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Federnde Vorderradanordnung für Motorräder. Die Priorität der Anmeldung
in England vom 30. Januar 1925 ist in Anspruch genommen. Die Erfindung bezieht sich
auf eine federnde Vorderradanordnung für Motorräder mit-einem Vorderrad, welches
auf einer mit zwei seitlichen, am unteren Teil des Motorradrahmens angelenkten Armen
fest verbundenen, nicht aaslenkbaren, in der Mitte als Kugel ausgebildeten Radachse
schwenkbar gelagert ist. Die nach oben führende Lenkgabel wird von Federn beeinflußt.
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Das Eigentümliche vorliegender Erfindung besteht nun darin, daß diese
obenerwähnte Kugel in Pfannen ruht, deren in der Radnabe gelagertes Gehäuse an der
Lenkgabel abgestützt ist, die unter Zwischenschaltung eines horizontalen Querstückes
mit zwei am oberen Teil des Motorradrahmens befestigten Blattfederstapeln in Verbindung
steht. Dadurch wird eine allgemeine Bewegungsmöglichkeit für das Vorderrad gegeben,
und die Steuerbewegung der Räder wird durch die relative Bewegung von Kugel bzw.
Kugellagergliedern hervorgerufen, wodurch alle Seitenbewegungen bzw. Kantungen der
Maschinen möglich werden.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht des Motorrades, Abb.2 eine
Oberansicht desselben, Abb. 3 einen Schnitt durch das vordere Radlager, Abb.4 einen
Schnitt durch die Lenkeinrichtung, Abb. 5 einen Einzelteil der Lenkeinrichtung mit
der Lenkstange, Abb. 6 einen Schnitt nach Linie 6-6 der Abb. i.
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Das Gestell besitzt zwei seitliche Rohre i am Oberteil, welche vorn
mit einer Verbindungsmuffe 2 zusammenhängen, die ein Glied 3 trägt, in dem die Lenkstange
4 gelagert ist. Das entgegengesetzte hintere Ende der Rohre i trägt die Muffen 52,
in welchen die hintere Radachse 5 ruht. An den Rohren i sind ferner Verbindungsmuffen
6 angebracht, deren nach unten ragende Teile mit den seitlichen Stützen 7 in Verbindung
stehen. Untereinander sind diese Muffen 6 durch ein Querrohr 8 verbunden. Der Sattel
ist entweder an diesem Rohr 8 angebracht, oder die Rohre i können auch den Sattel
in irgendeiner passenden Weise tragen.
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Der mehr dem Boden zugekehrte Gestellteil besteht aus zweiSätzen in
senkrechterRichtung voneinander getrennter Rohre, von denen jeder Satz die Rohre
g und io aufweist, die sich von der Muffe, welche die Hinterachse 5 trägt, aus zu
der Muffe 2, welche die Lenkstange trägt, erstrecken.
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Die Rohre, welche die oberen Glieder mit dem unteren Gestellteil verbinden,
sind mit den Muffen durch Zusammenwalzen, Verlöten, Verzapfen oder in irgendeiner
sonstigen passenden Weise verbunden.
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Die Stützen 7 liegen an den unteren Enden in Muffen ii, die mit den
wagerecht verlaufenden Rohren g verbunden sind, und kurze senkrechte Rohrstücke
i2 stellen die Verbindung zwischen den Muffen ii und 13 her, die ihrerseits an den
Rohren iö angebracht sind. Die Rohre io der untersten Glieder sind durch ein Querrohr
14 miteinander verbunden.
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Die Rohre g und io der unteren Glieder sind von ihren hinteren Enden
gegen das Verbindungsstück mit den Pfeilerstützen nach außen gezogen, von wo aus
die beiden Rohre auf eine gewisse Strecke parallel zueinander verlaufen und hernach
gebogen sind und nach oben gewendet zur Muffe 2 führen. Versteifungsglieder 15 (Abb.
i und 6) liegen zwischen den Rohren g und io an der Biegungsstelle und sind durch
Walzen, Verlöten oder Verschweißen oder in anderer Weise mit den Rohrteilen verbunden.
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Die Versteifungsglieder 15 besitzen Muffen 16, in welchen ein Querrohr
17 lagert. An jedem
Ende der Röhre 17 ist ein Innenlager 18 angebracht
für ein inneres Rohr ig mit an beiden Seiten konisch zulaufenden Enden.
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An den Enden des Rohrs ig sind in U-Form gebogene Verbindungsstücke
2o angebracht. Jedes Verbindungsstück 2o trägt zwei Rohre 21, die durch eine Verbindungsmuffe
22 das Lager für die Achse des Vorderrades tragen. Die Verbindungsstücke 20 sind
auf dem Rohr ig in ihrer Lage mittels einer durchgehenden Stange 47 gesichert.
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Statt U-förmiger Schleifen kann man auch geschlossene Formen oder
in manchen Fällen auch zwei senkrecht in gewisser Entfernung voneinander verlaufende
Rohre nach Art von Muffen verwenden.
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Die Achse 23 für das Vorderrad trägt in der Mitte eine Kugel 24, welche
in Pfannen 48, 49 ruht, die ihrerseits in einem Gehäuse 25 gelagert sind, dessen
beide Hälften in irgendeiner passenden Weise miteinander verbunden sind und wagerecht
verlaufen. Das Gehäuse 25 besitzt seitlich nach außen sich erweiternde Öffnungen
26, um damit die notwendigen Bewegungen für das Rad in bezug auf die Achse zu erlauben,
wenn gelenkt werden soll.
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Von den Pfannen 48, 49, die vorzugsweise aus Phosphorbronze bestehen,
liegt die untere Pfanne nachgiebig auf einer sternartig geformten Feder 5o auf.
Die Achse 23 ist in ihrer Lage mit Hilfe eines durchgehenden Bolzens 51 gesichert.
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Auf dem Gehäuse 25 ist unter Zwischenschaltung von Kugellagern 28
die Radnabe 27 gelagert, wobei Schutzringe 29 die Kugellager 28 in ihrer bestimmten
Lage sichern.
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Die unteren Enden der Gabel 30 für das Vorderrad sind fest
mit dem Gehäuse 25 durch Zapfen verbunden. Die Gabel besteht aus zwei Rohren, die
in einem gewissen Abstande voneinander verlaufen und an jeder Seite des Rades angebracht
sind. Sie laufen an ihrem oberen Ende in einem Kopfstück 31 zusammen. Das Kopfstück
31 (Abb. 4) trägt einen Zapfen 32, der in einem doppelarmigen Glied 33 zwischen
Kugellagern 34 gelagert ist.
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Der Lenkstangenschaft 35 (Abb. 5) für die Lenkstange 4 ist ebenfalls
auf Kugellagern 36 im Verbindungsglied 3 gelagert, welches in Zapfen 37 ausläuft,
die ihrerseits in Lagern 38 stecken, welche von den Verbindungsmuffen 2 getragen
sind.
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An dem Lenkstangenschaft 35 ist ein Querstück mit den beiden Armen
39 und 4o angebracht, die durch Stangen 41 und 42 mit dem Kopfstück 31 verbunden
sind. Hierbei dienen Muffen 43, 44 zur Befestigung der Stangen an den Armen
des Querstückes.
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An den Verbindungsmuffen 2 sind die hinteren Enden zweier Blattfederstapel
45, 46 angebracht (Abb. i und 2), deren vordere Enden durch Umbiegungen 46 mit den
Armen des horizontalen Querstückes 33 verbunden sind, wie aus Abb. 4 zu ersehen
ist.
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Der Brennstoffbehälter kann im Rahmen untergebracht werden und ist
in geeigneter Weise mit den oberen Teilen desselben verbunden, während der Motor,
wenn er nur einzylindrig ist, mit der Achse des Zylinders mehr oder weniger wagerecht
liegen kann.
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Hat man einen zweizylindrigen Motor, dann sind die Achsen der Zylinder
symmetrisch zur Wagerechten angeordnet. Die Kraft kann vom Motor durch irgendeine
mechanische Übertragung bekannter Art weitergeleitet werden. Das Hinterrad wird
vorzugsweise durch eine Kette angetrieben.
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Aus dieser Einrichtung kann man erkennen, daß die Bewegung der Lenkstange
durch die Stangen 41 und 4a auf die Stützgabeln 30 übertragen wird. Da letztere
fest mit dem Gehäuse 25 verbunden sind, folgt das Vorderrad den Bewegungen der Lenkstange.
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Durch diese Vorderradanordnung können Vibrationen auf Grund von Unebenheiten
der Straßen wirkungsvoll abgeschwächt werden. Auch wird das Radschleudern bei hohen
Geschwindigkeiten vermieden. Das Motorradgestell ist insbesondere für hohe Geschwindigkeiten
geeignet, da der Sattel und der Schwerpunkt der Maschine sehr tief gelagert sind
und die Verdoppelung und Anordnung der Rahmenrohre dem Gestell eine außerordentliche
Festigkeit bei geringem Gewicht verleihen.