Die Erfindung betrifft einen selbstsperrenden Sicherheits
gurtaufroller mit einer fahrzeugsensitiv und/oder
gurtbandsensitiv ansteuerbaren Blockiervorrichtung und mit
einer auf die Gurtaufwickelwelle einwirkenden und mit einer
Antriebsvorrichtung versehenen Strammvorrichtung, wobei der
Gurtaufroller mit einer
Kraftbegrenzungseinrichtung für einen begrenzten
Gurtbandauszug versehen ist.
Ein gattungsgemäßer Sicherheitsgurtaufroller einschließlich
einer zugeordneten Strammvorrichtung ist in der
DE-OS 19 13 448 beschrieben; bei dem bekannten Gerät ist der
Gurtaufwickelwelle eine bei normalem Fahrbetrieb
verriegelbare, bei Eintritt einer vorgegebenen, gefährlichen
Fahrzeugverzögerung ausgelöste Vorspannfeder als
Strammvorrichtung zugeordnet. In dem im Anschluß an den
Strammvorgang auftretenen Sperrfall können in nachteiliger
Weise erhebliche Kräfte auftreten, wenn der Körper des
angeschnallten Insassen aufgrund der auf ihn einwirkenden
Beschleunigungs- bzw. Verzögerungskräfte "in den Gurt
fällt", so daß eine Verletzungsgefahr durch die Rückhaltung
mittels des Gurtbandes besteht. Zur Vermeidung dieses
Umstandes ist bei dem gattungsgemäßen und aus der DE-OS
19 13 448 bekannten Sicherheitsgurtaufroller bereits eine
ständig wirksame Kraftbegrenzungseinrichtung vorgesehen.
Mit dieser bekannten Ausgestaltung ist der Nachteil
verbunden, daß die Kraftbegrenzungseinrichtung ständig, das
heißt auch bei dem normalen Anlegen und Aufwickeln des
Gurtbandes und bei normalen, durch den Gebrauch des
Sicherheitsgurtes bedingten Blockierungen auf einem geringen
Kraftniveau in den Kraftübertragungsweg eingeschaltet ist;
dies gilt insbesondere auch für den Strammvorgang, bei
welchem über die Drehung der Welle gestrammt und insoweit
ein erhebliches Drehmoment aufgebracht wird.
Aus den beiden älteren Patentanmeldungen DE 42 27 781 A1
sowie DE 42 09 540 A1 sind Vorschläge zur Auslegung einer
Gurtaufroller-Gurtstrammer-Kombination mit
Kraftbegrenzungseinrichtung bekannt, bei welchen ebenfalls
die Kraftbegrenzungseinrichtung ständig in den
Kraftübertragungsweg eingeschaltet ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
gattungsgemäßen Sicherheitsgurtaufroller so weiterzu
bilden, daß die Kraftbegrenzungseinrichtung bei normalem
Betrieb des Sicherheitsgurtaufrollers keiner Beanspruchung
unterliegt.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus dem Anspruch 1;
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, daß die
Kraftbegrenzungseinrichtung in Abhängigkeit von den
Funktionszuständen des Gurtaufrollers und/oder der
Strammvorrichtung über eine zwischengeschaltete Kupplung
oder abschaltbar ist. Damit ist der Vorteil
verbunden, daß bei den einzelnen Funktionszuständen des
Gurtaufrollers mit Strammvorrichtung, nämlich normales
Blockieren ohne Ansprechen der Strammvorrichtung, Auslösung
und Einwirkung durch den Strammvorgang sowie weitere
Funktionssicherheit nach Abschluß des Strammvorganges die
Kraftbegrenzungseinrichtung zu- oder abgeschaltet ist, um so
die Funktionssicherheit des Gurtaufrollers mit Stramm
vorrichtung auch bei einer begrenzt zulässigen
Vorverlagerung des Insassen sicherzustellen.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die
Kraftbegrenzungseinrichtung für einen begrenzten Gurtband
auszug nur nach Abschluß der Strammbewegung wirksam, wobei
die Kraftbegrenzungseinrichtung bei normalem
Blockierverhalten des selbstsperrenden Gurtaufrollers
abgeschaltet ist und durch die Strammbewegung in Funktions
bereitschaft gesetzt wird. Hiermit ist der Vorteil
verbunden, daß bei einem Unfall, der die Aktivierung der
Strammvorrichtung noch nicht auslöst, die Kraftbegrenzungs
einrichtung nicht zugeschaltet und damit nicht wirksam ist,
weil in einem solchen Fall eine auch begrenzte
Vorverlagerung des Insassen nicht zulässig ist. Nur bei
einem stramm am Körper anliegenden Gurt ist eine solche
Vorverlagerung zulässig, was bedeutet, daß die Kraftbe
grenzungseinrichtung erst nach Abschluß der Strammbewegung
zugeschaltet werden darf.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Kraft
begrenzungseinrichtung in einer an sich aus der
DE-C-24 19 937 bekannten Weise als Torsionsstab ausgebildet.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der
Torsionsstab einerseits mit dem Blockiersperrglied des
Gurtaufrollers und andererseits mit der Gurtaufwickelwelle
des Gurtaufrollers verbunden, wobei zwischen Torsionsstab
und Gurtaufwickelwelle eine durch die Strammbewegung
auslösbare Kupplung vorgesehen ist. Auf diese Weise ist die
Zu- und Abschaltbarkeit des als Torsionsstab ausgebildeten
Kraftbegrenzers sichergestellt. Zur Ausbildung dieser
Kupplung ist nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
vorgesehen, daß der Torsionsstab in einem ihn umgebenden
Wellenrohr angeordnet und auf seiner dem Blockiersperrglied
des Gurtaufrollers zugeordneten Seite undrehbar mit dem
Wellenrohr verbunden ist, wobei die durch die Strammbewegung
auslösbare Kupplung als zwischen der Gurtaufwickelwelle und
dem Wellenrohr wirksame Fliehkraftkupplung ausgebildet ist.
Nach jeweils alternativen Ausführungsbeispielen kann das
Blockiersperrglied des Sicherheitsgurtaufrollers dabei
entweder mit dem Torsionsstab oder aber mit dem Wellenrohr
gekoppelt sein.
Die Kupplung zwischen Wellenrohr und Gurtaufwickelwelle ist
nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung über einen auf
der Kupplungsseite des Wellenrohres angeordneten außenver
zahnten Zahnring gegeben, wobei in der zugeordneten Ebene an
der Gurtaufwickelwelle eine beziehungsweise mehrere
schwenkbare Klinken gelagert sind; hierzu kann vorgesehen
sein, daß die Klinke bei normalem Blockierverhalten des
selbstsperrenden Gurtaufrollers in Eingriff mit dem Zahnring
steht und durch die beim Strammvorgang eintretende Drehbe
schleunigung der Gurtaufwickelwelle außer Eingriff mit dem
Zahnring kommt. Eine derartige Kupplung ist beispielsweise aus der
DE-A-34 07 378 bekannt.
Die Wirksamkeit der Kupplung kann nach einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung dadurch sichergestellt
sein, daß an der Klinke eine diese in Eingriff mit dem Zahn
ring haltende Übertotpunktfeder angreift, welche die Klinke
bei ihrer Ausschwenkung nach Überschreiten des Totpunktes
der Schwenkbewegung nach außen in ihrer Freigabestellung für
den Zahnring des Wellenrohres hält.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen,
daß die Klinke in ihrer Eingriffsstellung mit der Außen
verzahnung des Zahnringes mit geringem Spiel zum Zahnring
ausgeführt ist, so daß die Klinke beim Straffvorgang durch
die Fliehkraft leicht gegen die Übertotpunktfeder
ausgekuppelt werden kann. Geringe Belastungen des
Gurtbandes, wie sie zum Beispiel im Normalbetrieb des
Gurtaufrollers auftreten, werden bei diesem
Ausführungsbeispiel über den Torsionsstab geleitet, während
bei größeren Lasten sich die Klinken an den Zahnring, durch
elastische Verformung der Bauteile, insbesondere des
Torsionsstabes anlegen.
Soweit sich die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel auf
die Ausbildung der Strammerkupplung nach den aus der
DE-A-34 07 378 bekannten Merkmalen mit
einer Seilscheibe und einer Kupplungsscheibe und einer
dazwischen wirkenden radialen Sperrklinke bezieht, kann
vorgesehen sein, daß die Kupplungsscheibe axial neben der
Gurtaufwickelwelle angeordnet und mit dieser verbunden ist,
und daß der Torsionsstab mit der Kupplungsscheibe undrehbar
verbunden und die Klinkenkupplung zwischen Wellenrohr und
Kupplungsscheibe angeordnet ist.
Alternativ kann vorgesehen sein, daß die Gurtaufwickelwelle
einen die Kupplungsebene der Seilscheibe umgreifenden
einstückigen Fortsatz als Kupplungsscheibe bildet und
zwischen dem Fortsatz und dem Torsionsstab als Kraftbe
grenzungseinrichtung ein beide Teile undrehbar verbindender
Zwischenring (nicht gezeigt) angeordnet ist.
An den erfindungsgemäßen Sicherheitsgurtaufroller kann nun
auch die Forderung gestellt werden, daß der Gurtaufroller im
Anschluß an einen Unfall, also nach Ansprechen der
Strammvorrichtung und Beanspruchung der Kraftbegrenzungs
einrichtung, noch als Sicherheitsgurtaufroller
funktionsfähig ist, damit der Fahrzeuginsasse im Anschluß an
einen solchen Unfall das Fahrzeug noch in angeschnalltem
Zustand bewegen kann. Hierzu sieht die Erfindung in einer
besonderen Weiterbildung vor, daß im Anschluß an den mit
einer Beanspruchung der Kraftbegrenzungseinrichtung
verbundenen begrenzten Gurtbandauszug durch Ansteuerung der
Kupplung über die folgende Aufwickelbewegung des Gurtbandes
eine Abschaltung der Kraftbegrenzungseinrichtung erfolgt.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung kann darin bestehen, dafür
Sorge zu tragen, daß der Torsionsstab als
Kraftbegrenzungseinrichtung nicht überbeansprucht wird,
damit nicht die in begrenztem Umfang zugelassene
Vorverlagerung des Insassen zu groß wird. Daher sieht die
Erfindung in einer weiteren besonderen Ausführungsform vor,
daß bei Erreichen einer maximalen Umdrehungszahl des
Torsionsstabes als Kraftbegrenzungseinrichtung durch
Ansteuerung der Kupplung eine Abschaltung der Kraftbe
grenzungseinrichtung erfolgt.
In einem die beiden vorgenannten Aspekte ermöglichenden
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, daß in der
Ebene der an der Kupplungsscheibe der Gurtaufwickelwelle
gelagerten Klinke in dem zugeordneten Gehäuse der Stramm
vorrichtung ein Steuerring mit einer mit der Klinke
zusammenwirkenden Innenverzahnung gegen einen gewissen
Widerstand zum Beispiel durch Reibung drehbar angeordnet
ist, dessen Innenverzahnung in Aufwickel-Drehrichtung
geneigte Rampen ausbildet. Diese Innenverzahnung des
Steuerringes kann beispielhaft derart in den von der Klinke
überstrichenen Raum hineinragen, daß die Klinke in
Aufwickel-Drehrichtung an der Innenverzahnung des Steuer
ringes anliegt, wobei die Übertotpunktfeder ihren Totpunkt
noch nicht überschritten hat. Dabei kann weiterhin
vorgesehen sein, daß die Klinke auf ihrer dem Steuerring
zugeordneten Außenseite einen weiteren Zahn aufweist, der in
Aufwickel-Drehrichtung der Gurtaufwickelwelle über die
Innenverzahnung des Steuerringes hinweggeht und in Abwickel-
Drehrichtung der Gurtaufwickelwelle in einen zugeordneten
Zahn der Innenverzahnung des Steuerringes eingreift und
diesen mitdreht.
Mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen ist eine Kupplung
beschrieben, die nach Beanspruchung des Gurtaufrollers mit
Strammvorrichtung und auch der Kraftbegrenzungsvorrichtung
mit dem in Unfallgeschehen verwirklichten begrenzten
Gurtbandauszug durch Drehung der Gurtaufwickelwelle in
Aufwickel-Drehrichtung bei einem erneuten Gurtbandauszug,
wenn sich nach einem Unfall der Insasse erneut anschnallt,
die formschlüssige Verbindung zwischen der
Gurtaufwickelwelle und dem Wellenrohr über die
Klinkenkupplung wieder herstellt, so daß die
Kraftbegrenzungseinrichtung ausgeschaltet ist.
Soweit die Erfindung auch vorsieht, nur eine maximale
Umdrehungszahl für den Torsionsstab zuzulassen, um diesen
vor Überbelastung zu schützen, ist nach einem Ausführungs
beispiel der Erfindung der Steuerring mit einer Seiltrommel
mit einem darauf aufgewickelten Seil verbunden, dessen
Abwickellänge der maximalen Umdrehungszahl des Torsions
stabes entspricht; weiterhin kann vorgesehen sein, daß mit
der Gurtaufwickelwelle ein Verriegelungsring über
Scherstifte verbunden ist, die über einen durch die Spannung
im Seil ansteuerbaren Hebel gegenüber der weiterdrehenden
Gurtaufwickelwelle festlegbar ist, welcher Verriegelungsring
eine Kulissenführung für einen an der Klinke angeordneten
Steuerzapfen ausweist.
Bei diesem vorgenannten Ausführungsbeispiel wickelt die
Verdrehung des Torsionsstabes die vorgehaltene Seillänge ab,
so daß sich am Ende des eingestellten Torsionsweges das Seil
strafft, wobei diese Seilstraffung über eine zugeordnete
Kulissenführung zur aktiven Rücksteuerung der Klinke in
Eingriff mit dem Wellenrohr herangezogen ist, und aufgrund
dieser wiederhergestellten Kupplung ist dann bei einer
weiteren Belastung des Gurtbandes in Auszugsrichtung, die
unter Umständen zu einem Bruch/Abscheren des Torsionsstabes
und damit zu einer zu großen Vorverlagerung führen würde,
der Torsionsstab als Kraftbegrenzungsvorrichtung
abgeschaltet.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
wiedergegeben, welche nachstehend beschrieben sind. Es
zeigen:
Fig. 1 einen Gurtaufroller mit Strammeinrichtung mit
integrierter Kraftbegrenzungseinrichtung in
geschnittener Vorderansicht,
Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 in Seitenansicht
auf die Strammerseite in teilweisem Schnitt,
Fig. 3a-c in einer schematischen Darstellung die
Kupplung zwischen Wellenrohr und Gurtauf
wickelwelle/Kupplungsscheibe in
unterschiedlichen Funktionszuständen.
Der aus Fig. 1 ersichtliche Gurtaufroller 10 hat eine
Blockierseite 11 und eine Strammerseite 12 mit darin
angebrachter Strammerkupplung. Die Funktion des
Gurtaufrollers auf seiner Blockierseite entspricht dem Stand
der Technik und ist von der hier beschriebenen Erfindung
nicht berührt, so daß darauf nicht weiter eingegangen wird.
Der Gurtaufroller weist auf seiner Blockierseite 11 eine
gehäusefeste Verzahnung 9 auf, in welche ein in noch zu
beschreibender Weise gelagertes Blockiersperrglied 8 radial
auslenkbar ist. In dem U-förmigen Gehäuse 13 des
Gurtaufrollers 10 ist eine Gurtaufwickelwelle 14 drehbar
gelagert, die auf der Strammerseite 12 mit einer axial neben
ihr angeordneten Kupplungsscheibe 15 fest verbunden ist. Die
Kupplungsscheibe 15 hat eine eine Kupplungsebene festlegende
Innenverzahnung 16.
Zur Ausbildung der Strammerkupplung ist axial neben der
Kupplungsscheibe 15 der Gurtaufwickelwelle 14 eine
Seilscheibe 17 gelagert, auf welcher ein Antriebsseil 18
aufgewickelt ist; wie nicht weiter dargestellt, ist das
Antriebsseil 18 aus dem Gehäuse der Strammerseite 12 des
Gurtaufrollers 10 herausgeführt und gelangt in eine
Antriebsvorrichtung mit einem Zylinder und einem Kolben
(Fig. 4). An der Seilscheibe 17 ist eine Strammerklinke 19
(siehe Fig. 5 und 6) radial zum Eingriff in die
Innenverzahnung 16 der Kupplungsscheibe 15 gelagert, wobei
die Funktion dieser Strammerkupplung in der DE-A-34 07 378
hinreichend beschrieben ist.
Damit in einem bestimmten Betriebszustand die Kupplung
zwischen Strammer und Welle aufgehoben werden kann, ist die
Seilscheibe 17 mit einem Innengewinde auf einer Buchse 20
drehbar gelagert, die ein Außengewinde als Trapezsteil-
Gewinde aufweist. Die Buchse 20 ist nur in der
Strammrichtung, das heißt in der Abwickelrichtung des
Antriebsseiles 18 von der Seilscheibe 17 drehbar gelagert
und in der Gegenseite gesperrt, wozu eine die Strammerseite
12 einschließende Gehäusekappe 22 an ihrer Innenseite eine
Ratsche 23 ausbildet, welche Ratsche 23 die Drehbewegung der
Buchse 20 entgegen der Strammrichtung sperrt. Die
Seilscheibe 17 ist über eine Druckfeder 21 in die durch die
Innenverzahnung 16 der Kupplungsscheibe 15 und die
Strammerklinke 19 an der Seilscheibe 17 gegebene
Kupplungsebene vorgespannt.
Zur Ausbildung der Kraftbegrenzungseinrichtung ist im Innern
der Gurtaufwickelwelle 14 ein Wellenrohr 24 angeordnet, in
dessen Inneren ein Torsionsstab 25 als Kraftbegrenzungs
einrichtung liegt, der an seinen beiden Stirnseiten jeweils
Stirnverzahnungen 26 aufweist. Auf der Blockierseite 11 des
Gurtaufrollers ist der Torsionsstab 25 über die zugeordnete
Stirnverzahnung 26 drehfest mit dem Wellenrohr 24 verbunden
(siehe Fig. 1), wobei auf dem Torsionsstab 25 das
Blockiersperrglied 8 des Gurtaufrollers 10 gelagert ist. An
der gegenüberliegenden Seite ist der Torsionsstab 25 über
die dort zugeordnete Stirnverzahnung 26 drehfest unmittelbar
mit der Kupplungsscheibe 15 der Gurtaufwickelwelle 14
verbunden.
An dieser Stelle sei auf eine im einzelnen nicht
dargestellte alternative Ausführungsform verwiesen, bei
welcher die gesonderte Kupplungsscheibe wegfallen kann und
hierzu die Gurtaufwickelwelle einen die Kupplungsebene der
Seilscheibe 17 umgreifenden einstückigen Fortsatz als
Kupplungsscheibe bildet, wobei zwischen dem Fortsatz der
Gurtaufwickelwelle 14 und der Stirnverzahnung 26 des
Torsionsstabes 25 nun ein beide Teile undrehbar verbindender
Zwischenring angeordnet ist, der über zugeordnete
Verzahnungen die Verbindung zwischen Gurtaufwickelwelle 14
und Torsionsstab 25 übernimmt.
Zur Ausbildung einer Kupplung (gemäß Fig. 2) im Hinblick
auf die Zu- und Abschaltung des Torsionsstabes 25 ist das
Wellenrohr 24 auf der Strammerseite 12 mit einem Zahnring 27
fest verbunden, in dessen Ebene an der Kupplungsscheibe 15
eine Klinke 28 als Kupplungsklinke zwischen Kupplungsscheibe
15 und Wellenrohr 24 schwenkbar gelagert ist. Hierzu hat die
Klinke 28 einen ersten Klinkenzahn 29 zum Eingriff in die
Verzahnung des Zahnringes 27 und weist auf ihrer äußeren,
rückwärtigen Seite zur Kupplungssteuerung einen zweiten Zahn
30 auf. Weiterhin ist die Klinke 28 mit einem radial
abstehenden Steuerzapfen 31 versehen, und die Klinke 28 ist
von einer Übertotpunktfeder 32 beaufschlagt.
Im Hinblick auf die Steuerung der Klinke 28 und damit der
Kupplung zwischen Wellenrohr 24 und Kupplungsscheibe 15 ist
zusätzlich in der Ebene von Zahnring 27 und Klinke 28 ein
die Klinke außen umgreifender Steuerring 33 angeordnet, der
eine Innenverzahnung 34 aufweist, welche mit dem zweiten
Zahn 30 der Klinke 28 zusammenwirkt, wie noch zu beschreiben
sein wird. Der Steuerring 33 ist in der Gehäusekappe 22 dreh
bar gelagert. An dem Außendurchmesser des Steuerringes 33
ist eine Seiltrommel 35 integriert, an der ein mit einer Vor
ratslänge in einem Seilspeicher 35a eingelegtes Seil 36 ein
gehängt ist, welches bei Drehung des Steuerringes 33 aus dem
Seilspeicher 35a abgezogen und auf die Seiltrommel 35 des
Steuerringes 33 aufgewickelt wird.
Mit der Gurtaufwickelwelle 14 ist ferner über Scherstifte
37a ein Verriegelungsring 37 verbunden, der eine Außenver
zahnung 38 aufweist, welcher ein Hebel 39 zugeordnet ist,
der beim Auszug des Seiles 36 aus dem Seilspeicher 35a und
der damit verbundenen Spannung des Seiles 36 beaufschlagbar
ist und in Eingriff mit der Außenverzahnung 38 des
Verriegelungsringes 37 kommt. Der Verriegelungsring 37 hat
eine Kulissenführung 40, die auf den Steuerzapfen 31 der
Klinke 28 einwirkt, so daß über die Kulissenführung 40 die
Klinke 28 bewegt wird.
Anhand der Fig. 1 und 2 wird nun nachstehend die Funktion
des Gurtaufrollers mit Strammvorrichtung und integrierter
Kraftbegrenzungseinrichtung beschrieben:
Bei normalem Betrieb des Gurtaufrollers, das heißt ohne
Ansprechen der Strammvorrichtung ist das Wellenrohr 24 über
die in Eingriff stehende Klinke 28, von der auch
gegenüberliegend zwei Stück angeordnet sein können, mit der
mit der Gurtaufwickelwelle 14 drehenden Kupplungsscheibe 15
verbunden. Kommt es bei diesem normalen Funktionsablauf
aufgrund der auf der Blockierseite 11 des Gurtaufrollers 10
angeordneten gurtband- und/oder fahrzeugsensitiven Steuer
vorrichtung zu einer Auslenkung des Blockiersperrgliedes 8
in die gehäusefeste Verzahnung 9, so wird die entsprechende
Kraft von dem Blockiersperrglied über die an der Blockier
seite 11 über die Stirnverzahnung 26 vorgenommene drehfeste
Verbindung zwischen Torsionsstab 25 und Wellenrohr 24 in das
Wellenrohr 24 geleitet und vom Wellenrohr 24 über die unter
Vorspannung der Übertotpunktfeder 32 in Eingriff stehende
Klinke 28 über die Kupplungsscheibe 15 und
Gurtaufwickelwelle 14 aufgenommen. Somit kommt in diesem
Funktionszustand der Torsionsstab 25 als Kraftbegrenzungs
einrichtung nicht zum Tragen.
Kommt es nun im Falle eines Unfalles zur Auslösung der
Strammvorrichtung mit Abzug des Antriebsseiles 18 von der
Seilscheibe 17, so dreht sich aufgrund der eingreifenden
Strammerkupplung (Strammerklinke 19 - Fig. 5) die
Kupplungsscheibe 15 mit Gurtaufwickelwelle 14 in Aufwickel
drehrichtung des Gurtbandes mit; die schlagartig einsetzende
Rotationsbewegung der Kupplungsscheibe 15 bewirkt nun, daß
aufgrund der auftretenden Fliehkräfte die an ihr gelagerte
Klinke 28 über die Übertotpunktfeder 32 radial nach außen
gedrückt wird, so daß die kuppelnde Verriegelungsstellung
zwischen Kupplungsscheibe 15 und Wellenrohr 24 dadurch
aufgehoben ist. Damit werden bei der Drehung von Seilscheibe
17 und daran gekoppelter Kupplungsscheibe 15 mit
Gurtaufwickelwelle 14 die Strammerkräfte direkt in die
Gurtaufwickelwelle 14 eingeleitet, wobei der drehfest mit
der Kupplungsscheibe 15 verbundene Torsionsstab 25 ohne jede
Kraftaufnahme mitdreht, so daß der Torsionsstab 25 bei dem
Strammvorgang durch die auftretenden Kräfte nicht beeinflußt
oder geschädigt wird.
Im Anschluß an den Strammvorgang soll nun ein begrenzter
Gurtbandauszug möglich sein, und über den Weg dieses
Gurtbandauszuges soll der Torsionsstab 25 als Kraftbegren
zungseinrichtung beaufschlagt sein. Dieses ist durch die
beim Strammvorgang erfolgte Aufhebung der Kupplung zwischen
der Kupplungsscheibe 15 und dem Wellenrohr 24 durch die Klin
ke 28 gegeben. Erfolgt nämlich im Anschluß an die Strammbe
wegung durch Zug am Gurtband eine Drehung der Gurtaufwickel
welle 14 mit Kupplungsscheibe 15 in Abwickelrichtung, so
dreht nun die Kupplungsscheibe 15 bei nicht mehr gegebener
Verbindung mit dem Wellenrohr 24 nur noch den mit der
Kupplungsscheibe 15 drehfest verbundenen Torsionsstab 25,
der auf der Blockierseite 11 des Gurtaufrollers 10 ebenfalls
drehfest mit dem Blockiersperrglied 8 - entweder mittelbar
oder unmittelbar - verbunden ist. Die Abwickel-Drehbewegung
der Gurtaufwickelwelle 14 führt also jetzt zu einer
Verformungsarbeit leistenden und dabei Kraftspitzen
abbauenden Torsion des Torsionsstabes 25, da die
Wellendrehung durch das Blockiersystem zwischenzeitlich
durch Einsteuerung des Blockiersperrgliedes 8 in die
gehäusefeste Verzahnung 9 blockiert ist.
Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel
berücksichtigt auch eine Begrenzung der vom Torsionsstab 25
unter Last ausgeführten Umdrehungen, um eine Überbelastung
des Torsionsstabes 25 beziehungsweise eine zu große
Vorverlagerung des angeschnallten Insassen zu vermeiden.
Hierzu ist dafür Sorge getragen, daß nach einer bestimmten
Umdrehungszahl der Gurtaufwickelwelle 14 in Auszugsrichtung
beziehungsweise des Torsionsstabes 25 die Kupplung zwischen
Kupplungsscheibe 15 und Wellenrohr 24 wieder eingekuppelt
wird, so daß der Torsionsstab 25 wieder wirkungslos wird.
Hierzu ist ein an die Kupplungsscheibe 15 mittels der Klinke
28 koppelbarer Steuerring 33 vorgesehen, der auf seiner
Außenseite eine Seiltrommel aufweist, an der ein Seil 36
eingehängt ist, das mit einer Läge in einen Seilspeicher 35a
eingespeichert ist. Über die Drehung der Kupplungsscheibe 15
und der Mitdrehung der Seilscheibe 33 bei eingekuppelter
Klinke 28 in den Steuerring 33 wird das Seil 36, dessen
Länge der maximalen Drehung des Torsionsstabes 25
entsprechend eingestellt ist, aus dem Seilspeicher 35a
ausgezogen, und die am Ende des Seilweges auftretende
Seilspannung beaufschlagt den Hebel 39, der hierdurch
seinerseits in die Außenverzahnung 38 des
Verriegelungsringes 37 eingreift; da der Verriegelungsring
37 mit einer Kulissenführung 40 den Steuerzapfen 31 der
Klinke 28 beaufschlagt, wird die Klinke 28 aus ihren
Eingriff in den Steuerring 33 in ihren Eingriff
mit dem Zahnring 27 des Wellenrohres 24 zurückgesteuert, und
auf diese Weise ist die Verbindung zwischen Kupplungsscheibe
15 und Wellenrohr 24 wiederhergestellt, die eine
Kraftüberleitung an dem Torsionsstab 25 vorbei bewirkt, so
daß bei weiterer Belastung des Gurtes der Torsionsstab 25
nicht mehr belastet wird.
In dieser Stellung ist auch sichergestellt, daß nach
Abschluß der Vorverlagerung des Insassen der Gurtaufroller
10 als solcher wieder funktionsfähig ist, allerdings ohne
daß Strammvorrichtung oder Kraftbegrenzungseinrichtung
nochmals ansprechen können. Der im Anschluß an die
Beanspruchung des Gurtaufrollers wieder herbeigeführte
Zustand entspricht dem Ausgangszustand bei normalem Betrieb
des Gurtaufrollers.
Da die Begrenzung der Drehbewegung des Torsionsstabes 25 und
die damit verbundene Abschaltung über Steuerring 33, Seil 36
und Verriegelungsring 37 nur eine zusätzliche Sicherheits
maßnahme darstellt, die bei entsprechender Auslegung des
Gerätes entbehrlich ist, ist in den Fig. 3a bis 3c eine
Ausführungsform der Erfindung beschrieben, bei welcher im
Anschluß an den Strammvorgang nur eine Einsteuerung der
Klinke 28 in den Zahnring 27 des Wellenrohres 24 zur
Kupplung zwischen Wellenrohr und Kupplungsscheibe 15
erfolgt. Dabei ist in Fig. 3a der Kupplungseingriff
zwischen Klinke 28 und Zahnring 27 des Wellenrohres 24
dargestellt, wobei nun aber die Innenverzahnung 34 des
weiterhin vorgesehenen Steuerringes 33 als in Abwickel-Dreh
richtung geneigte Rampen ausgebildet ist. Bei dem in
Fig. 3b dargestellten Strammvorgang (Pfeil a) wird die
Klinke 28 durch Fliehkraft radial nach außen geschwenkt und
rutscht in dieser Stellung mit ihrer Außenseite,
insbesondere dem zweiten Zahn 30, über die rampenartig
ausgebildete Innenverzahnung 34 des Steuerringes 33, wobei
in dieser Stellung die Übertotpunktfeder 32 noch keine
Belastung in die radial äußere Richtung ausübt. Damit ist
während des Strammvorganges die Kupplung zwischen Wellenrohr
24 und Kupplungsscheibe 15 - wie schon beschrieben -
aufgehoben. In Fig. 3c ist nun der Zustand dargestellt, der
sich bei dem Gurtbandauszug (Pfeil b) im Anschluß an die
Strammbewegung einstellt (begrenzte Vorverlagerung); hierbei
drückt nun aufgrund der Drehrichtungsumkehr der
Kupplungsscheibe 15 in Gurtauszugsrichtung die
Übertotpunktfeder 32 die Klinke 28 mit dem zweiten Zahn 30
in Eingriff mit der Innenverzahnung 34 des Steuerringes 33,
so daß in dieser Stellung die Kupplung zwischen
Kupplungsscheibe 15 und Wellenrohr 24 zuverlässig aufgehoben
ist, wie auch schon beschrieben, und der Steuerring 33 dreht
sich mit der Kupplungsscheibe 15.
Soll nun im Anschluß an die begrenzte Vorverlagerung durch
die Aufrollbewegung der Gurtaufwickelwelle der
Funktionszustand des Gurtaufrollers wiederhergestellt
werden, so führt die Bewegung der Gurtaufwickelwelle in der
in Fig. 3b dargestellten Drehrichtung (Pfeil b) dazu, daß
durch die rampenartig ausgebildete Innenverzahnung 34 die
Klinke 28 außer Eingriff mit der Innenverzahnung 34 gedrückt
wird, wobei die damit verbundene Rotationsbewegung
ausreicht, den Totpunkt der Übertotpunktfeder 32 zu
überwinden, so daß die Übertotpunktfeder 32 die Klinke 28
wieder in ihre in Fig. 3a dargestellte Ausgangsstellung
drückt, was der normalen Funktion des Gurtaufrollers unter
Ausschaltung des Torsionsstabes 25 entspricht.