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Kopiermaschine mit selbsttätig nach der Länge der Schriftstücke gesteuerten
Nebeneinrichtungen. Bei den zur Zeit gebräuchlichen Kopiermaschinen wird die Kopienlänge
bestimmt durch das Arbeitsverhältnis zwischen der Briefeinführvorrichtung und der
Schneidvorrichtung für die hergestellten Kopien. Es sind verschiedene Maschinenausbi'.dungen
bekannt geworden, welche ein Verschieben zwischen Einlegezeitpunkt und Schnittzeitpunkt
entsprechend der sich ändernden Länge der zu, kopierenden Schriftstücke zulassen.
Diese Einrichtungen wirken teils völlig, teils teilweise selbsttätig. Bei der erstgenannten
Art erfolgt die Steuerung der Nebeneinrichtungen mittels eines mit stets gleichbleibender
Dauer arbeitenden Zeitlaufwerkes dadurch_, daß man die zu kopierenden Schriftstücke
durch ein bewegliches Maschinenglied, etwa einen Taster, abfühlen läßt und dann
durch diesen Taster das Zeitlaufwerk in Gang setzt, wodurch die Kopienlänge dem
jeweils
abgetasteten Schriftstück genau angepaßt wird. Im zweiten
Falle wird ein beweglicher Getriebeteil von Hand an einem Maßstab entsprechend der
jeweiligen Schriftstücklänge eingestellt. Ein anderer, in seinem Laufe durch den
eingestellten Teil beeinflußter Getriebeteil veranlaßt dann das rechtzeitige Ausrücken
des erwähnten Zeitlaufwerks. Jede dieser beiden bekannten Ausführungsart:n hat ihre
Vor- und Nachteile. Die Tastervorrichtung arbeitet besonders genau nach der Schriftstücklänge.
Diese Genauigkeit kann für den praktischen Gebrauch aber nachteilig werden. Wird
mit einer so ausgebildeten Maschine ein besonders kleines Schriftstück, z. B. ein
solches unter Oktavformat, kopiert, so fällt die dem Format genau :entsprechende
Kopie für die praktische Verwendbarkeit unter Umständen zu klein aus, indem der
für das Einordnen der Kopien in die Registraturmappe erforderliche Heftrand fehlt.
Die Tasteintrichtung berücksichtigt weiterhin jeden Maßunterschied, der bei zu kopierenden
Schriftstücken eines übereinstimmenden sogenannten Normalformates eintritt. Bei
Quartformat, das normal 2; cm breit ist, treten Originalschriftstücke von abweichender
Breite, beispielsweise von 22 oder auch von a.1 cm auf. Eeim Kopieren und Schneiden
solcher untereinander ungleichen, für dieselbe Ablegemappe bestimmten Quartformate
(dasselbe gilt auch von anderen Normalformaten) ergeben sich dann das Ablegen und
das spätere Aufsuchen einzelner Kopien erschwerende Maßunterschiede. Solche :Maßunterschiede
und zu kurze Kopien werden durch die sogenannte Maßlängensteuerung vermieden, da
diese, z. B. auf normale Quartbreite eingestellt, für all.. im wesentlichen dieser
Größe entsprechenden Schriftstücke Kopien von gleichen Abmessungen liefert. Wenn
sich aber, um bei dem Beispiel zu b'.eiben, zwischen die Quartformatsachen einmal
ein Schriftstück größerer Breite eingeschlichen hat, was von dem Kopierer bei schneller
Arbeit leicht übersehen wird, dann findet dieser Umstand von der Maß.-längeneinstellung
naturgemäß keine Berücksichtigung, die betreffende Kopie wird zu kurz (durch den
Schrifttext hindurch) abgeschnitten, und die Einrichtung kommt in Unordnung. Weiter
ist zu b°achten, da.ß die Maßeinstellung in ihrer Wirkung bezüglich cuer Länge der
Kopien begrenzt und daher nicht unmittelbar brauchbar ist, wenn, wie es besonders
in technischen Betrieben vorkomrnen kann, Schriftstücke. Skizzenblätter usw. von
einer das Höchstmaß überschreitenden Länge zu kopieren sind. Für derartige besonders
ausgedehnte Kopielängen ist wiederum die Tastersteuerung geeigneter.
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Erfindungsgemäß ist die Maschine s;> ausgebildet, daß Tastersteuerung
und Maßlängensteuerung vereinigt Anwendung finden, so daß sie sich in ihrer Wirkung
gegenseitig ergänzen. Um die, wie erwähnt, schädliche genaue Wirkung der Tastersteuerung
bei besonders kleinen Formaten zu vermeiden, kann die Maßlängensteuerung so eingerichtet
werden, daß sie eine bestimmte Mind--stlänge in der Abschneidwzrkung erzielt, die
das kleinste vorkommende Format zuzüglich eines Heftrandes einschließt. Beim Bearbeiten
der Quartformatsachen sichert dann die Maßlängensteuerung die stets übereinstimmende
Kopielänbe. Bei unregelmäßigen, verhältnismäßig langen Formaten bildet anderseits
wieder die Tastersteuerungeine Sicherheit gegen etwa nach dem - Augenmaß vorgenommene
Handeinstellungen der Maßlängensteuerung, indem sie hierbei verhindert, daß die
Kopien zu kurz geschnitten werden; ebenso ,ermöglicht sie den Schnitt besonders
großer Kopielängen, welche von der Maßlängensteuerung aus praktischen Gründen nicht
beherrscht werden. Die Einrichtung ist in jedem Falle an der Maschine ohne Schwierigkeit
so zu treffen, daß die eine Steuerung, die die Einschaltbewegung für das Zeitlaufwerk
bereits ausgeführt hat, so lange in einer Ruhestellung bleibt, bis auch die zweite
Steuerung in dieser Weise auf das Zeitlaufwerk zur Wirkung kommt.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung
dargestellt. Gezeigt sind nur die in Frage kommenden Organe, während die verschiedenen
Steuerungen und die Maschine mit ihren Nebeneinrichtungen als bekannt nicht gezeichnet
sind.
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Die Abb. r bis ,l zeigen die Einrichtung in übereinstimmenden Darstellungen
bei verschiedenen Stellungen ihrer Teile.
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Abb. 5 verdeutlicht graphisch die Wirkung bei der Bearbeitungeiniger
verschiedener Formate.
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Eine Welle V trage das Zeitlaufwerk oder einen Teil von ihm, oder
sie möge in irgendeiner bekannten Weise zur Inbewegungsetzung des Zeitlaufwerkes
gebraucht werden. Sie ist selbst von der Maschine aus in irgendeiner beliebigen
Weise anzutreiben, sobald sie für die Bewegung freigegeben wird. In der Ruhelage
wird sie festgehalten durch eine auf ihr sitzende Scheibe o mit den Doppelkurven
g und >>. Die Kurve g bildet zahnartige Vorsprünge gl, gegen welche federbeeinflußte
zweiarmige Hebel i und L biei I und. I I I drehbar als Sperrklinken anliegen.
Weitere klinkenartige federbelastete zweiarmige Hebel h und nt, um II und IV drehbar,
traben an ihren freien Enden Rollen hl und für und liegen mit zahnartigen Ansätzen
h'= und m-= nach :1bb. r gegen die Stirnflächen der Klinken i
und
1 so an, daß ihre Rollen k1 und m' von der Doppelkurve p abgehoben sind. Auf die
zweiarmige Hebelklinke i wirke irgendein Teil der Tastersteuerung im Sinne des Pfeiles
c, ;auf die zweiarmige Hebelklinke L dagegen irgendein Teil der Maßlängenstenerung
im Sinne des Pfeiles e ein, sobald der betreffende Teil von seiner Steuerung entsprechend
bewegt wird. Erfolgt die Wirkung der Tastersteuerung zuerst, dann schwingt die Klinke
i aus (Abb. 2). Sie verläßt hierbei den Zahnvorsprung g l, gibt die Scheibe
g also zur Drehung frei; sie wird in der ausgeschwungenen Stellung von dem Zahn
k-' der Klinke k, die in Richtung des Pfeiles d ausschwingt, hinterfangen,
wobei deren Rolle ki sich gegen die Kurve p legt. Die Drehung der Scheibe g wird
aber noch durch die zweiarmige Hebelklinke L verhindert. Sobald auch die Klinke
1 in der Richtung ihres Pfeiles e durch die Maßlängensteuerung zum Ausschwingen
gebracht wird, geht sie in die Stellung nach Abb.3 über, in der sie von: dem Zahn
1112 ihres in der Pfeilrichtung f
ausschnzngenden Klinkeinhebels
11t hinterfangen wird, wobei dessen Rolle ml sich ebenfalls an die Kurve
p anlegt. Nunmehr heginnt die Drehung der Scheibe o, wobei die Kurve h alsbald die
Klinkenhebel k und m
in die Stellung nach Abb. a überführt, in der sie die
Klinkeni und- L freigeben, so :daß diese sich an die Kurven g anlegen und die Scheibe
o nach einer Teildrehung von i86' ,Mieder auffangen, so daß die Stellung nach Abb.
i von sämtlichen Teilen wieder erreicht ist. Die Scheibe o dreht sich also jedesmal
um den gleichen Betrag. Sie kann gegebenenfalls also selbst das Laufwerk von.gleichbleibender
Laufdauer bilden, indem sie in an sieh bekannter Weise durch auf ihr entsprechend
vert--ilte Zapfen usw. die Steuerung der verschiedenen Nebeneinrichtungen (Einführvorrichtung,
Schere, Lochvorrichtung, Kopiervermerkstempel usw.) im richtigen Arbeitstakt zur
Bewegung bringt. Natürlich können auch einzelne Nebeneinrichtungen durch andere
Maschinenteile ihre Steuerung erhalten, was z. B. für die Einfuhrvorrichtung gilt.
Im Sinne der Erfindung wird immer die eine der Klinken i oder 1, d. h. die Tastersteuerung
oder die Maßlängensteuerung, die Auslösung zu früh vornehmen, sofern nicht beide
Steuerungen ihre Klinken gleichzeitig auslösen.- Bei vorzeitigem Auslösen der einen
oder anderen Klinke wird das Laufwerk seine Bewegung erst beginnen, wenn auch die
zweite Klinke ausgelöst ist. In welcher Meise bei zu frühzeitigem Auslösen einer
Klinke die zugehörigen Steuerungsteile, falls erforderlich, bewegungslos gehalten
werden, ist als rein konstruktive Frage für die Erfindung ohne Bedeutung. Bei einem
bekannten Mutterschloß der Maßlängensteuerung kann der ankerartige Sperrkörper,
der die beiden Schloßmuttern mit der Kreuzspindel abwechselnd kuppelt, in einer
unwirksamen Mittelstellung festgehalten werden, so daß das Mutterschloß so lange
in einer Ruhestellung gehalten wird, bis die Tastersteuerung auch ihrerseits die
Auslösung bewirkt und das gesamte Maschinenspiel von neuem zu beginnen hat. Bewirkt
der Taster vorzeitig die Auslösung, so wird @er durch Getriebeteile bis zum Beginn
eines neuen Arbeitsspieles bzw. bis zum Bewegungsanfang des die Schere usw. steuernden
Zeitlaufwerkes in einer solchen Stellung gehalten, in weler das Anlegen eines neuen
Schriftc 'hier stückes zur Vorbereitung für den nächsten Kopiervorgang nicht stört.
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Die Wirkung der neuen Einrichtung sei an Hand der graphischen Darstellung
(Abb. 5) noch im einzelnen erläutert. Der Linienzug rstellt in den Abschnitten i,
a, 3 bis 13 Strekken dar, die den Längen von dreizehn hintereinander zu kopierenden
Schriftstücken entsprechen. Der Linienzug b stellt die für jede Schriftstücklänge
vom Kopierer gewählte Einstellänge an der -Maßlängensteuerung dar, wobei in den
Abschnitten i bis 4., 5 bis 8 und 9 bis t 3 immer gleiche Einstellängen angenommen
sind. Die Linienzüge C und d gehören zusammen, wobei c die Tätigkeit des Tastergetriebes
verdeutlicht, während d die zugehörige Entkupplungstätigkeit an der Klinke i (Abb.
i bis 4.) wiedergibt, sofern sie vor der Entkupplungstätigkeit der Maßlängensteuerung
eintritt. Die Linienzüge e und f gehören ebenso zusammen, indeme den Lauf des Getriebes
der Maßlängensteuerung und f die zusammengehörige Entkupplungstätigkeit an der Klinke
L (Abb. i bis ,l) wiedergibt, sofern diese vor der Entkupplung der Klinke i erfolgt.
Der Linienzug g verdeutlicht die Einschaltweise der Nebenvorrichtungen, während
der Linienzug h die abwechselnde Tätigkeit und Ruhe des gleichb'_;eibenden Laufwerkes
darstellt. Für das Schriftstück i erfolgt das Arbeitsspiel in der Art, daß das Schriftstück
durch den Taster Linie cl abgefühlt wird, so daß in Höhe der Wagerechten A' das
Einschalten gemäß der Linie g .erfolgt, wobei gleichzeitig die Tastvorrichtung durch
die Kupplung (Linie d) ausgerückt und stillgesetzt wird. Entsprechend der größer
gewählten Einstellänge b läuft die Maßlängensteuerung unabhängig von der Brieflänge
bis zur Wagerechten B', wo sie die zweite Schaltung (Klinke l nach Abb. i bis .l),
wie am Linienzug g verdeutlicht, vornimmt. An dieser Stelle erfolgt auch die Wiederingangsetzung
des Tastergetriebes gemäß der Linie e, so daß von der Wagerechten
B'
ab sowohl Taster nls auch Maßlängensteuergetriebe ein neues Arbeitsspiel beginnen.
Das Laufwerk schaltet in Höhe der Wagerechten C gemäß der Linie 1a' die Nebenvorrichtungen
der Maschine ein, um dann in die Anfangsstellung zurückzukehren und für den nächsten
Arbeitsgang bereit zu sein, Das zweite Schriftstück z ist ebenfalls kürzer als die
sogenannte Einstellänge b2, und es wiederholt sich dementsprechend das für das Schriftstück
i erläuterte Arbeitsspiel. Das Schriftstück 3 ist indessen länger als die Einstellänge
B3. Infolgedessen schaltet die Maßlängensteuerung gemäß der Linie e in Höhe der
Wagerechten B3 zuerst gemäß der Linie g die Klinke L (Abb. i bis 4). Gleichzeitig
wird gemäß der Linie f die Kupplung für das Maßlängensteu.ergetriebe ausgerückt
und demnächst stillgelegt. Wenn darauf der Taster gemäß der Linie e das Schriftstück
abgetastet und die zweite Schaltung gemäß der Linie g vorgenommen hat, so wird auch
die Kupplung des Maßlängensteuergetriebes wieder eingeschaltet, so daß nunmehr wiederum
Taster- und Maßlängensteuergetriebe ein neues Arbeitsspiel beginnen. In Höhe der
Wagerechten C3 :erfolgt nunmehr gemäß der Linie g die Inbetriebsetzung der Nebenvorrichtungen
(Linie h). Unter 4. stimmen Schriftstücklänge a und Einstellänge b überein.
Infolgedessen fallen auch die Wagerechten 44 und B4 zusammen, so daß weder eines
der beiden Getriebe ausgekuppelt wird noch das Einschaltgetriebe zwischen zwei Einschaltungen
zum Stillstehen kommt. Im Augenblick der gemeinsamen Schaltung erfolgt die Bewegung
des Laufwerkes für die Nebeneinrichtungen in der Höhe C4 des Linienzuges
lt.
Die Abschnitte 5 bis 8 ergeben eine Wiederholung der erläuterten Arbeitsvorgänge,
wobei jedoch in jedem Falle die Einstellänge b größer als die bei i bis 4 gewählte
ist, während sie für die Abschnitte 9 bis 13 auf eine Größe gewählt ist, die zwischen
der ersten und der zweiten liegt. Das Diagramm macht durch den Linienzug e ersichtlich,
daß durch den Skalenmechanismus der Maßlängensteuerung gleichmäßig wiederkehrende
Schnittlängen eingestellt «-erden, während der Tast@ermechanismus sich vollständig
den Längen der jeweils eingeführten Schriftstücke anpaßt. Dadurch, daß das Getriebe
bzw. das Zeitlaufwerk gemäß der Linie g nur dann die Schaltung der Nebenvorrichtungen
gemäß der Linie 1z vornimmt, nachdem es sowohl gemäß der Linie c als auch gemäß
der Linie c eingeschaltet ist, daß anderseits das Zusammenarbeiten der beiden Getriebe
gemäß den Linien c und -e durch die Kupplungen gemäß den Linien d und f immer wieder
in der richtigen Weise in Einklang gebracht wird, ergibt sich die Tatsache, daß
das Maßlängensteuergetriebe für solche Schriftstücke, die seiner Einstellänge b
entsprechen, den letzten Schaltvorgang für dass Laufwerk g übernimmt und damit den
durch jede wagerechte Gerade C dargestellten Zeitpunkt bestimmt, in welchem das
Einschalten der Nebenvorrichtungen gemäß der Linie h erfolgt, daß dagegen für alle
Schriftstücklängen, die die Einstellängen b überragen, der Schaltvorgang des Maßlängensteuergetriebes
(wagerechte GeradeB) bei dem Zeitlaufwerk gemäß der Linie g zuerst erfolgen wird,
während vom Tastergetriebe gemäß der Linie e! in Höhe der Wagerechten A die Schaltung
gemäß der Linie g an zweiter Stelle stattfindet, so daß also der bestimmende Einfluß
auf die Nebenvorrichtungen gemäß der Linie h dem Tastergetriebe zufällt. Wenn Schriftstücklängen
und Einstellängen übereinstimmen, arbeiten dagegen die beiden Getriebe völlig parallel,
so daß dann die endgültige Schaltung (Wagerechte C) unter gleichmäßigem Einfluß
beider Getriebe erfolgt.