DE44447C - Verfahren zur Bereitung von Düngemitteln und Thran aus Fischen oder Fleischabfällen - Google Patents

Verfahren zur Bereitung von Düngemitteln und Thran aus Fischen oder Fleischabfällen

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DE44447C
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DE
Germany
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fish
waste
salted
potash
dry
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Application number
DENDAT44447D
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DR. C. WEIGELT in Berlin NW., Thurmstr. 2a
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    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F1/00Fertilisers made from animal corpses, or parts thereof
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02ATECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
    • Y02A40/00Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production
    • Y02A40/10Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production in agriculture
    • Y02A40/20Fertilizers of biological origin, e.g. guano or fertilizers made from animal corpses
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
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    • Y02P20/00Technologies relating to chemical industry
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  • Fertilizers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT. \%
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Düngerbereitung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Februar 1888 ab.
Das Wesentliche des Verfahrens besteht in der Behandlung des gegebenen thierischen Materials durch Einsalzen und Stehenlassen mit Kalisalzen bezw. Magnesiasalzen, wodurch einerseits eine weitgehende Entwässerung und andererseits Imprägnirung des Materials mit dem fä'ulnifshemmenden Salz bewirkt wird.
Von Kalisalzen sind am geeignetsten Chlorkalium (Abraumsalz), Kaliumsulfat, auch schwefelsaure Kali-Magnesia und von den Magnesiasalzen das Magnesiumsulfat.
Man wendet das gewählte Salz in einer Menge von 3 bis 10 pCt. an.
Das Verfahren ist sowohl bei frischem wie bei bereits in Fäulnifs gerathenem Material mit gleich gutem Erfolg anwendbar. Ist das Material hinreichend fetthaltig, so verbindet man mit der Verarbeitung auf Dünger zugleich auch die Gewinnung von Thran bezw. Fett. Letzteres ist überall da angezeigt, wo der Fettgehalt 2 pCt. übersteigt.
I. Verfahren für Magermaterial.
Gröfsere Fische, Meerthiere oder Abfälle werden zuvor in entsprechender Weise zerkleinert, z. B. zu Scheiben etc. zerschnitten, kleinere Fische, Meerthiere oder Theile derselben von 200 bis 50 g Einzelgewicht herab dagegen auf ihren beiden Längsseiten bezw. zwei gegenüberliegenden Seiten durch die Haut hindurch geritzt. (Noch kleinere Thiere werden am zweckmäfsigsten nach der unter II. 2. beschriebenen Modification für Fettmaterial behandelt.) Das in dieser Weise diffusionsfähig gemachte Material wird mit 3 bis 10 pCt. eines der angegebenen Salze oder eines Gemisches mehrer derselben durch einfaches Bestreuen eingesalzen und dann in geeigneten Holz- oder Metallgefä'fsen 3 bis 5 Tage lang der Einwirkung des Salzes überlassen. Ein Umpacken des Materials während dieser Zeit ist unnöthig, da wegen des hohen endosmotischen Aequivalents des angewendeten Salzes die Masse sehr bald unter Saft steht.
Das Salzen hat den directen Austritt von 20 bis 25 pCt. des Wassergehaltes des eingesalzenen Materials zur Folge. Nach dem Ablassen dieser Salzlaken trocknet das Material leicht ohne Anwendung künstlicher Wärme so vollständig, dafs es sich in einer einfachen Futtermühle zu einem Mehl von sägemehlartiger Beschaffenheit verwandeln läfst. Fleisch von Zandern und Dorschen, auch ganze Magerheringe und Hechte z. B. trocknen nach der beschriebenen Behandlung in einem Räume mit schwachem Zug innerhalb 12 bis 16 Tagen bis zur Mahlreife. Das gemahlene Gut bildet ein durch das eingedrungene Kalisalz angereichertes und als Pflanzennährstoff verbessertes stickstoffreiches Düngemittel, dessen Phosphorsäuregehalt um so reicher ist, je mehr es Grätenmaterial enthält. Bei der Anwendung von Magnesiumsulfat (Kieserit) findet zwar keine so wesentliche Anreicherung statt, wohl aber bleibt auch hier die Anwesenheit der gebundenen Schwefelsäure nicht ohne günstigen Einflufs auf die Wirksamkeit des Düngemittels.
Die infolge des Salzens aus dem Material ausgetretenen Fleischsäfte enthalten neben mitsprechenden Mengen der angewendeten Salze im Mittel gegen 0,8 pCt. Stickstoff. Durch Erwärmen über den Coagulationspunkt der
Eiweifskörper läfst sich ein Theil des Stickstoffes direct gewinnen, ein anderer Theil nebst Antheilen der Kalisalze vermittelst Filtration durch Torf, Erde für Dungzwecke verwerthen. Ist die Preislage für stickstoffhaltige Dünger entsprechend günstig, so dampft man die Laken zur Trockne ein.
II. Verfahren für Fettmaterial.
1. Bei Fettmaterial gelingt ein directes Trocknen des eingesalzenen Gutes bis zur Vermahlfähigkeit selbst unter Anwendung künstlicher Wärme nicht. Wohl aber lassen sich etwa 40 bis 50 pCt. des Wassergehaltes des gesalzenen Materials in wenig Tagen (6 bis 8) durch Eintrocknen an der Luft entfernen. Soll das halbtrockene Material mahlfähig gemacht werden, so mufs nach passender Zerkleinerung jetzt eine Entfettung vorgenommen werden, welche in Extractionsapparaten leicht gelingt. Nach dem Entfernen (Verdampfen) des Extractionsmittels (Petroläther) bleibt der Thran zurück; das Extractionsmittel wird durch Abkühlung wieder gewonnen. Das extrahirte Material trocknet jetzt rasch und vollständig event, unter Anwendung künstlicher Wärme.
2. Fische, Meerthiere oder Theile derselben, sowie Fleischabfälle überhaupt, welche einen Fettgehalt über 2 pCt. aufweisen, werden z. B. mittelst einer Fleischhackemaschine in einen Fleischbrei verwandelt; dieser Brei wird, wie bei I. angegeben, eingesalzen, 2 bis 3 Tage stehen gelassen und dann durch Dampf event, auch unter Druck auf ioo° erwä'rmt und dann abgeprefst. Man erhält hierbei wesentlich' fettärmere salzhaltige Kuchen, welche an der Luft leicht austrocknen. Diese getrockneten Kuchen werden durch Mahlen in Düngepulver umgewandelt. Bei sehr fettem Material empfiehlt es sich, eine Entfettung der trockenen Substanz mittelst Petroläther etc. in Extractionsapparaten vorzunehmen.
Durch das Abpressen werden über 50 pCt. des ursprünglich im Fleisch vorhandenen Wassers entfernt und zugleich der gröfste Theil des Fettes bezw. Thranes direct erhalten. Letzteren gewinnt man durch Abschöpfen vom Prefswasser für sich. Die wässerige Flüssigkeit enthält ebenfalls noch lösliche Stickstoff körper (ca. 0,5 pCt.), welche man wie oben gewinnen kann.
Bei Anwendung relativ theurer Salze, wie Kaliumsulfat, kann das Verfahren dahin modifkirt werden, dafs man das in Brei verwandelte Material ungesalzen dämpft und dann mäfsig stark abprefst, worauf man die Prefslinge nochmals durch eine Fleischhacke gehen läfst. Der aus dieser austretende halbtrockene Brei wird wie oben gesalzen und stark beschwert, 3 bis 5 Tage dem diffundirenden Einflüsse der Salze überlassen und dann ohne Weiteres zum Trocknen ausgebreitet. In dieser Weise läfst sich jeder Verlust an Salz vermeiden.
Als Rohmaterial können sowohl Fische, Meerthiere, Theile derselben und Fleischstücke Verwendung finden, welche als Marktwaare überhaupt ungangbar sind, als auch verdorbene bezw. zur Verwendung als menschliche Nahrung nichr mehr geeignete Marktwaare.

Claims (2)

Patent-Ansprüche :
1. Ein Verfahren zur Gewinnung von Dünger und Thran aus Fischen, Meerthieren oder Theilen (Abfällen) derselben, sowie aus Fleichabfällen im Allgemeinen, gekennzeichnet durch das Einsalzen des zerkleinerten bezw. aufgeritzten oder sonst passend zugänglich gemachten event, auch vorher gedämpften und abgeprefsten Materials mit Kali- bezw. Magnesiasalzen, Stehenlassen des eingesalzenen Materials behufs Entwässerung und Imprägnirung mit dem Salz, Entfernen der Lake und bei magerem Material Trocknen unmittelbar an der Luft oder bei fettem Material Abtrocknenlassen des gesalzenen Gutes bis etwa zum halben Wassergehalt, Zerkleinerung der Masse behufs Entfettung (Thrangewinnung) und darauf folgendes Trocknen und Mahlen oder Trocknen nach vorherigem Dämpfen und Abpressen behufs gleichzeitiger Gewinnung von Thran.
2. Bei der Behandlung von Fischen, Meerthieren und Theilen (Abfällen) derselben mittelst Kali- bezw. Magnesiasalze die Verwerthung der abfallenden Salzlaken und Prefswässer zur Stickstoffgewinnung durch Erwärmen über den Gerinnungspunkt und Filtriren durch Torf, Erde, bezw. Eindampfen derselben.
DENDAT44447D Verfahren zur Bereitung von Düngemitteln und Thran aus Fischen oder Fleischabfällen Expired DE44447C (de)

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DE44447C true DE44447C (de) 1900-01-01

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DE (1) DE44447C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE903582C (de) * 1946-07-30 1954-02-08 Ernst Busch Duengemittel und Verfahren zu seiner Herstellung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE903582C (de) * 1946-07-30 1954-02-08 Ernst Busch Duengemittel und Verfahren zu seiner Herstellung

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