DE45454C - Verfahren zur Reinigung von Raffinerie-Klärseln und andern Zuckersäften mittels Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Raffinerie-Klärseln und andern Zuckersäften mittels Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten

Info

Publication number
DE45454C
DE45454C DENDAT45454D DE45454DA DE45454C DE 45454 C DE45454 C DE 45454C DE NDAT45454 D DENDAT45454 D DE NDAT45454D DE 45454D A DE45454D A DE 45454DA DE 45454 C DE45454 C DE 45454C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sugar
saturation
fatty acids
acid
green
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT45454D
Other languages
English (en)
Original Assignee
F. HARM in Kurtwitz, Schi
Publication of DE45454C publication Critical patent/DE45454C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B20/00Purification of sugar juices
    • C13B20/005Purification of sugar juices using chemicals not provided for in groups C13B20/02 - C13B20/14

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

KAISERLICHES
ΡΑΤΕΝΤΑΜΤΛ&
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Zucker aus Rüben- oder Zuckersäften bezw. Zuckerlösungen aller Art, durch welches die Erzeugung von krystallisirten Nachproducten und Melasse im laufenden Betriebe vermieden wird, indem die der Kristallisation des Zuckers schädlichen Einwirkungen von organischen und unorganischen Nichtzuckerstoffen bei dem Verkochen im Vacuum aufgehoben und die genannten Stoffe, insbesondere die Alkalien und die Erdalkalien, nach dem Verkochen auf Korn aus dem Grünsyrup während der Saturation ausgeschieden werden.
Im Grofsbetrieb angestellte genaue Versuche haben ergeben, dafs man durch einen geringen Zusatz von Fettsäuren (zweckmäfsig bis '/2 pCt. vom Gewicht der Füllmasse) zu den im Vacuum auf Korn zu verkochenden Zuckersäften bezw. Zuckerlösungen (Klärsei oder Dicksaft) genannten Zweck völlig erreicht. Die Fettsäuren binden im Vacuum die Alkalien und die geringen Mengen Erdalkalien und heben so ihre schädliche Einwirkung auf den Zucker der Lösung auf. Der bei diesem Verfahren resultirende Grünsyrup, welcher aufser den organischen Nichtzuckerstoffen die Alkalien und Erdalkalien des zu verkochenden Klärsels oder Dicksaftes in Ver-bindung mit der angewendeten Fettsäure enthält, giebt diese Alkalien und Erdalkalien in Verbindung mit der Fettsäure und ebenso die organischen Nichtzuckerstoffe an den Schlamm ab, welcher bei der Saturation der mit diesem Grünsyrup versetzten Zuckerlösung entsteht. Von der Fettsäure, deren beschriebene günstige Einwirkung nur beim Verkochen im Vacuum stattfindet, hat man nur geringe Mengen zuzusetzen, welche dem Gehalt der zu verkochenden Zuckerlösung an Alkalien bezw. Erdalkalien entsprechen und in der Regel 0,5 pCt. vom Gewicht der Füllmasse niemals übersteigen.
Dafs die Ausscheidung der Alkalien in starkem Mafse erfolgt, ergiebt sich nach Angabe des Erfinders aus nachstehender, nach analytischen Methoden von Rammeisberg ausgeführter Analyse eines Saturationsschlammes aus dem Grofsbetriebe. Hierbei wurden Nachproducte mit Zuckerkalkmilch nach dem Scheibler-Seyferth'schen Verfahren und mit Grünsyrup verarbeitet.
Als Zusammensetzung des Schlammes ergab sich:
Wasser . 5 5,36 pCt.,
unorganische Substanz 31;'8
Glüh verlust (organische Sustanz) 13,46
ϊί5 ΙΟΟ,οο pCt.
Die Zusammensetzung der unorganischen Substanz war folgende:
Calciumoxyd (Ca O). .. 17,51 pCt.,
kohlensaurer Kalk (Ca C O3) . . . 4,53
Kaliumhydroxyd (K H O) 2,50
Natriumhydroxyd (Na H O) . . . . 2,50
schwefelsaurer Kalk (Ca S O4) . . 1,06
Eisenoxyd und Thonerde (Fe2 O3
+ Al2 O3) i,42 -

Claims (1)

  1. Phosphorsäure (P2 O5J 0,83 pCt.,
    Magnesiumoxyd (Mg O) 0,06
    in Säuren Unlösliches 0,65
    unbestimmbarer Verlust 0,12
    C^ 31,18 pCt.
    Als Ausführungsformen des Verfahrens empfehlen sich je nach seiner Anwendung die nachfolgend unter I., II. und III. beschriebenen.
    I. Bei der Arbeit in Raffinerien mit reinem Rohzuckereinwurf wird bei Beginn des Betriebes denjenigen Zuckersäften bezw. Klärsein oder Dicksäften, welche auf Korn verkocht werden, während des Kochens im Vacuum eine solche Menge Fettsäure zugesetzt, dafs dieselbe genügt, die der Krystallisation schädliche Einwirkung der organischen und unorganischen Nichtzuckerstoffe (vornehmlich der Alkalien und Erdalkalien) aufzuheben und dieselben bei der weiteren Behandlung des Grünsyrups im Saturationsschlamm auszuscheiden; diese Menge beträgt bis J/2 pCt. vom Gewicht der Füllmasse.
    Den von dem betreffenden Erstproduct ablaufenden oder abgeschleuderten sogenannten Grünsyrup führt man Saturationspfannen zu, in welchen man alsdann Zucker auflöst, mit den Absüfswässern der verschiedenen Fabrikstationen auf 20° Brix bei circa 8o° C. verdünnt und zweckmäfsig mit wenigstens so viel Kalk versetzt, als der als solcher und durch den Grünsyrup zugeführte Zucker zur Bildung von Calciummonosaccharat erfordert. Nach dem Zusatz des Grünsyrups, welcher dem täglichen Gesammtquantum und der Pfannenzahl entsprechend bemessen wird, wird der Saft mittelst Kohlensäure so lange saturirt, bis bei der Prüfung mit Lackmus deutlich saure Reaction erkennbar ist, wonach die Zuleitung der Kohlensäure sofort unterbrochen werden mufs. Der Niederschlag oder Schlamm setzt sich darauf schnell ab. Es mag hierbei ausdrücklich bemerkt werden, dafs eine so weit gehende Saturation bei den bisherigen Verfahren nicht möglich war, bei diesem Verfahren aber nöthig ist. In den Schlamm sind die Alkalien des Grünsyrups in Verbindung mit Kalk und Fettsäure, sowie mit den organischen Verunreinigungen übergegangen.
    Zur Trennung des Saftes vom Schlamm wird der Inhalt der Saturationspfannen in üblicher Weise mittelst Montejus oder Pumpe durch Filterpressen gedrückt und der Saft eventuell einer weiteren Saturation unterworfen, durch Filtration weiter gereinigt, verdampft, nochmals filtrirt und im Vacuum auf Füllmasse eingekocht, wobei, wie bei Beginn der Arbeit, wiederum Fettsäure in entsprechender Menge zugesetzt wird u. s. f.
    II. Bei der Raffinationsarbeit in den Fabriken, welche mit Melasseentzuckerung und Einwurf in die Saturation arbeiten, kann das Verfahren, so lange noch Melassevorräthe vorhanden sind, in derselben Weise wie bei den Raffinerien nach I. gehandhabt werden; es tritt dann nur noch Zusatz von Zuckerkalkmilch hinzu, entsprechend deren Kalkgehalt der Zusatz von freiem Aetzkalk vermindert wird.
    III. Bei der Verarbeitung von Rüben mit und ohne Zusatz von Zuckerkalkmilch aus den Entzuckerungsanstalten kann das Verfahren zweckmäfsig derart ausgeführt werden, dafs die Hauptmenge der organischen Verunreinigungen des Rübensaftes durch Saturation entfernt, dann dieser so vorgereinigte Saft mit Grünsyrup versetzt und in oben beschriebener Weise weiter behandelt wird.
    Nach dem so beschriebenen Verfahren ist es im Grofsbetriebe, in welchem dasselbe eingehend geprüft ist, möglich, die Zuckersäfte trotz der Zuführung der Grünsyrupe in solcher Reinheit zu gewinnen, dafs die Füllmasse sich wie bei der Arbeit ohne Zusatz von Grünsyrup entweder auf Consumwaare oder Rohzucker verarbeiten läfst, und es werden bei diesem Verfahren nur dann Nachproducte, aber nur für einen oder mehrere Sude, erzeugt, wenn der Betrieb eingestellt und daher der letzte Grünsyrup nicht mehr in die Saturation zurückgeführt werden kann; aber es ist nicht ausgeschlossen, diese Restmenge bei Wiederaufnahme des Betriebes in die Saturation einzuführen.
    Für das vorliegende Verfahren können alle aus den Fetten abscheidbaren Fettsäuren Verwendung finden, so z. B. Palmitinsäure, Stearinsäure, Oleinsäure, Margarinsäure.
    Patent-Ansρruch:
    Verfahren zur Reinigung von Raffinerieklärsein und anderen Zuckersäften mittelst Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten, charakterisirt durch den Zusatz von Fettsäuren für das Verkochen im Vacuumverkochapparate behufs Bindung der Alkalien, sowie durch die Ueberfülirung der Fettsäuren und eines Theiles der Alkalien in den Scheideschlamm in der Weise, dafs der abgeschleuderte Syrup, mit anderen Zuckerlösungen geeignet verdünnt, bis zur Bildung von Monosaccharat mit Kalk versetzt und darauf mit Kohlensäure bis zum Eintreten der sauren Reaction saturirt wird.
DENDAT45454D Verfahren zur Reinigung von Raffinerie-Klärseln und andern Zuckersäften mittels Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten Expired - Lifetime DE45454C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE45454C true DE45454C (de)

Family

ID=320626

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT45454D Expired - Lifetime DE45454C (de) Verfahren zur Reinigung von Raffinerie-Klärseln und andern Zuckersäften mittels Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE45454C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69433167T2 (de) Reinigungsverfahren für zuckerrübensaft
EP1981997B1 (de) Rohsaftreinigung mit reduziertem kalkverbrauch
DE60005226T2 (de) Abtrennungs- und Konzentrierungsverfahren zur Gewinnung von Gallium und Indium aus Lösungen mittels Jarositfällung
DE102007003463B4 (de) Rohsaftalkalisierung
DE45454C (de) Verfahren zur Reinigung von Raffinerie-Klärseln und andern Zuckersäften mittels Fettsäuren zur Ausschliefsung von Nachproducten
DE921980C (de) Verfahren zur Entfernung von kolloidalen und/oder salzartigen Stoffen aus Zuckersaeften oder solche Stoffe enthaltenden Loesungen, Dispersionen bzw. Suspensionen
DE39134C (de) Verfahren der Reinigung von Zuckerlösungen oder Pflanzensäften mittelst Magnesiahydrat
DE363429C (de) Verfahren zum gleichzeitigen Erzeugen eines eiweissreichen Futters und eines phosphorsaeurereichen Duengemittels bei der Reinigung von Rohsaeften, Abpresswaessern der Zuckerfabrikation und Fruchtwaessern der Staerkefabrikation mittels schwefliger Saeure
DE116447C (de)
DE1158459B (de) Verfahren zur Reinigung von Zuckersaeften mittels Hydroxylionenaustauscherharzen
DE71021C (de) Reinigung der geschiedenen und saturirten Zuckersäfte durch schwefligsaures Natron
DE94867C (de)
DE322918C (de) Verfahren zur Gewinnung eines Futtermittels aus aufgeschlossenem, freies Alkali enthaltendem Stroh u. dgl.
DE115818C (de)
DE363559C (de) Verfahren zur Reinigung von Ablaeufen und Melassen
DE59626C (de) Verfahren zur chemischen Behand lung von Zuckersäften
DE171035C (de)
DE1004109B (de) Verfahren zur Reinigung von Zuckersaeften
DE17919C (de) Neuerungen an dem durch das Patent Nr. 7592 geschützten Verfahren zur Zuckergewinnung aus alkoholischen Lösungen von Melasse oder Syrup
DE94127C (de)
DE62545C (de) Verfahren zur Ausfällung von Zuckerkaik durch Baryt oder Strontian
DE102163C (de)
DE78142C (de) Verfahren der Reinigung von Zuckerlösungen durch schweflige Säure und Knochenkohle
DE46627C (de) Verfahren zur Reinigung von Rohalkoholen
AT107598B (de) Verfahren zur Aufarbeitung der beim Filtern von Trisaccharat anfallenden Abfallauge.