DE43984A - Mechanik für Drehklaviere - Google Patents
Mechanik für DrehklaviereInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mechanik für Drehklaviere, welche sowohl
durch Anschlagen der Tasten mit der Hand, als auch durch Drehen einer Stiftenwalze automatisch
in Thätigkeit gesetzt werden kann.
Auf beiliegender Zeichnung ist Fig. ι die Darstellung des Spielmechanismus in der beim
Spielen durch Anschlagen der Tasten erforderlichen Lage, während Fig. 2 den automatischen
Spielmechanismus eingerückt und den Tastenmechanismus abgestellt zeigt.
Der Klaviermechanismus kann ein beliebiger bekannter sein, und wird derselbe bei der
vorliegenden Construction von der Wippe A, der Hammernufs B und dem Hammer C gebildet.
Durch Anschlagen der Taste D wird nun, wie üblich, der an der Hammerleiste E
anliegende Hammer C gegen die Saite G geschnellt und letztere dadurch zum Tönen gebracht.
Zwischen Klaviermechanik und Saite geht die in α gelenkige Stange HH1 hindurch,
welche an ihrem oberen Ende durch das Bändchen b mit dem in der Hammernufs B
befestigten Draht c verbunden ist, während das untere Ende dieser Stange H] blattförmig
ausgebildet und in der Leiste / geführt ist. In dem blattförmigen Theil H1 der Stange H ist
der Zahn d befestigt, welcher je nach der Stellung der Stange HH1 mit den Stiften der
Walze K im Eingriff steht, Fig. 2, oder von diesen Stiften bei Drehung der Walze K nicht
getroffen wird, Fig. 1.
Beim Spielen des Klaviers durch Anschlagen der Taste ist der automatische Spielmechanismus
ausgerückt, Fig. 1. Der Hammer C trifft beim Anschlagen der Taste D die Saite G,
und das Bändchen b zwischen Stange H und Draht c hängt während des Vorwärtsschnellens
des Hammers C schlaff zwischen Draht c und Stange H, so dafs letztere von diesem Vorgange
unberührt bleibt. Wird die Spielwalze K vermittelst der Handkurbel L und des Schneckenrades
M gedreht, so treffen die Stifte der Walze den Zahn d nicht, die Stange H1 H
wird also auch hierdurch nicht beeinflufst, und somit übt auch die Drehung der Spielwalze"
keinen Einflufs auf die Klaviersaiten aus.
Das Klavier kann also vermittelst der Tasten gespielt werden, ohne dafs der Mechanismus
für das automatische Spielen dem Spieler die Ausübung seiner Thätigkeit auch nur im geringsten
erschwert.
Soll nun aber das Klavier automatisch wirken, so wird die Stellleiste TV zurückgezogen
und dadurch die Stange HH1 durch die
Feder O so gedreht, dafs der Zahn d mit den Stiften der Spielwalze K in Eingriff gelangt,
Fig. 2.
Bei dieser Drehung der Stange H H1 zieht das an dem oberen Theile H angeordnete
Band b die Hammernufs B zurück, hebt dadurch den Hammer C von der Hammerleiste E
ab und nähert denselben der Saite G so weit, dafs er von den Vibrationen dieser Seite nicht
mehr getroffen werden kann.
Trifft ein Stift der Walze K bei Drehung der letzteren den Zahn d des Blattes H1, so
wird dieses von der Walze unter Anspannung der Feder O abgedreht, während gleichzeitig
die Stange H nach vorn gedreht und der Hammer C gegen die Hammerleiste E gelegt
wird, also wieder die in Fig. ι gezeichnete Stellung einnimmt.
Sobald nun aber der Stift der Spielwalze von dem Zahn d des Blattes H abgleitet, wird
letzteres durch die Feder O wieder nach vorn geschnellt, Fig. 2, die Stange H übt also durch
' Vermittelung des Bandes b einen nach hinten gerichteten Zug auf den Hammer C aus, durch
welchen dieser gegen die Saite G geschnellt wird und letztere zum Tönen bringt. Nachdem
dies geschehen ist, nimmt der Hammer C wieder die in Fig. 2 dargestellte Lage ein, bis
ein neuer Stift der Spielwalze den Zahn d trifft und dadurch den Hammer C wieder in
eine ausholende und dann schlagende Bewegung versetzt.
Die Stärke der Feder O bestimmt also auch die Stärke des Anschlages, und da ferner die
Stärke des Schlages von der Anspannung der Feder O abhängig ist und diese wieder durch
die Länge der einzelnen Walzenstifte bestimmt wird, so kann auch durch richtige Abmessungen
der Länge der einzelnen Notenstifte jede beliebige Tonverstärkung erzeugt werden, welche
das gespielte Musikstück fordert. Da, wie beschrieben, bei dem automatischen Spielen weder
der Klaviermechanismus, noch die Tasten bewegt werden, sondern lediglich eine Bewegung
des Hammers unter Anspannen einer verhältnifsmäfsig schwachen Feder erfolgt, so läfst
sich auch die Spielwalze sehr leicht drehen, und die Abnutzung der Notenstifte ist die
denkbar geringste. Aber noch eine weitere vortheilhäfte, sehr wesentliche Wirkung entspringt
der Anwendung des geschilderten Hinterzuges. Infolge der Uebertragung der Wirkung der Notenstifte durch die einen
langen Hebel bildende Stange HH1 direct
auf den Hammer C bezw. auf dessen Hammernufs B kann der Drehpunkt der Stange HH1
so gewählt werden, dafs nur eine geringfügige Bewegung des Stangenblattes H1 dazu gehört,
um dem Hammer C unter Entwickelung der erforderlichen Kraft den nöthigen Ausschlag
zu geben. Die Folge dieser Einrichtung ist dann die geringst erforderliche Länge der
Notenstifte, um diesen Ausschlag zu bewirken, und daraus ergiebt sich wiederum die Möglichkeit,
die Spielwalze mit einer gröfseren Anzahl auf einem Kreise liegender Stifte zu besetzen,
also ein längeres Musikstück auf eine Walze zu bringen, welche denselben Umfang wie eine andere Walze hat, welche bisher nur
ein bedeutend kürzeres Stück aufzunehmen im Stande war.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei mechanischen Klavieren und ähnlichen Saiteninstrumenten die Anordnung einer drehbaren, unter Einwirkung einer Feder (O) stehenden Stange (HH1J zwischen Klaviermechanik und Saite (G), welche Stange an ihrem oberen Ende durch ein Band (b) mit der Hammernufs (B) oder dem Hammer (C) selbst verbunden ist und an ihrem unteren Ende (H1) einen Zahn trägt, auf welchen die Notenstifte der Spielwalze wirken.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43984A true DE43984A (de) |
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