DE975049C - Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belaegen auf Boeden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belaegen auf Boeden

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DE975049C
DE975049C DEA20295A DEA0020295A DE975049C DE 975049 C DE975049 C DE 975049C DE A20295 A DEA20295 A DE A20295A DE A0020295 A DEA0020295 A DE A0020295A DE 975049 C DE975049 C DE 975049C
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Philipp Dr-Ing Albrecht
Franz Pelikan
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J197/00Adhesives based on lignin-containing materials
    • C09J197/005Lignin
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J197/00Adhesives based on lignin-containing materials

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM 20. JULI 1961
A 20295 IVa/ 22%
Franz Pelikan, München
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belägen auf Böden. Es sind für diesen Zweck bereits Kleber bekannt, die aus Zellstoffablaugepulver und Gips mit Wasser angerührt werden. Die Zellstoffablauge verhindert oder verlangsamt das Abbinden des Gipses mit dem Anmachwasser, so daß dieser Kleber im wesentlichen nur in dem Maße fest wird, wie er durch Verdunsten des Anmachwassers trocknet. Das nimmt längere Zeit in Anspruch, so daß ζ. Β. beim Verlegen von Linoleum die auf die Kleberschicht aufgelegten Bahnen lange belastet bleiben müssen, damit sie sich nicht abheben, während für das Schließen der Nähte noch besondere, zeitraubende Maßnahmen notwendig sind. Es ist weiter bekannt, gebleichter, eingedickter Sulfitablauge 5 bis 10% Magnesium und 15 bis 30% feingeschlämmte Kieselkreide oder Kaolin zuzusetzen, um ein rascheres Verdunsten des Wassers, also ein rascheres Austrocknen der Leimschicht, zu erreichen. Auch hierbei bleibt es aber bei der Verfestigung des Klebers lediglich durch Austrocknen. Man hat auch versucht, die Sulfitablauge mit Mitteln zur Oxydation von schwefliger Säure zu versetzen, um sie technisch, z. B. als Klebemittel, nutzbar zu machen, ohne daß schweflige Säure frei werden konnte. Dies gelang aber nicht, ohne gleichzeitig einen großen Teil der organischen Substanzen zu zerstören und bei den Umsetzungen der letzteren
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neue Mengen von schwefliger Säure aus den in der Sulfitablauge enthaltenen organischen, Schwefel enthaltenden Verbindungen abzuspalten. Es ist weiter bekannt, Celluloseablauge zum Zwecke der Entfärbung mit solchen Metallen und deren Verbindungen zu behandeln, die mit dem Farbstoff der Ablauge unlösliche Farblacke ergeben, darunter mit metallischem Chrom und mit Chromsäure. Schließlich hat man auch eine mit Phosphorsäure vermischte
ίο Zellstoffablauge mit Weichmachern, z. B. Glyzerin, vermischt und diese Mischung als Papierleim zur Herstellung von Wellpappe und Kartonagen verwendet oder aus ihr in Verbindung mit Polyvinylalkohol einen Gummierleim erzeugt.
Zum Aufkleben von Gehbelägen werden außer den eingangs erwähnten,' auf Sulfitablaugebasis hergestellten Klebern auch auf Kunstharzbasis und Naturharz-Ölfirnisbasis hergestellte Kleber verwendet. Die letzteren waren feuchtigkeitsabwei-
ao send, hafteten also nicht auf feuchtem Grund. Die bisher bekannten Kleber auf Sulfitablaugebasis wurden durch Feuchtigkeit aufgelöst, konnten daher ebenfalls nicht auf noch feuchten Bauteilen verwendet werden. Man mußte also bisher warten, bis neue Bauten ausreichend lufttrocken waren, bevor die Gehbeläge, wie z. B. Linoleum, Kleinparkett, Kunststoffbeläge, Hartfaserplatten u. ä., aufgeklebt werden konnten, und auch dann war das Aufkleben nur möglich, wenn die Beläge vorher in dem betreffenden Bau akklimatisiert wurden und nach dem Aufkleben lange genug belastet blieben. Besonders in der kühleren, feuchteren Jahreszeit wurde hierdurch die Fertigstellung der Neubauten sehr verzögert.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belägen auf Böden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Gemisch von Sulfitablauge oder Sulfitablaugepulver mit seehswertigen Chromverbindungen, Glyzerin, Gips sowie gegebenenfalls Kaolin oder Bindeton mit Wasser zu der zum Auftragen erforderlichen Konsistenz angerührt wird.
Der gemäß der Erfindung hergestellte Kleber erhält seine Anfangsverfestigung nicht durch Austrocknen, sondern durch chemische und kolloidchemische Vorgänge. Dabei spielt die bekannte Gelbildung eine Rolle, welche stattfindet, wenn man Sulfitablauge mit sechswertigen Chromverbindüngen in bestimmten Verhältnissen naß mischt, und die unabhängig von Trocknungsvorgängen und ungestört durch die Feuchtigkeit von Begrenzungsflächen stattfindet. Diese Gelbildung allein erzeugt jedoch noch nicht jene intensive Klebkraft, die mit Rücksicht auf das Verhalten vieler Gehbeläge oder anderer aufzuklebender Beläge sofort nach dem Anmachen des Klebers gefordert werden muß und die erst durch den erfindungsgemäßen gleichzeitigen Zusatz von Glyzerin, Gips sowie gegebenenfalls Kaolin oder Bindeton neben der Verwendung sechswertiger Chromverbindungen erzielt wird.
Der gemäß der Erfindung hergestellte Kleber behält seine flüssige Beschaffenheit gerade lange genug, um das Bestreichen ausreichend großer Belagflächen zu ermöglichen; auch im flüssigen Zustand hat er bereits eine sehr gute Haftfähigkeit. -Nach dem Auflegen des Belags verfestigt er sich unabhängig von etwaiger Feuchtigkeit des Untergrundes und unabhängig von Austrocknungsvorgängen so schnell, daß 2 Stunden nach dem Auflegen des Belages nicht mehr befürchtet zu werden braucht, daß sich der Belag wieder abhebt oder Blasen bildet. Man kann also aufgelegte Belastungsgewichte sehr schnell wieder entfernen und die Nähte unmittelbar beim Verlegen der Beläge schließen, und zwar ohne das Belagmaterial vorher in dem betreffenden Bau zu lagern, um es zu akklimatisieren, und ohne abwarten zu müssen, bis die Decken im Neubau lufttrocken sind. Der neue Kleber läßt sich also in viel feuchteren Bauten verwenden, als die bisher bekannten, so· daß an teurer Wartezeit gespart wird.
Später, wenn zu der chemischen und kolloidchemischen Anfangsverfestigung die Verfestigung durch Austrocknen hinzukommt, wird die Klebeverbindung nur noch fester, und zwar größer als die Festigkeit des Materials, so daß beim Abreißen einer Belagschicht diese in sich zerstört wird, ohne daß sich die Klebeschicht trennt, -
Das in an sich bekannter Weise der Kittmischung zugesetzte Glyzerin wirkt mindestens teilweise als Weichmacher. Hierdurch wird erreicht, daß bei nur geringer Verlangsamung der Anfangsverfestigung die Klebeschicht nach der endgültigen Verfestigung so plastisch bleibt, daß sie auch unter ungünstigen Bedingungen nicht spröde und rissig wird. Das ist bei der Verwendung weicher Gehbeläge besonders wichtig.
Talkum kann dem Kittgemisch als Füllstoff zugesetzt werden.
Als sehr brauchbar für die Herstellung eines Klebers gemäß der Erfindung haben sich die Mengenverhältnisse folgenden Beispiels ergeben: ro Gewichtsteile Sulfitablaugepulver, 10 Gewichtsteile Gips, 10 Gewichtsteile Kaolin oder Bindeton (windgesichtet), 2 bis 2,5 Gewichtsteile Natriumoder Kaliumbichromat, 4 Gewichtsteile Glyzerin von 310 Be Dichte, S bis 6 Gewichtsteile Wasser. Es ist zweckmäßig, nicht mehr Wasser in den Behälter hineinzubringen, als für die Erzielung der geeigneten Konsistenz beim Anmachen unbedingt erforderlich ist. Deshalb verwendet man zweckmäßig trockenes Sulfitablaugepulver. Dieses erlaubt auch das Vorrätighalten eines trockenen Pulvergemisches, in welchem bereits die notwendigen festen Zuschläge, wie Gips, Bindeton und Chrom-(VI)-Salze, in den richtigen Mengenverhältnissen enthalten sind. Wählt man die Mischung nach dem vorstehend angeführten Beispiel, so ist es nur notwendig, ein Wasser-Glyzerin-Gemisch von z. B. S Gewichtsteilen Wasser und 4 Gewichtsteilen Glyzerin von 310 Be Dichte herzustellen und mit diesem die fertig vorrätig gehaltene Pulvermischung anzurühren. Es ist jedoch auch möglich, mit eingedickter Sulfitablauge zu arbeiten, in der die passende Menge Glyzerin bereits enthalten ist
und das in den richtigen Mengenverhältnissen erzeugte trockene Pulvergemisch aus Gips, Bindeton und Chrom-(VI)-Salzen zuzusetzen.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung eines Kittes oder Klebers, insbesondere zum Aufkleben von Belägen auf Böden, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch von Sulfitablauge oder Sulfitablaugepulver mit sechswertigen Chromverbindungen, Glyzerin, Gips sowie gegebenenfalls Kaolin oder Bindeton mit Wasser zu der zum Auftragen erforderlichen Konsistenz angerührt wird.
2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemisch Talkum als Füllstoff zugesetzt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 236 035, 248 055, 787, 335 483, 336 630, 353 570, 399 020, 461833, 736957, 737 682;
österreichische Patentschriften Nr. 60 041, 173236; .
USA.-Patentschriften Nr. 1069 031, 1075916, ι 154 762, ι 848 981, 2 443 889, 2 544 585, 2579482;
canadische Patentschrift Nr. 492647;
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Lüttgen, Die Technologie der Klebstoffe (1953), S. 291;
Micksch—P lath, Taschenbuch der Kitte und Klebstoffe (1952), S. 203 bis 208, 222 bis 226;
Ramstedt und Liesegang, Kolloidchemische Technologie, 2. Auflage (1932), S. 413;
John A. Wilson, Die moderne Chemie in ihrer Anwendung in der Lederfabrikation (1925), S. 315; Stiasny, Gerberei chemie (1931), S. 430/431; Vogel, Sulfitzellstoffablaugen (1948), S.220;
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© 509 597/116 11.55 (109 621/6 7.61)
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