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Steuerung für Aufzüge mit selbsttätiger Anlaßvorrichtung. Bei schnellfahrenden
Aufzügen, die mit Druckknopfsteuerung gesteuert werden,tritt häufig der Übelstand
auf, daß sich die Beschleunigungs- und Verzögerungsperioden bei einer Fahrt nach
nahe liegenden Haltestellen überdecken; dies ist der Fall, wenn die für die Fahrt
auf diese kurze Strecke zur Verfügung stehende Zeit zü gering dazu ist, daß erst
der Anlaßvorgang vollständig durchgeführt werden und sich dann noch der vollständige
Verzögerungsvorgang vor dem Einfallen der Bremse abspielen kann.
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Durch die Erfindung wird dieser Übelstand dadurch behoben, daß man
es bei kurzen Fahrstrecken überhaupt vermeidet, den Motor auf seine höchste Geschwindigkeit
zu bringen.
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Nun ist es bekannt, daß Aufzüge in sehr hohen Häusern eine große Anzahl
der unteren Stockwerke ohne anzuhalten durchfahren und nur in jedem der höheren
Stockwerke anhalten. Solche Aufzüge durchfahren die unteren Stockwerke mit großer
Geschwindigkeit, die darüber liegende Strecke von Stockwerk zu Stockwerk aber mit
einer verminderten Geschwindigkeit, die beim Eintritt des Fahrkorbs in die langsam
zu durchfahrende Strecke selbsttätig eingestellt wird. Durch die Abhängigkeit der
Umschaltung des Aufzugsmotors von der Stellung des Fahrkorbs im Schacht sind die
mit großer und die mit geringer Geschwindigkeit zu durchfahrenden Strecken ein für
allemal festgelegt und der Aufzug müßte bei entsprechender Steuerung jede noch so
kurze Strecke im unteren Teile seines Weges mit großer Geschwindigkeit und jede
noch so lange Strecke im oberen Teile seines Weges mit geringer Geschwindigkeit
durchfahren. Beim Aufzug nach der Erfindung dagegen wird die Geschwindigkeit lediglich
durch die Länge der zurückzulegenden Wegstrecke bestimmt, ganz einerlei, in welchem
Teile des Aufzugsweges diese Wegestrecke liegt.
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Der Beschreibung liegt die Wahl eines im Nebenschluß regelbaren Gleichstrommotors
zugrunde. Es steht aber nichts im Wege, das gleiche Verfahren auch auf alle anderen
Steuerungen für schnellfahrende Aufzüge, z. B. bei Leonardschaltung oder Verwendung
zweier Motoren für verschiedeneGeschwindigkeit o. dgl. anzuwenden.
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In der Abb. r ist r der Motor, 2 der von einem Zugmagneten bewegte
Nebenschlußregler mit den beiden gleichwertigen Wicklungen 3 und 4, i a ist der
Anlasser, der auch den Umsehalter
für den Motor mit den Wicklungen
5 und 6 für Auf- und Abwärtsfahrt enthält.
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Das Kopierwerk ist ein Kontaktschlitten-Kopierwerk. Die Kontaktschienen
7 und 8 arbeiten in Verbindung mit den Kontakthämmern ig, 21 sowie 13, 17 und folgende
auf den Umschalter 3, 6 in Verbindung mit den Stockwcrkrelais 12, 16 und folgende
sowie der Druckknöpfe 11, 15 usw., wie bei einer gewöhnlichen Druckknopfsteuerung.
Das Kopierwerk hat außerdem kürzere Kontaktschienen g und io, die von einer weiteren
Reihe Kontakthämmer 2o, 22 sowie 14, 18 usw. bestrichen werden. Die Kontakthämmer
2o und 22 stehen in Verbindung mit den Wicklungen 3 und 4 des Nebenschlußregiers.
Es sind zwei Wicklungen erforderlich, damit die Steuervorgänge nach den beiden Fahrtrichtungen
getrennt vor sich gehen können.
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In den Zeichnungen ist angenommen, daß sich die Kabine in der Haltestelle
befindet, die dem dritten Stockwerkrelais von links gerechnet entspricht. Wird bei
dieser Kabinenstellung der Druckknopf 15 gedrückt, so wird das Relais 16 und über
den Kontakthammer 17 die Schiene 7 und den Hammer ig die Umschalterspule 5 erregt.
Vom Druckknopf aus fließt gleichzeitig ein Zweigstrom über den Hammer 18, die Schiene
g, den Hammer 2o nach der Wicklung 3 des Nebenschlußreglers. Das Relais 16 zieht
seinen Anker an und schließt seinen Kontakt, wodurch sowohl das Kommando auf den
Umschalter wie auf den Nebenschlußregler auch nach dem Loslassen des Druckknopfes
festgehalten wird.
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Da der Nebenschlußregler erst nach Abschalten der Anlaßwiderstände
im Anlasser ia in Tätigkeit treten darf, enthält der Anlasser noch den Kontakt 23,
der die Erregung des Nebenschlußreglers erst im geeigneten Augenblick gestattet.
Im Verlauf der Fahrt verschiebt sich der Kontaktschlitten des Kopierwerkes nach
links. Dabei kommt der Hammer 18 außer Eingriff mit der Schiene g, was ein unerwünscht
vorzeitigesAbfallen des Nebenschlußreglers bedeuten würde. Dieser ist daher mit
Selbsthaltekontakten 21 bis 22 versehen, von denen 21 bei dem geschilderten Vorgang
das Kommando aufrechterhält, bis die Fahrt so weit vorgeschritten ist, daß kurz
vor Erreichung der angesteuerten Haltestelle der Kontakt 24, der entweder an der
Kabine cder am Kopierwerk sitzen kann, geöffnet wird und das Abfallen des Reglers
bewirkt.
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Der beschriebene Schaltvorgang findet dann statt, wenn die zur Verfügung
stehende Fahrtstrecke für die Aufeinanderfolge von Beschleunigung und Verzögerung
ausreicht, im Beispiel also bei der Fahrt bis zum übernächsten Stockwerk. Wird jedoch
bei der gezeichneten Stellung des Kopierwerkes der Druckknopf ii gedrückt, so wird
nur das Relais i2 und über den Hammer 13 die Schiene 7 und den Ha.i;-mer
ig die Umschalterspule 5 erregt. Der zu dieser Haltestelle gehörige zweite Hammer
14 liegt hierbei nicht auf der Schiene g auf, so daß bei der Fahrt nach der benachbarten
Haltestelle der Nebenschlußregler überhaupt nicht in Tätigkeit gesetzt wird.
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Bei der anderen Fahrtrichtung treten die entsprechenden Schienen des
Kopierwerkes sowie die anderen Spulen des Umschalters und des Nebenschlußreglers
im gleichen Sinne in Tätigkeit.
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In der Abb. 2 ist eine zweite Ausführungsmöglichkeit dargestellt,
der der Gedanke zugrunde liegt, daß der Nebenschlußregler zwangläufig vom Anlasser
r', im Anschluß an das Kurzschließen des Anlaßwiderstandes bewegt wird. Die Schaltung
soll in diesem Fall die Wirkung der in allen Fällen eintretenden Feldschwächung
dann aufheben, wenn nur nach dem benachbarten Stockwerk gefahren werden soll. Hierzu
dienen die beiden Schütze 25 für Aufwärtsfahrt und 26 für Abwärtsfahrt, die mit
ihren Kontakten 27 und 28 den Feldschwächwiderstand kurzschließen.
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Der Schaltvorgang spielt sich so ab: Das Kopierwerk sei in der gezeichneten
Stellung stehend angenommen. Beim Drücken des Knopfes 15 wird genau wie vorher die
Umschalterspule 5 erregt. Der dem Kontakthammer 17 entsprechende zweite Hammer 18
berührt die Kopierwerkschiene 31 jedoch nicht, so daß das Schütz 25 nicht erregt
wird. Ist der Anlasser voll ausgelegt, so öffnet er den Kontakt 23, der auch eine
spätere Erregung des Schützes 25 verhindert, wenn der Hammer 18 im weiteren Verlauf
der Fahrt bei der Bewegung des Kopierwerkschlittens nach links den vorspringenden
Teil der Kontaktschiene 31 berührt.
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Wird dagegen in der ursprünglichen Stellung der Druckknopf il, also
der der benachbarten Haltestelle gedrückt, so fließt ein Zweigstrom vom Druckknopf
aus und nach dessen Loslassen vom Selbsthaltekontakt des Relais 12 aus über den
Hammer 14, die Schiene 31- und den Hammer 2o nach dem Schütz 25, das mit Kontakt
27 den Feldschwächwiderstand des Aufzugsmotors kurzschließt, so daß der Motor seine
höchste Drehzahl nicht erreichen kann. Am Schütz 25 schließt sich gleichzeitig der
Kontakt 29, der parallel zum Kontakt 23 am Anlasser V liegt und ein Wiederabfallen
des Schützes verhindert, wenn sich 23 nach Beendigung des Anlaßvorganges öffnet.
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Die Schaltung nach der Abb. 3 unterscheidet sich von den beschriebenen
Schaltungen dadurch, daß der die Nebenschlußregelung bewirkende magnetische Teil
35, 36 hinter statt neben den Wicklungen des Umschalters und
der
Stockwcrkrelais liegt. Hierbei ist nur eine Kontaktha,mmerreihe im Kopierwerk erforderlich.
Beim Ansteuern eines entfernteren Stockwerks, beispielsweise wieder des ersten lirtk#;,
findet also eine Fahrtbeschleunigung bis zur Höchstgeschwindigkeit statt. Wird hingegen
der Druckknopf 1i des benachbarten Stockwerks gedrückt, so gelangt der Steuerstrom
über das Relais 12, den Hammer 13, die Schiene 33 und den Hammer 2o unmittelbar
in die Umschalterspule 5, wobei noch ein Vorschaltwiderstand 37 vorgesehen werden
kann, der dem Widerstand des Nebenschlußreglers 35 entspricht. In diesem Fall wird
also der Motor nicht auf seine höchsteDrehzahl gebracht.
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Die Wirkungsweise der Wicklung 35 läßt sich auch hier umkehren, indem
man sie an den Hammer 2o legt und dafür den Hammer i9 mit dem Widerstand 37 verbindet.
Dies setzt voraus, daß die Nebenschlußschwächung zwangläufig mit dem Anlassen stattfindet
und nachträglich durch Kurzschließen des Feldschwächwiderstandes unwirksam gemacht
wird.
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Im Beispiel nach der Abb. 4 enthält das Kopierwerk nur eine Reihe
Kontaktschienen und Kontakthämmer. Die Kontaktschienen jeder Seite sind Jedoch in
lange Stücke 39 und 41 und in kurze 40 und 42 unterteilt, die durch Widerstände
43 und 44 überbrückt werden. 35 und 36 sind wieder die magnetischen Einrichtungen
zum Bewegen des Nebenschlußreglers. Beim Ansteuern einer entfernteren Haltestelle
sind diese Einrichtungen 35 und 36 unmittelbar hinter die Stockwerkrelais und Umschalter
geschaltet und gelangen demzufolge zur Wirkung. Wird dagegen eine benachbarte Haltestelle
angesteuert, so liegt im Steuerstromkreis noch einer der Widerstände 43 oder 44,
die so abgestimmt sind, daß infolge der Schwächung der Stromes nur noch die Stockwerkrelais
und Umschalter ansprechen, während der Nebenschlußregler nicht anspricht.
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Die Erfindung bezieht sich keineswegs nur auf die wiedergegebenen
Beispiele, sondern ganz allgemein auf Steuerungen für Aufzüge mit selbsttätiger
Anlaßvorrichtung, bei denen zugleich mit dem Kommando zum Anlassen die vom Aufzug
zurückzulegende Wegestrecke bestimmt wird; wie z. B. bei Druckknopfsteuerungen.
Es ist dabei ganz belanglos, ob die steuernden Kontaktvorrichtungen im Schacht sitzen
oder von der Kabine selbst bewegt werden, oder ob sie von Kopierwerken oder entsprechendenEinrichtungen
gesteuert werden. Dabei kann z. B. auch ein Kontaktwerk, z. B. ein Kopierwerk, für
die Einschaltung der vollen oder einer Grundgeschwindigkeit vorhanden sein, während
ein zweites Kontaktwerk im ersten Falle die Einschaltung der hö:ieren Geschwindigkeiten
bei kurzen Fahrstrecken verhindert, sie im zweiten Fall aber herbeiführt.