DE388629C - Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln

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DE388629C
DE388629C DEF49726D DEF0049726D DE388629C DE 388629 C DE388629 C DE 388629C DE F49726 D DEF49726 D DE F49726D DE F0049726 D DEF0049726 D DE F0049726D DE 388629 C DE388629 C DE 388629C
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Germany
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water
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tanning
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Expired
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DEF49726D
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English (en)
Inventor
Dr Karl Daimler
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Hoechst AG
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Hoechst AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur. Herstellung. von Gerbmitteln. Es ist bekannt, daß viele der mit Oxydationsmitteln hergestellten Oxydationsprodukte von rezenten oder fossilen Materialien pflanzlicher. Herkunft mehr oder weniger wasserlöslich sind ferner, daß die bei Anwendung bestimmter Oxydationsmethoden nach Abtrennung vom Unlöslichen erhältlichen wasserlöslichen 'Anteile Gelatine -fällen, in manchen Fällen auch gerbende Eigenschaften besitzen. Auch die in Wasser- unlöslichen Anteile haben in gewissen Fällen eine Affinität zu Gelatine und Hautpulver, die jedoch deshalb nicht gerberisch aasnutzbar ist, weil die Produkte nicht wasserlöslich sind und selbst nach feinster Vermahlung sich nur auf der Blößenoberfläche ablagern würden.
  • Die Verwendung der wasserlöslichen Bestandteile der Oxydationsprodukte für sich allein :zum Gerben scheitert meist an der-_geringen Ausbeute an Löslichem gegenüber dem Unlöslichen; denn oxydiert man beispielsweise Braunkohle mit Salpetersäure; verdünnt mit Wasser, saugt ab,_ so- erhält man an-wasserlösliehen Bestandteilen nur etwa 5o Prozent der gesamten Oxydationsprodukte. Hierzu kommt ferner noch, daß die Abtrennung der unlöslichen ,Bestandteile im. wesentlichen nur möglich, - und- zwar- dann auch noch technisch schwierig durchführbar ist, wenn man clie erwähnte Verdünnung mit Nasser ausführt, denn- das Reaktionsprodukt ist kaum filtrierbar, -und auch nach dem Verdünnen mit Wasser - ist eine Filtration nur rnit Mühe durchführbar, und es gelingt nur -durch vielmalige Extraktion des Rückstandes mit Wasser,- die Ausbeute an Löslichem noch zu, erhöhen, wobei aber viel zu- starke Verdünnung des Extralotes eintritt. Die saueren Extralote sind dann nicht direkt verkaufsfähige Handelsprodukte mehr, müßten vielmehr starte eingedampft werden, was in Anbetracht der saueren Beschaffenheit der erhaltenen Lösungen - technisch ziemliche Schwierigkeiten verursacht und erhebliche .Verteuerung bewirkt.
  • In Anbetracht dieser Sachlage ist es von nicht geringer Bedeutung, daß es zufolge vorliegender Erfindung gelungen ist, auch die wasserunlöslichen Bestandteile oxydierten pflanzlichen Materials rezenter oder fossiler Beschaffenheit gerberisch nutzbar zu machen, wobei gegebenenfalls zugleich auch die gekennzeichnete Abtrennung des Löslichen vom Unlöslichen erspart werden kann.
  • Vorliegende Erfindung gründet sich auf die Beobachtung, daß die erwähnten unlöslichen, in Alkali löslichen Oxydationsprodukte in den hochkonzentrierten Lösungen kolloidaler oder halbkolloidaler Oxydationsprodukte - fossiler oder rezenter pflanzlicher Substanz zu dicklichen, klaren, kolloidalen- Sirupen löslich sind und daß dieselben beim nächherigen Verdünnen mit Wasser nicht bz«-. nur teilweise, und zwar in einer so feinen Form ausfallen, daß sie infolge dieses Feinheitsgrades und in Kombination mit der transportierenden Wirkung der angewandten gerbenden, wasserlöslichen Substanz auch ins Innere der Blöße gelangen und daselbst ebenfalls Gerb- üncl Füllwirkung erzeugen.
  • In hoher Konzentration wirksame.tösuh9s" mittel für obige, als solche wasserunlösliche Oxydationsprodukte sind vor allem diejenigen wasserlöslichen Oxydationsprodukte, welche durch Einwirkung von Salpetersäure, nitrosen Gasen, Salpetersäure und Luft, nitrosen Gasen und Luft, in Gegenwart oder Abwesenheit von Wasser auf rezente und fossile` Materialien. pflanzlicher Natur, insbesondere auf Braunkohle, entstehen. In diesen hochkonzentrierten Lösungen lösen sich nicht nur die bei der erwähnten Oxydation wasserunlöslich gebliebenen Anteile mit dem gekennzeichneten Effekte auf, sondern es lassen sieh darin auch solche unlösliche Produkte auflösen, welche bei anderen Oxydationsreaktioneh, -z. B: durch, Einwirkung von Chlor, Chlorwasser, Natriumhypochlorit, Luft bei der Druckoxydation usw., auf diese rezente und fossile Materialien pflanzlicher Herkunft entstehen, wobei ja, von gerberisch ganz unwirksamen niedermolekularen. Körpern abgesehen, fast ausschließlich wasserunlösliche Produkte gebildet werden.
  • Die Auflösung unlöslicher Oxydationsprodukte in den Lösungen der löslichen Oxydationsprodukte kann, wie weiter gefunden wurde, durch Erhitzen oder Vermahlen der unlöslichen Anteile oder der fertigen Mischungen befördert werden oder dadurch, daß die unlöslichen Anteile vorübergehend in sehr wenig Alkali konzentriert gelöst werden und nun der konzentrierten Lösung des wasserlöslichen Gerbstoffes einverleibt werden, wobei infolge der natürlichen, starken Acidität letzterer Lösung oder infolge extra hinzugesetzter starker Säure das Alkali wieder ausgetauscht und in Form von \ atriumformiat. Natriunrchlorid usw., gerberisch »neutral« gemacht wird, wenn nicht sogar die so gebildeten Salze, wie namentlich \ a Cl, zugleich entschwellend oder aufhellend beim Gerbeprozeß mitwirken.
  • Beispiele. i. 125 kg Unionbriketts werden mit insgesamt etwa 40o kg 48prozentiger Salpetersäure allmählich in der Wärme umgesetzt. Nach beendeter Reaktion und entsprechendem Eindampfen resultiert ein schwarzbrauner Sirup; dieser darf nun nicht etwa mit Wasser verdünnt und vom unlöslich sich Abscheidenden befreit werden, sondern ist als solcher, insbesondere nach längerem Vermahlen oder Homogenisieren mittels schnell laufenden Rührers, wodurch sich etwa zusammengesinterte unlösliche Partikelchen noch in der Masse auflösen,.direkt handelsfähig mit einem Trockengehalt von z. B. 6o Prozent. Erst bei der Verwendüng zum Gerben wird der so erhaltene Sirup mit Wasser entsprechend verdünnt mit dem oben erläuterten Resultat. Man kann auch. in >,'de'r Weise verfahren, daß man nicht ,ganz, so hoch eindampft, in Ruhe erkalten läßt, `die en* tsjandene; Kruste und den Bodensatz abtrennt von der sfrupösen Hauptmenge, vermahlt und dann wieder mit dem Sirup verrührt, wobei ein an Trockensubstanz etwa 5oprozentiges Gerbemittel resultiert.
  • Vorteilhafter verfährt span jedoch in der erst genannten Weise, indem man den unlöslichen Anteil dem@von vornherein hochkonzentrierten Sirup von Anfang an einverleibt läßt.
  • i.92 kg einer Rohbraunköble von 52 Prozent Trockengehalt werden mit nitrosen Dämpfen behandelt, denen gegebenenfalls inerte Gase oder auch Luft beigemischt werden -können:- Das Reaktionsprodukt wird mit heißem Wasser ausgezogen. Der unlösliche Rückstand wird mit der eben zur Lösung erforderlichen Menge --Natronlauge, gegebenenfalls unter gIeichzeitigem Vermahlen, aufgelöst und alsdann mit dem anfangs gewonnenen, eingedickten Extrakt vermischt, wobei von Fall zu Fall zu untersuchen ist, ob die im eingedickten Extrakt vorhandenen Kongosäuren zur Bindung des Alkalis ausreichen oder durch Salzsäurezusatz verstärkt werden müssen, Der 5oprozentige Sirup von Beispiel i wird mit gleichviel 5oprozentigem wässerigem Teig der wasserunlöslichen Einwirkungsprodukte von Chlor auf nasse Braunkohle verkugelt.
  • 4. Die bei der Druckoxydation von Torf oder Braunkohle oder Braunkohlenrückständen, herrührend von der '.%Zontanwachsextraktion, entstehenden sodalöslichen, braunen Produkte werden nach der Ausfällung mit Salzsäure abgetrennt von den gerberisch unwirksamen, meist stark sauren Hauptprodukten dieser Reaktion und dann in Form eines 5oprozentigen Teiges dem 5oprozentigen Sirup vom Beispiel i einverleibt, wobei die kolloidale Auflösung durch Erwärmen und Verkugeln erleichtert werden kann.
  • 5. Gerbstofffreie, gebrauchte Gerberlohe wird mit verdünnter Salpetersäure erwärmt bis zum Verschwinden der Reaktion gegen Jodkaliumstärkepapier. Durch Auspressen wird ein brauner Extrakt von gerbenden Eigenschaften erhalten. Dieser wird eingedampft zur sirupösen Konsistenz. Alsdann wird Ligninsäure,. wie-solche durch alkalische Extraktion von Holzmehl erhältlich ist oder bei der Strohaufschließung abfällt, mit 5oprozentiger Salpetersäure behandelt, bis ein mehr oder weniger großer Teil unter Bildung -von Gerbsäuren wasserlöslich geworden ist. Dieses Produkt wird konzentriert bis zur Sirupkonsistenz, wobei sich das Unlösliche kolloidal in der konzentrierten Lösung des löslichen Anteils löst, eine Erscheinung, die nun noch befördert wird durch Zugabe von beliebigen Mengen obigen Sirupösen Lohe-Salpetersäureextraktes.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUcH: Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln, darin bestehend, daß man die bei der Oxydation von rezenten und fossilen Materialien pflanzlicher Herkunft entstehenden wasserunlöslichen, alkalilöslichen Bestandteile den hochkonzentrierten, wasserlöslichen, gerbenden Produkten aus denselben Materialien einverleibt läßt oder einverleibt.
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