eines der
Ketlenfächer gelegten Schufsfaden) in das Grundgewebe eingeknüpft wird. Bei dem nachstehend
erläuterten Verfahren der mechanischen Herstellung des Smyrna-Gewebes erfordert das
Knüpfen der Florfäden die beiden in den Patent-Ansprüchen angegebenen Dinge.
Es sei vorausgeschickt, dafs das zu verwendende Material das gleiche wie bei Handknüpfgeweben
ist, für das Florgarn Wolle, für das Grundgewebe Hanf- bezw. Jutefäden, beides in
bisher üblicher Stärke und Qualität.
Die mechanische Herstellung der Florknoten auf dem Grundgewebe und die damit zusammenhängende
Art der Einlegung der Schufsfaden in das Grundgewebe wird folgendermafsen
erreicht:
I. Zustandekommen des Gewebes und Arbeitsweise des Webstuhles.
ι. Das Ein knüpfe η der Florfaden.
Die Kette ist vom Zeugbaum 1, in Fig. 1,
über eine Führung 2 senkrecht aufwärts durch hufeisenförmig gekrümmte Röhrchen 3 gezogen,
dann senkrecht abwärts über eine Führung 4 zum Waarenbaum 5. An der gebogenen Stelle bei 3 findet die Einknüpfung der
Florfäden statt.
Der Smyrna-Knoten besteht aus einer Umschlingung je zweier benachbarter Kettenfäden
durch je einen Florfaden, so zwar, dafs der Florfaden von oben zwischen die beiden Kettenfäden
hinein, dann von unten seitwärts um den einen Kettenfaden herum, über diesen und den
anderen Kettenfaden hinweg, endlich wieder nach unten um letzteren herum und zwischen
beiden Kettenfäden nach oben hinausgeführt wird (s. Fig. a, schematische Darstellung, Durchschnitt,
der Kette und perspectivische Seitenansicht des Florknotens, Fig. b schematische
Darstellungen eines Stückes Smyrna-Gewebes, von oben gesehen).
Biegt man nun bei 3, Fig. 1, die Kette um 18o°, so dafs sie in entgegengesetzter Richtung
weiter verläuft, so genügt es zur Herstellung dos Knotens, wie in Fig. c und d ersichtlich,
dafs der Florfaden in waagrechter Ebene durch und um die Kettenfäden geschlungen wird,
und zwar auf einer Seite zwischen die Kettenfäden hinein, von da aufsen um die andere
Seite beider Kettenfäden herum, und endlich wieder auf die erste Seite zwischen den Kettenfäden
hinaus, so dafs seine beiden Enden neben einander liegen. Streift man nun die um die Kettenfäden gelegte Schlinge über die
gebogenen Kettenfäden nach der anderen Seite hinüber (Fig. e und f, wo die Richtung des
Ueberstreifens durch Pfeile angegeben), während die Florenden in der bisherigen Lage bleiben,
so ist die Bildung des Smyrna-Knotens beendet. Bei dem vorliegenden Verfahren werden am
mechanischen Stuhl sämmtliche Florknoten einer Querreihe durch die Breite des Gewebes zugleich
gemacht; es ist also für je zwei benachbarte Kettenfäden und den dazu kommenden Florfaden je eine Gruppe von Organen angeordnet
wie folgt:
Um die Kettenfäden bei 3, Fig. 1, in gebogener
Lage zu erhalten, wird jeder derselben
hier durch ein Röhrchen, das nur an einem Ende auf einem Träger aufsitzt, mit dem anderen
aber frei herabhängt (schematische Darstellung, Fig. g und h), durchgezogen. Je zwei
ein Paar bildende Röhrchen sind, von oben gesehen, coirvergirend gestellt, um dem Florfaden
bezw. dem diesen führenden Organ (Hakennadeln 7 in Fig. 5, 8 bis 12, die bei
der Ausführungsform noch beschrieben werden) Platz zu geben. Aus demselben Grunde ist je
eines der Röhrchen so viel enger gebogen, dafs es unter das gröfsere Röhrchen der
Nachbargruppe eintreten kann. Ferner ist jedes Rohrpaar als Ganzes drehbar in seinem Träger
19 und 20 in Fig. 5, 15, 16, so dafs es
die in Fig. 8 und 9 veranschaulichten .beiden Stellungen einnehmen kann, um für die Führung
des Florfadens zwischen sich und den benachbarten Rohrpaaren Raum zu geben.
Ist die Schlingung der Florfaden um die Röhren vermittelst der zu erläuternden Hakennadeln
7 in Fig. 8 bis 12, sowie das Ueberstreifen der Florschlingen über die Biegungen
der Rohre (durch den Ueberschieber 30 in Fig. 15 bis 17) geschehen, so mufs der so entstandene
Smyrna-Knoten an seinen beiden Enden gefafst und auf dem freien Stück der Kette (von 3 bis 4 in Fig. 1) herabgezogen und dort
an die fertige Waare angebracht werden. Hierzu dient eine Klemmvorrichtung, bestehend aus
zwei horizontalen Klemmschienen. 41 und 8 in Fig. 5, 18, 19 und 20, deren Kanten von
oben und unten vertical zusammenstofsen und so die Florenden der ganzen Knotenquerreihe
zwischen sich fassen, worauf der geschlossene Klemmer die Knoten längs des senkrechten
Stückes der Kette (von 3 bis 4) herabzieht und dort an die Waare anzieht, sowie später durch
Oeffhen freigiebt, worauf er in seine erste Lage zurückgeht.
Da bei diesem Verfahren angenommen ist, dafs die Florfaden direct von Spulen herzugeführt,
werden, welche letztere dicht hinter dem Klemmer (also links oben in Fig. 1) anzuordnen
sind, so werden für jedes Fadenpaar der Kette die nöthigen Florfäden mittelst der mit
Zuführungsröhrchen 6, 6 in Fig. 5 versehenen verticalen Scheiben in der in Fig. 5 und anderen
ersichtlichen Weise dargeboten, um an ihren nach unten gekrümmten Enden von den Hakennadeln
erfafst zu werden. Für jede Hakennadel ist eine Scheibe vorgesehen, und jede Scheibe
enthält die im betreffenden Teppichmuster für diese Längsreihe von Knoten erforderliche Anzahl
verschiedenfarbiger Fäden (das Zuführen der jedesmaligen richtigen Farbe erfolgt durch
Drehung der Scheiben um ihre Achse, wobei jede Scheibe unabhängig von den anderen sich
bewegt; ihre Bewegungen werden am besten durch Jacquard- öder Schaftmechanismus in
bekannter Weise geregelt).
2. Das Fachbilden und die Bahn für den Webschützen.
Da zwischen der Stelle der Knotenbildung und der fertigen Waare (also zwischen 3 und 4
in Fig. 1) wegen der hier über die Kettenfäden zu führenden Florknoten die Kettenfäden freibleiben
müssen, Schaft und Rietblatt also nicht anwendbar sind, hier aber die Eintragung des
Schufsfadens für das Grundgewebe erfolgen mufs, so wird die für das Durchbringen des
Webschützens nöthige Oeffnung des Webfaches hier durch neuartige Mechanismen (Flügelscheiben
68 in Fig. 1) bewerkstelligt, indem durch dieselben (deren Ausführungsform weiter
unten erläutert wird) je ein um den anderen Faden der Kette nach der einen, die zwischenliegenden
währenddessen nach der anderen Seite geschoben werden, also von der einen Seite das Oberfach, von der anderen das Unterfach
gebildet wird; Faden 1,3,5 etc. wird also z. B. nach links, Faden 2, 4, 6 etc. nach rechts
gedrängt.
Die Form der Flügelscheiben bedingt, dafs sie in der zusammengeschobenen Stellung (Fig. 1
in punktirter Linie, ebenso Fig. i in schematischer Darstellung) über ihren horizontal in
einander greifenden Flügeln eine freie und sichere Bahn für den Schützen bilden (69 in
Fig. 1), auf der dieser, mit centralem, geradlinigem Stofs geschleudert, ohne die Kettenfäden
zu streifen, über die Ränder der Flügelscheiben hinweggleitet.
Die Flügelscheiben werden nun um Y4 Kreis
um ihre Achsen gedreht gegen einander in der durch Pfeile in Fig. i bezeichneten Richtung,
so dafs die verschränkt gewesenen Flügel, die horizontal standen, senkrecht herabstehen. Bei
dieser Bewegung fällt infolge des entstehenden Zwischenraumes der gelegte Schufsfaden von
selbst an seine Stelle herab (nach Fig. 1), wozu auch die noch andauernde Spreizung der
Kettenfäden dient; diese sind jetzt durch die (etwas kürzeren) Flügel gehalten, welche vorher
bei der ersten Stellung der Flügelscheiben senkrecht aufwärts standen, dabei aber die Stelle
der ersteren eingenommen haben und waagrecht durch einander greifen.
Der erste Schufs ist somit fertiggestellt.
Für den zweiten, unmittelbar darauf folgenden Schufs durch das andere Fach ist es nun
nöthig, dieses zweite Fach zu öffnen, so dafs der erste^, dritte, fünfte etc. Kettenfaden nach
rechts, der zweite, vierte, sechste etc. nach links gedrängt werden und erstere somit diesmal
das Unterfach, letztere das Oberfach bilden.
Zu diesem Zwecke sind die dritten und vierten Flügel der Scheiben um die Breite eines Kettenfadens
auf ihrer Achse versetzt. Indem nun in derselben Richtung wie bisher beide Achsen
bezw. Scheiben sich abermals um Y4 Kreis
drehen, werden die entgegengesetzten Fäden als bisher von den Flügeln ergriffen und beiderseits
hinausgedrängt.
Da der dritte Scheibenflügel dem ersten, der zweite dem vierten an Gröfse und Gestalt völlig
gleicht, so entsteht jetzt wieder eine gleichgeformte Schützenbahn in den Ausschnitten,
und die Legung des zweiten Schufsfadens kann erfolgen. Nach dieser drehen sich die Flügelscheiben
wiederum um Y4 Kreis, wodurch auch
der jetzt gelegte Schufsfaden an Ort und Stelle hinabfällt.
Hiermit ist die Arbeit der Flügelscheiben gethan, die sich bis zur abermaligen Verwendung,
d. h. bis wieder eine Reihe Florknoten herabgebracht ist, nach beiden Seiten waagrecht entfernen
(Fig. ι, glatte Linie) und die Kette freigeben, die infolge sogen, elastischer Aufbäumung
wieder straff herabgespannt wird.
Es erfolgt nun die Bildung und Aufbringung einer neuen Reihe Florknoten, wie unter i.
beschrieben u. s. w.
II. Ausführungsform des Webstuhles und Bewegungsmechanismen. .
Die Hauptbestandteile des Webstuhles sind entsprechend seiner Arbeitsweise folgende:
ι. Für die Florknoten, ihre Anfertigung und Aufbringung:
a) die Fadenrohre, durch welche die Kettenfäden gezogen sind (3 in Fig. 1);
b) die Hakennadeln 7 in Fig. 5 u. anderen, welche die Florfäden hervorziehen, um die
Fadenrohre schlingen und wieder nach hinten durchschieben;
c) der Ueberschieber 29, 30, welcher die durch die Hakennadeln gebildeten Florschlingen
über die Biegung der Fadenrohre überstreift;
d) die, Klemmvorrichtung nebst Messer zum Abschneiden der zügeführten Florfäden (Klemmer
41 und 8 in Fig. 5, Messer 42 ebenda);
e) die mit Röhrchen 6, Fig. 5, besetzten Zuführungsscheiben für die von den Spulen hergeleiteten
Florfäden.
2. Für das Grundgewebe und den Schufsfaden :
f) Zeugbaum 1 und Waarenbaum 5, Fig. 1;
g) die Führungen (bei 2 und 4 ebenda);
h) die Flügelscheiben 68, 68 ebenda.
h) die Flügelscheiben 68, 68 ebenda.
(Die auch hierher gehörigen Fadenrohre für die Kette sind oben unter a) aufgeführt.)
a) Die Fadenrohre.
Die Röhrchen eines Paares in der durch die Zeichnungen ersichtlich gemachten Weise (Fig 5,
8 und 9), ungleich grofs und ungleich gebogen, sind an ihrem convergirenden Ende gefafst von
einem kurbelartigen Stahlstück 19 mit durchbohrtem Drehzapfen in Verlängerung der stehenden
Rohrschenkel. Dieser Zapfen steckt in einem Träger 20, gekuppelt durch eine Schiene 21,
durch welche die Zapfen 22 gesteckt sind, und die an ihrem Ende eine Rolle 23, Fig. 9, hat.
Diese stöfst im geeigneten Zeitpunkt an eine schiefe Bahn 24 und wird so nach links geschoben,
indem die Scheibe mit der schiefen Bahn um ihren Zapfen 25 gedreht wird (»erste
Rohrstellung«, Fig. 8).
Wird die Scheibe 24 so gedreht, dafs die Rolle 23 von der schiefen Bahn herabgleitet,
so zieht eine Feder die Kuppelschiene nach rechts und mit ihr die Fadenrohre in die
zweite Rohrstellung, Fig. 9.
b) Die Hakennadeln 7.
Dies sind Nadeln, die an ihrem freien Ende einen eckig gebogenen Haken haben und die
in eine drehbare Hülse 9 gesteckt sind, die mit einer Kurbel 10 versehen ist, Fig. 5. Die Hülsen
stecken neben einander in einer Schiene 11, die mit Armen 12, Fig. 2, 5, 6 und 10, und einem
hohlen Träger 13 zu einem Rahmen, Fig. 2,
verbunden sind. Die Kurbeln sind unter sich durch eine über die Breite des Stuhles gehende
Schiene 14 gekuppelt, die an einem Ende, Fig. 7 rechts, durch eine gröfsere Kurbel geführt wird
und mit einer Rolle 15 versehen ist. Durch Auflaufen dieser Rolle an einer schiefen Bahn 16
an der Scheibe 17 werden die Kurbeln und Nadeln gedreht.
Während der unter a) beschriebenen 1. Rohrstellung mufs nämlich die Hakennadel durch
die Biegung des weitgebogenen Rohres hindurch mit ihrem Haken, der zuerst senkrecht
herabsteht (1. Nadelstellung, Fig. 8, 1), neben dem von der Spule her durch die Röhrchen
6, Fig. 5, ihr zugeführten Florfadenende seitlich vorbei; sodann dreht sie sich (2. Nadelstellung,
Fig. 8, 2) und geht etwas zurück, so dafs der Haken das Fadenende umschliefst (3. Stellung, Fig. 8, 3). Dann wendet sie sich
wieder mit dem Haken senkrecht abwärts (4. Stellung).
In dieser Lage zieht die Nadel den Florfaden nun durch die Rohre heraus (5. und
6. Stellung, Fig. 8) bis dicht vor die stehenden Rohrschenkel (Seitenansicht, Fig. 10).
Während nun die 2. Rohrstellung eintritt, Fig. 9, werden die Nadeln seitlich verschoben
(7. Nadelstellung, Fig. 9) und zugleich etwas gehoben, ' um beim nun erfolgenden Hineinstofsen
der Florfäden nicht auf die Florfäden des benachbarten Rohrpaares zu stofsen, welche
von der benachbarten' Hakennadel soeben herausgezogen wurden.
Die Verschiebung ist bewirkt durch Drehung der Drehzapfenachse 26, 27, 28 des Nadelrahmens
auf beiden Seiten des Stuhles. Durch eine Feder, die an einer Seite des Stuhles statt
der schiefen Bahn (bei 27) sich befindet, wird der Rahmen wieder zurückgedrängt, wenn die
schiefe Fläche absteigt. Da Zapfen 26 zu 28
excentrisch ist, wird zugleich der Rahmen gehoben.
Es folgt nun das Hineinstofsen der Nadeln zwischen den enggebogenen zweiten Fadenrohren
8 und 9 (Nadelstellung Fig. 9), bis das Ende des um die Stirnkante des Nadelhakens
liegenden Florfadens so weit hinter den Fadenrohren heraustritt, dafs es frei wird und von
selbst in gerade Lage schnellt (10. Stellung).
Die Nadeln ziehen sich darauf unter abermaliger Hebung des Nadelrahmens frei über
die Florfaden zurück, die in ihrer Lage bleiben (Anfangs- bezw. Ruhestellung der Nadeln).
c) Der Ueberschieber 30, Fig. 15 bis 17.
Die dadurch nach aufsen um die stehenden
Rohrschenkel herumgelegte Florschlinge soll nun über die gebogenen Rohre hinüber nach
derjenigen Seite geschoben werden, wo die Florenden sind. Das geschieht durch den
Ueberschieber; derselbe besteht aus einem über die Breite des Stuhles quer liegenden Kammträger 29, in welchen in geeigneten Abständen
flache, vorn gezahnte Federn eingesetzt sind. Die· Zähne dieser Federn fassen die Florschlingen
, Fig. 15, und schieben sie hinüber, indem sie dabei seitlich an den Rohren vorbeigehen,
Fig. 16, worauf sie in ihre erste Lage zurückgehen.
Antrieb des Ueberschiebers: Der excentrisch zur Achse 32 sitzende Zapfen 33 steigt auf
beiden Seiten des Webstuhles auf und dann wieder ab, während Kurbel 34 auf Achse 35
mittelst Kuppelstange 36 die schiebende Bewegung hervorbringt; Achse 32 wird von
Achse 35 aus mittelst der Zahnradsegmente 37 und 38 bewegt, Fig. 15 und 16.
d) Die Klemmvorrichtung und das
Messer.
Der Klemmer 41 und 8 erfafst die Florfaden
dergestalt, dafs er sowohl das Ende des Florfadens, welches mittelst Hakennadel bis in
seinen Bereich vorgeschoben wurde, wie unter b) soeben beschrieben, als auch die Stelle des
Florfadens fafst, welche neben diesem Fadenende liegt und die jetzt noch von den Spulen
bezw. Zuführungsröhrchen nicht getrennt ist. Sobald die Einklemmung erfolgt ist, schneidet
das am Klemmer 41 befindliche Messer 42 den Faden ab und der Klemmer führt nun den
Knoten in früher erwähnter Weise hinab bis 4.
Diese Bewegungen werden folgen dermafsen ermöglicht:
An dem über die Breite des Stuhles aufgehängten Rahmen 39 hängen die Klemmerschienen
41 (lose) und 8 (fest) sowie das Messer 42. Behufs Klemmung der Florknoten
geht die Schiene 8 in die Höhe, bis sie fest an 41 anschliefst; die Schiene 41 liegt dabei
mit ihrem oberen Rand an dem Verbindungsbalken der Webstuhlwangen 43 an.
Darauf erfolgt das Abschneiden dadurch, dafs das Messer seitlich verschoben und durch die
angebrachten Bolzen 44 und 46, welche in den geeignet geformten Schlitzen 45, 47 und 48
gleiten, zum schrägen Abwärtssteigen gezwungen wird. Dadurch, dafs dann der Bolzen 44 in
den waagrechten Theil des Schlitzes eingetreten ist, bleibt das Messer in seiner Lage und der
Klemmer geschlossen.
Um bei der nun erfolgenden Abwärtsbewegung des geschlossenen Klemmers, der die gefertigte
Reihe Florknoten herabzieht, die letzteren sicher mitzunehmen und die Kettenfäden
nicht in Unordnung zu bringen, ist in Abständen der Fadenpaare an der Kettenseite des
Klemmers 41 eine entsprechende Reihe dünner Schienchen 49, Fig. 16, 18 bis 22, senkrecht
angebracht, welche kammartig zwischen den Kettenfäden herabfahren und zugleich die Florschlinge
herabschieben.
Antrieb des Klemmers: Der Klemmerrahmen 39 hängt durch Zapfen 50 beiderseitig
durch Hängestangen 5 1 mit einem grpfsen Hebel 52, Fig. i, zusammen, dessen Ende bei 53
gelagert ist und in 54 eine Rolle trägt, die auf einer herzförmigen Scheibe 55 aufliegt.
Die Gestalt dieser Scheibe, die mit ihrer Welle 56 in der Richtung des Pfeiles gedreht
wird, bewirkt sämmtliche Bewegungen der Klemmschiene im Laufe einer Umdrehung.
Antrieb des Messers: Für die Sperrung bezw. Lösung wirkt der Winkelhebel 57 mit Rolle,
gezogen durch die Stange 58, der nun an die verstärkte Stelle des Messers drückt; der unten
an der anderen Wange befindliche Hebel 59 mit Rolle und Zugstange 60 dient dem gleichen
Zweck.
Beide Stangen werden angetrieben durch eine unrunde Scheibe auf der Welle 56 (nicht
gezeichnet).
Der Nadelfaden ist' gesteuert durch Zugstange 61, der Drehzapfen durch Stange 62.
Die Scheibe mit schräger Fläche führt die Fadenröhrchen durch Stange 63, die für die
Nadelkurbeln durch 64, den Ueberschieber durch 65.
Alle diese Stangen sind durch unrunde Scheiben auf der Welle 56 gesteuert (von der nur
die 66 gezeichnet ist, für den Nadelrahmenantrieb, alle übrigen sind entsprechend anzuordnen).
e) Florfadenscheiben mit Röhrchen 6 und
Dazugehörigem.
Die Florfadenscheiben liegen lose auf einer Welle, so dafs sie sich in verticaler Ebene
auf ihr drehen können. Sie werden durch Stangenantrieb bewegt (nicht mitgezeichnet), und
die jedesmalige Drehung entspricht den Bewegungen eines dahinter (also in Fig. 1 links)
zu denkenden Jacquard-, Schaft oder ahn-
lichen Mechanismus. Oberhalb sind die Spulen anzuordnen, von denen die verschiedenfarbigen
Fäden herabkommen und in die Röhrchen 6 eingefädelt sind.
Bei einfarbigen Geweben können ' die Scheiben wegfallen, und es genügt je ein Röhrchen 6
für je eine Hakennadel.
Nach Schlufs des Klemmers entfernt sich die Scheibenwelle etwas vom Klemmer, damit vor
dem Abschneiden ein genügend grofses Ende Florfaden aus dem Röhrchen, das den jetzt
benutzten Faden liefert, herausgezogen wird.
Die Drehung der Scheiben erfolgt stets so, dafs die Fäden von unten nach oben vorgeführt
werden, damit ihr hängendes Ende nach unten gekrümmt ist.
f) Zeugbaum und Waarenbaum.
Diese sind von üblicher Form, nur wird elastische Aufbäumung des letzteren nöthig wegen der Drehung der Kettenfäden bei der Fachbildung.
Diese sind von üblicher Form, nur wird elastische Aufbäumung des letzteren nöthig wegen der Drehung der Kettenfäden bei der Fachbildung.
g) Die Führungen bei 2 und 4 bedürfen einer Beschreibung nicht. Ihre Form ergiebt
sich aus Fig. 1. Dadurch, dafs die zweite Führung weiter zurückliegt, bekommt die Kette
von 3 bis 4 eine nicht gänzlich senkrechte Lage; hierdurch werden die Florknoten, je
weiter der Klemmer sie hinabzieht, desto fester gezogen.
h) Die Flügelscheiben 68, 68.
Dies sind geeignet geformte Metallplatten, die auf ihren vier ausladenden Kanten eine eingefräste
Nuth haben (Fig. 1 durch punktirte Linie an diesen Stellen angedeutet), in welche sich
die Kettenfäden einlegen; der erste und dritte Flügel ist etwas länger als der zweite und
vierte; ferner ist der erste und zweite um die Breite eines Kettenfadens gegen den dritten
und vierten verschoben.
Ihre Bewegung ist eine doppelte: 1. waagrecht
ohne Drehung; 2. in zusammengeschobener · Stellung Drehung gegen einander. Der Antrieb ist in Fig. 22 dargestellt.
Rechts ist die Hauptwelle 56, welche durch. Winkelräder 70 und 71 (Uebersetzungsverhältnifs
4:1) die Welle 72 antreibt.
Auf dieser sitzen verschiebbar und durch Feder am Drehen verhindert zwei weitere
Winkelräder 73, die in Winkelräder 74 auf den Flügelwellen 68 eingreifen.
Die Verschiebung der Flügelwellen geschieht durch je zwei Zugstangen 76 auf beiden Seiten
des Webstuhles, welche durch Zapfen mit dem zweiarmigen Hebel j'j zusammenhängen. Dieser
sitzt auf einer quer liegenden Welle 78, welche die gleichmäfsige Verschiebung auf beiden Seiten
sichert.
Der Hebel wird angetrieben durch eine unrunde Scheibe 79, Fig. 1, auf der Hauptwelle
56, die eine Rolle 80 auf dem Hebel jj fafst und so der Welle 78 und den Flügelscheiben
die entsprechende Lage ertheilt.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur mechanischen Herstellung von Smyrna-Teppichen in der Weise, dafs die Kette des Grundgewebes in einer gebogenen Fläche verläuft und die Florfäden an der Biegungsstelle der Kette zwischen den Kettenfäden hindurch und um dieselben herumgeschlungen werden, dann die so entstandenen Schlingen über die Biegung der Kettenfäden übergestreift und so, zum sogen. Smyrna-Knoten gelegt, an das Grundgewebe aufgebracht werden.,2. Zu dem unter 1. gekennzeichneten Verfahren die Herstellung der nöthigen Fachöffhung und Schützenbahn für das Grundgewebe vermittelst geeignet geformter Flügelscheiben, welche durch ihre Bewegung die Kettenfäden zur Fachbildung aus einander spreizen und zugleich dem Webschützen eine Bahn bieten, den Schufsfaden des Grundgewebes an seinen Ort fallen lassen und die Kette für eine weitere Reihe Florknoten freigeben.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE51429T | 1889-03-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE51429C true DE51429C (de) | 1890-04-05 |
Family
ID=326204
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188951429D Expired DE51429C (de) | 1889-03-12 | 1889-03-12 | Verfahren und einrichtung zur herstellung von smyrna-teppichen auf mechanischem wege |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE51429C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2019101664A1 (de) | 2017-11-21 | 2019-05-31 | Flecotec Ag | Verfahren und vorrichtung zum umweltdichten verbinden einer schutzhülle mit einer sicherheitshülle |
-
1889
- 1889-03-12 DE DE188951429D patent/DE51429C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2019101664A1 (de) | 2017-11-21 | 2019-05-31 | Flecotec Ag | Verfahren und vorrichtung zum umweltdichten verbinden einer schutzhülle mit einer sicherheitshülle |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE51429C (de) | Verfahren und einrichtung zur herstellung von smyrna-teppichen auf mechanischem wege | |
| DE1907569C3 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Florgeweben | |
| DE494423C (de) | Jacquard-Teppichknuepfmaschine | |
| DE309766C (de) | ||
| DE147502C (de) | ||
| DE66995C (de) | Kettenwirkstuhl für Fransen- und Schleifenwaare | |
| DE256936C (de) | ||
| DE118782C (de) | ||
| DE65001C (de) | Häkelmaschine für Zierfaden-Posamente | |
| DE76730C (de) | Webstuhl zur Herstellung plüschartiger Stoffe | |
| DE6813472U (de) | Vorrichtung zum maschinellen weben von teppichen, insbesondere teppichlaeufern | |
| DE114690C (de) | ||
| DE1063536B (de) | Webmaschine mit Entnahme des Schussfadens von feststehenden Spulen und Verfahren zumWeben auf einer solchen Maschine | |
| DE48668C (de) | Flacher Kettenwirkstuhl mit Zungennadeln, die in zwei Nadelbarren vertheilt sind | |
| DE182397C (de) | ||
| AT18307B (de) | Webstuhl zur mechanischen Herstellung von Smyrnateppichen oder ähnlichen geknüpften Geweben. | |
| DE51921C (de) | Flacher Kettenwirkstuhl zur Herstellung von Doppelplüsch | |
| DE586631C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Arbeiten auf Webstuehlen mit zu beiden Seiten des Webstuhles angeordneten, feststehenden Schussspulen | |
| DE194320C (de) | ||
| DE72015C (de) | Netzknüpfmaschine | |
| DE438219C (de) | Mechanischer Teppich-Knuepfstuhl | |
| DE617891C (de) | Verfahren und Maschine zur Herstellung eines Kettengewirkes | |
| DE191715C (de) | ||
| DE1939022C3 (de) | Florware und Maschine zu ihrer Herstellung | |
| DE2305795C3 (de) | Vorrichtung zum Vereinzeln von Fäden oder Fadengruppen einer Fadenschar |