DE409290C - Verfahren zur Herstellung von ein- und mehrteiligen Masseformen (Zieh- und Pressformen), insbesondere fuer die Damenhutherstellung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von ein- und mehrteiligen Masseformen (Zieh- und Pressformen), insbesondere fuer die DamenhutherstellungInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Herstellung von ein- und mehrteiligen Masseformen (Zieh- und Preßformen), insbesondere für die Damenhutherstellung. Bisher wurden die bei der Damenhutherstellung bekannten Masseformen mittels einer nach Modell geschnittenen Holzform angefertigt.
- Nach der Erfindung wird die Anwendung der Holzform vermieden; der schon hierdurch augenfällige technische Vorteil gegenüber ,der bekannten Herstellungsweise von Masseforinen, Zieh- und Prellformen, wird noch dadurch bedeutend erhöht, daß nach dem neuen Verfahren eine ganz genaue Nachbildung der Modelle erreicht wird und auch die schwierigste Form von einen ungelernten Arbeiter in wenigen Arbeitsstunden angefertigt werden kann.
- Mehrteilige Formen wurden bis jetzt fast nur in Holz angefertigt, auch wenn mehrere Stücke von derselben Form benötigt wurden. Diese Holzteile verzogen sich beim Naßwerden leicht und paßten nicht mehr gut zusammen. Demgegenüber ergibt das neue Verfahren auch den Fortschritt, daß die mehrteilige Masseform sich nicht durch Naßwerden und schnelles Trocknen, wie es die Herstellung von Damenhüten verlangt, verändert, sondern daß die einzelnen Teile der Formen immer gut zusammenpassen.
- Auf den nach dem neuartigen Verfahren hergestellten Masseformen können alle Arbeiten, wie Nähe, Ziehen, Kleben, Bügeln, Pressen, kurzum der ganze Herstellungsvorgang der Damenhüte ausgeführt werden.
- Das Verfahren nach der Herstellung ist folgendes: Das Modell des Hutes aus Linon, Sparterie oder einem anderen bei der Hutherstellung verwendeten Material wird in Paraffin getaucht und nach Erhärtung in Formsand gedrückt, die Nut zum Abbinden beim Ziehen von Linon-, Sparterie-, Klebe-und Filzhüten wird, gleich in den Formsand mit eingedrückt. Darauf wird die Form in Gips gehüllt. Die hohle Gipsform wird in fünf Teile zerschnitten, vier Teile der stehende Rand und ein Teil der Boden, damit beim späteren Herausnehmen der Masseform :dieselbe nicht beschädigt wird. Nachdem die Gipsform. vom Formsand befreit und gereinigt .ist, wird dieselbe mit Lack ausgestrichen und gut eingefettet. Dann wird die Formmasse gut eingedrückt und bis zum Festwerden, gewöhnlich über Nacht, stehengelassen. Die Füße ider Randform können aus Masse oder Holz sein und werden gleich mit aufgeformt. Nach dem Herausnehmen der Masseform aus der Gipsform wird dieselbe mit Bimsstein, welcher in schwacher Chlormagnesiumlauge genäßt wird, glattgerieben und darauf in einem heißen Trockenraum ausgetrocknet, um,. nochmals , nachgerieben, gebrauchsfertig zu sein.
- Bai einer mehrteiligen Form wird ein Mittelstück" mit Führungsleiste'ri in Gips abgegossen und dann in Masse nachgeformt. Solche Mittelstücke können in beliebiger Anzahl vorgeformt werden, um im Bedarfsfalle dieselben ausgetrocknet zur Hand zu haben.
- Nachdem die mehrteilige Gipsform ebenso wie die einteilige Gipsform bis zum Eindrücken der Masse vorgearbeitet ist, wird das iLvlittelstück, welches in trockenem Zustand mit Lack angestrichen und gut eingefettet worden ist, in die Form mit eingeformt; durch die Isolierung mit Lack und Fett wird eine Verbindung mit den übrigen Teilen der Form vermieden. Nach dem Festwerden der Masse läßt sich das Mittelstück leicht aus der hohlen Gipsform herausnehmen. Die mehrteilige Masseform wird nach dem Trocknen zersägt.
- Bei Preßformen wird der im Preßring liegende Boden der Masseform kreuzweise mit Bandeisen benagelt, damit die Fortri jeden erforderlichen Druck aushält.
- Die Mischung der Masse besteht aus einem Teil Magnesit und einem Teil Holzmehl, mit iSgradiger Chlormagnesiumlauge wird die Masse angerichtet.
- In der Zeichnung ist das Verfahren beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen: Abb. i den Querschnitt einer Randform (Glockenform) ; i ist die in Paraffin getauchte Modellform, 2 Formsand, 3 die Gipsform, sind die Querschnitte der Gipsform; Abb.2 im Querschnitt ein Mittelstück in Gips gehüllt; 3 ist die Gipsform, 5 das Mittelstück, 6 sind die Führungsleisten, i i ist ein Fingerloch; Abb.3 den Querschnitt einer Kopfform; i ist .die Modellform, 2 Formsand, 3 die Gipsform, 4. ein Schnitt der Gipsform; Abb. ¢ dien Querschnitt einer zum Formen mit Masse fertigen Gipsform mit Mittelstück 5; Abb. 5 den Querschnitt einer fertigen fünfteiligen Masseform (Kopfform); Abb.6 den Boden der Masseform; das Mittelstück mit Führungsleisten 6, die vier Teile 7, B. 9, i o der Form mit Führungsrinnen.
Claims (2)
- PATENT-ANSPRüeFIE: i. Verfahren zur Herstellung von ein und mehrteiligen Masseformen (Zieh-und Preßformen), insbesondere für die Damenhutherstellung, dadurch gekennzeichnet, daß eine in Paraffin getauchte Modellform aus Sparterie oder Linon nach Erhärtung zur Anfertigung einer hohlen Gipsform dient, in welche die zur Herstellung der Masseform verwandte Masse eingefüllt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein für alle beliebigen Hutformen verwendbares und mit Führungsleisten versehenes Mittelstück aus Masse in die hohle Gipsform eingelegt, diese dann mit Formmasse ausgefüllt und die um das Mittelstück gelagerte Form nach dem Trocknen in vier Teile mit je einer Führungsrinne entsprechend der zugehörigen Führungsleiste zersägt wird.
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