DE461833C - Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten

Info

Publication number
DE461833C
DE461833C DEC34515D DEC0034515D DE461833C DE 461833 C DE461833 C DE 461833C DE C34515 D DEC34515 D DE C34515D DE C0034515 D DEC0034515 D DE C0034515D DE 461833 C DE461833 C DE 461833C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
lignon
derivatives
solution
production
oxidation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEC34515D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE461833C publication Critical patent/DE461833C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08HDERIVATIVES OF NATURAL MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08H6/00Macromolecular compounds derived from lignin, e.g. tannins, humic acids
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C11/00Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
    • D21C11/0007Recovery of by-products, i.e. compounds other than those necessary for pulping, for multiple uses or not otherwise provided for

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)
  • Chemical And Physical Treatments For Wood And The Like (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

Lignonkörper, welche in löslicher Form durch Behandlung von Lignocellulose mit Schwefligsäure in konz. wäßrigen Lösungen erhalten werden können, wie dies insbesondeie im Patent 401 418 beschrieben wurde, haben die Eigenschaft, die wesentlichsten Konstitutionseigenschaften des Lignonmoleküls, wie dasselbe in dem Pflanzenstoff vorkommt, beizubehalten. Es ist gefunden worden, daß bei dem Verfahren Änderungen auftreten können, und zwar
a) durch Kombination mit der Säuregruppe zu einer Sulfosäure und
b) durch Desoxydation der Oxygruppen des Lignons unter Bildung der äquivalenten Menge von Schwefelsäure.
Diese Lignonderivate werden erhalten als Hauptbestandteil der Lösung mit etwa 7 °/o festen Stoffen, wenn man lignocellulosehaltige Materialien verarbeitet, und können zu einer viskosen Flüssigkeit, welche 30 bis 40 °/0 feste Bestandteile enthält und transportfähig ist, konzentriert werden. In konzentrierter Form sind die Lignonderivate empfindlich gegen die Einwirkung von starken Säuren, und, wenn gewünscht wird, die Lösung auf höhere Konzentration zu verdampfen, muß die darin enthaltene Schwefelsäure zuerst, z. B. durch Niederschlagen als Bariumsulfat, in der ursprünglichen verdünnten Lösung ausgeschieden werden. Die so behandelte Lösung kann dann bis zu einer höheren Grenze konzentriert werden, ohne daß sich die Lignonkörper in unlöslicher Form abscheiden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung können diese Lignonkörper durch Oxydation mit Chromsäure oder ihren Salzen in unlösliche Form verwandelt werden. Die erhaltenen Erzeugnisse sind wasserhaltige Kolloide (Gele), welche sowohl in Substanz wie auch in Kornbination oder Mischung mit anderen kolloidalen Stoffen gewerblich benutzbar sind, wie z. B. in Anwendung auf pflanzliche Textilfasern, daraus hergestellte Waren, tierische Häute und tierische Fasern.
Für geregelte Oxydation wird Chromsäure verwendet, welche spezifische Wirkungen durch Erhöhung der aldehydischen Reaktionsfähigkeit ausübt. Die Oxydation wird bei gewöhnlicher Temperatur bewirkt. Wenn die Lösung der Lignonkörper eine ro °joige Konzentration übersteigt? so muß die Lösung während der Reaktion gekühlt werden. Die Produkte sind kolloidal, und die oxydierten Lösungen, welche das Lignon und das reduzierte Chromoxyd (Cr2O3) enthalten, gelatinieren spontan, selbst wenn sie sehr wenig, wie 10 0I0, feste Lignonkörper enthalten. Diese Wirkung der Erzeugung von reaktionsfähigen CO-Gruppen und der Gelbildung sind
im allgemeinen dem Verhältnis von Chromsäure zu den festen Lignosekörpern proportional, so daß''die .Veränderungen in dem Endprodukt im Verhältnis zu dem Oxydationsgrad stehen, beispielsweise kann für ein langsam gebildetes, wenig konsistentes Gel die Chromsäuremenge bis 15 °/o des festen Lignonkörpers betragen, wobei die Konsistenz, d. h. Steifheit des Gels, und die Gescbwindigkeit von dessen Bildung steigen, bis die Chromsäure etwa 60 °/0 der festen Lignonkörper erreicht.
Die Produkte oder Gele sind hydratierte Kolloide, und ihre Beschaffenheit läßt sich bequem durch das angewandte Verhältnis des Oxydationsmittel beliebig ändern. Das wenig konsistente Gel läßt sich leicht mittels z. B. eines Glasstabes durchdringen, ein sehr konsistentes dagegen bedeutend weniger leicht. Durch diese Wirkungsweise wird die Anwendung des Erzeugnisses für technische Zwecke bedingt, und zwar mit dem Vorteil einer beliebig verlangsamten Oxydation und entsprechend langsamen Bildung des Gels, so daß das Gemisch für zu tränkende Stoffe, wie Holz oder Textilstoffe, in der Weise angewendet werden kann, daß die Gelbildung erst einige Zeit nach dem Tränken eintritt und somit innerhalb der Substanz des Holzes oder des Gewebes erfolgt. Die Gelbildung bewirkt eine Füllung der Poren des Materials gleichzeitig mit der Befestigung des Gels in unlöslicher Form.
Folgendes Beispiel erläutert die Erfindung: Zum Füllen oder Leimen von Holzgebilden und zum Überziehen von Holzflächen verwendet man auf 100 Gewichtsteile der Lösung des Lignonkörpers, welche 10 bis 20 °/0 des letzteren enthält, 15 bis 60 °/o Chromsäure vom Gewicht des Lignonkörpers, welche langsam in Form einer 20 °/oigen (200 g Cr O3 in ι H2 O) Lösung unter Umrühren hinzugefügt wird. Die Chromsäure kann durch eine äquivalente Menge von Natriumchromat oder Natriumbichromat ersetzt werden, vorzugsweise in Form einer gesättigten Lösung. Dieses Gemisch kann unmittelbar mittels einer Bürste oder durch Bespritzen oder auf andere Weise aufgetragen werden. Nach dem Auftragen erfolgt die Gelbildung innerhalb des Holzgebildes. Bei der nachträglichen Diffusion von Wasser und Trocknung oder Entwässerung wird das kolloidartige Lignon-Chromoxyd in unlöslichem Zustande fixiert. Die Oxydation und die nachfolgenden Wirkungen können durch Kühlen der Lösung während der Oxydation geregelt werden, z. B. so, daß die Temperatur nicht wesentlich über 160C ansteigt, wodurch die Lösung für 24 Stunden konserviert werden kann, bevor die Gelbildung sichtbar wird. Bei Verwendung einer Lösung von Natriumbichromat erfolgt die Gelbildung wesentlich langsamer, und die etwaige freie Schwefelsäure oder vorhandene Säuregruppen des Lignonkörpers 6g werden mehr oder weniger mit dem Natrium kombiniert. Diese mehr konzentrierten, oxydierten Lösungen sind von Vorteil beim Überziehen von Holzflächen, indem sie die Wirkung von Farben oder Anstrichen haben.
Zum Leimen oder Füllen von Textilmaterialien, wie z. B. Hanf und Flachsgeweben, Jutesäcken, Baumwollstoffen usw., werden die oxydierten Lösungen in ähnlicher Weise vorbereitet. Wenn Gewebe z. B. in ununterbrochenen Längen behandelt werden, so werden sie in einem Trog damit imprägniert und dann durch Quetschwalzen ausgepreßt, während mehr konzentrierte, oxydierte Lösungen durch eine Sprühmaschine oder durch Druckblöcke zur Herstellung von Mustern benutzt werden körinen. Auch können mehr verdünnte Lösungen in Färbekufen (Jiggern) verwendet werden, um Stoffe mit oxydierten Produkten zu imprägnieren, die als Beizen für Farbstoffe wirken sollen.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß die löslichen Lignonderivate, welche durch Behandlung von lignocellulosehaltigen Materialien mit schwefliger Säure erhalten werden, einer Oxydation durch Chromsäure oder ihre Salze unterworfen werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch-1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung ganz oder teilweise innerhalb der Poren oder auf der Oberfläche des Materials, wie Holz, Gewebe usw., ausgeführt wird.
DEC34515D 1923-03-09 1924-03-01 Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten Expired DE461833C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB688223A GB216949A (en) 1923-03-09 1923-03-09 Manufacture and applications of new lignone derivatives

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE461833C true DE461833C (de) 1928-07-03

Family

ID=9822500

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEC34515D Expired DE461833C (de) 1923-03-09 1924-03-01 Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten

Country Status (2)

Country Link
DE (1) DE461833C (de)
GB (1) GB216949A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE975049C (de) * 1954-05-11 1961-07-20 Franz Pelikan Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belaegen auf Boeden

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE975049C (de) * 1954-05-11 1961-07-20 Franz Pelikan Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belaegen auf Boeden

Also Published As

Publication number Publication date
GB216949A (en) 1924-06-10

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE461833C (de) Verfahren zur Herstellung von Lignonderivaten
AT110550B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Ligninderivate und Verwendung derselben.
DE756904C (de) Verfahren zum Hydrophobieren von Textilgut
DE1469458C3 (de) Verfahren zur Schrumpffestausrüstung von Wolle mit einem halogenfreien Oxydationsmittel
DE872784C (de) Verfahren zur Verbesserung der Knitterechtheit von aus Cellulose bestehenden Textilien
DE1469473A1 (de) Verfahren zur Verbesserung der Aufnahmefaehigkeit bei Cellulosefasern
DE1004134B (de) Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen
DE445178C (de) Verfharen zur Verbesserung und Herstellung von Schallkoerpern
DE332473C (de) Verfahren zur Herstellung wasserfester Impraegnierungen auf Papiergarn und -gewebe
AT100719B (de) Verfahren zur Herstellung von naßfesten, antiseptisch wirkenden Papieren.
DE659116C (de) Verfahren zum Veredeln von Wollfasern
DE1009153B (de) Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Textilien
DE597182C (de) Verfahren zur Behandlung tierischer Fasern
DE896636C (de) Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose
DE905846C (de) Hydrophobierverfahren
AT234628B (de) Verfahren zur Herstellung einer polyamidüberzogenen Baumwollware
DE377487C (de) Verfahren zur Herstellung von Leder aus Daermen
DE2629537C3 (de) Verfahren zur Erhöhung der Weichheit, Geschmeidigkeit und Reißfestigkeit von Pelzfellen oder Leder durch Behandlung in organischen Lösungsmitteln
DE843460C (de) Verfahren zur Aufhellung vegetabilisch gegerbter Leder
DE139843C (de)
DE765123C (de) Verfahren zum Wasserdicht- und Wasserabstossendmachen von Textilstoffen unter Erhaltung der Luftdurchlaessigkeit
DE498478C (de) Verfahren zum Wasserdichtmachen von Stoffbahnen, insbesondere Papier- und Pappbahnen
AT155792B (de) Verfahren zum Mattieren oder Schweren von Textilien.
DE948237C (de) Verfahren zur Herstellung von waschfesten Praegungen auf Textilien
DE548164C (de) Verfahren zur Herstellung von schmiegsamen Holzprodukten aus duennen Holzplatten oder Staeben